Arp-Verein ./. kritische Journalisten: der Steuerzahler durfte die Kosten tragen

4. Oktober 2007 | Kein Kommentar

Am Dienstag bezog der rheinland-pfälzische Kulturstaatssekretär Joachim Hofmann-Göttig (SPD) zur neuen Affäre um das Arp-Museum Stellung. Der Arp-Verein hatte nicht unerhebliche Gelder aufgewendet, um der FAZ mit einem Rechtsstreit zu drohen, falls die Zeitung weiterhin kritische Berichte zum Museum und seiner Sammlung veröffentlicht. Und als ob das nicht schon skandalös genug wäre, hat das Land dem Verein auch noch mit 46.800 Euro unter die Arme gegriffen.

Hofmann-Göttig verteidigte das Vorgehen. Aus Sicht des Landes und des Vereins seien von der FAZ falsche Behauptungen aufgestellt worden, gegen die man sich habe zur Wehr setzen wollen. Das sei kein Eingriff in die Pressefreiheit. Das Kulturministerium habe mit Stellungnahmen reagiert, die als Leserbriefe gedruckt worden seien. Über das Vorgehen des Arp-Vereins sei das Ministerium nicht unterrichtet worden. Die Kosten für die “presserechtlichen Beratungen” (die an die Kanzlei der Generalsekretärin des Arp-Vereins gingen) seien zusammen mit weiteren Posten pauschal als Vorlaufkosten abgerechnet worden. Diese Praxis sei durchaus strittig gewesen. Er habe es abgelehnt, die Kosten in Höhe von rund einer Million Mark zu übernehmen, nach Verhandlungen habe das Ministerium dann aber einen Teilbetrag von 355.000 Mark beglichen, zu denen auch die Kosten für presserechtliche Beratungen gehörten.

Ein Symposium soll nun die strittigen Fragen klären. Insbesondere ist fraglich, ob die posthumen Nachgüsse, die das Museum veranlasste, tatsächlich als vollwertige Kunstwerke des Künstlers gelten dürfen. Insbesondere der Karlsruher Kunsthistoriker Dr. Gert Rensing hatte in der FAZ gegen die Nachgüsse gewettert und die Qualität der Sammlung sowie die Praxis des Museums angeprangert.

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