Derzeit finden in Basel zwei Ausstellungen zu Picassos Werk statt. Die erste im Kunstmuseum Basel widmet sich dem druckgrafischen Werk. Die zweite, in der Galerie Beyeler widmet sich den Keramiken des Künstlers. Beide Medien nutzte Picasso intensiv. Vom Holzschnitt und Kupferstich bis hin zur Lithographie und dem Linolschnitt wandte er sämtliche Druckverfahren mit Leichtigkeit und Leidenschaft an, entwickelte komplexe Mischtechniken und experimentierte mit mehrfarbigen Drucken.Auch keramische Arbeiten finden sich immer wieder im Werk des “Jahrhundertgenies.”
1904 schuf er mit Le Repas frugal seine erste Radierung. Das ambitionierte Blatt ist Auftakt eines immensen druckgraphischen Œuvre von mehr als 2000 Werken. Immer wieder schuf er ganze Serien wie die Radierungen der Suite Vollard oder die Suite 347. 1930 entstehen Radierungen zu den Metamorphosen des Ovid. 1935 entsteht als graphisches Hauptwerk der 30er Jahre die Radierung Minotauromachie, in der Picasso allegorisch seine von Spannungen geprägte persönliche Situation verarbeitet. 1970 erarbeitet Picasso eine Folge von 156 Blättern, die erst nach seinem Tod veröffentlich werden.
Picasso, L' homme à la fraise, 1963,
Succession Picasso, VG Bild/ Kunst, ProLitteris
Die Ausstellung zeigt eine repräsentative Auswahl von rund neunzig Blättern aus sämtlichen Werkphasen, von der Blauen Periode über den Kubismus bis hin zu den späten Druckgraphiken um 1970. Darunter befinden sich Werke wie der Farblinolschnitt L’Homme à la fraise und Radierungen aus der Suite Vollard. Die breite Palette der Themen reicht von den Saltimbanques, dem Illustrationszirkel Tauromachia und den Darstellungen des Künstlers mit seinem Modell bis zu den Porträts und bietet einen faszinierenden Einblick in das graphische Schaffen von Picasso.
Auch keramische Arbeiten finden sich immer wieder im Werk des Jahrhundertkünstlers. Über 4000 Objekte, vom Teller bis zur Skulptur, hat Picasso geschaffen. Die meisten entstanden in Vallauris in den Jahren 1947 bis 1972. Seine Beschäftigung mit Keramik wird oft als Picassos Versuch interpretiert, Bereiche der angewandten Kunst für sich zu entdecken. Leider wird dabei vergessen, dass Picasso durchaus auch praktische Aspekte der Kunst zu würdigen wusste und als Bühnenbildner, Buchillustrator und Plakatdesigner arbeitete. Hier schließt sich auch der Kreis, denn eines seiner wichtigsten Plakate war die Lithographie “Friedenstaube”, die Picasso 1947 für den Pariser Weltfriedenskongress entwarf.
Mehr: kunstmuseum-basel.ch und beyeler.com.
