Peter Raue, Anwalt des Arp-Vereins erklärt im Tagesspiegel, wie es zum neuen Streit um das Arp-Museum kam. Das Interview lässt tief blicken – auf den Arp-Verein und auf Raue und sein Kunstverständnis.
Auf die Frage, wie viele Arbeiten genau denn jetzt nicht geliefert werden könnten (laut Hofmann-Göttig sind es vierzehn Werke), muss Raue Farbe bekennen: neun seine verkauft worden, eine sei falsch bezeichnet gewesen und fünf weitere können nicht mehr gegossen werden, weil die Formen von Arps Witwe bereits ausgegossen wurden. Aber alles nicht so schlimm: Das Land könne sich ja andere aussuchen – Raue “versteht das Geschrei nicht”.
Tief blicken lässt der Artikel aber auch auf den Umgang der beteiligen Parteien untereinander. Noch immer ist nicht klar, wofür das Geld, das das Land dem Museum gibt, verwendet werden soll: für die Sonderausstellungen oder/ und für die Betreuung der Leihgaben? Zur Erinnerung sei angemerkt, dass das Museum bereits vor anderthalb Monaten eröffnet wurde.
Der Verein erpresst das Land und will weitere Leihgaben nur rausrücken, wenn das Land finanziell nachlegt. Das wiederum will nur über Geld reden, wenn der Verein auf sein Vetorecht bei der Bestellung des Direktors für das Museum verzichtet. Dies war allerdings bereits vertraglich zugesichert. Außerdem behauptet das Land, die 1996 erstellte Liste der Dauerleihgaben gehöre verbindlich zum Rahmenvertrag, während der Verein behauptet, die Liste sei nur vorläufig gewesen und hätte noch einem “Finetuning” unterzogen werden müssen, dies sei beiden Parteien klar gewesen. Der Vertrag für das Museum liegt seit zwei Jahren (!) vor, wurde allerdings nie diskutiert und erst JETZT von Kulturstaatssekretär Hofmann-Göttig unterzeichnet.
Langsam weitet sich der Vorgang zur “Affäre Arp-Museum” aus. Die Vorgänge um das Museum und den Verein nehmen ein unerträgliches Ausmaß an, genauso wie die Arbeit von Hofmann-Göttig. Wie lange schaut der sich das eigentlich noch mit an?
Das ganze Interview finden Sie im Tagesspiegel.