Kaiser Konstantin hält Einzug in Trier

1. Juni 2007 | Kein Kommentar

Es ist eine gigantische Schau: 1400 Exponate aus 20 Ländern und 160 Museen an drei Ausstellungsorten in Trier. Kaiser Konstantin I., auch Konstatin der Große, ist nach 1700 Jahren wieder in Trier. Dort hatte er nach seiner Rückkehr aus Britannien seine erste Kaiserresidenz errichtet.

Kaiser Konstantins Verdienste sind nicht zu unterschätzen: Er errang die Herrschaft im Westen Europas und einte als Alleinherrscher das Römische Reich. Konstantin gründete Byzantion (ihm zu Ehren später Konstantinopel genannt und erst unter den Türken zu Istanbul umbenannt) und wurde zum Begründer des Oströmischen Reiches. Durch seinen Hinwendung zum Christentum verhalf er diesem zum Siegeszug. Mit dem Toleranzedikt von Mailand führte er die Religionsfreiheit ein und mit dem ersten Konzil von Nicäa begann sich die Kirche zu organisieren, ein Fundament zu geben und Streitigkeiten zu beenden.

Paradehelm aus Berkasavo, Museum of Vojvodina, Novi Sad

Paradehelm aus Berkasavo, © Museum of Vojvodina, Novi Sad

In Trier ersteht das konstantinische Reich jetzt wieder auf. Silbernes Geschirr, goldene Helme, Schmuck, Mosaiken, Reliquien (der rechte Arm des Kaisers wurde aus Russland eingeflogen) und Statuen werden ausgestellt. Berühmteste Skulptur ist ein drei Meter hoher Porträtkopf des Kaisers. Zwar ist es nicht das Original, sieht ihm aber täuschend ähnlich. Vom Original, einem Meisterwerk spätantiker Bildhauerei, wurde in Rom mittels Laserscanner eine Kopie in Originalgröße gefertigt.

Die Ausstellung ist an drei Orten zu sehen: Im Rheinischen Landesmuseum ist das Kapitel “Herrscher des Römischen Reiches” ausgestellt, das Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum präsentiert “Der Kaiser und die Christen” und das Stadtmuseum Simeonsstift zeigt “Tradition und Mythos”. Die Ausstellung läuft bis 04. November 2007. Es dürfte DIE kulturhistorische Ausstellung des Jahres sein – auf nach Trier!

Mehr Informationen:www.konstantin-ausstellung.de

Ägyptens versunkene Schätze

11. April 2007 | 2 Kommentare

In der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn läuft seit wenigen Tagen eine tolle Ausstellung: “Ägyptens versunkene Schätze”. Es werden einzigartige Funde gezeigt, die der Unterwasserarchäologe Franck Goddio in den letzten 10 Jahren vor der ägyptischen Mittelmeerküste, vor Alexandria und Abukir geborgen hat. Etwa 500 Artefakte, die, bis auf einige wenige Ausnahmen, noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden, werden nun erstmals ausgestellt. Sie liefern Erkenntnisse über 1.500 Jahre ägyptischer Geschichte (700 v. bis 800 n. Chr.).

Frank Goddio, Sphinx aus schwarzem Granit
Sphinx aus schwarzem Granit, dessen Gesicht vermutlich Ptolemaios XII., den Vater der berühmten Kleopatra, zeigt. Der Sphinx wurde bei Ausgrabungsarbeiten im Großen Hafen von Alexandria entdeckt. Copyright: Franck Goddio / Hilti Foundation, Foto: Christ

Goddio und sein Team haben seit Mitte der 1990er Jahre in Kooperation mit dem Supreme Council of Antiquities in Ägypten so sagenumwobene Orte wie den antiken Hafen von Alexandria mit Teilen des Königsviertels erforscht. Die berühmte antike Stadt Herakleion und Teile der Stadt Kanopus gelegen im Meer vor Abukir, wurden von Franck Goddio wiederentdeckt. Dabei stieß das Taucherteam unter anderem auf bedeutende Tempelanlagen mit Kultgegenständen.

» Read the rest of this entry «

Angkor – Göttliches Erbe Kambodschas

15. Januar 2007 | 3 Kommentare

  Angkor - Göttliches Erbe Kambodschas

Vishnu auf der Weltenschlange, Westlicher Mebon, Angkor
Angkor-Periode, Baphuon-Stil, Mitte 11. Jh., Bronze, H. 122 cm
Nationalmuseum Kambodscha, Phnom Penh
Foto: © J. Gollings, St. Kilda, Australien

Die Ausstellung “Angkor – Göttliches Erbe Kambodschas” in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn bietet zum ersten Mal in Deutschland die Gelegenheit in großem Umfang Kunst zu sehen, die seit ihrem Bekanntwerden in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Kunst interessierte Publikum Europas faszinierte. Der Name Angkor steht seither für geheimnisvolle, unüberschaubar ausgedehnte Tempelanlagen im Dschungel Kambodschas, die auch heute noch eine Vorstellung von ihrer einstigen Pracht geben können.

Angkor war der Höhepunkt einer Zivilisation, die sich in den ersten Jahrhunderten n. Chr. zu entwickeln begann. Aus dem 6. Jahrhundert sind die ersten buddhistischen und hinduistischen Kunstwerke überliefert. Der Aufstieg des Khmer- Reiches in Angkor, am Nordrand des Tonle Sap, begann im 9. Jahrhundert. Auf der Höhe ihrer Macht beherrschten die Khmer das gesamte Gebiet des heutigen Kambodscha, Süd-Vietnam, Laos und die zentrale Ebene des Chao Phraya in Thailand. Sie waren eines der größten und mächtigsten Völker Asiens. Die Bedeutung des Khmer-Reiches manifestierte sich bis in das 13. Jahrhundert hinein in einer Reihe von gigantischen Tempeln, von denen der Angkor Wat als das größte sakrale Bauwerk der Erde gilt.

Welcher Geist steht hinter den überwältigenden Tempelanlagen, welchen Gottheiten waren sie geweiht, auf Grund welcher sozialen und ökonomischen Struktur konnten sie errichtet werden? Wie sah die Gesellschaft aus, die derartige Leistungen zu vollbringen im Stande war? Welches Selbstverständnis hatten ihre Könige? Dies sind Fragen die sich jeder stellt, der das alte Kambodscha kennen lernen möchte. Hier setzt die Ausstellung an. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Vielfalt der Kunst zu verschaffen, sondern greift auch die wichtigsten kulturgeschichtlichen Themen auf, so dass die Besucher eine Vorstellung vom historischen, sozialen und religiösen Kontext der Werke bekommen.

Fast 140 Steinplastiken, Bronzefiguren und Holzskulpturen sowie Silberarbeiten und Malereien sind aus dem Nationalmuseum in Phnom Penh nach Bonn gekommen. Außerdem leihen das Indische Museum in Berlin und das Musée National des Arts Asiatiques Guimet in Paris Objekte aus. Die Ausstellung liefert einen einzigartigen Überblick über die Kultur Kambodschas, beginnend im 6. Jahrhundert mit Steinskulpturen aus den vorangkorianischen Königreichen Funan und Zhenla. Das zentrale Thema sind jedoch die Kunst und Architektur der Angkor-Periode (9.-13. Jahrhundert). Dabei werden auch Fragen der Wasserwirtschaft, des Reisanbaus und der Handelsbeziehungen erörtert, da sie die Grundlage für den außerordentlichen Reichtum des Landes bildeten.

Sanktionen gegen Getty-Museum

15. November 2006 | Kein Kommentar

Der italienische Kulturminister Francesco Rutelli verkündet “Sanktionen” gegen das Getty-Museum in Los Angeles. Es werde keine Zusammenarbeit mehr für Ausstellungen oder Studienprojekte geben. Seit Jahren fordert Italien die Rückgabe von rund 50 antiken Kunstwerken, die das Getty-Museum illegal erworben hat.

In Rom steht zur Zeit eine ehemalige Kuratorin des Getty-Museums, Marion True, wegen Hehlerei vor Gericht. Sie soll italienische Kunstschätze wissentlich illegal erworben und in die USA gebracht haben. True will von den Raubgrabungen nichts gewusst haben undgibt sich unschuldig. Ein anderes Museum in den USA zeigt sich derweil einsichtig: Das Museum of Fine Arts in Boston hat Italien kürzlich 13 illegal erworbene antike Kunstwerke zurückgegeben.

Sensationelle Ausstellung in Berlin

13. Mai 2006 | Kein Kommentar

Frank Goddio, Sphinx aus schwarzem Granit

Sphinx aus schwarzem Granit, dessen Gesicht vermutlich Ptolemaios XII, den Vater der berühmten Kleopatra, zeigt. Der Sphinx wurde bei Ausgrabungsarbeiten im Großen Hafen von Alexandria entdeckt. Copyright: Franck Goddio/ Hilti Foundation, Foto: Christoph Gerigk

Im Martin Gropius Bau beginnt heute eine einmalige Ausstellung: Ägyptens versunkene Schätze. Es werden einzigartige Funde gezeigt, die der Unterwasserarchäologe Franck Goddio in den letzten 10 Jahren vor der ägyptischen Mittelmeerküste, vor Alexandria und Abukir geborgen hat. Etwa 500 Artefakte, die, bis auf einige wenige Ausnahmen, noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden, werden nun erstmals ausgestellt. Sie liefern Erkenntnisse über 1.500 Jahre ägyptischer Geschichte (700 v. bis 800 n. Chr.).

 

Goddio und sein Team haben seit Mitte der 1990er Jahre in Kooperation mit dem Supreme Council of Antiquities in Ägypten so sagenumwobene Orte wie den antiken Hafen von Alexandria mit Teilen des Königsviertels erforscht. Die berühmte antike Stadt Herakleion und Teile der Stadt Kanopus gelegen im Meer vor Abukir, wurden von Franck Goddio wiederentdeckt. Dabei stieß das Taucherteam unter anderem auf bedeutende Tempelanlagen mit Kultgegenständen.

 

Die beiden einstigen Zentren wissenschaftlicher und religiöser Hochkulturen und des internationalen Handels traf vor über 1000 Jahren ein verheerendes Schicksal: Naturkatastrophen ließen sie im Meer versinken. Berühmt sind sie jedoch auch heute noch durch ihre enge Verbindung zu dem griechischen Gott und Helden Herakles, zu Helena und Paris, Alexander dem Großen und Kleopatra.

 

Franck Goddios einzigartige Funde ermöglichen es, tiefgreifende und in mancher Hinsicht auch völlig neue Erkenntnisse über die ägyptische Geschichte zu gewinnen. Lange Zeit war Ägypten durch Eroberungen fremder Herrscherdynastien geprägt. Einflüsse aus Mesopotamien, Griechenland und Rom führten hier zu Verschmelzungen von kulturellen und religiösen Lebensformen, welche die Funde aus Herakleion, Kanopus und Alexandria deutlich belegen. Diese Vermischung der alten Kulturen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem bedeutenden Fundament unserer heutigen westlichen Zivilisation.

Mehr unter: www.aegyptens-versunkene-schaetze.org und franckgoddio.org

Wo bin ich?

Sie durchsuchen die Kategorie Antike und Mittelalter .