In vielen Ländern des ehemaligen Ostblocks blühte nach dem Ende des Kommunismus die Kunstszene auf. Heute sind auch Bulgarien und Rumänien blühende Landschaften – jedenfalls wenn es um die Kunst geht. Das Museum Küppersmühle in Duisburg präsentiert in der Ausstellung PLUS ZWEI bis zum 26. August 2007 Künstler aus beiden Ländern, große Namen wie auch eher national bekannte, aber dennoch wichtige Künstler für die regionale Kunstszene.
Künstlerischer Leiter ist kein geringerer als Markus Lüpertz, der seit einigen Jahren eine Professur in Cluj innehat. Er hat der dortigen Kunstakademie einne hervorragenden Ruf beschert und die Qualität der Künstler ist durchaus ansprechend. Leider spricht sich das viel zu langsam herum.
Kuratorinnen der Ausstellung sind Iara Boubnova (Leiterin des Institute of Contemporary Art in Sofia) und Liviana Dan (Kunstkritikerin und Kuratorin für das Brukenthalmuseum in Sibiu (Hermannstadt). Auffällig ist in beiden Ländern die Rückbesinnung auf die Malerei, die anscheinend (oder scheinbar?) eine sehr große Rolle spielt, auch wenn Fotografie und Objektkunst in der Ausstellung vertreten sind. Ob dies tatsächlich der Fall ist oder den persönlichen Vorlieben der Kuratorinnen entspricht, erschließt sich leider nicht so ganz.
Ein Name überstrahlt alle anderen: Oda Jaune. Bisher war sie den meisten wohl nur als Ehefrau von Jörg Immendorf bekannt, sie war aber zuerst mal eine Schülerin von ihm und gilt schon lange als großes Talent Bulgariens. Nach dem Tod ihres Mannes dürfte sie wohl endgültig aus seinem Schatten treten und sich in den nächsten Jahren ganz ihrer Kunst widmen. Ihre figurativen Bildwelten neigen zum Traumhaft-Surrealen. Mit vier Arbeiten ist die 27-jährige Künstlerin vertreten.

Aus Bulgarien ist auch Luchezar Boyadjiev mit großformatigen Zeichnungen dabei und einem “Sarg für Jesus” in Kreuzform. Unter den bulgarischen Künstlern sind auch Pravdoliub Ivanov, in diesem Jahr Künstler im bulgarischen Biennale-Pavillon in Venedig, und Nedko Solakov, der in diesem Jahr bei der documenta vertreten ist.
Aus Rumänien kommen fünf Künstler. Darunter ist Marius Bercea, der vor allem unscharfe, schemenhafte Szenerien malt. Spannend sind auch die Arbeiten von Dumitru Gorzo. Von ihm stammen eine Wand füllende Zeichnung von gebeugt sitzenden alten Frauen im traditionellen Kopftuch und die quietschbunten Reliefbilder “Phallische Frauen”. Gorzos Arbeiten sind ironische Kommentare zur vermeintlichen Rückständigkeit der Landbevölkerung der Region. Und immer wieder spielt auch die Erotik in seinen Arbeiten eine wichtige Rolle.
Eine wirklich sehenswerte Ausstellung, die mit vielen Vorurteilen aufräumt!