Wer die Ausstellung “Eros in der Kunst der Moderne” in der Fondation Beyeler nicht sehen konnte, hat jetzt noch eine Möglichkeit, die Ausstellung in Wien in der Kunsthalle der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) anzusehen. Anhand von 200 Arbeiten vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart wird das Thema Erotik in der Kunst spannend beleuchtet.

Interessant ist dabei vor allem die Entwicklung der Aktmalerei von der langsamen Annäherung an den nackten Körper und die Abkehr vom Idealbild über die brutale Nacktheit bis hin zur Andeutung von Erotik, die sich dann hauptsächlich im Kopf des Betrachters abspielt. Dabei beschränkt sich die Ausstellung nicht nur auf den Körper und die Sexualität, sondern bezieht Arbeiten mit ein, die die erotische Sphäre von Versuchung und Vereinigung, von Begierde und Wunschvorstellung, Traum und Unterbewusstem in vielfältigsten Formen thematisieren.
Anhand des Themas, das die Zahl der Werke eingrenzt, lässt sich ein sehr guter Überblick auf die Kunst der Moderne gewinnen. Vielleicht ist dies das deutlichste Zeichen, dass das Thema “Eros” das bestimmende des 20. Jahrhunderts ist. Das Spektrum der Exponate reicht von französischen Positionen um Paul Cézanne und Edouard Manet, Henri de Toulouse-Lautrec und Auguste Renoir über die erotischen Darstellungen im Österreich Gustav Klimts und Egon Schieles; von den Beiträgen der Klassiker der Moderne wie Pablo Picasso, Kees van Dongen oder Joan Miró zu den surrealistischen Meisterwerken von Max Ernst, Man Ray oder Salvador Dalí. Die reichen Variationen der vom Eros inspirierten Kunst nach 1945 bilden den Abschluss der Ausstellung – zwischen der Pop Art eines Tom Wesselmann, den Objekten einer Louise Bourgeois oder den Monumentalisierungen des Fleisches von Lucian Freud und Francis Bacon.