Brice Marden in Berlin

14. Juni 2007 | Kein Kommentar

Aufgrund des Hypes über die Ausstellung des Metropolitan Museums geht eine andere große Ausstellung in Berlin ein bisschen unter. Das MoMA hat eine große Retrospektive zum Werk des Minimalisten Brice Mardin (*1938) organisiert. Nach dem sfmoma in San Fransisco ist sie nun als einzige europäische Station in Berlin zu sehen.

Brice Marden, Grove Group II, 1972-73, 2006 Brice Marden/Artists Rights Society (ARS), New York

Grove Group II, 1972-73
Öl und Bienenwachs auf Leinwand, zweiteilig, 183 x 274 cm
Private Collection, fractional gift to the San Francisco Museum of Modern Art
© 2006 Brice Marden/Artists Rights Society (ARS), New York

Der “Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart” zeigt bis zum 07. Oktober 2007 60 Arbeiten des Minimalisten. Dies ist die erste umfassende Retrospektive des Künslters in Deutschland. Leider ist Marden hier relativ unbekannt, obwohl er zu den bedeutendsten abstrakten Malern zählt. Kaum einer hat die Malerei der Minimal Art so beeinflusst wie er, so muss man ihn durchaus mit Namen wie Elsworth Kelly und Frank Stella in einem Atemzug nennen.

Marden strebt nach abbildloser Religiosität. Den Rhythmus der porportional aufeinander bezogenen rechtwinkligen Farbfelder und der späteren amorphen, verschlungenen Kurvaturen versteht der Künstler als Äquivalente menschlicher Emotionalität. Marden sieht sich als Mittler zwischen den Menschen und mystischen Kräften. Seine Farben mischte Marden aus Pigmenten und Terpentin, die er mit Bienenwachs versetzte. So wirken die Farben stumpf, als ob sie das Licht ansaugen und verschlucken.

Brice Marden, Cold Mountain 6 (Bridge), 1989-91, 2006 Brice Marden/Artists Rights Society (ARS), New York

Cold Mountain 6 (Bridge), 1989-91
Öl auf Leinen, 274,3 x 365,8 cm
San Francisco Museum of Art. Purchased through a gift of Phyllis Wattis
© 2006 Brice Marden/Artists Rights Society (ARS), New York

Die Ausstellung zeigt, was für ein interessanter (und unterschätzter) Künstler Marden ist, ein Besuch der Ausstellung lohnt sich auf jeden Fall!

Mehr: www.bricemardeninberlin.org. Außerdem gibt es bei Google Video eine knapp einstündiges Interview mit Brice Marden.

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