Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn hat ein Problem: Sie kann nicht mit Geld umgehen. Auf Bitten des Haushaltsausschusses des Bundestages hat der Bundesrechnungshof das Finanzgebahren der Bundeskunsthalle untersucht. Der 55 Seiten starke Bericht listet zahlreiche Versäumnisse, Fehler und Verstöße auf. Unübersichtliche Buchführung, teure Hotels, öffentlichen Verkehrsmittel wurden grundsätzlich nicht benutzt und dienstlich erworbene Bonusmeilen wurden privat genutzt – die Liste ist lang. Größtes Manko: die seit 2002 stattfindenden Freiluftkonzerte haben zu Verlusten von 6 Millionen Euro geführt.
Nun muss man sich fragen, warum eine Kunsthalle überhaupt Konzerte veranstaltet. Ziel der Gesellschaft der BKH ist es, “geistige und kulturelle Entwicklungen von nationaler und internationaler Bedeutung sichtbar [zu] machen, insbesondere durch Ausstellungen.” Konzerte dürfen also durchaus stattfinden, wenn sie denn diesem Ziel dienen. Aber tun das “Hansi Hinterseer & das Tiroler Echo” oder “Atze Schröder” wirklich? Das darf bezweifelt werden.
Problem ist aber auch das allgemeine Geschäftsgebahren. So wurde bei der Kalkulation der Konzerte einfach immer davon ausgegangen, dass die Konzerte ausverkauft seien. Das war allerdings 2006 nur drei Mal und 2005 sogar nur ein Mal der Fall. Außerdem wurden in den Jahren 2002 bis 2006 21.000 Freikarten ausgegeben, die einen Wert von 840.000 Euro hatten.
Die im Winter aufgebaute Eisbahn wird vom Rechnungshof hingegen nicht beanstandet. Die liegt zwar weit außerhalb der Ziele der Bundeskunsthalle, hat aber einen Gewinn erwirtschaftet. Wozu also meckern?
Auch in der Zusammenarbeit zwischen Intendant und kaufmännischem Direktor scheint es nicht wirklich zu funktionieren. Absprachen werden nicht eingehalten, Meinungsverschiedenheiten belasten den Etat, da Diensreisen mit zum Teil gegensätzlichen Zielsetzungen unternommen wurden.
Nun folgen erste Konsequenzen: Wilfried Gatzweiler, kaufmännischer Geschäftsführer der Bundeskunsthalle, soll seinen Posten räumen, der Intendant Wenzel J. wurde von seinen Aufgaben freigestellt.
Fraglich ist nur, wo waren in den letzten Jahren eigentlich die Aufsichtgremien, die den beiden Herren auf die Finger schauen sollten? Das Kuratorium, in das der Bund 10 und die Länder 16 Mitlgieder entsenden, habe seine Aufgaben “unvollständig erfüllt” und sich nur selten mit finanziellen Angelegenheiten befasst, so der Rechnungshof. Und er Bundesbeauftragte für Kultur und Medien habe “die Zuwendungen an die Gesellschaft unzureichend gesteuert und kontrolliert”. Der glaubt allerdings, der Rechnungshof wolle die Konzerte kaputtreden und arbeitet nun an einem neuen Konzept, das er dann dem Haushaltausschuss vorlegen will.
Quelle: Generalanzeiger Bonn und FAZ

14 Kommentare
Joern says:
21. Mai 2007
Nur am Rande: Ausstellungen, wie die der Kunst- und Ausstellungshalle und anderer großer Häuser kosten sehr viel Geld. Zum Beispiel wegen der zahlreichen Sperrholzarchitekturen, die dabei errichtet werden. Trotzdem findet man in den einschlägigen Publikationsorganen niemals eine Ausschreibung zu den Ausstellungen unserer Nationalmuseen. Werden da nicht regelmäßig die gesetzlichen Bestimmungen ignoriert bzw. verbogen?
Ist die Kunst- und Ausstellungshalle etwa nur die Spitze des Eisbergs?
Bülent Gündüz says:
22. Mai 2007
Hallo Herr Borchert,
sehr interessante Frage, da würde es sich tatsächlich mal lohnen, nachzuforschen, wie genau die Vergabe der Ausstellungsarchitektur verläuft. Gibt es überhaupt Auschreibungen? Werden da immer die selben Unternehmen herangezogen, weil es so bequem ist? Oder gibt es gar “Geschenke” für vergebene Aufträge? Die Frage liegt ja durchaus nah. Wissen Sie mehr?
Joern Borchert says:
24. Mai 2007
Lieber Herr Gündüz,
es geht nicht nur um die “Vergabe der Ausstellungsarchitektur”. Es geht um alle Leistungen, die von Externen erbracht werden müssen, um eine Ausstellung Realität werden zu lassen. Bevor eine Ausstellungsarchitektur gebaut werden kann, muss erst einmal eine Konzeption dafür erarbeitet werden, die dann sehr detailliert von Architekten weiter ausgearbeitet werden muss. Dann werden heute meist multimediale Inhalte (Filme, PC-Workstations etc.) in Ausstellungen integriert. Das ist nicht billig. Dann will die Ausstellung vermarktet werden. Plakate, Flyer und andere Werbemittel müssen also entworfen und hergestellt werden.
Das jetzt nur mal rasch hingeworfen, um Ihnen anzudeuten, welche Kostenfaktoren bei einer Ausstellung eine Rolle spielen. Da sind sie bei etwas ambitionierteren Ausstellungen rasch bei einigen hunderttausend Euro bzw. in einem Bereich, wo sie eigentlich den Gesetzen nach eine Ausschreibung durchführen müssten. Die macht wegen des Aufwands allerdings keine Freude. Also nutzt man die Lücken des Vergaberechts aus. Zum Beispiel, indem man etwa den Gesamtauftrag auf eine Vielzahl kleiner Pakete verteilt, die unterhalb der Grenzen liegen, wo man eigentlich eine Ausschreibung durchführen müsste. Das ist illegal, wird aber von keinem hier wirklich kontrolliert.
Gibt es “Geschenke für vergebene Aufträge”? Keine Ahnung! Sicher hatten weder Jacob noch Gatzweiler etwas dagegen, sich mit den Musikheroen ihrer Jugendzeit auf dem Museumsplatz zu treffen. Sind das Geschenke? Ist eine Dienstreise nach Paris ein Geschenk, bei der man angeblich die “Versunkenen Schätze” besichtigt, obwohl diese monatelang vorher in Berlin gezeigt wurde, wo Herr Jacob vermutlich nicht ganz so selten zu Gast ist? Ist es ein Geschenk, Geschenke machen zu können? Etwa indem man seinen Kumpels und Nachbarn billige Karten für Konzerte verschafft und sich so ihre Sympathie sichert? Ich hab als ehemaliger Mitarbeiter des Hauses der Geschichte immer gerne die verbilligten Karten (5 Euro, egal welches Konzert) gekauft. Aber ich bin nur ein kleines Licht. Größere Lichter durften vielleicht auch mal am Nachbartisch von Liza Minelli beim anschließenden Empfang sitzen.
Wollten wir nicht einmal zusammen einen Wein trinken? Vielleicht fällt uns ja noch mehr zum Thema ein?
360° » Wenzel Jacob wurde gegangen! says:
27. Juni 2007
[…] Wilfried Gatzweiler muss jetzt auch der künstlerische Leiter Wenzel Jacob seinen Sessel räumen. Nach Vorwürfen des Bundesrechnungshofes aufgrund von Mißwirtschaft kündigte die Gesellschafterversammlung (Bund und Länder) Jacobs Vertrag zum 31. Dezember […]
Jens Patrick v. Habern says:
19. September 2007
Bundeskunsthalle
Wer sich die Mühe macht, den Bericht des Rechnungshofes einmal genau zu lesen und sich danach (noch mehr Mühe, zugegeben) die relevanten Daten und Zahlen besorgt und ansieht, der wird zu Schlüssen kommen, die mit der öffentlichen Kritik an der Halle NICHTS mehr gemein haben. Die KAH war bis Frühjahr 2007 eine kerngesunde Institution, sauber und ordentlich geführt und gemanagt, ohne Verluste oder gar Schulden. Dies ist Fakt und anhand aller vorliegenden Testate nachprüfbar.
Ich weiß nicht, wer da von wo und warum welches Spiel mit welchem Ziel angezettelt hat. Ich weiß nicht, wer ein Interesse hat(te), die über fast 15 Jahre überaus erfolgreiche und untadelige Doppelspitze des Hauses quasi über Nacht zu unfähigen, halbseidenen Halunken zu befördern, die durch die Hintertür aus dem Haus gejagt wurden. Ohne jeden Dank, ohne jeder Anerkennung der vergangenen Arbeit und Erfolge. Bis heute liegt kein einziger (!!) Verstoß vor, der faktisch nachweisbar wäre. Kein Ausschuß, kein Gremium, kein Rechnungsprüfer, kein Staatsanwalt hat auch nur eine Verfehlung real belegt, geschweige denn geahndet. Dreck drauf, Kopf ab, Torso verscharren. Schade und schlimm, was hier passiert ist. Die Quittung ist bereits da: Minus-Besucherrekorde, anstehende massive Haushaltsdefizite (erstmals seit 10 Jahren). Und Herr Schäfer ist bereits dabei, die Schuld beim (seit März entmachteten) Ex-Management zu wissen.
Nicht immer nur glauben, was in der Zeitung steht und dann mit Steinen werfen. Nachhaken, lieber Bülent Gündüz, nachhaken und reflektieren, bevor Schund trivial weiterverbreitet wird.
Bülent Gündüz says:
20. September 2007
Also zunächst: dieser Blog-Beitrag wurde im Mai (!) geschrieben. Aber gut. Lassen Sie uns an Ihrem Wissen teilhaben: Die Open-Air-Sparte hat keine Verluste produziert? Es wurde nicht im November 2004 ein Plus im Ergebnis ausgewiesen und dann wenige Wochen später ein dickes Minus “entdeckt”? Dienstliche Bonusmeilen wurden nicht privat genutzt? Dienstreisen wurden nicht unnötig unternommen? Die nicht genehmigten Versicherungsabschlüsse waren doch genehmigt? Es wurden keine 21.000 Freikarten verteilt? Schriftliche Aufzeichnungen über die Vergabe der Freikarten wurden nicht mal eben schnell vernichtet, als die Vorwürfe bekannt wurden? Die Dienstwagen wurden nicht unzulässig anderen überlassen? Die 150.000 Euro “Vermittlerprovision” an den insolventen Geschäftspartner der KAH wurden doch zurückgezahlt? Gegen die Bestimmungen des Bundesreisekostengesetzes wurde nicht verstoßen?
moderne Kunst says:
21. September 2007
Einen neuen Geschäftsführer sucht/e man anscheinend noch. Hier die aktuelle Stellenbeschreibung:
http://www.kah-bonn.de/intern/personal/stellenangebote.htm
Man achte auf diese Anmerkungen:
“Zu den weiteren Aufgaben gehören die Neustrukturierung des Veranstaltungsmanagements und die Akquisition von Drittmitteln sowie die Organisation der Geschäftsprozesse und betriebswirtschaftliche Grundsatzfragen, wie Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen”
moderne Kunst says:
21. September 2007
Habe da gleich noch etwas gefunden:
“Die KAH möchte sich ab der Saison 2008 als Veranstalterin der Konzerte zurückziehen und die Durchführung einem leistungsfähigen Unternehmen überlassen, das die Tradition der hochrangigen Konzerte fortsetzt und dem Ansehen des Hauses Rechnung trägt. Die zu vergebende Konzession soll zunächst für die Saison 2008 (Mai bis September) geschlossen werden, jedoch eine 3-malige jährliche Verlängerungsoption enthalten.”
Der Link:
http://www.kah-bonn.de/intern/zentraleinkauf/ausschreibungen/int_bek_konzerte.htm
Das ist aber auch die einige Ausschreibung die öffentlich gemacht wird/wurde.
Bülent Gündüz says:
24. September 2007
Hallo moderne Kunst (was für ein schöner Name),
die Ausschreibung ist ja nun nicht wirklich neu oder überraschend, das wurde schon vor Monaten angekünigt.
Gruß, Bülent Gündüz
Tino Paul says:
24. September 2007
Besser so? (Hallo moderne Kunst (was für ein schöner Name).
Neu ist die Ausschreibung sicherlich nicht. Das Interessante ist aber das man das Risiko nun auslagert und sich wahrscheinlich eine Agentur ins Haus holt. Die Idee dahinter war und ist nicht schlecht. Über die Ausführung und Qualität lässt sich sicherlich streiten.
Jens Patrick v. Habern says:
28. September 2007
Zu Ihren Fragen:
“Die Open-Air-Sparte hat keine Verluste produziert?”
Nein.
Verluste sind, expressis verbis, Mittel, die fehlen bzw. die an irgendeiner Stelle als Minusbetrag stehen, Schulden wenn Sie so wollen. Der Haushalt der KAH hat mit Gewinn abgeschlossen, nicht einmal das Konto wurde überzogen. Die Ausgaben der open-air-Sparte waren stets komplett im Haushalt gedeckt, und zwar aus Eigeneinnahmen der KAH, nicht, kein Cent, aus Bundesmitteln. Streng genommen hätte die KAH nach Ihrer Diktion (und der des BRH) ansonsten auch mehr als 30 Mio. Euro Verluste in der Sparte Ausstellungen gemacht. Das ist doch eine sinnfreie Diskussion, die einzig dem Zweck diente, eine Einzelsparte als Hebel zu benutzen. Alles mehrfach geprüft und belegt die testierten Jahresabschlüsse der KAH.
“Es wurde nicht im November 2004 ein Plus im Ergebnis ausgewiesen und dann wenige Wochen später ein dickes Minus “entdeckt”?”
Nein.
Das “entdeckte Minus” im Jahresbericht 2004 war ein hinreichend erklärter, stinkregulärer Abgrenzungsposten, der von Verschleierung soweit entfernt ist wie eine Kuh von Algebra. Auch das im Jahresabschluß 2004 erläutert und einsehbar.
“Dienstliche Bonusmeilen wurden nicht privat genutzt?”
Nein.
Der Vorwurf gegen W. Gatzweiler, einen privaten Flug seiner Lebensgefährtin mit dienstlichen Bonusmeilen gezahlt zu haben, wurde von ihm mit dies eindeutig widerlegenden Rechnungen entkräftet.
“Dienstreisen wurden nicht unnötig unternommen?”
Nein.
Der vom BRH vorgeworfene “Vorfall” ist nachgewiesenermaßen Humbug, zudem war er kostenneutral, da die Reisekosten von Herrn Gatzweiler durch die taiwanesische Regierung getragen wurden.
“Die nicht genehmigten Versicherungsabschlüsse waren doch genehmigt?”
Ja.
Die Geschäftsführung war in vollem Umfang ermächtigt, die betreffenden Versicherungen abzuschließen.
“Es wurden keine 21.000 Freikarten verteilt?”
Doch.
Etwa 19.000 davon im Rahmen von festgelegten und vollständig abgestimmten Verfahren (Vertragspartner, Medien, Künstlerbegleitung, Anlieger der Museumsmeile wg. Emissionslast, soziale und caritative Einrichtungen auf ges. Bitte, Großabnehmer mit vertragl. Sonderregelung, Vorverkaufsstellen, Verlosungsaktionen und Gewinnspiele, geladene Gäste i.R. von Protokollveranstaltungen, Begleiter von Rollstuhlbesuchern, geladene Gäste bei Ausstellungseröffnungen, Schutzpolizei). Übrig bleiben 3000 Karten in 5 Jahren, die durch die Geschäftsführung und ltd. Mitarbeiter des Hauses einzeln und auf Nachfrage ausgegeben wurden – also etwa 7 Karten pro Konzert an in irgendeiner Form wichtige Leute. Auch hin und wieder an Freunde und Angehörige. Ist das ein Skandal?
“Schriftliche Aufzeichnungen über die Vergabe der Freikarten wurden nicht mal eben schnell vernichtet, als die Vorwürfe bekannt wurden?”
Nein.
Jede vergebene Freikarte ist in den elektronischen Buchungssystemen unvernichtbar gebucht und aufgezeichnet.
“Die Dienstwagen wurden nicht unzulässig anderen überlassen?”
Nein.
Ein Vertragspartner der KAH (die Hausgastronomie) hat einen Kombi über die KAH geleast und die Raten hierfür ordnungsgemäß 1:1 gezahlt.
“Die 150.000 Euro “Vermittlerprovision” an den insolventen Geschäftspartner der KAH wurden doch zurückgezahlt?”
Wurden sie.
Und zwar nachgewiesen in der geprüften Buchhaltung und bis auf den letzten Cent. Wichtig: Schon lange vor der BRH-Prüfung, nicht erst danach noch schnell.
“Gegen die Bestimmungen des Bundesreisekostengesetzes wurde nicht verstoßen?”
Doch. Sogar permanent.
Ich bitte Sie:
- Vom Flughafen Nairobi zum Hotel mit ÖPNV?
- Ein Hotel in London für 69 Euro?
- Tagesverpflegung in Tokyo für 21 Euro?
- Landeskategorie 2-Sterne in Ulan-Bator?
- Von Tegel bis zum Kanzleramtstermin in 10 Min. mit Bus und Bahn?
Hier sind doch nicht irgendwelche Knallchargen zu Sonderurlaubs-Fortbildungen gereist, sondern die Geschäftsführer einer der bedeutendsten nationalen Kunstinstitutionen zu Ausstellungsvorbereitungen oder Vorstandsverhandlungen mit renommierten Museen auf der ganzen Welt.
Ist Ihnen der Begriff des “Deutschen Michel” schonmal begegnet?
Nochmal: Nicht alles glauben. Bitte nicht. Sondern bemüht sein um Wahrheit und Objektivität, bevor man daran geht, Menschen und deren Existenz und Reputation hämisch-verächtlich in den Müll zu treten.
Ist Ihnen die Talfahrt der KAH seit dem Ausscheiden der beiden wenigstens geläufig? Wäre es nicht an der Zeit, einmal öffentlich zu fragen, was da eigentlich WIRKLICH passiert ist?
Bülent Gündüz says:
1. Oktober 2007
Es geht hier nicht um glauben oder nicht glauben, aber die Vorwürfe stehen nun mal im Raum. Diese habe ich wiedergegeben und die Quellen kenntlich gemacht. Zur Verteidigung der Kollegen muss man sagen, dass die auch erst mal nur wiedergeben können, was der BRH ermittelt hat und auch Herr Gatzweiler und Herr Jacob sind ja zu Wort gekommen und konnten ihre Sicht der Dinge darlegen.
Selbstverständlich hat die Open-Air-Sparte Verluste produziert. Es spielt keine Rolle, ob der Gesamthaushalt nicht “in den Miesen” war. Das Plus hätte größer ausfallen können. Das sollte zwar nicht vorrangiges Ziel eines Museums bzw. einer Ausstellungshalle sein, aber gerade wenn eine geschäftsfremde Sparte Verluste anhäuft (und seien sie auch durch Gewinne gedeckt), dann sollte man diese schnell überdenken. Dies ist nicht geschehen.
Das plötzlich aufgetauchte Minus konnte nicht schon sechs Wochen vorher ausgewiesen werden? Lachhaft.
Die Dienstreisen waren nicht kostenneutral, da zumindest die Dienstreise von Wenzel Jacob unnötig war und von der KAH getragen wurde.
21.000 Freikarten sind definitiv zu viel, wie auch immer und an wen sie vergeben wurden. Kein anderes Haus verteilt so viele Freikarten. Wo sind die schriftlichen Aufzeichnungen über die Vergabe, sie sind nicht mehr auffindbar. Und ja, auch 3000 so nebenbei verteilte Karten sind ein Skandal. Mal schauen, was die Staatsanwaltschaft sagt…
Bei dem Dienstwagen geht es nicht darum, ob das Geld nun über die Hausgastronomie oder von der KAH selbst übernommen wurde. Es steht nicht in Zweifel, dass der Vertragspartner den Wagen bezahlt hat. Es ist einfach eine mehr als zweifelhafte Praxis so zu verfahren und widerspricht den wirtschaftlichen Grundsätzen eines solchen Hauses, einen Wagen zu leasen und dann weiterzugeben, auch wenn der Vetragspartner die Leasingraten begleicht. Ehrlich gesagt verschließt sich mir auch, was der Sinn hinter dieser Schieberei ist. wahrscheinlich bekommt die KAH hohe Rabatte auf die Leasingfahrzeuge, die sie so weitergegeben hat. Unglaublich.
Eine Talfahrt ist wohl leicht übertrieben, denn so lange ist das Ausscheiden noch nicht her, als dass man da von Talfahrt reden könnte. Im Übrigen ist alles, was jetzt noch passiert und im Haus an Ausstellungen läuft, vom alten Team erarbeitet worden. Warten Sie zwei Jahre, dann ist eine Entwicklung erkennbar.
Gut, da Sie Insider zu sein scheinen, erklären Sie mir doch, was WIRKLICH passiert ist, hier haben Sie die Gelegenheit dazu. Sie können das auch privat an meine E-Mail-Adresse tun: buelent_guenduez at buelent-guenduez punkt de. Ich sichere Ihnen zu, dass Ihre Identität geschützt bleibt, ich gehe mal davon aus, dass der angegebene Name falsch ist, da Sie ja wohl direkt an der Quelle sitzen.
Ich werde nach Prüfung der Unterlagen und Ihrer Aussagen die Wahrheit, so es die denn gibt, gerne an gegebener Stelle publizieren. Sollten Ihre Behauptungen und Widerlegungen richtig sein, sollte man tatsächlich die Frage nach dem “wer” und “warum” stellen. Es wird mir eine Freude sein, allein ich zweifle, ob ihre Ausführungen so belegbar sind, wie Sie das gerne behaupten und sehr stark geprägt sind vom fehlenden Unrechtsbewusstsein der beiden Herren. Aber wie gesagt, außer Umdeutungen nach eigenem Gusto und dem eigenen Interpretieren der Wahrheit wird da nicht viel kommen.
Herrn Jacobs kuratorische Tätigkeit steht übrigens außer Frage. Die war tadellos. Das war es dann aber wohl auch, vom Gegenteil lasse ich mich aber gerne überzeugen.
wolf abbas says:
18. Februar 2009
Seit Januar gibt es nun mit Robert Fleck endlich einen neuen künstlerischen Direktor. Zwei Jahre lang nach dem ‘Neuanfang’ hatte Christoph Vitali die Position kommissarisch inne.
Noch ein Bonmont: Das letzte, was ich von Herrn Gatzweiler gehört habe, ist dass er nun Betreiber der Wiener Kaffeehäuser ‘Imperial’ und ‘Café Habsburg’ in der Bonner Innenstadt ist. Ein Schelm mag denken, wer nichts wird wird Wirt. Hatte man ihm nicht in seiner Amtzeit bei der Bundeskunsthalle betriebswirtschaftliches Versagen nachgesagt? Nun, vor einigen Wochen mußte er Insolvenz anmelden. Ob er erneut Opfer einer Diffamierungskampagne wurde, wie er behauptet, oder vielleicht doch kein Unternehmertyp ist…
Bülent Gündüz says:
18. Februar 2009
Hallo Herr Abbas,
tja, was soll ich sagen…
Auf Herrn Fleck bin ich gespannt…