Hirst langweilt

5. Juni 2007 | 3 Kommentare

Ich hab es ja schon häufiger gesagt, und es zeigt sich immer wieder: Hirst langweilt entsetzlich. Sein Ruhm scheint ihm irgendwie zu Kopf gestiegen zu sein, künstlerisch war er für mich immer schon einer der schlechtesten der Young British Artists. Jetzt zeigt die Londoner Galerie White Cube seine neuesten Werke und wieder einmal bestätigt sich, dass Hirst einfallslos agiert und nur noch versucht, zu provozieren. Das schafft er auch, nicht aber wegen des Wessens seiner Werke, sondern wegen der Langeweile, die er verursacht.

Sein neusten Coup: er hat den Platinabguss eines 200 Jahre alten Schädels mit 8601 lupenreinen Diamanten besetzt und ihm zur Krönung einen birnenförmigen 52-Karat-Diamten auf die Stirn gesetzt. Materialwert des Schädels: rund 15 Millionen Euro, Wert des Kunstwerks: 75 Millionen Euro. Es wäre damit das teuerste Kunstwerk eines zeitgenössischen Künstlers.

Diamond Skull, Hirst, 2007

Diamond Skull, Damien Hirst, 2007
Foto: © Damien Hirst/ White Cube Gallery

Den Schädel will Hirst in einem kleinen Laden in London erworben haben. Er soll einem 35-jährigen Briten gehört haben, der im 18. Jahrhundert gelebt haben soll. Fragt sich nur, wo man einkaufen muss, um einen echten Totenschädel zu erwerben. Hirst hofft, dass der Schädel irgendwann einmal neben anderen kulturhistorischen Schätzen im British Museum ausgestellt wird. Wenn er sich da mal nicht täuscht.

3 Kommentare zu Hirst langweilt"

  • moderne Kunst - artinfo24.com sagt:

    In deinem Netzeitungs-Artikel schreibst Du ja noch ein wenig ausführlicher. Zum letzten Satz dort “Hirst lebt inzwischen vom Skandal, der keiner mehr ist.”:

    Immerhin ist seine Strategie wieder aufgegangen. Die nationale + internationale Kunstwelt hat berichtet. Und nach deinen Angaben gibt es sogar schon Kaufinteressenten. Das sich zunehmend Käufer auf dem Kunstmarkt befinden, die sich nach irgendwelchen Listen und Rankings orientieren, dürfte diese Aktion von Hirst auch wieder Auswirkungen auf seine Preise haben. Im aktuellen Capital-Kunstkompass (gerade frisch raus) ist der Herr Hirst mittlerweile unter den TOP 30. Was auch immer das zu bedeuten hat. Für White Cube und seinen Künstler war das auf jeden Fall wieder ein gelungener Coup, zumindest finanziell (künstlerisch?).

  • @artinfo24: Ja, absolut, die Strategie, zumindest die wirtschaftliche, ist aufgegangen. Und das in jeder Hinsicht: verkauft er das Ding, hat er richtig gut Geld verdient und wenn nicht, dann hatte er wenigstens Presse. Insgesamt, wird sein Bekanntheitsgrad steigen und damit auch die Preise für die anderen Werke. Er tut das nach dem Motto: “Auch schlechte Presse ist gute Presse” oder “ist der Ruf erst ruiniert…” Dabei hat er wohl in einem Artikel gesagt, er sei sich selbst nicht sicher, ob das Kunst sei, aber das sei auch nicht so wichtig. Ist es aber doch. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob das schlechte Kunst ist oder gar Kitsch. Dabei hätte ja durchaus was aus ihm werden können. Zu Zeiten der YBA war ja das Talent durchaus sichtbar. Schade drum!

  • […] da hatte Damien Hirst wohl doch zu viel Angst, sein Schädel-”Kunstwerk” könnte zum Ladenhüter werden. Vor einiger Zeit wurde vermeldet, der “Diamond skull” […]

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