16. Januar 2008 |

Leonardo Da Vinci, Mona Lisa, ca. 1503-1506, Musée du Louvre
Immer wieder wurde in den letzten Jahrhunderten gerätselt, wer die Mona Lisa wirklich war. Ein Quellenfund beweist, dass die leicht debil lächelnde Dame tatsächlich die Mona Lisa ist und nicht, wie Verschwörungstheoretiker gerne abwechselnd behaupten, Jesus, Maria Magdalena oder ein homosexueller Liebhaber Da Vincis. Der Heidelberger Wissenschaftler Veit Probst hat in einem Wiegedruck eine handschriftliche Notiz entdeckt,die belegt, dass es sich bei Mona Lisa um die Kaufmannsgattin Lisa del Gioconda handelt. Mehr darüber in der Zeit, im Spiegel und in der Welt.
9. Dezember 2007 |

Ausstellungsansicht, Städel Museum, Frankfurt, 2007
Ich werde häufig gefragt, warum ich den Blog “Avantgarde” nenne, obwohl ich ja nicht nur über die klassische Avantgarde der Moderne schreibe. Das liegt daran, dass dieser Blog Avantgarde sein will, vor allem aber, dass der Begriff “Avantgarde” zeitlich mehr als dehnbar ist. Viele Künstler der klassischen Moderne suchten ihre Vorbilder schon bei den Meistern in Mittelalter und nutzen Stil, Maltechniken und Bildsujets der so genannten “alten Meister”. Man darf viele Meister des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit also durchaus als Avantgarde sehen.
Einer dieser Avantgardisten ist Lucas Cranach der Ältere (1472-1553), dem das Städelmuseum in Frankfurt eine Ausstellung widmet. Wie kaum ein anderer prägte Cranach neben Dürer und Holbein die Bildwelt seiner Jahre und nachhaltig auch die Bildwelt späterer Jahrhunderte. Seine Landschaftsdarstellungen waren wegweisend, religiöse Themen hauchte er neues Leben ein und seine Porträts prägen bis heute unsere Vorstellung von jener Zeit. Wer kennt nicht seine Porträts von Martin Luther, Katharina von Bora oder Philipp Melanchton. » Read the rest of this entry «
26. Februar 2007 |
Siebzig Jahre lang gab es keine umfassende Retrospektive zum Werk des venezianischen Malers Jacopo Robusti, genannt Tintoretto (1518/19-1594). Das hat seinen Grund. Seine Werke sind so groß und fragil, dass sie schlicht nicht mehr guten Gewissenes transportiert werden können oder aufgrund konservatorischer Bedenken nicht mehr transportiert werden dürfen. Doch das Prado Museum in Madrid hat es geschafft. Zum ersten Mal seit 1937 – damals in Venedig- findet wieder eine große Schau zum Werk des Venezianers statt.
Tintoretto, Die Entstehung der Milchstrasse, 1570
Das Museum besitzt immerhin 32 Arbeiten, die Tintoretto und seiner Werkstatt zugeschrieben werden. Das macht es natürlich leichter, eine große Ausstellung zusammenzustellen, weil man nicht mehr viele Leihgaben benötigt. Den Schwerpunkt setzten die Ausstellungskuratoren auf religiöse, erzählerische Arbeiten und Portraits. Unter den 49 versammelten Gemälden, 13 Zeichnungen und drei Skulpturen sind herausragende Meisterwerke wie “Die Fußwaschung” (1548/49), “Susanna im Bade”, “Susanna und die Alten” (1555) oder “Venus, Vulkan und Mars” (1545).
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25. Februar 2007 |
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Lucas Cranach, Lucretia, 1533, Öl auf Holz, Gemäldegalerie Berlin |
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1540 musste Kardinal Albrecht von Brandenburg von Halle nach Aschaffenburg fliehen. Er wurde ein Opfer der Reformation, allerdings war er auch derjenige, der über den Dominikaner Johann Tetzel das Geschäft mit dem Ablasshandel betrieb, das zum Anschlag der 95 Thesen durch Martin Luther führte. Der Rest ist bekannt. Albrecht darf durchaus als einer der wichtigsten Köpfe der beginnenden Neuzeit gelten. Durch sein Wirken bekamen Humanismus und Renaissance Auftrieb. Albrecht rief den Humanisten von Hutten an seinen Hof und korrespondierte mit Erasmus von Rotterdam.
In Aschaffenburg kann man jetzt bis zum 3. Juni 2007 sehen, wohin das Geld aus den Geschäften des Bischofs floss. Albrecht war ein prunksüchtiger Kirchenfürst, für den Kunst vor allem Propagandamitel war. Er liess neben Lucas Cranach d.Ä., Albrecht Dürer und Matthias Grünewald für sich arbeiten. Der Dom in Halle quoll über vor Kunstschätzen und Reliquien in kostbaren Reliquiaren. Die Ausgestaltung des Domes, die er Cranach übertrug, war die größte Auftragsarbeit dieseits der Alpen.
Die Ausstellung “Cranach im Exil” zeigt die Kunstschätze, die der Kardinal aus Halle auf seiner Flucht mit nach Aschaffenburg brachte. Der musste nämlich vor den Reformatoren flüchten und packte dabei im Dom alles ein, was nicht niet- und nagelfest war.
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21. Februar 2007 |
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Tillmann Riemenschneider, Die heilige Anna und ihre drei Ehemänner, 1505/06
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Seit 20. Februar darf im Bode-Museum in Berlin ein neues Highlight besichtigt werden. Das Museum hat mit Hilfe von Sponsoren die “Heilige Anna und ihre drei Ehemänner” erworben. Das Werk stammt von Tillmann Riemenschneider und entstand um 1505/06. Es dürfte das letzte auf dem freien Markt erhältliche Werk des Meisters gewesen sein. Der Skulpturensammlung, die bereits 13 Werke von Riemenschnedier besitzt, wurde so ein wichtiges Werk hinzugefügt.
Das in seiner künstlerischen Qualität herausragende Schnitzwerk aus Lindenholz ist eine Darstellung der Mutter Mariens mit ihren Ehemännern Joachim, Kleophas und Salomas. Die über einen Meter hohe Figurengruppe gehörte ursprünglich wahrscheinlich zu einem Rothenburger Flügelaltaraufsatz, der die Verwandtschaft Jesu zeigte, die so genannte Heilige Sippe.
22. Juni 2006 |
Eine zweite Mona Lisa?
Das Portland Museum of Art im US-Bundestaat Maine stellt derzeit eine kleine Sensation aus. Das Museum präsentiert noch bis 5. September 2006 ein Gemälde, das frappierend an Leonardo Da Vincis “Mona Lisa” erinnert und eine gelungene Kopie sein könnte. Allerdings haben Pigementanalysen ergeben, dass das Bild vor 1510 gemalt worden sei (also zu Lebzeiten Leonardos) und dass der Pinselduktus auf einen Linkshänder (wie Leonardo) hindeute, so meldet die New York Times. Es gebe einige kleine Unterschiede zur Mona Lisa im Louvre, die es so in einer späteren Kopie nicht gegeben hätte, so Museumsdirektor Daniel O’Leary zur NY Times. Das Museum erhielt das Gemälde 1983 aus dem Nachlass des Fotografen Henry Reichold.
Das Bild zeigt eine Frau mit sehr ähnlichen Gesichtszügen wie die Mona Lisa. Lediglich das berühmte Lächeln fehlt. Das Bild ist vorwiegend in Brauntönen gehalten. Die Frau steht auf einem Balkon, im Hintergrund ist Wasser zu sehen. Zwar gibt es einige Kopien der Mona Lisa, doch keine datiert aus der Zeit Leonardos. Ob Da Vinci selbst das Bild (eventuell als Vorstudie) anfertigte oder einer seiner Schüler sich an einer Kopie versuchte, bleibt unklar.
Das Museum stellt das Bild nur selten aus, da es nicht in die Sammlung passt, die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts beinhaltet. Doch der Filmstart von “Der Da Vinci Code” von Dan Brown bot eine guten Anlass, das Gemälde aus dem Depot des Museums zu nehmen und es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Das Museum ist zu finden unter: www.portlandmuseum.org