Uhhh, Buergel ist böse auf die Kritiker, die seine documenta nicht toll finden. Der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sagte Roger Buergel in Anspielung auf Bazon Brocks Kritik: “Das sind ältere Männer, die nicht loslassen können. Sie glauben, es sei ihre Documenta.” Buergel ist der Meinung, die documenta sei etwas Besonderes und marktfern.

Ohne Zweifel, wer will ihm da widersprechen, sie IST etwas Besonderes und marktfern ist sie auch. Aber auch fern jeden Konzepts, mit schlechter Präsentation der Werke, einem gruseligen Ausstellungsort (aka Auepavillon) und ohne Thesenpräsentation. Und am schlimmsten: die gezeigte Kunst ist zum großen Teil langweilig, ja banal. Und das hat nichts damit zu tun, dass bei dieser documenta wenig echte Stars der Kunstszene gezeigt werden. Würde uns Buergel also mit tollen Neuentdeckungen verwöhnen, wäre gegen “Marktferne” gar nichts zu sagen – im Gegenteil.

Buergel sagte, bei ihm gebe es eine “Lust an der Provokation”: “Die Ressentiments, die die Leute haben, müssen heraus. Danach haben sie wieder einen klareren Blick.” Wo provoziert Buergel denn? Wer wird denn allen Ernstes diese documenta mit klarerem Blick verlassen? Obwohl – nach dem Besuch sieht man wirklich einiges klarer.

Buergel weiter: “Meine Überzeugung ist es, dass Dinge nur dann bei den Leuten hängen bleiben, wenn sie sich mal richtig, bis in den Kern, empört haben.” Ja, ja, schon, dann müsste man sich aber über die Kunst empören können und nicht über das Konzept, da hat Buergel etwas gründlich missverstanden. Hängen bleiben wird von dieser documenta gar nichts.

Was da aus unterschiedlichen Lagern komme, sei wie ein “Rülpswettbewerb”. Hatte Buergel vor kurzem nicht noch gesagt, die Kritik sei substanzlos? Herr Buergel, etwas mehr Niveau und Substanz täte ihnen ganz gut. Die Kritik war durchaus berechtigt und auch klar formuliert, es ist allerdings einfacher, darüber mit dem Hinweis hinwegzugehen, es gebe keine Susbtanz in der Kritik und die kritisierten Punkte seien ja so beabsichtigt.