Stiftung DKM – Duisburgs neues Schmuckstück

23. Januar 2009 | Kein Kommentar

Duisburg hat seit gestern ein neues Schmuckstück. Neben dem Museum Küppersmühle und dem Wilhelm-Lehmbruck-Museum gibt es nun mit dem Museum Stiftung DKM ein weiteres Museum in der Stadt an der Ruhr. Ab Samstag den 24. Januar werden auf über 2.600 Quadratmetern erstmals Teile der Sammlung DKM der Öffentlichkeit zugänglich sein. In vierunddreißig Künstlerräumen, fünfzehn Themenensembles, fünf Dialogsituationen und drei Skulpturenhöfen wird unter dem Titel “Linien stiller Schönheit” der Sammlungshorizont, “Stille in der Schönheit und Schönheit in der Stille zu suchen”, präsentiert.

Museum Stiftung DKM, Fotos (c): SDKM & Werner J. Hannappel

Museum Stiftung DKM, Fotos (c): SDKM & Werner J. Hannappel

Erstmals wird damit ein Teil der Sammlung DKM der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 40 Jahren sammelt Bauunternehmer Maas nun, sein Partner seit rund 20 Jahren. Da kam einiges zusammen, ein wildes Sammelsurium: Internationale Kunst der Gegenwart – Skulpturen, Malerei, Zeichnungen, druckgrafische Folgen und installierte Räume – Reisefotografien aus dem 19. Jahrhundert, Paravents aus der japanischen Edo-Periode, buddhistische Skulpturen aus Gandhara und epochenübergreifendes Kunstgewerbe umfasst die Sammlung von Dirk Krämer und Klaus Maas. Bisher waren die Stifter mit einer “FensterGalerie” im Innenhafen vertreten. Diesen Raum wird es auch weiter geben. Doch der Wunsch nach einem größeren Ort für eine umfassende Sammlungspräsentation war einfach da. Im Museum DKM finden über 700 Werke und Artefakte ihrer Sammlung aus zeitlich, kulturell und geografisch höchst unterschiedlichen Zusammenhängen auf über 2.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche in mehr als 50 individuell dimensionierten Räumen zusammen.

Der Titel dieser ersten Sammlungspräsentation “Linien stiller Schönheit” soll die Philosophie der Sammler widerspiegeln: alle Werke der Sammlung DKM sollen in Stille geschaut oder ersehen werden. Künftig wird es im Museum DKM neben der ständigen Sammlungsschau Wechselausstellungen geben. Das Museum DKM (Alt- und Neubau) wurde nach Entwürfen der Schweizer Architekten Egli, Rohr Partner auf einem Industriegrundstück der 60er Jahre realisiert und befindet sich im Zentrum der Stadt im Dellviertel zwischen Lehmbruck-Museum und Hauptbahnhof. Im inneren herrschen kühle Sachlichkeit und Eleganz, hohe weiße Räume mit viel Glas lassen den Exponaten viel Raum.

Die beiden Sammler haben das Museum eigentlich mehr für sich gebaut als für die Besucher und das hat dem Museum nicht unbedingt schlecht getan. Das Gebäude, die Ausstellung, die Werkpräsentation wurde weniger kunsthistorisch gewählt, sondern für eine optimale Erfahrung von Kunst ausgelegt. Das kann richtig spannend werden. Die Ausstellung und das Haus sind nicht unbedingt “erste Liga”, aber gerade das macht den Charme aus. Hier kann man sich ganz fallen lassen und Kunst und Raum erleben, ohne erschlagen zu werden. Das ist fast schon eine seltene Erfahrung geworden und man beneidet die beiden Sammler ein bisschen darum, dass sie abends ihr Museum und die Sammlung zu zweit geniessen können.

Mehr Informationen gibt es unter: www.stiftung-dkm.de/. Dort findet sich auch ein Interview mit den beiden Sammlern: www.stiftung-dkm.de/d/as/m/m09.0001/gespaechrsdkm.pdf

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