Das Museum Sammlung Frieder Burda zeigt bis 26. Oktober in Baden-Baden die Ausstellung “Die Skulpturen der Maler. Malerei und Skulptur im Dialog”. Die Ausstellung beleuchtet den Umgang der Maler mit der Skulptur und den Stellenwert, den sie ihr einräumten.
Plakat zur Ausstellung
Eigentlich ist eine solche Ausstellung ja keine Neuigkeit mehr. Grafik, Zeichnung und Bildhauerei waren auch bei Picasso, Matisse und Kirchner beliebte Medien, die gerne und oft genutzt wurden. Und doch ist die Ausstellung sensationell und das liegt vor allem an zwei Umständen.
Zum Einen ist es der Dialog, den die Werke miteinander eingehen. Da steht Edgar Degas’ “Probe im Foyer de la danse” der wunderbar filigranen Skulptur “Kleine vierzehnjährige Tänzerin” gegenüber. Neben Picassos Ölgemälde “Jacqueline” steht der überdimensionierte bemalte Blechkopf der Angebeteten. Überhaupt sind Skulpturen und Bilder von Picasso überragend, vielleicht, weil Picasso nie einem Medium dem anderen den Vorzug gab. Insofern ist es vielleicht auch falsch, Picasso als Maler hinzustellen, der auch bildhauerisch tätig war. Auch Matisse wundervolle Gemälde werden den ebenso schönen Skulpturen gegenübergestellt und zeigen, wie wichtig auch Matisse das Arbeiten im Raum war. Ähnliches gilt für Kirchner, dessen Skulpturen den Bildern entsprungen zu sein scheinen, so ähnlich sind sie sich in ihren äußeren Formen.
Spannend ist die Ausstellung aber auch da, wo sie Künstler, die in der öffentlichen Wahrnehmung als Maler gesehen werden, als Bildhauer zeigt. Da sind zum Beispiel die skulpturalen Arbeiten von Joan Míro, der seine ganz eigene malerische Formensprache auf die Skulptur überträgt. Auch Dubuffets “Tour ballerine” von 1964 sieht ein wenig so aus, als ob sie einem Dubuffet-Bild entsprungen ist. Auf der unregelmäßigen udn zerklüfteten oberfläche eiens Monolithen prangen die üblichen Schraffuren in Schwarz, Rot und Blau, unterbrochen von Weiß. Und auch der Marc Chagall ist mit Skulpturen vertreten. Auch seine Skulpturen haben große Ähnlichkeit mit seiner Bildsprache.
140 Werke hat Kurator Jean-Louis Prat aus 40 Museen und Sammlungen zusammengetragen. Neben den bereits genannten sind auch Georg Baselitz, Max Beckmann, Georges Braque, Honoré, Daumier, Edgar Degas, Max Ernst, Paul Gauguin, Alberto Giacometti, Yves Klein, Willem de Kooning, Markus Lüpertz, Amedeo Modigliani, A.R. Penck, Antoni Tàpies und Cy Twombly vertreten.
Eine tolle Ausstellung, die manche Überraschung birgt. Unbedingt ansehen! Mehr unter: Museum Sammlung Frieder Burda. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Hatje Cantz Verlag erschienen.
