Angkor – Göttliches Erbe Kambodschas

15. Januar 2007 | 3 Kommentare

  Angkor - Göttliches Erbe Kambodschas

Vishnu auf der Weltenschlange, Westlicher Mebon, Angkor
Angkor-Periode, Baphuon-Stil, Mitte 11. Jh., Bronze, H. 122 cm
Nationalmuseum Kambodscha, Phnom Penh
Foto: © J. Gollings, St. Kilda, Australien

Die Ausstellung “Angkor – Göttliches Erbe Kambodschas” in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn bietet zum ersten Mal in Deutschland die Gelegenheit in großem Umfang Kunst zu sehen, die seit ihrem Bekanntwerden in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Kunst interessierte Publikum Europas faszinierte. Der Name Angkor steht seither für geheimnisvolle, unüberschaubar ausgedehnte Tempelanlagen im Dschungel Kambodschas, die auch heute noch eine Vorstellung von ihrer einstigen Pracht geben können.

Angkor war der Höhepunkt einer Zivilisation, die sich in den ersten Jahrhunderten n. Chr. zu entwickeln begann. Aus dem 6. Jahrhundert sind die ersten buddhistischen und hinduistischen Kunstwerke überliefert. Der Aufstieg des Khmer- Reiches in Angkor, am Nordrand des Tonle Sap, begann im 9. Jahrhundert. Auf der Höhe ihrer Macht beherrschten die Khmer das gesamte Gebiet des heutigen Kambodscha, Süd-Vietnam, Laos und die zentrale Ebene des Chao Phraya in Thailand. Sie waren eines der größten und mächtigsten Völker Asiens. Die Bedeutung des Khmer-Reiches manifestierte sich bis in das 13. Jahrhundert hinein in einer Reihe von gigantischen Tempeln, von denen der Angkor Wat als das größte sakrale Bauwerk der Erde gilt.

Welcher Geist steht hinter den überwältigenden Tempelanlagen, welchen Gottheiten waren sie geweiht, auf Grund welcher sozialen und ökonomischen Struktur konnten sie errichtet werden? Wie sah die Gesellschaft aus, die derartige Leistungen zu vollbringen im Stande war? Welches Selbstverständnis hatten ihre Könige? Dies sind Fragen die sich jeder stellt, der das alte Kambodscha kennen lernen möchte. Hier setzt die Ausstellung an. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Vielfalt der Kunst zu verschaffen, sondern greift auch die wichtigsten kulturgeschichtlichen Themen auf, so dass die Besucher eine Vorstellung vom historischen, sozialen und religiösen Kontext der Werke bekommen.

Fast 140 Steinplastiken, Bronzefiguren und Holzskulpturen sowie Silberarbeiten und Malereien sind aus dem Nationalmuseum in Phnom Penh nach Bonn gekommen. Außerdem leihen das Indische Museum in Berlin und das Musée National des Arts Asiatiques Guimet in Paris Objekte aus. Die Ausstellung liefert einen einzigartigen Überblick über die Kultur Kambodschas, beginnend im 6. Jahrhundert mit Steinskulpturen aus den vorangkorianischen Königreichen Funan und Zhenla. Das zentrale Thema sind jedoch die Kunst und Architektur der Angkor-Periode (9.-13. Jahrhundert). Dabei werden auch Fragen der Wasserwirtschaft, des Reisanbaus und der Handelsbeziehungen erörtert, da sie die Grundlage für den außerordentlichen Reichtum des Landes bildeten.

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