Kunst im 20. Jahrhundert
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Japans Einfluss auf die europäische Kunst

Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg zeigt bis zum 20. Januar 2008 „Paris im Japanfieber“ und begibt sich auf die Spuren der europäischen Avantgarde. Die Ausstellung zeigt mit rund 100 Arbeiten in zwei Ausstellungssälen die großen Einflüsse der japanischen Kunst auf die um 1900 in Paris lebenden Künstler.

Kunst und das Handwerk Japans lösten im ausgehenden 19. Jahrhundert in Paris eine große Welle der Begeisterung aus. Nach der wirtschaftlichen Öffnung Japans 1858 wurden auf den Weltausstellungen Kunst und Kunsthandwerk präsentiert. Im Nu waren die japanischen „Importe“ in der Pariser Gesellschaft en vogue.

Henri Riviere, La tour en construction, Copyright: Horst-Janssen-Museum

Henri Rivière, La tour en construction, Foto: Horst-Janssen-Museum, Oldenburg

Auch die Künstler waren begeistet. Impressionisten, Postimpressionisten und Expressionisten waren von der Ästhetik fasziniert. Sie ließen sich von der besonderen Formensprache des japanischen Holzschnitts mitreißen: Helle, leuchtende Farben, fehlende Tiefenräumlichkeit, die Dominanz des Ornamentalen und die Vereinfachung der Motive sind für die in Paris arbeitenden Künstler prägend.

Ausgewählte Werke von Pierre Bonnard, Edgar Degas, Edouard Manet, Henri de Toulouse-Lautrec, Felix Vallotton, Edouard Vuillard und anderen dokumentieren den Einfluss Japans auf die europäische Kunst. Besonders spannend sind die Bilder von Henri Rivière, dessen Lithographien fast schon wie Comics wirken. Die Ausstellung präsentiert außerdem rund 50 Meisterwerke aus der Blütezeit des japanischen Farbholzschnittes, um die Orientierung an den japanischen Vorbildern zu belegen. Berühmte Holzschnittmeister wie Utamaro, Hokusai und Hiroshige haben die französischen Kunstschaffenden sichtbar beeinflusst und damit einen grundlegenden Wandel der Sehgewohnheiten eingeleitet.

Eine sehr schöne Ausstellung, die einen bisher wenig beleuchten Einfluss untersucht – unbedingt anschauen!

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