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	<title>360° &#187; Kunst im 19. Jahrhundert</title>
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	<description>DER KUNSTBLOG</description>
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		<title>Goya in Zwickau</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 20:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 18. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Goya]]></category>
		<category><![CDATA[Zwickau]]></category>

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		<description><![CDATA[Der spanische K&#252;nstler Francisco José de Goya y Lucientes (1746-1828) gilt bis heute als Wegbereiter der modernen Kunst in Europa, war Vorbild f&#252;r K&#252;nstler wie Picasso und hat das Zeitalter der Aufkl&#228;rung entscheidend mitgepr&#228;gt. In dem sozial, religi&#246;s und kulturell zerrissenen Spanien des ausgehenden 18. Jahrhunderts wagte der k&#246;nigliche Hofmaler Goya eine Gratwanderung zwischen klassischer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der spanische K&#252;nstler Francisco José de Goya y Lucientes (1746-1828) gilt bis heute als Wegbereiter der modernen Kunst in Europa, war Vorbild f&#252;r K&#252;nstler wie Picasso und hat das Zeitalter der Aufkl&#228;rung entscheidend mitgepr&#228;gt. In dem sozial, religi&#246;s und kulturell zerrissenen Spanien des ausgehenden 18. Jahrhunderts wagte der k&#246;nigliche Hofmaler Goya eine Gratwanderung zwischen klassischer Auftragskunst f&#252;r den spanischen Adel und das B&#252;rgertum sowie Sozial- und Gesellschaftskritik, die er oftmals in karikaturhaften Bildern &#8220;versteckte&#8221;. Seine kritischen Arbeiten finden sich vor allem in vier Serien von Aquatintaradierungen wieder, die in einer Sonderausstellung der Kunstsammlungen Zwickau vollst&#228;ndig gezeigt werden.</p>
<p><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2010/03/2C84906D-D064-47F5-946C-40C070C6CB9E.jpg" alt="" title="CAPRICHOS, Blatt 10, El Amor y la muerte, Die Liebe und der Tod, 21,5 x 15 cm, Radierung, Aquatinta poliert, Grabstichel, Harris 45/III, Morat-Institut f&#252;r Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg i.Br." width="401" height="567" class="alignnone size-full wp-image-1119" />
<p class="bu">CAPRICHOS, Blatt 10, El Amor y la muerte, Die Liebe und der Tod<br />
21,5 x 15 cm, Radierung, Aquatinta poliert, Grabstichel, Harris 45/III<br />
Morat-Institut f&#252;r Kunst und Kunstwissenschaft Freiburg i.Br.</b></p>
<p>&#8220;Los Caprichos&#8221; (&#8220;Einf&#228;lle&#8221;), der aus 80 Bl&#228;ttern bestehende Zyklus, entstand in den Jahren 1797-1799 und zeichnet das Bild einer dekadenten, sich am Abgrund befindenden Gesellschaft nach. &#8220;Los Desastres de la Guerra&#8221; (&#8220;Die Schrecken des Krieges&#8221;), 80-teilig, thematisieren die menschlichen Grausamkeiten und die verheerende Hungersnot w&#228;hrend der napoleonischen Herrschaft und des spanisch-franz&#246;sischen Krieges (1808-1813). Diese bislang noch nie da gewesene Brutalit&#228;t und Direktheit in der Darstellung hat bis in die heutige Zeit hinein zahlreiche K&#252;nstler bewegt und inspiriert. &#8220;La Tauromaquia&#8221; (&#8220;Die Kunst des Stierkampfs&#8221;), zwischen 1814 und 1816 entstanden, erscheint im Vergleich zu den anderen Radierserien beinahe harmlos. Erst auf den zweiten Blick wird die hohe technische Qualit&#228;t der 33 Bl&#228;tter deutlich, die, mit der Fotografie vergleichbar, sekundenschnelle Momente festzuhalten scheinen und die Spannung eines spanischen Stierkampfes meisterhaft wiedergibt. &#8220;Los Proverbios&#8221; (&#8220;Sprichw&#246;rter&#8221;) oder auch &#8220;Los Disparates&#8221; (&#8220;Torheiten&#8221;) ist die wohl r&#228;tselhafteste Serie innerhalb des druckgraphischen Werkes. Die 22 Bl&#228;tter markieren das Sp&#228;twerk Goyas und sind vermutlich in den Jahren von 1815 bis 1824 entstanden. Eigent&#252;mlich fliegende Hexenwesen oder in die Luft gewirbelte Gestalten sind darin h&#228;ufig wiederkehrende Motive, welche die N&#228;he zu Goyas bedeutenden &#8220;Pinturas negras&#8221;(&#8221;Schwarze Gem&#228;lde&#8221;), heute im Prado (Madrid) ausgestellt, aufzeigen.  </p>
<p>Die insgesamt 253 druckgraphischen Bl&#228;tter (es werden auch die zus&#228;tzlichen Bl&#228;tter zu den einzelnen Serien gezeigt) stammen aus dem umfangreichen Bestand des Morat-Instituts f&#252;r Kunst und Kunstwissenschaft in Freiburg im Breisgau und gelten sowohl hinsichtlich ihres Umfangs als auch ihrer Qualit&#228;t als einzigartig. Ein wirklicher Leckerbissen, den das Museum da pr&#228;sentiert und f&#252;r Kunstinteressierte ein Muss.  </p>
<p>Zur Ausstellung ist ein reich bebildeter Katalog zum Preis von 20 Euro erschienen: <em>Francisco de Goya – Radierungen. Die Sammlung des Morat-Instituts</em>, Edition Braus, 168 Seiten. Die Ausstellung l&#228;uft noch bis zum 02. Mai 2010. weitere Informationen: <a href="http://www.kunstsammlungen-zwickau.de/" target="_blank">www.kunstsammlungen-zwickau.de</a></p>
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		<title>Ein Star in Wien</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Sep 2008 16:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Albertina]]></category>
		<category><![CDATA[Van Gogh]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Namen in der Kunst, die kennt wirklich jeder und bei den meisten Menschen sorgen sie f&#252;r ehrfurchtsvolles Raunen und ein freudiges Glitzern in den Augen. Ausstellungen solcher K&#252;nstler wie Picasso, Van Gogh, Matisse oder Rembrandt sind Garant f&#252;r hohe Besucherzahlen. Die braucht die Wiener Albertina mit ihrer Ausstellung &#8220;Van Gogh. Gezeichnete Bilder&#8221; auch, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Namen in der Kunst, die kennt wirklich jeder und bei den meisten Menschen sorgen sie f&#252;r ehrfurchtsvolles Raunen und ein freudiges Glitzern in den Augen. Ausstellungen solcher K&#252;nstler wie Picasso, Van Gogh, Matisse oder Rembrandt sind Garant f&#252;r hohe Besucherzahlen. Die braucht die Wiener Albertina mit ihrer Ausstellung &#8220;Van Gogh. Gezeichnete Bilder&#8221; auch, um die immensen Kosten wieder einzuspielen. Alleine die Versicherungssumme betr&#228;gt drei Milliarden Euro, die Pr&#228;mien d&#252;rften entsprechend hoch ausfallen. Jeden Tag m&#252;ssen deshalb rund 4000 Besucher die Ausstellung sehen, damit sich das Unterfangen lohnt.</p>
<p>Ich bin kein Freund solcher gigantomanischen Ausstellungen, als zu oft bleibt die Erkenntnis auf der Strecke, der reine visuelle Reiz z&#228;hlt, man schiebt sich mit den Besuchermassen durch die R&#228;ume und ein ruhiges Verweilen vor den Bildern ist unm&#246;glich, weil st&#228;ndig jemand den Blick versperrt. Es lebe die Presse-Vorbesichtigung.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/1214208143060.jpg" rel="lightbox" title="Vincent van Gogh, Stra&#223;e in Saint-Rémy, 1889, © Kasama Nichido Museum of Art, Japan"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/1214208143060-300x242.jpg" alt="" title="Vincent van Gogh, Stra&#223;e in Saint-Rémy, 1889, © Kasama Nichido Museum of Art, Japan" width="300" height="242" class="aligncenter size-medium wp-image-481" /></a></p>
<p class="bu">Vicent van Gogh, Stra&#223;e in Saint-Rémy, 1889<br />© Kasama Nichido Museum of Art, Japan</p>
<p>Auch ich kann bei dem Namen &#8220;Van Gogh&#8221; nicht ganz objektiv bleiben, auch ich bekomme weiche Knie, wenn ich durch solch eine Ausstellung gehe und diese Farben sehe, den unverwechselbaren Pinselstrich und die Aura sp&#252;re, die die Bilder verstr&#246;men.</p>
<p>Vorab muss man sagen, dass es der Albertina nicht wirklich gelungen ist, ein neues Thema zu finden, dass einen Erkenntnisgewinn verspr&#228;che. Man versucht, dem Maler Van Gogh den Zeichner gegen&#252;berzustellen und darzulegen, wie Van Gogh seine Gem&#228;lde in Zeichnungen vorbereitete. Dies ist durchaus gelungen, aber nicht wirklich neu, das darf man aber wohl auch kaum von einer Ausstellung zu Van Gogh erwarten, daf&#252;r wurde er einfach schon viel zu oft und in allen Facetten gezeigt und erforscht.</p>
<p>Bleibt also eine interessante Gegen&#252;berstellung, die zwar nicht neu aber interessant ist und die absolut wundervollen Werke, die dem Betrachter den Atem rauben. 50 Gem&#228;lde und 100 Zeichnungen und Aquarelle haben die Kuratoren zusammengetragen. Darunter sind Preziosen wie <em>Die Ernte</em> (1888), <em>Das Selbstport&#228;t mit Strohhut</em> (1887), <em>Heilanstalt in Saint-Rémy</em> (1889), <em>Stra&#223;e mit Saint-Rémy</em> (1889) und <em>Allee bei Arles (Rand einer Landstra&#223;e)</em> aus dem Jahre 1888.</p>
<p>Fazit: Die Ausstellung erm&#246;glicht keinen neuen Blick auf Van Gogh, aber alleine das riesige Konvolut an Gem&#228;lden und Zeichnungen ist auch eine weite Reise nach Wien wert.</p>
<p>Die Ausstellung l&#228;uft noch bis zum 08. Dezember 2008. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, sollte man sich vorher auf den <a href="http://www.albertina.at" target="_blank">Webseiten der Albertina</a> informieren. Dort wird auch eine M&#246;glichkeit geboten, vorab Eintrittskarten zu erwerben und dann &#252;ber einen eigenen Eingang eingelassen zu werden.</p>
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		<title>Bernard Buffet neu entdeckt</title>
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		<pubDate>Sun, 04 May 2008 15:58:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Bernard Buffet]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[MMK]]></category>
		<category><![CDATA[Museum für moderne Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum ein K&#252;nstler hat einen derart steilen Aufstieg und Fall erlebt wie Bernard Buffet. Einst galt er als legitimer Nachfolger von Picasso. Seine Werke erreichten ein &#228;hnliches Preisniveau wie die von Picasso, er wurde gelobt und hofiert, Sammler und Museen rissen sich um seine Werke. Heute liegen die Werke in Depots und die Preise sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum ein K&#252;nstler hat einen derart steilen Aufstieg und Fall erlebt wie Bernard Buffet. Einst galt er als legitimer Nachfolger von Picasso. Seine Werke erreichten ein &#228;hnliches Preisniveau wie die von Picasso, er wurde gelobt und hofiert, Sammler und Museen rissen sich um seine Werke. Heute liegen die Werke in Depots und die Preise sind im freien Fall. Buffet ist out. Das versucht das <a href="http://www.mmk-frankfurt.de" target="_blank">Museum f&#252;r Moderne Kunst in Frankfurt</a> zu &#228;ndern.</p>
<p>Buffet wurde 1928 in Paris geboren. Im Alter von nur 15 Jahren wurde er an der École des Beaux-Arts in Paris aufgenommen. Die Freunde Maurice Utrillo und Georges Rouault stellten ihn Ende der 40er Jahre dem Kunsth&#228;ndler Maurice Girandin vor. Der war von Buffet begeistert und unterst&#252;tzte ihn. Der Maler wurde Mitglied des Pariser Herbstsalon und der &#8220;L&#8217; homme témoin&#8221;, einer K&#252;nstlergruppe, die sich gegen die abstrakte Kunst wandte. Als er als Zwanzigj&#228;hriger 1948 den &#8220;Prix de la Critique&#8221; erhielt, war er in aller Munde.<span id="more-363"></span></p>
<p><a href='http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/05/buffet2.jpg' title="Bernard Buffet, Die Passion Christi: Kreuzigung, 1951, Galerie Maurice Garnier" rel="lightbox"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/05/buffet2_klein.jpg" alt="" title="Bernard Buffet, Die Passion Christi: Kreuzigung, 1951, Galerie Maurice Garnier" width="500" height="277" class="alignnone size-full wp-image-500" /></a>
<p class="bu">Bernard Buffet, Die Passion Christi: Kreuzigung, 1951, Galerie Maurice Garnier</p>
<p>Es folgten Jahre enormer Popularit&#228;t, bis in die sechziger Jahre war Buffet ein gefeierter Maler. Genauso wie Buffet geliebt wurde, wurde er anschlie&#223;end von der Kritik verrissen. Sein Stil sei &#252;berholt, langweilig, anachronistisch und repetitiv, so urteilten Kritker und Kuratoren. Er wurde zum &#8220;Kaufhausmaler&#8221; heruntergeschrieben. Ganz unschuldig war Buffet dran nicht.</p>
<p>Sein Fr&#252;hwerk in den vierziger und f&#252;nziger Jahren war gepr&#228;gt von jenem Stil, der ihn sp&#228;ter ber&#252;hmt machte. Buffet malte stark expressionistisch, sein Pinselstrich war rechtwinkelig und scharfkantig, die Farbpalette stark zur&#252;ckgenommen. Es herrschen Grau- und Braunt&#246;ne vor, durch zus&#228;tzlichen Kreideauftrag werden die Bilder matt und staubig. Viele Werke wirken kalt. Die Menschen haben oft &#252;berlange K&#246;rper und Extremit&#228;ten und wirken ausgemergelt. Die gemalte Objekte scheinen in ihren Formen gefangen. So verweigern sie sich jeder Abstraktion. Typische Sujets jener Jahre waren Interieurs,  Stillleben und Passionsszenen Christi.</p>
<p>Seinen Ruhm verdankte Buffet vor allem dem Umstand, dass er das existenzialistische Zeitgef&#252;hl jener Jahre traf. F&#252;r viele Menschen waren Buffets Bilder die Verk&#246;rperung ihrer Gef&#252;hle, der Entbehrungen und N&#246;te des Krieges und der Nachkriegsjahre. Buffet galt in diesen Jahren als gr&#246;&#223;tes franz&#246;sisches Malertalent &#252;berhaupt. Dabei sind seine Bilder nicht wirklich emotional, psychologisierend oder illustrierend. Sie sind konsequent betriebene Figuration am Rande des Realismus. Die treibt Buffet bis zum &#196;u&#223;ersten, bis zur Skelettierung des Bildgegenstandes, von dem  nicht mehr viel bleibt.</p>
<p>Mitte der f&#252;nziger Jahre erweitert Buffet seine Farb- und Themenpalette. Buffet wendet sich dem Geschmack des breiten Publikums zu und verliert so seine Eigenst&#228;ndigkeit und Unabh&#228;ngigkeit. Seine Bilder werden Massengeschmack und Reproduktionsware &#8211; oder einfach ausgedr&#252;ckt: Kitsch. Man k&#246;nnte es sogar noch schlimmer ausdr&#252;cken: sie waren dekorativ. Autos und Designobjekte geh&#246;rten zu den beliebtesten Sujets aus dieser Zeit. Auch die furchtbaren Landschaftsbilder und Stadtansichten aus den Siebzigern z&#228;hlen zu den schlechteren Arbeiten.</p>
<p>Leider f&#252;hrte dies dazu, dass Buffets Gesamtwerk nicht nur undifferenziert in Ungnade fiel, sondern von Kritikern und Kuratoren aus dem &#246;ffentlichen Diskurs verbannt wurde. Dabei hat Buffet ein beeindruckendes Werk hinterlassen: 8000 Bilder und 1000 Radierungen und Lithografien umfassen sein Werk. Seine Bedeutung f&#252;r die Kunst der Gegenwart wurde bisher kaum beleuchtet.</p>
<p style="text-align:center;"><a href='http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/05/buffet1.jpg' title="Bernard Buffet Selbstportr&#228;t 4 Courtesy Galerie Maurice Garnier, 1981" rel="lightbox"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/05/buffet1.jpg" alt="" title="Bernard Buffet Selbstportr&#228;t 4 Courtesy Galerie Maurice Garnier, 1981" width="407" height="550" /></a></p>
<p class="bu">Bernard Buffet, Selbstportr&#228;t 4, Courtesy Galerie Maurice Garnier, 1981</p>
<p>Erst 2002 erinnerten das Pariser Centre Pompidou und die Frankfurter Schirn Kunsthalle mit der Ausstellung &#8220;Cher peintre&#8230;&#8221;  an Buffet und liessen ihn gemeinsam mit Francis Picabia die Rolle eines Ahnherren der figurativen Malerei der zeitgen&#246;ssischen Kunst einnehmen.</p>
<p>Es wird Zeit f&#252;r eine Neubewertung. Allein der massenhafte Ausstoss von Bildern  &#8211; es sollen 125 pro Jahr gewesen sein &#8211; ist noch kein Anzeichen mangelnder Qualit&#228;t, Picasso malte bis ins hohe Alter &#228;hnlich eifrig. F&#252;r Warhol war Buffet Vorbild, ihm ist es zu verdanken, dass er wenigstens ansatzweise im Ged&#228;chtnis blieb. Warhol wurde nicht m&#252;de zu betonen, dass er Buffet als legitimen Vorreiter der Pop-Art sehe. Buffet nahm sich 1999 in seinem Haus in Tourtour das Leben. Vergessen von er &#214;ffentlichkeit und schwer erkrankt an Parkinson, hatte den Maler wohl der Mut verlassen.</p>
<p>Das MMK in Frankfurt geht das Wagnis ein, Buffet auszustellen. Direktor Udo Kittelmann und das MMK sind bekannt f&#252;r solche &#8220;Experimente&#8221;, weil man in Frankfurt versucht, darzustellen, wie wir Kunst sehen. Was ist &#8220;gute Kunst&#8221; und was nicht? Zu welchem Zeitpunkt ist welche Kunst gut und wie sehen wir Kunst?</p>
<p>Ich bin froh, dass es diese Ausstellung gibt und Buffet zur&#252;ck ins Leben geholt wird. Nicht alles was der Maler schuf, war wirklich gut oder sch&#246;n oder Kunst, aber vieles davon. Das sollte man nicht vergessen.</p>
<p>Weiterf&#252;hrende Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://museebernardbuffet.com" target="_blank">Musée Bernard Buffet</a></li>
</ul>
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		<title>Wie das Licht auf die Leinwand kam</title>
		<link>http://www.360-grad-blog.de/2008/03/08/wie-das-licht-auf-die-leinwand-kam/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Mar 2008 09:58:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Impressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wallraf-Richartz-Museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben der schon besprochenen Ausstellung in der Frankfurter Schirn Kunsthalle hat sich auch das Wallraf-Richartz-Museum in K&#246;ln dem Thema Impressionismus angenommen. Seit 2002 erforscht ein Team von Restauratoren, Naturwissenschaftlern und Kunsthistorikern unter dem Titel &#8220;Maltechnik des Impressionismus und Postimpressionismus&#8221; 75 Gem&#228;lde aus dem Bestand des Wallraf-Richartz-Museums und der Fondation Corboud. Zur Ausstellung hat man 55 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben der <a href="http://www.360-grad-blog.de/2008/03/06/die-kunst-ist-weiblich/" target="_blank">schon besprochenen Ausstellung</a> in der Frankfurter Schirn Kunsthalle hat sich auch das Wallraf-Richartz-Museum in K&#246;ln dem Thema Impressionismus angenommen. Seit 2002 erforscht ein Team von Restauratoren, Naturwissenschaftlern und Kunsthistorikern unter dem Titel &#8220;Maltechnik des Impressionismus und Postimpressionismus&#8221; 75 Gem&#228;lde aus dem Bestand des Wallraf-Richartz-Museums und der Fondation Corboud. Zur Ausstellung hat man 55 zus&#228;tzliche Werke in das Museum geholt.</p>
<p>Unterhalb der sichtbaren Oberfl&#228;che befinden sich in jedem Gem&#228;lde zahlreiche Informationen. Nur aufw&#228;ndige, technologische Untersuchungen legen sie frei. Mit Hilfe modernster Techniken (Stereomikroskopie, naturwissen-schaftliche Materialanalyse sowie R&#246;ntgen-, Ultraviolett und Infrarotstrahlung) und detektivischem Sp&#252;rsinn werden die kostbaren Werke untersucht. Das Forscherteam analysiert die unterschiedlichen Entstehungsprozesse, pr&#252;ft die nat&#252;rlichen Alterungserscheinungen oder fahndet nach gezielten Manipulationen. Damit er&#246;ffnet sich ein neuer Blick auf die Geschichte und Rezeption jedes einzelnen Bildes. Die Restaurierungsabteilung im Wallraf ist die Zentrale dieses Forschungsprojektes und f&#252;r die Ausstellung verantwortlich.<span id="more-342"></span></p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1.jpg" title="Gustave Caillebotte, Trocknende W&#228;sche am Ufer der Seine, 1892" rel="lightbox"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1_klein.jpg" alt="Caillebotte, Gustave, Trocknende W&#228;sche am Ufer der Seine, 1892, Wallraf" /></a></p>
<p class="bu">Gustave Caillebotte, Trocknende W&#228;sche am Ufer der Seine, 1892<br />
&#214;l auf Leinwand, 105,5 x 150,5 cm<br />
Wallraf-Richartz-Museum, K&#246;ln</p>
<p>Mit &#8220;Impressionismus – Wie das Licht auf die Leinwand kam&#8221; pr&#228;sentiert das dreik&#246;pfige Team, bestehend aus Iris Schaefer, Caroline von Saint George und Katja Lewerentz, die faszinierenden Ergebnisse der spannenden Forschungsarbeit. Dabei zeichnen die Kuratorinnen den Weg von der Sinneswahrnehmung, &#252;ber die angewendeten Malmaterialien, die &#8220;Tatorte&#8221; im Atelier oder der freien Natur, sowie die Maltechnik und Werkgenese bis hin zur Rezeption und Erhaltung der Bilder nach.</p>
<p>Die Ausstellung ist nach sechs Leitfragen gegliedert und beginnt mit dem Kapitel &#8220;Was ist eine Impression?&#8221; Spielerisch werden hier die physikalischen Grundlagen von Licht, Farbe und Sinneswahrnehmung am Beispiel eines Monets thematisiert. So imitieren Projektionen und wechselnde Beleuchtungssituationen die unterschiedlichen Tageszeiten zu denen Impressionisten arbeiteten, um den Einfluss des Lichtes auf die Bilder zu veranschaulichen.</p>
<p>Der n&#228;chsten Abschnitt beantwortet die Frage: &#8220;Womit malten die Impressionisten?&#8221;. Dazu sind in einer nachempfundenen K&#252;nstlerbedarfshandlung des 19. Jahrhunderts historische Malutensilien wie Pinsel, Leinwand, Palette, Grundierungen und Farben ausgestellt. Der immense Einfluss des technischen Fortschritts auf die impressionistische Malerei darf nicht untersch&#228;tzt werden. Neu entdeckte Farbt&#246;ne bieten den K&#252;nstlern ungeahnte M&#246;glichkeiten und auch die Erfindung der Tuben&#246;lfarben erleichterte den Impressionisten ihre legend&#228;re Pleinairmalerei.</p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/11.jpg" title="Pierre-Auguste Renoir, Das Paar, um 1868, mit R&#246;ntgenbild, die eine andere Komposition sichtbar macht" rel="lightbox"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/11_klein.jpg" alt="Renoir, Pierre-Auguste, Das Paar, um 1868, mit R&#246;ntgenbild, die eine andere Komposition sichtbar macht" /></a></p>
<p class="bu">Pierre-Auguste Renoir, Das Paar, um 1868<br />
mit R&#246;ntgenbild, die eine andere Komposition sichtbar macht<br />
Wallraf-Richartz-Museum</p>
<p>Mit der Freilichtmalerei ver&#228;ndert sich auch der Arbeitsplatz des Malers im 19. Jahrhundert. Das Atelier ist nun nicht mehr Zentrum seiner Arbeit. Viele K&#252;nstler zieht es in die N&#228;he ihrer Motive, nach drau&#223;en. Doch woran erkennt der Betrachter heutzutage den urspr&#252;nglichen &#8220;Malort&#8221; eines Gem&#228;ldes? Das dritte Ausstellungskapitel &#8220;Drinnen oder drau&#223;en?&#8221; geht dieser Frage nach. In jedem Gem&#228;lde stecken zahlreiche Indizien. In einem ausgestellten Seest&#252;ck von Guillaumin zum Beispiel entdeckten die Forscher unz&#228;hlige Sandk&#246;rner und in einem Caillebotte-Gem&#228;lde sogar eine Pappelknospe. Deutliche Beweise f&#252;r ein tats&#228;chliches Malen in der Natur. Dazu passend hat das Ausstellungsteam eine Atelier- und eine Freilichtsituation mit vielen Originalrequisiten nachgestellt.</p>
<p>Einen Moment spontan auf die Leinwand zu bannen, das war das gro&#223;e Ziel vieler Impressionisten. Doch wie schnell waren sie wirklich? Die Antwort liefert der vierte Ausstellungsabschnitt &#8220;Spontan oder strategisch?&#8221; Dank moderner Technik schaut die Forschung auf, in und sogar durch ein Bild. Unsichtbare Bildplanungen und Unterzeichnungen bleiben dabei ebenso wenig verborgen wie sp&#228;tere &#220;berarbeitungen oder Zweitverwendungen bereits bemalter Bildtr&#228;ger. Die Aufnahmen &#252;berraschen mit der Erkenntnis, dass Caillebotte, Gauguin oder van Gogh zuweilen sehr strategisch zu Werke gingen. Unter der spontan anmutenden Fassade befindet sich manch akribische Vorstudie. Van Gogh zum Beispiel hat seine legend&#228;re &#8220;Zugbr&#252;cke&#8221; in drei Stufen geplant, bevor er mit &#214;lfarbe zu malen begann. Dem Bild sieht man die verschiedenen Vorbereitungen (&#220;bertragung mit Hilfe eines Perspektivrahmens, Bleistift und Tuschezeichnung) nicht an. Es wirkt spontan und wie aus einem Guss.</p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/9.jpg" title="Henri-Edmond Cross, Die Lichtung, 1906/07 mit Kartierung des &#252;bermalten Rasternetzes mit Mikroskopaufnahme" rel="lightbox"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/9_klein.jpg" alt="Cross, Henri-Edmond, Die Lichtung, 1906-7 mit Kartierung des &#252;bermalten Rasternetzes mit Mikroskopaufnahme, [M] Wallraf" /></a></p>
<p class="bu">Henri-Edmond Cross, Die Lichtung, 1906/07<br />
mit Kartierung des &#252;bermalten Rasternetzes mit Mikroskopaufnahme<br />
Wallraf-Richartz-Museum</p>
<p>Viele Zeitgenossen prangerten die scheinbar fehlende Vollendung bei impressionistischen Bildern an. Daher stellt die Ausstellung im f&#252;nften Abschnitt die Frage: &#8220;Wann war ein Bild fertig?&#8221; Die skizzenhafte Malweise und der h&#228;ufige Verzicht auf Signatur und Firnisauftrag widersprachen den sprichw&#246;rtlichen Regeln der Kunst. Dies stellte allerdings Kunsth&#228;ndler, Sammler und Kritiker, aber auch die K&#252;nstler selbst vor nicht gekannte Probleme. Wie behandelt, konserviert und ver&#228;u&#223;ert man ein solches Gem&#228;lde? Zu einem neuen Zeichen der Vollendung wurde bei vielen Impressionisten und Neoimpressionisten indessen der Gem&#228;lderahmen: Seine Form und Farbfassung sollte mit der Malerei harmonieren und ihre Leuchtkraft steigern. Camille Pissarro zum Beispiel war ein gro&#223;er Verfechter des schlichten, wei&#223;en Rahmens. Originalgerahmte, impressionistische Gem&#228;lde sind heute &#228;u&#223;erst selten. In der Schau k&#246;nnen die Besucher die Wirkung eines originalgerahmten Bildes studieren.</p>
<p>Jedes Kunstwerk ver&#228;ndert sich: Nat&#252;rliche Alterung und manipulative Eingriffe bestimmen diesen Prozess. Nur die technologische Untersuchung kann ihn nachzeichnen. Die Schau erkl&#228;rt wie Ver&#228;nderungen an Bildtr&#228;ger, Grundierung oder Farbschicht das gesamte Erscheinungsbild eines Gem&#228;ldes beeinflussen. Zudem wird an einem Gem&#228;lde Pissarros verdeutlicht, wie Bilder von fremder Hand mit zahlreichen Pinselstrichen erg&#228;nzt und vermeintlich vollendet wurden. Zutaten dieser Art waren bei impressionistischen Werken keine Seltenheit. Sie sind ein zeitgen&#246;ssischer Spiegel daf&#252;r, wie man die Kunst sah oder vielmehr sehen wollte. &#196;hnlich verh&#228;lt es sich mit gef&#228;lschten Werken, die noch zu Lebzeiten des K&#252;nstlers entstanden. Sind sie doch ein deutliches Zeichen f&#252;r die &#246;ffentliche Anerkennung eines K&#252;nstlers. Die technologische Untersuchung enttarnt nicht nur F&#228;lschungen. Im besten Fall kann sie helfen, die Autorschaft eines Werkes zu kl&#228;ren.</p>
<p>Eine tolle Ausstellung, die es auch dem interessierten Laien erm&#246;glicht, einen Blick &#8220;hinter die Leinwand&#8221; zu werfen. Unter <a href="http://www.museenkoeln.de/impressionismus/" target="_blank">www.museenkoeln.de/impressionismus</a> sind die bisherigen Forschungsergebnisse auch online abrufbar &#8211; ein Blick lohnt sich auf jeden Fall. Trotzdem sollte man sich den Genuss der Ausstellung nicht entgehen lassen. Schon lange hat sich kein Museum mehr solche M&#252;he gegeben, Kunstgeschichte so anschaulich und erlebbar zu vermitteln. Weitere Informationen auf den <a href="http://www.museenkoeln.de/wallraf-richartz-museum/" target="_blank">Seiten des Museums</a> oder auf den <a href="http://www.impressionismus-wallraf.de/" target="_blank">Sonderseiten zur Ausstellung</a>.</p>
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		<title>Die Kunst ist weiblich!</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 11:38:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Impressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Impressionistin]]></category>
		<category><![CDATA[Impressionistinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Schirn]]></category>

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		<description><![CDATA[Kann man eine hochkar&#228;tige Ausstellung &#252;ber die Impressionisten zusammenstellen ohne Renoir, ohne Monet, ohne Manet, Pissarro oder Degas? Man kann, das beweist die Schirne Kunsthalle in Frankfurt. In der Ausstellung &#8220;Impressionistinnen&#8221; stellt die Schirn die wichtigsten impressionistischen Malerinnen vor. Gab es nicht? Gab es doch: Berthe Morisot, Mary Cassatt, Eva Gonzalès und Marie Bracquemond. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kann man eine hochkar&#228;tige Ausstellung &#252;ber die Impressionisten zusammenstellen ohne Renoir, ohne Monet, ohne Manet, Pissarro oder Degas? Man kann, das beweist die Schirne Kunsthalle in Frankfurt. In der Ausstellung &#8220;Impressionist<span style="font-style: italic">innen</span>&#8221; stellt die Schirn die wichtigsten impressionistischen Malerinnen vor. Gab es nicht? Gab es doch: Berthe Morisot, Mary Cassatt, Eva Gonzalès und Marie Bracquemond.</p>
<p>Der Impressionismus war die erste Stilrichtung, in der Frauen eine gewichtige Rolle spielten. Obwohl die zweite H&#228;lfte des 19. Jahrhunderts von gesellschaftlichen Umbr&#252;chen gepr&#228;gt war, hatten es Frauen nicht leicht. Nicht wenige Maler gaben sich zwar gerne unkonventionell, doch wenn es um Frauen in der Kunst ging, h&#246;rte der Spa&#223; auf. Ganz zu schweigen von der Gesellschaft, die der Frau den Platz am Herd zuwies. Der Zugang zu Kunstakademien war ihnen verwehrt, sie konnten also den &#252;blichen akademischen Weg in die Kunst nicht gehen. Die Abneigung gegen die Akademien war bei ihnen also nicht nur k&#252;nslterisch bedingt. Viele von ihnen waren Autodidakten, die ihr Geld damit verdienten, Modell zu stehen und so Eingang in K&#252;nstlerkreise fanden.<span id="more-341"></span></p>
<p>Unter den Impressionisten waren die K&#252;nstlerinnen durchaus anerkannt und gesch&#228;tzt, man stellte gemeinsam aus, diskutierte miteinander und beeinflusste sich. Doch nach dem Abgesang der Impressionisten gerieten die Impressionistinnen in Vergessenheit. Daran sind Kunsthistoriker und Kritiker nicht ganz unschuldig, weil sie sich geschickt um die K&#252;nstlerinnen herumgeschrieben und sie schlichtweg ignorierten.</p>
<p><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1167826055_berte_morisot_jeune_femme_au_divan_mail.jpg" alt="BERTHE MORISOT, JUNGE FRAU AUF DEM SOFA, 1885" /></p>
<p class="bu">Berthe Morisot, Junge frau auf dem Sofa, 1885<br />
&#214;l auf Leinwand, 61 x 50 cm<br />
Tate, London, 2007</p>
<p>Berthe Morisot geh&#246;rte zu den bekannteren K&#252;nstlerinnen jener Jahre. Sie stammte aus einer reichen Familie und hatte das Gl&#252;ck, Privatunterricht zu erhalten. So wurde sie Sch&#252;lerin von Camille Corot. Als sie im Pariser Salon ausstellte, wurde Manet auf sie aufmerksam. Morisot und Manet wurden enge Freunde. Deutlich zeigen die Bilder der beiden, wie Morisot von Manet beeinflusst wurde und wie Manet sich von Morisots heller Farbpalette und dem lockeren Pinselstrich inspirieren liess.</p>
<p>Bis heute gilt Morisot als die &#8220;impressionistischste unter den Impressionisten&#8221;. Ihre Bilder sind vom hellen Tageslicht gepr&#228;gt, den warmen, strahlenden Farben, vom ungest&#252;men, kurzen Pinselstrich. Die Hintergr&#252;nde der Landschaftsbilder wirken sonnendurchflutet, die Bilder sind Momentaufnahmen aus dem Leben, die Bildausschnitte wirken zuf&#228;llig. Impressionissmus wie aus dem Lehrbuch.</p>
<p><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1202999178_impress_morisot_manetetsafille.jpg" alt="BERTHE MORISOT,EUGENE MANET UND SEINE TOCHTER IM GARTEN, 1883" /></p>
<p class="bu">Berthe Morisot, Eugene Manet und seine Tochter im Garten, 1883<br />
&#214;l auf Leinwand, 60 x 73,5 cm<br />
Privatsammlung</p>
<p>Zu den etwas bekannteren Impressionistinnen geh&#246;rt neben Morisot vor allem Mary Cassett. Das verdankt sie allerdings allein dem Umstand, dass sie Amerikanerin ist und ihr Werk dort intensiv erforscht wurde. Wohl vor allem deshalb, weil die Amerikaner stolz waren, dass eine der ihren tats&#228;chlich in der europ&#228;ischen Kunst des 19. Jahrhunderts ihren Platz gefunden hatte. Cassett war Sch&#252;lerin von Degas, emanzipierte sich allerdings schnell von ihrem Lehrmeister. Besonders Cassetts Pastelle geh&#246;ren zu den herausragenden Werken ihrer Epoche, genauso wie die grafischen Arbeiten, die mit ihren fl&#228;chigen, klar umrissenen Formen von japanischen Holzschnitten inspiriert wurden.</p>
<p>Eva Gonzalès und Marie Bracquemond sind die unbekannteren unter den Impressionistinnen. Beide wurde bisher kaum ausgestellt. Gonzalès hat nie an einer Ausstellung der Impressionisten teilgenommen, obwohl ihr Stil typisch ist. Gonzalès war Sch&#252;lerin von Charles Chaplin und Manet. Sie malte vor allem Portr&#228;ts von Frauen aber auch Stillleben und Landschaftsbiler geh&#246;rten zu ihrem Repertoire. Die Malerin starb mit nur 36 Jahren nach der Geburt ihres Sohnes. Was w&#228;re wohl aus ihr geworden? Sie w&#228;re neben Morisot wahrscheinlich die bedeutendste Impressionistin geworden.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1173783653_impressionistinnen_gonzal_s_le_r_veil.jpg" title="Eva Gonzalès, Erwachendes M&#228;dchen, undatiert, Kunsthalle Bremen" rel="lightbox[roadtrip]"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1173783653_impressionistinnen_gonzal_s_le_r_veil.thumbnail.jpg" alt="Eva Gonzalès, Erwachendes M&#228;dchen, undatiert, Kunsthalle Bremen" style="padding-right: 5px" /></a><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1203415491_impress_gonzales_modiste_mail.jpg" title="Eva Gonzalès, Interieur der Modistin, 1882/83, Privatsammlung" rel="lightbox[roadtrip]"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1203415491_impress_gonzales_modiste_mail.thumbnail.jpg" alt="Eva Gonzalès, Interieur der Modistin, 1882/83, Privatsammlung" /></a></p>
<p>Wundersch&#246;n ist ihr &#8220;Erwachendes M&#228;dchen&#8221;, eine sch&#246;ne junge Frau, die in einem Meer aus Wei&#223; l&#252;mmelt. Spannend auch das &#8220;Interieur der Modistin&#8221; von 1882/83. Zwei Damen der gehobenen Gesellschaft sind bei einer Hutmacherin im Atelier und lassen sich H&#252;te vorf&#252;hren. D&#252;ster wirkt der Raum, vor dem sich die wei&#223;en Kleider der Damen absetzen. Die Details verschwimmen im Gelb, Braun und Schwarz des Bildes, die Gesicher sind nicht erkennbar. Es herrscht eine eigent&#252;mliche Stimmung.</p>
<p>Marie Bracquemond war die Frau des Malers und Grafikers Félix Bracquemond, der sie h&#228;ufig in seine Arbeit einbezog. Sie schuf vor allem Entw&#252;rfe f&#252;r Porzellan- und Wanddekorationen. Als einer ihrer Entw&#252;rfe 1874 im Pariser Salon ausgestellt wurde, erregte sie die Aufmerksamkeit von Edgar Degas, der sie in den Kreis der Impressionisten einf&#252;hrte. Mehrfach beteiligte sie sich mit eigenen Werken an den Ausstellungen der Impressionisten. Doch ihr Ehemann hatte wenig f&#252;r Verst&#228;ndnis f&#252;r die Ambitionen seiner Frau. Zerm&#252;rbt von der Kritik und der Eifersucht gab Marie Bracquemond  schlie&#223;lich 1890 auf.</p>
<p><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/1203517843_imp-5661.jpg" alt="Ausstellungsansicht, Foto: Norbert Miguletz" /></p>
<p class="bu">Ausstellungsansicht, Foto: Norbert Miguletz</p>
<p>Selten findet man Ausstellungen, die noch einen echten Aha-Effekt bieten und den Besucher in echtes Staunen und Verz&#252;cken versetzen.  Die Schirn schafft es, einen dieser Leckerbissen zu pr&#228;sentieren, auch wenn die Marketingmaschinerie ein wenig &#252;bertreibt, so viel Schutz haben die Malerinnen gar nicht n&#246;tig. 150 Werke aus internationalen Sammlungen und Museen hat man in Frankfurt zusammengetragen. Insbesondere die Arbeiten von Eva Gonzalès und Marie Bracquemond wurden bisher weltweit kaum gew&#252;rdigt. Allein die 40 Werke von Bracquemond d&#252;rften als umfassendste Ausstellung von Werken der K&#252;nstlerin seit 1919 gelten. Perfekt werden die Arbeiten pr&#228;sentiert, vor den dunkel gestrichenen W&#228;nden wirken die gut ausgeleuchteten Bilder noch strahlender als sie es ohnehin schon sind. Jede K&#252;nstlerin erh&#228;lt ihren eigenen Raum und bekommt so eine eigene kleine Retrospektive. Diese Ausstellung wird Geschichte schreiben, weil sie den Impressionistinnen endlich ihren Platz in der Kunstgeschichte zuweist. Endlich!</p>
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		<title>Malerei der Neuen Welt</title>
		<link>http://www.360-grad-blog.de/2007/09/11/malerei-der-neuen-welt/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Sep 2007 11:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2007]]></category>
		<category><![CDATA[Cole]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Staatsgalerie in Stuttgart widmet sich einem bisher wenig beleuchteten Kapitel der Kunstgeschichte: die Malerei der ersten amerikanischen K&#252;nstler.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r viele Kunstinteressierte betritt Amerika die B&#252;hne der Kunst erst in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, als sich die Kunstszene von Paris nach New York verlagerte.  Und erst im Laufe jener Jahre entwickelte sich so etwas wie ein eigene amerikanische Kunstbewegung. Doch das ist falsch, wie uns jetzt die Staatsgalerie Stutgart zeigt, den langer vor der New Yorker Schule gab es die Hudson River School.</p>
<p>Kulturell wurde Amerika im 19. Jahrhundert gepr&#228;gt von den europ&#228;ischen Siedlern und deren Ursprungsl&#228;ndern. K&#252;nstlerisch orientierten sich die Maler jener Jahre am akademischen Klassizismus der europ&#228;ischen Kunst. die Maler zogen umher und verkauften Portr&#228;ts oder Bilder vom Alltagsleben der Siedler. Doch mit der Besiedlung des Kontinents kamen auch die Maler weit herum. Sie entdeckten die landschaftlichen Sch&#246;nheiten des Landes. Kaum ein anderes Land verf&#252;gt &#252;ber ein derart abwechslungsreiches Landschaftsbild wie die USA: W&#252;sten, K&#252;sten, breite Flusst&#228;ler, endlose Ebenen, Gebirge und dichte Urw&#228;lder. Durch den Willen, die Schönheiten des Kontinents auf Leinwände zu bannen, entstand dann auch die erste amerikanische Kunstbewegung: die Hudson River School.</p>
<p>Allerdings waren die Maler der Hudson River School keine Künstlergemeinschaft oder Bewegung mit einheitlicher Malweise oder Intention. Viele der Maler kannten sich nicht einmal.  Auch der Name irritiert: Zwar nahm die Bewegung am Hudson River ihren Anfang und die ersten Bilder entstanden in dem Flusstal nordwestlich von New York, doch viele Maler lebten in anderen Landesteilen und haben den Hudson River wahrscheinlich nie gesehen.</p>
<p><span id="more-287"></span>
<div style="text-align:center"><img src='http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2007/09/cole1.jpg' alt='Thomas Cole (1801-1848), Blick auf die White Mountains, 1827, Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartford, Connecticut (USA)' /></div>
<div style="text-align:center; font-size:0.8em; color:#999999;">Thomas Cole (1801-1848), Blick auf die White Mountains, 1827<br />
&#214;l auf Leinwand, 64,5 x 89,4 cm, Verm&#228;chtnis Daniel Wadsworth<br />
© Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartford, Connecticut (USA)</div>
<p>Was alle verbindet, ist die leidenschaftliche Romantik, mit der die Künstler die Landschaften malten und die Spiritualität, die die Bilder ausstrahlen. Allen Malern gemeinsam war der Wille, die Schönheit der Natur darzustellen und die friedvolle Idylle auf die Leinwand zu bannen. Nicht selten erhielten die Bilder durch die Beseelung und Mystifizierung der Landschaften eine religiöse Note und nicht wenige Maler verbanden die realistische Darstellung der Landschaft mit religiösen Themen. Viele Gemälde zeigen eine stark betonte Gefühlswelt und trotz der realistischen Malweise enthalten die Bilder einen sehr subjektiven Eindruck bis hin zur Übertreibung.</p>
<p>Schon bald wurden neben der reinen Landschaftsmalerei auch weitere Themen aufgenommen. Das Leben der Ureinwohner des Landes rückte in den Blickpunkt, aber auch das Alltagsleben der Siedler. So wurden die Künstler der Hudson River School zu Vorreitern eines Nationalgefühls und brachten die aufkeimende Nation auf einen gemeinsamen Nenner. Die Maler der &#8220;School&#8221; wurden zu Identitätsstiftern.</p>
<p>Inspiriert wurden die Maler nicht zuletzt von der europäischen Romantik jener Zeit um die Dichter Byron, Shelley und Keats. Besonders angetan hatten es den jungen Amerikanern die beiden europäischen Maler Eugène Delacroix und William Turner. Die exotischen Bildthemen von Delacroix, seine ungewöhnliche, emotionale Malweise, die leidenschaftliche Wirklichkeitserfassung und seine Farben beeindruckten die Maler tief. Und Turners Bilder, die oftmals ein Rausch aus Farbe und Licht sind, beeinflussten die Malweise der Amerikaner entscheidend.</p>
<p>So sehr die Hudson River School auch für die kulturelle Selbstständigkeit Amerikas steht, nahm sie doch ihren Anfang in Europa und fand hier auch immer wieder Inspiration. Viele der Maler der Hudson River School wurden in Europa geboren und dort ausgebildet, ehe sie in die neue Welt emigrierten. Andere reisten lange Jahre durch Europa und malten hier, wie einige Bilder beweisen.</p>
<p>Ein Buch wurde zum Grundstein für die Hudson River School. Das &#8220;Essay über die amerikanische Landschaft&#8221; von Thomas Cole (1801-1848) sollte die Amerikaner mit der amerikanischen Landschaft und ihrer Vielfalt bekannt machen. Die Natur könne durchaus eine moralische Botschaft vermitteln und  mit ihrer Grö&#223;e und Vielfalt identitätsstiftend für das amerikanische Volk sein, so Cole in seinem Buch.</p>
<div style="text-align:center"><img src='http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2007/09/church.jpg' alt='Frederic Edwin Church (1826-1900), K&#252;stenszene am Mount Desert, 1863, Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartford, Connecticut (USA)' /></div>
<div style="text-align:center; font-size:0.8em; color:#999999;">Frederic Edwin Church (1826-1900), K&#252;stenszene am Mount Desert, 1863<br />
&#214;l auf Leinwand, 91,8 x 121,9 cm<br />
© Wadsworth Atheneum Museum of Art, Hartford, Connecticut (USA)</div>
<p>Cole äu&#223;erte den Wunsch, ein nationales Bewusstsein zu schaffen und wollte mit dem Vorbild der natürlichen Vielfalt und Ordnung auch moralische und kulturelle Standards schaffen. So wurden die Maler der Hudson River School nicht nur zu akribischen Beobachtern der Natur, sondern auch zu Verfechtern geistiger Werte. Das ging so weit, dass in Coles Bildern sogar surrealistische Tendenzen erkennbar wurden und religiöse Themen breiten Platz einnahmen. Thomas Cole wurde zum Gründer und geistigen Vater der Hudson River School.</p>
<p>Coles Erfolg als Maler und Publizist, der ihn auch zum Hauptvertreter der Hudson River School machte, ging vor allem auf seine genaue Beobachtungsgabe zurück und seinen einzigartigen Malstil, der den Bildern eine mystische Aura verlieh und damit den Geschmack des Publikums in Amerika traf. Sein Gemälde &#8220;The Oxbow&#8221; von 1836 wurden zum Symbol für die amerikanische Landschaft und seinen Gemäldereihen &#8220;The Course of Empire&#8221; und &#8220;The Voyages of Life&#8221; zum Sinnbild für die monumentale Fantasie und die Kraft seiner Bilder.</p>
<p>Die in der Ausstellung „Neue Welt“ in der Staatsgalerie Stuttgart gezeigten 73 Gem&#228;lde und Zeichnungen amerikanischer K&#252;nstler stammen aus dem Wadsworth Atheneum Museum of Art in Hartford, Connecticut, das 1844 als erstes &#246;ffentliches Kunstmuseum in Amerika gegr&#252;ndet wurde. Es bewahrt eine der gr&#246;&#223;ten und bedeutendsten Sammlungen amerikanischer Landschaftsmalerei. Sie wird nun erstmals repr&#228;sentativ in Europa gezeigt. Die Ausstellung gliedert sich in acht Sektionen: Wildnis, Die Siedler in der Wildnis, Die Niagaraf&#228;lle und ihre „furchtbare Grandeur“, Kunst und Wissenschaft, Die Anziehungskraft Italiens, Der amerikanische Westen, Luminismus, Die Entstehung der erhabenen Landschaft.</p>
<p>Einen l&#228;ngeren Artikel zum Thema habe ich 2005 geschrieben, nachzulesen <a href="http://www.360-grad-blog.de/artikel/2005/hudson_2005.pdf" target="_blank">hier</a>.</p>
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		<title>Elegant und ausdrucksstark</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jun 2007 08:51:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Franzosen]]></category>
		<category><![CDATA[Met]]></category>
		<category><![CDATA[Metropolitan museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt wo alles nach Berlin rennt, um sich die Preziosen aus dem Metropolitan Museum (Franz&#246;sische Malerei des 19. Jahrhunderts) anzusehen, sollte man auch nach Karlsruhe fahren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt wo alles nach Berlin rennt, um sich die Preziosen aus dem Metropolitan Museum (Franz&#246;sische Malerei des 19. Jahrhunderts) anzusehen, sollte man auch nach Karlsruhe fahren. Die Kunsthalle Karlsruhe beeindruckt immer wieder mit sehr guten Ausstellungen, die f&#252;r ein kleineres Haus wirklich beeindruckend sind. Ich erinnere nur an die hervorragende Delacroix-Ausstellung vor einigen Jahren. Jetzt zeigt die Kunsthalle &#8220;Von Houdin bis Rodin &#8211; Franz&#246;sische Plastik des 19. Jahrhunderts&#8221; (bis 26. August 2007). Zu sehen sind rund 160 Werke von 30 Bildhauern und Bildhauerinnen, darunter so klangvolle Namen wie Houdin, Matisse, Gauguin, Degas, Maillol und Daumier.</p>
<p>Der Name, der aber wie kein anderer f&#252;r die franz&#246;sische Bildhauerei des 19. Jahrhunderts steht, ist Auguste Rodin. Gepr&#228;gt von der Begeisterung jener Zeit f&#252;r die antiken Skulpturen, widmete sich Rodin dem intensiven Naturstudium. Seine Arbeiten stehen thematisch f&#252;r den Symbolismus, doch die Ausarbeitung ist neu. Trotz barockem Realismus und Vollendung des Klassischen k&#252;nden die impressionistisch anmutenden, zerkl&#252;fteten Oberfl&#228;chen von etwas Neuem.</p>
<p><img src='http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2007/06/kh_plastik.jpg' alt='Blick in die Ausstellung' />
<div style="text-align:center; color:#4e4e4e; font-size:0.8em">Blick in die Ausstellung auf<br />
Auguste Rodin, Schreitender Mann (L’homme qui marche), 1900 (im Vordergrund) und<br />
Henri Matisse, Der Leibeigene (Le Serf), 1900-04<br />
M&#252;nchen, Bayerische Staatsgem&#228;ldesammlungen, Pinakothek der Moderne<br />
Foto: Wolfgang Pankoke</div>
<p>Rodin ist es auch, der die Figuren als erster absichtlich unvollendet l&#228;sst. Er formt Torsi ohne Arme und/ oder Beine. Ber&#252;hmtestes Beispiel ist &#8220;Der Schreitende&#8221;.  Kunstwerke werden zu Fragmenten derWirklichkeit. Seine Figuren versetzt er in bisher unbekannte Dynamik. Rodin dringt tief in seelische Bereiche ein, ohne den affektierten Gef&#252;hlen seiner Zeitgenossen nachzugeben.</p>
<p>Die lebensgro&#223;en Figuren wagen ein H&#246;chstma&#223; an Wirklichkeitsn&#228;he und schwanken doch zwischen zeittypischer Idealisierung und einem neuentdeckten Expressionismus. Ein spannender Interessenkonflikt, wie ihn viele K&#252;nstler des 19. Jahrhunderts sp&#252;ren. Die neue K&#252;nstlergeneration des 19. Jahrhunderts beginnt, ihr Recht auf Spontanit&#228;t einzufordern. Diese steigert sich erbarmungslos kritisch bis hin zur Karrikatur bei Honoré Daumier und endet im ausgehenden 19. Jahrhundert mit den Repr&#228;sentanten der fr&#252;hen Moderne, die getrennte Wege gehen. W&#228;hrend Degas&#8217; T&#228;nzerin die ganze Leichtigkeit ihrer Jugend zur Schau stellt und ihr zartes Kleidchen und die Figur in voller Bewegung zu Erstarren scheinen, sind Matisses Figuren zerkl&#252;ftet und voll &#252;bertriebener Gestik und K&#246;rperf&#252;lle. Nur Maillol versucht, am idealisierten Bild der alten Zeit festzuhalten.</p>
<p>Die Ausstellung versteht es, den Widerstreit k&#252;nstlerischer Haltungen offenzulegen: klassizistische Strenge gegen romantische Emotion, gef&#228;llige Grazie contra bittere Satire, akademische Konvention im Wettstreit mit der Freiheit. Es ist die erste, die sich dabei ganz der Bildhauerei verschrieben hat. Unbedingt anschauen!</p>
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		<title>Die sch&#246;nsten Franzosen aus New York</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2007 11:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Museen und Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Impressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Met Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Metropolitan museum]]></category>
		<category><![CDATA[New York]]></category>

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		<description><![CDATA[2004 war das MoMA zu Gast in Berlin, 2006 dann das Guggenheim in Bonn, beide Ausstellungen hatten gro&#223;en Erfolg. Das konnte das dritte gro&#223;e New Yorker Museum wohl nicht auf sich sitzen lassen. Das Metropolitan Museum baut um und muss deshalb Platz schaffen. Deshalb werden nun vom 1. Juni bis 7. Oktober rund 150 Meisterwerke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2004 war das MoMA zu Gast in Berlin, 2006 dann das Guggenheim in Bonn, beide Ausstellungen hatten gro&#223;en Erfolg. Das konnte das dritte gro&#223;e New Yorker Museum wohl nicht auf sich sitzen lassen. Das Metropolitan Museum baut um und muss deshalb Platz schaffen. Deshalb werden nun vom 1. Juni bis 7. Oktober rund 150 Meisterwerke franz&#246;sischer Maler in die Neuen Nationalgalerie in Berlin &#8220;ausgelagert&#8221;. Die Liste der ausgestellten Kunstwerke ist beeindruckend: Monets &#8220;Seerosenteich&#8221;, Van Goghs &#8220;Schwerlilien&#8221;, Rodins &#8220;B&#252;rger von Calais&#8221;, Manets &#8220;Im Boot&#8221; und Cezannes &#8220;Stillleben mit &#196;pfeln und Primeln&#8221; &#8211; kaum ein Museum hat eine solch gute Sammlung franz&#246;sischer Maler und Bildhauer des 19. und 20. Jahrhunderts.</p>
<div style="text-align:center"><img src='http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2007/05/dt1568.jpg' alt='Vincent van Gogh, Schwertlilien/ Les iris, 1890' /></div>
<div class="bu">Vincent Van Gogh, Schwertlilien/ Les iris, 1890<br />
&#214;l auf Leinwand, 73,7 x 92,1 cm<br />
Gift of Adele R. Levy, 1958, © The Metropolitan Museum of Art, New York</div>
<p>&#220;brigens geh&#246;ren die langen Schlangen der MoMA-Ausstellung der Vergangenheit an. Wer eine Eintrittskarte gekauft hat, bekommt nun eine halbe Stunde bevor er dran ist ,eine SMS auf das Handy. In der Zwischenzeit werden andere Museen in der Umgebung als Zeitvertreib empfohlen. &#8220;Intelligentes Warten&#8221; nennt das die Neue Nationalgalerie. Das intelligentere Warten d&#252;rfte f&#252;r viele aber das kleine franz&#246;sische Dorf hinter dem Ausstellungshaus sein. Dort wird in kleinen H&#228;uschen alles verkauft, was in Frankreich gut und gerne gegessen wird.</p>
<p>Mehr unter: <a href="http://www.metinberlin.org/de/home/">www.metinberlin.org</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Goyas Geister</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Nov 2006 10:04:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 18. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Goya]]></category>

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		<description><![CDATA[Foto aus &#8220;Goyas Geister&#8221;© TOBIS Film Jedes Jahr kommen ein oder zwei K&#252;nstlerfilme ins Kino. Und leider sind die meisten nicht wirklich gut. Nicht wirklich gut im Sinne dessen, was man als kunstinteressierter Mensch erwartet. Eigentlich sollte ein solcher Film Leben und Werk eines K&#252;nstlers beleuchten, seinen Werdegang und sein Arbeiten. Nat&#252;rlich darf es auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: center"><img id="image131" src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2006/11/goya.jpg" alt="Goyas Geister, Tobis Film" /></p>
<p style="font-size: 0.8em; color: #4e4e4e">Foto aus &#8220;Goyas Geister&#8221;<br />© TOBIS Film</p>
</div>
<p>Jedes Jahr kommen ein oder zwei K&#252;nstlerfilme ins Kino. Und leider sind die meisten nicht wirklich gut. Nicht wirklich gut im Sinne dessen, was man als kunstinteressierter Mensch erwartet. Eigentlich sollte ein solcher Film Leben und Werk eines K&#252;nstlers beleuchten, seinen Werdegang und sein Arbeiten. Nat&#252;rlich darf es auch ein bisschen Liebe, Schmerz und Rivalit&#228;t geben, um dem Stoff die n&#246;tige W&#252;rze zu verleihen und Zuschauer in Massen ins Kino zu locken. Doch leider treten bei den meisten Filmen &#252;ber K&#252;nstler Liebe, Herzschmerz und Dramatik in den Vordergrund. Leben und Werk dienen nur als Aufh&#228;nger und schm&#252;ckendes Beiwerk. <a href="http://www.girlwithapearlearringmovie.com/">&#8220;Das M&#228;dchen mit dem Perlenohrring&#8221;</a> ist ein gutes Beispiel f&#252;r solch einen Film.</p>
<p>So auch im Fall von <a href="http://www.tobis.de/home/site_scripts/filmseite.php?id=98">Goyas Geister</a>. Dabei g&#228;be Goya eigentlich eine perfekte Kinofigur ab. Er war eine schillernde Pers&#246;nlichkeit, Revoluzzer gegen Klerus und Krieg. Bei allem Interesse an den Leiden des einfachen Volkes auch ein von Geltungssucht Getriebener, der gerne in aristokratischen Kreisen verkehrte. Rebell und Beobachter seiner Zeit.</p>
<p>Doch von all dem zeigt der Film wenig, statt dessen dreht sich alles um Goya und dessen Modell Inés, eingebettet in die Unbill jener Zeit. Regisseur Milos Forman hat sich so in die historischen Ereignisse und die Dramen um die sch&#246;ne Inés gesteigert, dass er ganz vergesen hat, welch wunderbaren Stoff das Leben und die Person Fransico Goya abgibt. Die innere Zerrissenheit von Goya, sein ambivalentes Leben, die Verarbeitung der politischen Geschehnisse seiner Zeit in seinen Werken stehen im Hintergrund.</p>
<p>Goya wird als Mitl&#228;ufer dargestellt, der sein F&#228;hnlein in den Wind h&#228;ngt. Das stimmt so aber nicht, nur wehrt sich Goya eben mit seinen Mitteln. D&#252;ster ist die Stimmung in den grandiosen Radierungen &#8220;Desastres de la guerra&#8221;, in denen der Maler die Grausamkeiten des Kriges verarbeitet. Hohn &#252;ber die menschlichen Unzul&#228;nglichkeiten spricht aus den &#8220;Caprichos&#8221;, Todesangst aus den Suenos (Tr&#228;umen). Und wenn Goya die Familie Karls IV. malt, dann ist dies keine einfaches Portr&#228;t des feisten Herrschers, sondern ein Bildnis f&#252;r die Dekadenz und Eitelkeit des K&#246;nigs und seiner Familie.</p>
<p>Trotz der Unzul&#228;nglichkeiten lohnt sich ein Kinobesuch trotzdem f&#252;r diejenigen, die auf Liebesgeschichten und historische Stoffe in opulenter Umsetzung stehen. Man darf nur nicht die Erwartung haben, tief in die Seele Goyas blicken zu d&#252;rfen.</p>
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		<title>Ein Genie feiert Geburtstag</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Aug 2006 16:09:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Rembrandt]]></category>

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		<description><![CDATA[Anl&#228;sslich des 400. Geburtstages des gro&#223;en Rembrandt wird in diesem Jahr kr&#228;ftig gefeiert. Auch in Berlin sind ab heute im Kulturforum Potsdamer Platz drei Ausstellungen zu sehen. Neben &#8220;Rembrandt &#8211; Der Zeichner&#8221; und &#8220;Rembrandt &#8211; Ein Virtuose der Druckgrafik&#8221; zeigt die gr&#246;&#223;te Show &#8220;Rembrandt &#8211; Genie auf der Suche&#8221; bis 5. November 2006 rund 80 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anl&#228;sslich des 400. Geburtstages des gro&#223;en Rembrandt wird in diesem Jahr kr&#228;ftig gefeiert. Auch in Berlin sind ab heute im Kulturforum Potsdamer Platz drei Ausstellungen zu sehen. Neben &#8220;Rembrandt &#8211; Der Zeichner&#8221; und &#8220;Rembrandt &#8211; Ein Virtuose der Druckgrafik&#8221; zeigt die gr&#246;&#223;te Show &#8220;Rembrandt &#8211; Genie auf der Suche&#8221; bis 5. November 2006 rund 80 Meisterwerke.</p>
<p>Die Ausstellung legt den Fokus ganz auf die &#8220;Krisenjahre&#8221; nach 1642. Nach dem Tod von Rembrandts Frau Saskia rutschte Rembrandt in eine tiefe seelische und k&#252;nstlerische Krise. Er konnte mit Geld nicht umgehen, &#252;bernahm sich mit dem Kauf eines Hauses und bekam finanzielle Probleme. Aber auch seine sch&#246;pferische Kraft lie&#223; in jenen Jahren deutlich nach. Bis in die 1650er Jahre malte er nur wenige Bilder, blieb aber in seinem Atelier als Lehrmeister t&#228;tig. Interessant ist die Ausstellung vor allem da, wo Werke des Meisters denen von Sch&#252;lern gegen&#252;bergestellt werden. Wo doch gerade in den letzten Jahren inbr&#252;nstig dar&#252;ber gestritten wird, welche Bilder nun echt sind und welche von Sch&#252;lern stammen.</p>
<p>Mehr unter: <a href="http://www.alte-nationalgalerie.de">Alte Nationalgalerie</a></p>
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