Gerade erst ist der Ärger um den Arp-Verein ein bisschen in Vergessenheit geraten und die Jubelfeier zur Eröffnung des Arp-Museums vorüber, da zieht neuer Ärger auf. Wie der Bonner Generalanzeiger und die Kölnische Rundschau berichten, soll der Arp-Verein 14 dem Museum vertraglich als Dauerleihgabe zugesagte Werke veräußert haben – ohne Wissen der Landesregierung in Mainz. Laut Kulturstaatssekretär Hofmann-Göttig habe der Verein mit dem Verkauf der Werke Schulden ausgleichen wollen.
Der Verein habe 1995 in einem Rahmenvertrag mit dem Land in einer Anlage eine Liste von 248 Werken als Dauerleihgabe zugesagt. In dieser Liste seien auch die 14 verkauften Werke aufgeführt gewesen. Der Verein besteitet über seinen Rechtsanwalt Peter Raue (der auch als Vorsitzender der Freunde der Nationalgalerie bekannt ist), dass die Liste Teil des Rahmenvertrages ist.
Es gebe zwar eine Liste aus dem Jahr 1996, die sei aber nicht verbindlich. Spaßig wird dann die Aussage zu anderen Dauerleihgaben: Die seien noch gar nicht gegossen und das werde erst veranlasst, wenn alle offenen Fragen geklärt worden seien. Genau diese posthumen Güsse brachten dem Museum und dem Verein mehrfach heftige Kritik ein.
Das ist aber nicht der einzige Streitpunkt zwischen Landesregierung und Arp-Verein. Es geht um die Finanzierung des Museums. Der Verein will mehr Geld für das Museum und nutzt die versprochenen Dauerleihgaben als Druckmittel, um dem Land mehr Geld abzuringen. Man könne dem unterfinanzierten Museum doch keine wertvollen Leihgaben überlassen, so Raue. Aber auch das Vetorecht des Vereins bei der Bestellung des Direktors ist Streitpunkt. Hofmann-Göttig will das Einspruchsrecht kippen, der Arp-Verein unbedingt erhalten.
Fazit: Der Arp-Verein und das Museum sind eine einzige Katastrophe. Die Landesregierung wäre klug beraten, jetzt aus dem Rahmenvertrag auszusteigen und sich weiteren Ärger zu ersparen. So kann es nicht weitergehen. Wenn Hofmann-Göttig jetzt über ein neues Konvolut verhandeln will, ist ihm nicht mehr zu helfen. Dann macht sich die rheinland-pfälzische Landesregierung wirklich lächerlich.
Unglaublich, aber war. Es wäre wohl besser, das Land zieht sich eher heute als morgen aus der Museumsfinanzierung zurück! Soll die Stiftung doch sehen, woher sie das Geld für den Unterhalt des Museums bekommt.
Katastrophal!!! Wenn das alles so stimmt, dann muss Hofmann-Göttig fast zurücktreten, es ist ja nun nicht die erste Panne, bei der er versagt und die Misere schönredet.
Klaus
Ich möchte nur Kunst sehen, DER Streit ist mir vollkommen egal!
P.S.: Das Arp-Museum ist ein Knaller!