Kunstkompass 2007

8. Juni 2007 | 2 Kommentare

Gerade ist der Kunstkompass 2007 des Wirtschaftsmagazins Capital erschienen. Dass ich dieses Ding für schwachsinnig halte, ist kein Geheimnis, allerdings ist das Künstlerranking inzwischen so bedeutend, dass man nicht mehr darum herum kommt, darüber zu reden. “Qualität in der Kunst kann man nicht messen”, behauptet die Capital. Richtig, aber wer will das auch schon. Kunst oder Kitsch – dazwischen gibt es nichts, insofern sind Rankings unsinnig und dienen nur dem Kunstmarkt zu Festlegung von Preisen. Aber bitte…

Ob es subjektive und objektive Maßstäbe für gute Kunst gibt, darüber kann man ja gern estreiten. Ich glaube schon,dass es die gibt und die auf dem Markt erzielten Preise, Einzelausstellungen und sonstige zählbare Ergebnisse gehören sicher nicht dazu. Das soll aber nicht heißen, dass die aufgeführten Künslter schlecht wären, im Gegenteil. Vielleicht spricht das ja ein wenig für die Qualität des Kompasses.

Auf Platz eins liegt, wie auch im Vorjahr, Gerhard Richter. Platz zwei belegt der amerikanische Video- und Objektkünstler Bruce Nauman. Wie im Vorjahr kommen Sigmar Polke und Rosemarie Trockel auf die Positionen drei und vier. Auf den Plätzen zwölf und dreizehn liegen Anselm Kiefer und Jörg Immendorf. Einen großen Sprung macht Isa Genzken, die sich auf den 90. Platz verbessert. Neu in den Top 100 sind Peter Doig (Platz 74), Erwin Wurm (88), Manfred Pernice (93), Jake und Dinos Chapman (95) und Sylvie Fleury (Platz 97).

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2 Kommentare

  • A. Mummad sagt:

    Man sollte dieses Werk, genannt Kunstkompass, nicht als unumstößlich behandeln, aber ein Anhalt kann es schon sein. Ich sehe es eher als eine Aufzählung von weltweit sehr gefragten Künstlern, Wobei ich mich eher weniger an der Reihenfolge orientiere. Es gibt immer wieder “Shootingstars” die ein Jahr drin waren (nicht immer nur auf die ersten 100 schauen), und im anderen Jahr weit ab. Das große Portal http://www.artnet.com gibt so etwas sogar monatlich heraus, das angesehene Kunstmagazin Artlout ( http://www.artlout.de ) hält sich raus und das große Artnews Kunstjournal ( http://www.artnews.com ) gibt die Top 200 der Kunstsammler heraus, alles ist sehr interessant mal zu lesen, aber Kunst sollte doch eher durch den eigenen Geschmack bestimmt werden. Also bilden Sie sich doch einfach selbst ein Urteil, aber schauen Sie sich ruhig mal solche Rankings an, es gibt auch immermal etwas neues zu entdecken.

  • @Mummad:

    Als Kunstkritiker landen fast jeden Tag solche Rankings auf meinem Tisch, nicht nur die von Ihnen aufgezählten, sondern auch hundert andere. Diese Listen zeigen aber kein bisschen, wer künstlerisch auch nur halbwegs wertvoll ist, sondern wer gekauft wird und wer gekauft werden soll. Und die so genannten Shootingstars habe ich ein bis zwei Jahre vorher auf dem Schreibtisch liegen und da wird noch gebettelt, ich möge mir doch mal diese oder jene Ausstellung anschauen und meine Meinung zu diesem oder jenem Werk kundtun. Wenn die in den Rankings auftauchen sind sie längst keine Shootingstars mehr und meistens auch nicht mehr wirklich aufregend. Seit Jahren hab ich in den Rankings nichts Neues mehr entdeckt, alles altbekannte Namen. Aber ich suche weiter! ;-)

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