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	<title>360° &#187; Kunst im 20. Jahrhundert</title>
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	<description>DER KUNSTBLOG</description>
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		<title>Ein Laster namens Surrealismus</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 09:44:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
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		<category><![CDATA[Fondation beyeler]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Tiger springt aus dem Maul eines Tigers der aus einem Fisch springt, der aus einem Granatapfel springt. Dem w&#252;tenden Tier voran fliegt ein Gewehr mit aufgestecktem Bajonett auf eine liegende Nackte zu, die ganz entspannt auf einer Erdscholle in einem unendlichen Ozean ruht. Im Hintergrund ein wei&#223;er Elefant mit einem Obelisken auf dem R&#252;cken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Tiger springt aus dem Maul eines Tigers der aus einem Fisch springt, der aus einem Granatapfel springt. Dem w&#252;tenden Tier voran fliegt ein Gewehr mit aufgestecktem Bajonett auf eine liegende Nackte zu, die ganz entspannt auf einer Erdscholle in einem unendlichen Ozean ruht. Im Hintergrund ein wei&#223;er Elefant mit einem Obelisken auf dem R&#252;cken auf meterhohen stelzenartigen Spinnenbeinen. Ein Kreislauf aus Geburt, Leben und Tod, gew&#252;rzt mit einer Prise m&#228;nnlicher Potenz und Begierde und weiblicher Anmut. Im Vordergrund umschwirrt eine Biene einen schwebenden Granatapfel. Diesen wahnwitzigen Traum in sch&#246;nsten Farben malte Dalí und er gilt vielen als eine der Ikonen des Surealismus. Dabei war Dalí von Breton, dem Anf&#252;hrer der surrealistischen Bewegung, l&#228;ngst verbannt worden als er das Bild malte, weil er sich den dogmatischen Regeln des Surrealismus nicht unterwerfen wollte. </p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2012/01/reve_dali.jpg"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2012/01/reve_dali-315x400.jpg" alt="Salvador Dalí, Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Erwachen, 1944, &#214;l auf Holz, 51x41cm Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid Foto: © Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid © 2011, Fundació Gala-Salvador Dalí / ProLitteris, Z&#252;rich" title="Salvador Dalí, Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Erwachen,1944, &#214;l auf Holz, 51x41cm Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid Foto: © Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid © 2011, Fundació Gala-Salvador Dalí / ProLitteris, Z&#252;rich" width="315" height="400" class="size-medium wp-image-1414" rel="lightbox" /></a>
<p class="bu">Salvador Dalí, Traum, verursacht durch den Flug einer Biene um einen Granatapfel, eine Sekunde vor dem Erwachen, 1944<br />
&#214;l auf Holz, 51&#215;41cm Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid<br />
Foto: © Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid © 2011, Fundació Gala-Salvador Dalí / ProLitteris, Z&#252;rich</p>
<p>F&#252;r Breton war „das Laster namens Surrealismus  [&#8230;] der z&#252;gellose leidenschaftliche Gebrauch der Droge Bild.“ Fast vergessen ist inzwischen, dass die Surrealisten der ersten Stunde vor allem Literaten waren, die von den Albernheiten des Dadaismus genug hatten. Man wollte der K&#228;lte der Nachkriegsgesellschaft nicht mehr nicht mehr l&#228;nger mit Bl&#246;delei entgegnen, sondern die Gesellschaft und ihre Menschen aktiv ver&#228;ndern. Breton udn seine Kollegen wollten das Unwirkliche und Traumhafte in der Kunst verankern und den durch die Logik begrenzten menschlichen Erfahrungsbereich durch das Fantastische und Absurde erweitern. Geschehen sollte das mittels der „Écriture automatique“, dem automatischen Schreiben. Dazu sollte der Verstand ausgeschaltet werden und m&#246;glichst automatisch ohne Nachdenken geschrieben werden, um die Tiefen menschlichen Bewusstseins sichtbar zu machen. Schnell kamen zu den Literaten auch K&#252;nstler hinzu. Dalí, Magritte, Miró, Masson und Max Ernst, selbst Picasso lie&#223; sich von der surrealistischen Gedankenwelt inspirieren. </p>
<p>Die Fondation Beyeler in Basel zeigt nun in einer grandiosen Ausstellung die Geschichte des Surealismus. Das Hauptaugenmerk legt die Ausstellung auf Dalí, Miró und Magritte, deren Malstil beispielhaft f&#252;r die beiden Richtungen des Surrealismus steht. Dalí malt in hyperrealistischer Malweise absurdeste Traumsequenzen. Magritte hingegen vereinte in seinem realistischen Malstil gegens&#228;tzliche Dinge, wie etwa die wundersch&#246;ne Pfeife unter der steht, das dies keine Pfeife sei. Und schlie&#223;lich Míro, der mit seinen kryptischen Symbolwelten die Écriture automatique visuell perfekt umsetzte. </p>
<p>Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte des Surrealismus zu seinen Glanzzeiten im Paris der 1920er und 1930er Jahre, bevor die Protagonisten dann vor dem Krieg in die USA fl&#252;chteten. Neben den Gem&#228;lden sind auch Zeichnungen, Fotos, Briefe und handschriftliche Notizen ausgestellt. Neben den drei Malern sind auch Vorl&#228;ufer zu sehen, aber auch weitere Maler, Lyriker und Schriftsteller und die wichtigsten F&#246;rderer und Sammler des Surrealismus, insbesondere Peggy Guggenheim. Keine andere pr&#228;gte den Surrealismus als Sammlerin so sehr wie sie. Sie f&#246;rderte die K&#252;nstler, folgte ihnen in das Exil in den USA, bis die engen Bande zu Bruch gingen und Guggenheim sich den Abstrakten Expressionisten zuwandte.</p>
<p>290 Exponate hat die Fondation Beyeler zusammengetragen und l&#228;sst die Besucher ganz in die Welt des Surrealismus eintauchen. Zur Ausstellung erschien ein wissenschaftlicher Katalog mit umfangreichem Bildmaterial &#8211; ein Kauf lohnt sich.  </p>
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		<title>Hommage an die K&#252;nstlerinnen der Avangarde</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 16:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Cahun]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Die andere Seite des Mondes]]></category>
		<category><![CDATA[Dora Maar]]></category>
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		<category><![CDATA[Sophie Taeubner-Arp und Sonia Delaunay]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Name Dora Maar ist vor allem mit Pablo Picasso verbunden. Von 1936 bis 1943 war Maar Muse, Modell und Geliebte Picassos. Doch Mitte der 1930er Jahre hatte Maar sich l&#228;ngst einen eigenen Namen als Fotografin gemacht und verkehrte in K&#252;nstlerkreisen. Trotzdem wurde sie nach 1936 kaum noch als eigenst&#228;ndige K&#252;nstlerin wahrgenommen, sie war die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Name Dora Maar ist vor allem mit Pablo Picasso verbunden. Von 1936 bis 1943 war Maar Muse, Modell und Geliebte Picassos. Doch Mitte der 1930er Jahre hatte Maar sich l&#228;ngst einen eigenen Namen als Fotografin gemacht und verkehrte in K&#252;nstlerkreisen. Trotzdem wurde sie nach 1936 kaum noch als eigenst&#228;ndige K&#252;nstlerin wahrgenommen, sie war die Frau an Picassos Seite, Gegenstand vieler seiner Gem&#228;lde und die Fotografin, die die Entstehung seiner Werke dokumentierte. Bis heute ist Dora Maar nur eingefleischten Kunstkennern als eigenst&#228;ndige K&#252;nstlerin bekannt.</p>
<p>Eine Ausstellung in D&#252;sseldorf will das &#228;ndern. „Die andere Seite des Mondes. K&#252;nstlerinnen der Avantgarde“ l&#228;sst acht K&#252;nstlerinnen der 1920er und 1930er Jahre ins Rampenlicht treten. Diese Zeit war gepr&#228;gt von heftigen gesellschaftlichen und politischen Umbr&#252;chen. Die Frauenbewegung war stark geworden, Frauen verlangten politische und gesellschaftliche Teilhabe und riefen nach sexueller Selbstbestimmung.</p>
<p>Vorgestellt werden neben Dora Maar auch Hannah H&#246;ch, Sophie Taeubner-Arp und Sonia Delaunay und die weniger bekannten Claude Cahun, Florence Henri, Katarzyna Kobro und Germaine Dulac. Sie alle hatten sich den radikalen Kunstbewegungen jener zeit angeschlossen, dem Surrealismus, dem Dadaismus oder dem Konstruktivismus. Sie alle zeichnen sich durch Unabh&#228;ngigkeit, Offenheit und Selbstbewusstsein aus. Alle acht hatten ein Gesp&#252;r f&#252;r Themen und Trends ihrer Zeit. Vor allem die Rolle der Frau in der Gesellschaft war ihr Thema, aber auch &#228;sthetische Fragen in der aktuellen Kunst waren ma&#223;gebliche Themen vieler K&#252;nstlerinnen. </p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Hannah_Hoech_Siebenmeilenstiefel.jpg" title="Hannah H&#246;ch, Siebenmeilenstiefel, um 1934, Photomontage, 22,9 x 32,29 cm, Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011, Foto: Christoph Irrgang Foto: © VG Bild-Kunst" rel="lightbox"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/12/Hannah_Hoech_Siebenmeilenstiefel-412x400.jpg" alt="Hannah H&#246;ch, Siebenmeilenstiefel, um 1934, Photomontage, 22,9 x 32,29 cm, Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011, Foto: Christoph Irrgang Foto: © VG Bild-Kunst" title="Hannah Hoech, Siebenmeilenstiefel, 1934" width="412" height="400" class="size-medium wp-image-1405" /></a>
<p class="bu">Hannah H&#246;ch, Siebenmeilenstiefel, um 1934, <br />Photomontage, 22,9 x 32,29 cm, Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett<br />
Foto: © VG Bild-Kunst, Bonn 2011, Foto: Christoph Irrgang, © Kunstsammlung NRW</p>
<p>So fortschrittlich die Avantgarde in Europa und en USA auch war, Frauen hatten es schwer und wurden im besten Falle skeptisch betrachtet oder milde bel&#228;chelt. Die Ankaufspolitik der Museen wurde von M&#228;nnern verantwortet und so wundert es kaum, dass nur selten Werke der K&#252;nstlerinnen angekauft wurden.</p>
<p>Hannah H&#246;ch z&#228;hlte zu den Pionierinnen des Dadaismus. Sie hatte mit Raoul Haussmann den Dadaismus in Berlin mitbegr&#252;ndet, ihre zeitkritischen Collagen wurden zum Markenzeichen des Dadaismus. Auch Sonia Delaunay war eine Pionierin. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Robert Delauney entwickelte sie den Orphismus, eine aus dem Kubismus entstandene Stilrichtung der Malerei, bei der Farbkreise aus Kontrastfarben zusammengesetzt wurden. Auch Sophie Taeubner-Arp hatte mit Hans Arp einen bekannten K&#252;nstler als Ehemann. Sie stand dem Dadaismus nahe und verkn&#252;pfte diesen mit geometrisch-abstrakter Kunst und wurde zu einer der ersten Vertreterinnen der konkreten Kunst in Europa.</p>
<p>Gro&#223;en Respekt als Schriftstellerin genoss Claude Cahun in den Kreisen der Surrealisten. Ihre surrealistischen Fotografien gelten heute als radikalste &#196;u&#223;erungen weiblicher Identit&#228;t in den 1930er Jahren. Cahun inszenierte sich darin als androgynes Wesen in einer surrealen Welt.</p>
<p>Besonders interessant sind aber die meist streng geometrischen Skulpturen der Bildhauerin Katarzyna Kobro, deren Ausstellung eine kleine Sensation ist, denn eigentlich d&#252;rfte ihr Werk gar nicht mehr vorhanden sein.  In Polen versuche Kobro, ein Museum f&#252;r Moderne Kunst in Lodz aufzubauen. Ferdinand Léger, Max Ernst und Sonia Delauney stifteten Werke, doch der Einmarsch der Nationalsozialisten machte diesem Unterfangen eine Strich durch die Rechnung. Kobros Werk wurde im Krieg in alle Winde verstreut und zerst&#246;rt. Sie selbst musste ihre Holzskulpturen verbrennen, um kochen und heizen zu k&#246;nnen. Nur sechs Jahre nach Kriegsende starb sie verarmt und vergessen in einer Einrichtung f&#252;r unheilbar Kranke. </p>
<p>Der Besucher betritt die Ausstellung durch eine originalgetreue Rekonstruktion von Sophie Taeubner-Arps „Bar Aubette“ aus den Jahren 1926 bis 1928. Die mit abstrakten Kompositionen aus unterschiedlich farbigen Rechtecken ausgekleidete Bar stand einst in Stra&#223;burg. Anders als ihre m&#228;nnlichen Kollegen waren viele K&#252;nstlerinnen auch an der praktischen Anwendung ihrer Kunst interessiert. Delaunay verarbeitete ihre Muster zu Modedesigns, Kobro schuf architektonische Modelle.</p>
<p>Die K&#252;nstlerinnen waren hervorragend vernetzt. Sie waren in unterschiedlichen K&#252;nstlergruppen engagiert und kamen aus ganz Europa und doch hielten sie Kontakt. So waren Sonia Delauney und Sophie Taeubner-Arp eng befreundet und fuhren auch gemeinsam in Urlaub. Auch Florence Henri war mit den beiden gut bekannt. Man traf sich, schrieb sich Briefe und begutachtete das Werk der Kolleginnen.</p>
<p>230 Werke hat die Kunstsammlung NRW zusammen getragen, ein riesiges Konvolut. Direktorin Monika Ackermann und Kuratorin Susanne Meyer-B&#252;ser ist eine tolle Schau gelungen, leider werden die K&#252;nstlerinnen in jeweils eigenen Kabinetten pr&#228;sentiert. Sch&#246;ner und  aufschlussreicher w&#228;re es gewesen, wenn man die Werke einander gegen&#252;bergestellt h&#228;tte, um die gegenseitige Einflussnahme deutlicher erkennen zu k&#246;nnen und erkennen zu k&#246;nnen dass es einen regen Austausch und auch eine Beeinflussung gab. So muss man im reich bebilderten Katalog schm&#246;kern und die Lebensl&#228;ufe der K&#252;nstlerinnen verfolgen. </p>
<p>Weitere Infos: <a href="http://www.kunstsammlung.de">Kunstsammlung NRW</a></p>
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		<title>Neue Online-Datenbank zu den Gro&#223;en Deutschen Kunstausstellungen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 17:23:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Große Deutsche Kunstausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

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		<description><![CDATA[M&#252;nchen war zur Zeit des Nationalsozialismus deutsche Hauptstadt der Kunst. W&#228;hrend in der Galerie am Hofgarten &#8220;entartete Kunst&#8221; gezeigt wurde, war das Haus der Kunst von 1937 bis 1944 Ausstellungsort der Gro&#223;en Deutschen Kunstausstellung, der j&#228;hrlichen Leistungsschau deutscher K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstler von Hitlers Gnaden. Seit Ende Oktober ist nun die Website GDK-research.de online, eine Datenbank [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>M&#252;nchen war zur Zeit des Nationalsozialismus deutsche Hauptstadt der Kunst. W&#228;hrend in der Galerie am Hofgarten &#8220;entartete Kunst&#8221; gezeigt wurde, war das Haus der Kunst von 1937 bis 1944 Ausstellungsort der <em>Gro&#223;en Deutschen Kunstausstellung</em>, der j&#228;hrlichen Leistungsschau deutscher K&#252;nstlerinnen und K&#252;nstler von Hitlers Gnaden. Seit Ende Oktober ist nun die Website GDK-research.de online, eine Datenbank mit umfangreichem Material zu den Kunstausstellungen. Man kann dort Bilder und Informationen zu den Ausstellungen und Werken abrufen. Das Projekt, das mit 500.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeisnchaft gef&#246;rdert wurde, wurde vom Zentralinstitut f&#252;r Kunstgeschichte in M&#252;nchen, Zentralinstitut f&#252;r Kunstgeschichte, M&#252;nchen, dem Haus der Kunst und dem Deutschen Historischen Museum in Berlin initiiert. Eine wahre Fundgrube f&#252;r wWissenschaftler und Initeressierte.  </p>
<p>Website: <a href="http://www.gdk-research.de">www.gdk-research.de</a></p>
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		<title>Kunst bis in die Unendlichkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 08:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Fondation beyeler]]></category>
		<category><![CDATA[Louise Bourgeois]]></category>

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		<description><![CDATA[Louise Bourgeois ist eine Jahrhundertk&#252;nstlerin und das im doppelten Wortsinne. Sie ist nicht nur eine Ausnahmek&#252;nstlerin, sie hat nahezu das ganze 20. Jahrhundert erlebt, ist bedeutenden K&#252;nstlern begegnet, hat sich von ihnen inspirieren lassen und wurde so zum Bindeglied zwischen Moderne und zeitgen&#246;ssischer Kunst. Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren, ging dort zur Schule, studierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Louise Bourgeois ist eine Jahrhundertk&#252;nstlerin und das im doppelten Wortsinne. Sie ist nicht nur eine Ausnahmek&#252;nstlerin, sie hat nahezu das ganze 20. Jahrhundert erlebt, ist bedeutenden K&#252;nstlern begegnet, hat sich von ihnen inspirieren lassen und wurde so zum Bindeglied zwischen Moderne und zeitgen&#246;ssischer Kunst. </p>
<p>Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren, ging dort zur Schule, studierte Philosophie an der Sorbonne und Kunst bei Fernand Léger. Als sie den Kunsthistoriker Robert Goldwater traf, verliebte sie sich, heiratete und ging mit ihm nach New York. Dort tauchte sie in die entstehende Kunstszene ein, begegnete den vor dem Krieg geflohenen Surrealisten, traf die Abstrakten Expressionisten um De Kooning und Pollock und lernte die Minimal Art- und die Pop Art-K&#252;nstler kennen. Ein spannendes und aufregendes Leben.</p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/10/maman_fb_download2.jpg" rel="lightbox" title="Louise Bourgeois Fondation, Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999 Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927, 1 x 891,5 x 1023,6 cm Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser &amp; Wirth und Cheim &amp; Read Foto: Serge Hasenb&#246;hler, © Louise Bourgeois Trust"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/10/maman_fb_download2-500x375.jpg" alt="Louise Bourgeois Fondation Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999 Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927,1 x 891,5 x 1023,6 cm Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser &amp; Wirth und Cheim &amp; Read Foto: Serge Hasenb&#246;hler © Louise Bourgeois Trust" title="Louise Bourgeois Fondation, Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999 Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927, 1 x 891,5 x 1023,6 cm Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser &amp; Wirth und Cheim &amp; Read Foto: Serge Hasenb&#246;hler, © Louise Bourgeois Trust" width="500" height="375" class="size-medium wp-image-1379" /></a>
<p class="bu">Louise Bourgeois, Fondation Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999<br />
Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927,1 x 891,5 x 1023,6 cm<br />
Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser &#038; Wirth und Cheim &#038; Read<br />
Foto: Serge Hasenb&#246;hler, © Louise Bourgeois Trust</p>
<p>Lange war der Name Bourgeois nur Kunstkennern ein Begriff. Das &#228;nderte sich erst, als ihr das MoMA 1982 in New York eine Retrospektive ausrichtete und sie so einem gr&#246;&#223;eren Publikum bekannt machte. Da war sie 71 Jahre alt. Die letzte Retrospektive kurz vor ihrem Tod im Jahr 2010 wurde zu einem Triumphzug. Sie wurde in der Londoner Tate Modern, im Centre Pompidou in Paris und im Guggenheim Museum gezeigt.</p>
<p>Zum hundertsten Geburtstag der K&#252;nstlerin richtet nun die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel eine Retrospektive aus &#8211; die letzte, die die K&#252;nstlerin noch mitkonzipierte. Die Ausstellung À l’infini versammelt zwanzig beispielhafte Exponate aus allen Schaffensperioden, darunter auch Sp&#228;twerke, die noch nie &#246;ffentlich zu sehen waren.</p>
<p>K&#252;nstlerisch zu arbeiten bedeutete f&#252;r Bourgeois immer die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, die Umsetzung von bewussten Emotionen und unbewussten Gef&#252;hlen. Kunst war f&#252;r Bourgois immer auch Psychotherapie, die sie davor bewahren sollte, verr&#252;ckt zu werden, wie sie in einem Interview gestand. Ihre Kindheit liegt wie ein Trauma &#252;ber ihren Arbeiten. Die geliebte Mutter starb fr&#252;h nach schwerer Krankheit, der Vater k&#252;mmerte sich kaum um sie und dem&#252;tigte sie oft so sehr, dass sie noch Jahrzehnte sp&#228;ter in Interviews die Tr&#228;nen nur m&#252;hsam unterdr&#252;cken konnte.</p>
<p>Im Park des Museums empf&#228;ngt den Besucher Maman, die ein Schl&#252;sselwerk in Bourgeois’ Schaffen ist. Die zehn Meter hohe Bronzespinne mit ihren Marmoreiern im Hinterteil wirkt bedrohlich und be&#228;ngstigend. Umso erstaunlicher, dass Bourgeois sie als Metapher f&#252;r die geliebte Mutter sieht. Die Mutter war Weberin und restaurierte historische Stoffe. Wie eine Spinne erneuerte sie Gewebe und weil ihre Mutter f&#252;r sie ein Monument gewesen sei, sei die Spinne eben monumental gro&#223;. Die Spinne hat aber auch etwas Besch&#252;tzendes, sie tr&#228;gt ihre Eier hinten im K&#246;rper, den sie sch&#252;tzend unter sich streckt und die Beine wie einen Baldachin ausbreitet. So strahlt die Spinne auch etwas F&#252;rsorgliches aus.</p>
<p>Immer wieder stehen bei der oft nur als Bildhauerin wahrgenommenen K&#252;nstlerin bildhafte Erz&#228;hlungen im Mittelpunkt, mal als Zeichnung, oft aber auch als Installation.<br />
Angst und Schmerz waren dabei oft die Themen der K&#252;nstlerin. In der Ausstellung sind die legend&#228;ren Cells zu sehen, in K&#228;figen eingefangene Momentaufnahmen eines Lebens. Durch Fenster, T&#252;ren, Gitter oder Glas kann man einen blick darauf werfen. Am Ende der Ausstellung begegnet man der Passage dangereux von 1997, einer Art Super-Cell, irgendetwas zwischen Folterkammer und Kinderzimmer. In einem begehbaren K&#228;fig finden sich Knochen, Spiegel, St&#252;hle und ein kleines Lik&#246;rflakon, das Bourgeois von Le Corbusier geschenkt bekam. In ihm schwimmt eine tote Fliege, sie ist an ihrer Lust zu naschen zu Grunde gegangen.</p>
<p>Bourgeois litt an Schlafst&#246;rungen. Sie stand dann nachts oft auf und begann zu zeichnen. Mitte der neunziger Jahre entstanden so die Insomnia-Drawings, die einen unverstellten, tiefen Blick in das Seelenleben der K&#252;nstlerin erm&#246;glichen. Das Konvolut aus &#252;ber 200 Bl&#228;ttern ist die Quintessenz ihres k&#252;nstlerischen Schaffens. Skizzen und Zeichnungen wechseln ab mit Texten und Notizen, die sich auf ihr allt&#228;gliches Leben beziehen. Bemerkenswert sind auch die vierzehn Zeichnungen der Serie À l’infini, die der Ausstellung den Namen gaben. Ihren Ursprung hat die Serie in einer Radierung, in der sich zwei F&#228;den begegnen und ein Gewebe bilden. Daraus erschuf Bourgeois eine Serie, die den ewigen Zyklus des Lebens darstellt, das Werden und Vergehen des Menschen.</p>
<p>Etwas ungeschickt ist die Gegen&#252;berstellung  von Bourgeois Arbeiten mit K&#252;nstlern, die sie nachhaltig beeinflussten. Viele der zarten und anmutigen Arbeiten von Bourgeois gehen in der Bildgewalt ihrer Gegen&#252;ber einfach unter oder der Betrachter fragt sich, was die Ausstellungsmacher damit sagen wollten. Gelungen scheint nur die Konfrontation von Bourgeois’ Red Fragmented Figure (1953), einer Stele aus grob behauenen roten Holzkl&#246;tzen, mit Légers Contrastes de formes. Die Skulptur scheint die roten geometrischen Formen des Bildes geradezu in den Raum zu spiegeln.</p>
<p>Die Gegen&#252;berstellung von Bourgeois’ Werken mit denen der gro&#223;en M&#228;nner des 20. Jahrhunderts zeigt vor allem eines: Ihr Werk ist unvergleichlich zart und feminin und so ganz anders als das Ihrer Kollegen. Bourgeois nimmt mit ihren lyrischen und nachdenklichen Arbeiten eine Ausnahmestellung in der Kunst des 20. Jahrhunderts ein. Sie war eine der ersten, die den lange schwelenden Kampf zwischen Abstrakten und Figurativen beendete und die Kunst um eine eigenst&#228;ndige Deutungsebene bereicherte.</p>
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		<title>Eine Frage des Geschmacks</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 09:55:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Museen und Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Johan Holten]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthalle Baden-Baden]]></category>

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		<description><![CDATA[Anselm Reyle pr&#228;sentiert uns in seinem Gem&#228;lde Weidegl&#252;ck ein quietschbuntes Landschaftsidyll: Ein zufriedenes Pferd liegt entspannt auf einer Wiese vor einem strahlend blauen Himmel. Mit allerlei Schraffuren, Texturen und silbern gl&#228;nzenden Lacken wurden Hell und Dunkel und Farbspiele angedeutet. Doch etwas irritiert. &#220;berall auf dem Bild sind kleine Felder mit Zahlen sichtbar. Reyle spielt auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anselm Reyle pr&#228;sentiert uns in seinem Gem&#228;lde Weidegl&#252;ck ein quietschbuntes Landschaftsidyll: Ein zufriedenes Pferd liegt entspannt auf einer Wiese vor einem strahlend blauen Himmel. Mit allerlei Schraffuren, Texturen und silbern gl&#228;nzenden Lacken wurden Hell und Dunkel und Farbspiele angedeutet. Doch etwas irritiert. &#220;berall auf dem Bild sind kleine Felder mit Zahlen sichtbar. Reyle spielt auf das bei Hobbyk&#252;nstlern beliebte „Malen nach Zahlen“ an. Der Maler spielt mit der Grenze zwischen Kunst und Kitsch. Was ist Kunst und was Kitsch, wie viel Kommerz steckt in einem Bild und was  macht dessen Wert aus? Was macht Kunst &#252;berhaupt aus? Z&#228;hlt einzig der Wille ein Kunstwerk schaffen zu wollen, ist es handwerkliches K&#246;nnen oder ist es der Name des K&#252;nstlers? Sind es die Farben und die gekratzten Schraffuren im Bild, die den Willen des Erschaffers zur Kunst dokumentieren und sich &#252;ber das industrielle Produkt hinwegsetzen?</p>
<p style="text-align:center"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/09/GESCHMACK_Reyle_Weideglueck.jpg" ref=lightbox" title="Anselm Reyle, Weidegl&#252;ck, 2010, Mischtechnik auf Leinwand, 225 x 275 x 6,5 cm, Courtesy der K&#252;nstler, Fotograf: Matthias Kolb"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/09/GESCHMACK_Reyle_Weideglueck-480x400.jpg" alt="Anselm Reyle Weidegl&#252;ck 2010, Mischtechnik auf Leinwand,  225 x 275 x 6,5 cm, Courtesy der K&#252;nstler, Fotograf: Matthias Kolb" title="Anselm Reyle Weidegl&#252;ck 2010 Mischtechnik auf Leinwand  225 x 275 x 6,5 cm  lackierter Stahlrahmen, 247 x 297 x 11 cm Courtesy der K&#252;nstler Fotograf: Matthias Kolb" width="480" height="400" class="size-medium wp-image-1365" /></a></p>
<p class="bu">Anselm Reyle, Weidegl&#252;ck, 2010<br />
Mischtechnik auf Leinwand, 225 x 275 x 6,5 cm<br />
Courtesy der K&#252;nstler, Fotograf: Matthias Kolb
</p>
<p>Die erste Ausstellung des neuen Baden-Badener Kunsthallendirektors Johan Holten will untersuchen, ob g&#228;ngige Kategorien des Geschmacks heute noch brauchbar sind und welche Bedeutung sie innerhalb der zeitgen&#246;ssischen Kunst haben. Holten selbst kommt zu dem Schluss, dass sich visuelle Einordnungen zur Beurteilung von Kunst so stark ver&#228;ndert haben, dass sie „heute vollkommen untauglich sind, Kunst zu beurteilen.“ Kunst ist heute schon lange nicht mehr sch&#246;n und meist auch nicht geschmackvoll. Was bedeutet guter Geschmack in einer Welt die sehr schnelllebig geworden ist und in der fast alles erlaubt ist? Was heute noch in ist, kann morgen l&#228;ngst out sein. F&#252;r Museen wird es immer schwerer zu entscheiden, was sie ausstellen, sammeln und f&#252;r die Nachwelt konservieren sollen. Objektive Kriterien zu definieren, f&#228;llt vielen Kuratoren und Kritikern immer schwerer.</p>
<p>Vieles was einst als geschmackvoll galt, ist heute &#252;berholt. So zeigt die Kunsthalle Landschaftsbilder aus dem 19. Jahrhundert. Doch was damals Genuss und Sch&#246;nheit suggerieren sollte, ist heute nicht mehr zeitgem&#228;&#223;, wirkt angestaubt und w&#252;rde in hippen Berliner Wohnungen mit Sichtbetonw&#228;nden skurril wirken. Dabei waren die arkadischen Landschaften mit ihren Ruinen, B&#228;chen und W&#228;ldern einst gesellschaftliches Sch&#246;nheitsideal und Museen wollten ihre Besucher zum Wahren, Sch&#246;nen und Guten erziehen. Erst gegen Ende des Jahrhunderts begannen K&#252;nstler dagegen aufzubegehren. Die Impressionisten wollten nicht mehr nach akademischen Idealen malen, sie wollen Farbe und Licht auf die Leinwand bannen und sp&#228;testens mit den Expressionisten und den Kubisten gewann die eigene Sichtweise des K&#252;nstlers im fr&#252;hen 20. Jahrhundert die Oberhand.</p>
<p>W&#228;hrend sich die Palette k&#252;nstlerischer M&#246;glichkeiten extrem erweitert hat und neben Bildhauerei und Malerei auch Videokunst, Performance und Installation hinzukamen, scheinen handwerkliche F&#228;higkeiten immer mehr an Gewicht zu verlieren.<br />
Welche zeitgen&#246;ssische Kunst aber soll ein Museum heute ausstellen? Noch immer kommen die Besucher in die H&#228;user in der Erwartung, das Gute und Sch&#246;ne pr&#228;sentiert zu bekommen. Aber kann das eine Kunsthalle heute noch leisten?<br />
Nicht ohne Ironie ist die Lage der Kunsthalle in Baden-Baden, die direkt neben dem Privatmuseum von Frieder Burda residiert. Burda zeigt, was ihm pers&#246;nlich gef&#228;llt, einen Bildungsauftrag muss er nicht erf&#252;llen. Nicht ohne Ironie ist auch die gleichzeitig dort laufende Schau mit Werken von Neo Rauch, einem der angesagten K&#252;nstler der Leipziger Schule, deren Preise gerade schwindelerregende H&#246;hen erreichen.</p>
<p>Heute scheint der Kunstgeschmack eher vom Preis dominiert, die Sammler hecheln dem hinterher, was der Markt als „sammelnswert“ erachtet. Das &#228;rgert auch viele K&#252;nstler, die in dem Dilemma zwischen Anerkennung und Kommerzialisierung ihrer Arbeit feststecken. Viele von ihnen w&#252;rden sich dem Streben nach Konsum und Kommerz gerne entziehen. Es gilt inzwischen als schick gegen die Macht des Marktes zu rebellieren und so werden schon mal Alltagsgegenst&#228;nde in langweiliger Wiederkehr von Duchamps Ready-Mades aufgestellt um gegen die zunehmende Kommerzialisierung zu protestieren, wie etwa in Josefine Mecksepers Arbeiten, die in der Baden-Badener Kunsthalle billige Klob&#252;rsten und Slips wie Luxusaccessoires in die Vitrine stellt. Ist das jetzt Kunst oder Kitsch? Oder Kitsch, der durch eine inhaltliche Aussage zu Kunst wird? </p>
<p>Die Frage ob Kunst oder Kitsch ist nicht immer einfach zu beantworten, die Grenzen flie&#223;end und oft liegt die Entscheidung im Auge des Betrachters. Jeff Koons ist ein Meister dieser Spielerei. Seine Kitschskulpturen haben Kultstatus. Er &#252;berh&#246;ht kitschigen Nippes zu Ikonen des Kommerzes. Allein der Preis und der arrivierte Name des K&#252;nstlers bestimmt hier, ob etwas Kunst ist oder eben nicht. Je teurer, desto Kunst. F&#252;r die einen sind Koons Werke gesellschaftskritische Kunst, weil er damit das Wesen des Kunstmarkts blo&#223; legt, f&#252;r die anderen ist es nichts als billiger Kitsch, der zum Statussymbol erhoben wird – nur in einem sind sich beide Seiten einig: Die Signatur des K&#252;nstlers macht es wirklich teuer.</p>
<p>Kitsch? Das war f&#252;r den Kunstkritiker Clement Greenberg, der den Abstrakten Expressionisten um Pollock und De Kooning den Weg ebnete, vor allem das, was dem Massengeschmack entsprach und zum Massengeschmack kann Kunst sehr schnell werden. So fotografierte Martin Paar einen Besucher auf einer Messe in Dubai. Der Kunstkenner schaut sich ein gekleckstes und getr&#246;pfeltes Gem&#228;lde an. Sein Muster setzt sich zuf&#228;llig fast haargenau auf dem Hemd des Betrachters fort. Die Kunst verkommt zum massentauglichen Modeartikel.</p>
<p>Und so lehrt uns die Ausstellung vor allem eines: Geschmack scheint beliebig zu sein und ganz im Auge des Betrachters zu liegen. Was bleibt dem Besucher? Er muss in diesem Zeiten vor allem auf den eigenen Geschmack vertrauen. Kunstinstitutionen oder Kritiker k&#246;nnen nur Anleitungen bieten und der Kunstmarkt ist kein guter Ratgeber, weil das was heute noch teuer verkauft wird, morgen schon wie Blei an den W&#228;nden der Galerien h&#228;ngt. Dass der „teure Geschmack“ ein schlechter Ratgeber ist, zeigen Martin Parrs in der Ausstellung h&#228;ngende Fotos von Kunst- und Million&#228;rsmessen. Kunst verkommt zum protzigen Statussymbol und inhaltleeren Dekorationsartikel der Sch&#246;nen und Reichen.</p>
<p>„Geschmack –der gute, der schlechte und der wirklich teure“ ist eine wunderbare Ausstellung zum Nachdenken dar&#252;ber, was wir gut finden und warum wir das tun. Zur Ausstellung erschien ein lesenswerter Katalog mit Essays. </p>
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		<title>Traurige Nachrichten aus London</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jul 2011 11:26:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Lucien Freud]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine traurige Nachricht rauscht heute durch den (digitalen) Bl&#228;tterwald. Lucien Freud, genialer Maler und Enkel des Psychiaters Sigmund Freud, ist 88-j&#228;hrig am Mittwoch nach kurzer Krankheit verstorben. Er wird mir und der Kunstwelt sicher fehlen. Wie kein anderer schaffte er es, menschliche Seelenzust&#228;nde auf K&#246;rpern abzubilden und Gef&#252;hle zu Fleisch werden zu lassen. Seine einzigartige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine traurige Nachricht rauscht heute durch den (digitalen) Bl&#228;tterwald. Lucien Freud, genialer Maler und Enkel des Psychiaters Sigmund Freud, ist 88-j&#228;hrig am Mittwoch nach kurzer Krankheit verstorben. Er wird mir und der Kunstwelt sicher fehlen. Wie kein anderer schaffte er es, menschliche Seelenzust&#228;nde auf K&#246;rpern abzubilden und Gef&#252;hle zu Fleisch werden zu lassen. Seine einzigartige Malweise ist unverkennbar. Auch wenn er sich in den letzten Jahren mit seiner zum Markenzeichen gewordenen Kunst wiederholt hat, geht von den Arbeiten eine ungeheure Faszination aus.</p>
<p>Ein paar Nachrufe:<br />
* <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/enkel-des-psychoanalytikers-britischer-maler-lucian-freud-ist-tot-1.1123234" title="Britischer Maler Freud ist tot">Britischer Maler Freud ist tot &#8211; sueddeutsche.de</a></p>
<p>* <a href="http://www.faz.net/artikel/C30997/kunst-jahrhundertmaler-lucian-freud-gestorben-30470277.html" title="Jahrhundertmaler Lucien Freud ist tot">Jahrhundertmaler Lucien Freud ist tot &#8211; faz.net</a></p>
<p>* <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,775853,00.html" title="Britischer Maler Lucien Freud ist tot">Britischer Maler Lucien Freud ist tot -spiegel.de </a></p>
<p>* <a href="http://www.art-magazin.de/szene/44109/lucian_freud_london" title="Abschied von einer Legende">Abschied von einer Legende &#8211; art-magazin.de</a></p>
<p>* <a href="http://www.guardian.co.uk/artanddesign/gallery/2011/jul/22/lucian-freud-in-pictures" title="Lucien Freud in Pictures">Lucien Freud in Pictures &#8211; guardian.co.uk (engl.)</a></p>
<p>* <a href="http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/art/news/lucian-freud-the-man-who-revitalised-the-fine-art-of-portraits-dies-2318544.html" title="The Man who revitalized the fine art of portraits dies"> The Man who revitalized the fine art of portraits dies &#8211; Independent (engl.)</a></p>
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		<title>Blickachsen durch Bad Homburg</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 16:03:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[bad Homburg]]></category>
		<category><![CDATA[Blickachsen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bad Homburg ist ein beschauliches kleines St&#228;dtchen vor den (n&#246;rdlichen) Toren von Frankfurt. Hier geht es geruhsam zu, die Stadt gilt als bessere Wohngegend und der Kurcharakter tut ein &#220;briges. Mittelpunkt der Stadt ist der Kurpark, ein wundersch&#246;ner Park mit altem Baumstand und gro&#223;en Rasen- und Wiesenfl&#228;chen und diese werden alle zwei Jahre zum Freilichtmuseum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bad Homburg ist ein beschauliches kleines St&#228;dtchen vor den (n&#246;rdlichen) Toren von Frankfurt. Hier geht es geruhsam zu, die Stadt gilt als bessere Wohngegend und der Kurcharakter tut ein &#220;briges. Mittelpunkt der Stadt ist der Kurpark, ein wundersch&#246;ner Park mit altem Baumstand und gro&#223;en Rasen- und Wiesenfl&#228;chen und diese werden alle zwei Jahre zum Freilichtmuseum f&#252;r zeitgen&#246;ssische Bildhauerei.<br />
<a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/06/ba8_cragg_earlyforms_s-2085.jpg"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/06/ba8_cragg_earlyforms_s-2085-1024x682.jpg" alt="Tony Cragg, Early Forms, 2001 130 x 410 x 160 cm, Bad Homburg, Kurpark" title="ba8_cragg_earlyforms_s-2085" width="470" height="313" class="aligncenter size-large wp-image-1321" /></a>
<p class="bu">Tony Cragg, Early Forms, 2001 130 x 410 x 160 cm, Bad Homburg, Kurpark<br />(Courtesy Galerie Scheffel, Bad Homburg, und Tony Cragg)</p>
<p>Zu verdanken hat die Stadt das Projekt dem umtriebigen Galeristen Christian Scheffel, der in der Stadt seine Galerie betreibt. Er hat das Projekt 1997 im Kleinen begonnen, inzwischen findet die achte Ausstellung statt, die Stadt ist inzwischen Mitveranstalter und der Hessische Ministerpr&#228;sident Volker Bouffier hat die Schirmherrschaft &#252;bernommen. Inzwischen ist l&#228;ngst nicht mehr nur der Kurpark Ausstellungsort, sondern auch der romantische Schlossgarten und erstmals &#252;berwindet die Ausstellung die Stadtgrenzen und ist auch in der Darmst&#228;dter Stadtkirche und der Kunsthalle vertreten, im Camp-Ph&#246;nix-Park in Eschborn, dem Skulpturenpark in Niederh&#246;chstadt und an der Goethe-Universit&#228;t in Frankfurt auf dem Campus Westend und dem Campus Riedberg.</p>
<p>64 Skulpturen haben die Veranstalter zusammengetragen, darunter namhafte Bildhauer wie Joep van Lieshout, Magdalena Abakanowicz, Nigel Hall, David Nash, Tony Cragg und Bernar Venet. Wem da snicht genug ist, der kann ja die <a href="http://www.altana-kulturstiftung.de/">aktuelle Ausstellung der Altana-Kunststiftung</a> im Sinclair-Haus besuchen. Der Ausflug nach Bad Homburg lohnt sich &#8211; versprochen!</p>
<p>Mehr: <a href="http://www.blickachsen.de">Blickachsen 8</a> (bis 3. Oktober 2011).</p>
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		<title>Ein kleines Wunder: 271 Werke von Picasso entdeckt</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 08:41:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Picasso]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Anwalt der Picasso-Nachlassverwalter Jean-Jacques Neuer teilte am Montag mit, dass in Frankreich 271 bislang unbekannte Kunstwerke von Pablo Picasso aufgetaucht sind. Der Fund im Gesamtwert von mindestens 60 Millionen Euro habe sich im Besitz eines pensionierten Elektrikers befunden, der in den siebziger Jahren f&#252;r Picasso gearbeitet hatte. Experten gehen von der Echtheit der Werke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Anwalt der Picasso-Nachlassverwalter Jean-Jacques Neuer teilte am Montag mit, dass in Frankreich 271 bislang unbekannte Kunstwerke von Pablo Picasso aufgetaucht sind. Der Fund im Gesamtwert von mindestens 60 Millionen Euro habe sich im Besitz eines pensionierten Elektrikers befunden, der in den siebziger Jahren f&#252;r Picasso gearbeitet hatte. Experten gehen von der Echtheit der Werke aus.</p>
<p>Wie die Arbeiten in den Besitz des Mannes gelangten, ist unklar. Der Handwerker Pierre Le Guennec behauptet, Picasso und dessen Frau Jacqueline h&#228;tten ihm die Arbeiten geschenkt, als er Anfang der siebziger Jahre in den Villen des Malers in S&#252;dfrankreich Elektroinstallationen durchgef&#252;hrt habe. In Picassos Villa &#8220;La Californie&#8221; in Cannes, im Château Vauvenargues sowie in seinem Landhaus in Mougins habe er Alarmanlagen eingebaut und elektrische Installationen in Stand gehalten. Picassos Erben jedoch halten eine Schenkung f&#252;r h&#246;chst unwahrscheinlich und haben gegen den Elektriker Anzeige wegen Hehlerei erstattet. Da die Arbeiten weder signiert noch datiert sind, ist zweifelhaft, ob Picasso die Arbeiten tats&#228;chlich aus der Hand gab oder sie weggeworfen hatte, denn der Maler war sehr gewissenhaft, was Datierung und Signierung seiner Arbeiten betraf. M&#246;glich ist auch, dass die Arbeiten gestohlen wurden.</p>
<p>Im Januar hatte der Elektriker Kontakt zu Claude Picasso, Sohn und Nachlassverwalter des K&#252;nstlers, gesucht und um Echtheitszertifikate f&#252;r 26 Werke gebeten. Dem Schreiben hatte der Mann unscharfe Fotos der Werke beigelegt. Im M&#228;rz sandte er Picasso 39 weitere Fotos und dann noch einmal 30 im April. Die Arbeiten hatten die letzten 40 Jahre in einem Pappkarton in der Garage gelegen. Angeblich wusste der Le Guennec nicht, wie wertvoll die Arbeiten sind.</p>
<p>Claude Picasso war h&#246;chst erstaunt und verz&#252;ckt. Er teilte mit, dass er anhand der Fotos keine Beurteilung abgeben k&#246;nne undr lud den Mann nach Paris ein. Im September besuchte ihn der Elektriker im B&#252;ro der Picasso-Administration. Im Gep&#228;ck hatte er 175 Werke des K&#252;nstlers, darunter zwei Mappen mit 97 Zeichnungen. Die &#220;berraschung war gro&#223;, denn keine davon ist in den Archiven der Succession Picasso verzeichnet und niemand hatte sie bisher gesehen. Unter den Arbeiten auf Papier sind auch die neun &#8220;kubistischen Collagen&#8221; aus dem Jahr 1912. Sie galten als verloren, nachdem Picassos Atelier in Montrouge &#252;berschwemmt worden war. Im Besitz des Elektrikers befand sich au&#223;erdem ein Aquarell aus der blauen Periode, zahlreiche Gouachen, eine Serie von 30 Lithographien sowie mehr als 200 Zeichnungen.</p>
<p>Nachdem Mitarbeiter der Succession Picasso die Arbeiten mehrere Stunden gesichtet hatten, erstattete Claude Picasso Anzeige und die Staatsanwaltschaft in Grasse beschlagnahmte die Werke Anfang Oktober im Haus des Elektrikers. Niemals h&#228;tte sein Vater ein solches Konvolut verschenkt. Picasso galt als gro&#223;z&#252;gig und habe schon einmal schweren Herzens ein Werk oder zwei verschenkt, diese jedoch stets signiert und datiert und meist auch eine Widmung hinzugef&#252;gt. Es sei unvorstellbar, dass sein Vater eine solche Menge an bedeutenden Werken verschenkt habe. Da ein Diebstahldelikt bereits verj&#228;hrt w&#228;re, erstattete man Anzeige wegen Hehlerei. Nun wird der Fall wohl vor Gericht behandelt.</p>
<p>Eine kleine Auswahl der Arbeiten zeigt <a href="http://next.liberation.fr/arts/11011160-picasso-un-tresor-redecouvert#">La Libération</a>.</p>
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		<title>Liebesgeschichten in Hannover</title>
		<link>http://www.360-grad-blog.de/2010/07/18/liebesgeschichten-in-hannover/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 12:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Liebesgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Munch]]></category>
		<category><![CDATA[Nolde]]></category>
		<category><![CDATA[Picasso]]></category>
		<category><![CDATA[Sprengel Museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Liebe geh&#246;rt zu den zentralen Themen der Kunst &#8211; kein Wunder, ist sie doch zentrales Thema des Lebens. Dreht sich nicht alles um Liebe, Sehnsucht und Verlangen? Das Sprengel Museum in Hannover zeigt noch bis zum 15. August 2010 die Ausstellung &#8220;Liebesgeschichten &#8211; Sehnsucht, Hingabe und Erf&#252;llung in Werken von Munch und Nolde bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Liebe geh&#246;rt zu den zentralen Themen der Kunst &#8211; kein Wunder, ist sie doch zentrales Thema des Lebens. Dreht sich nicht alles um Liebe, Sehnsucht und Verlangen? Das Sprengel Museum in Hannover zeigt noch bis zum 15. August 2010 die Ausstellung &#8220;Liebesgeschichten &#8211; Sehnsucht, Hingabe und Erf&#252;llung in Werken von Munch und Nolde bis Picasso.&#8221; Die Ausstellung ist ein Streifzug durch die erste H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts und es f&#228;llt sofort auf: Die Liebe war eines der bestimmenden Themen dieser Zeit und doch haben sich die K&#252;nstler der Liebe sehr unterschiedlich gen&#228;hert. Tats&#228;chlich stehen oftmals Liebesgeschichten hinter den Bildern.</p>
<p>In Munchs Werk ist die Liebe meist eng verkn&#252;pft mit Tod, Krankheit, Trauer. Liebe schien f&#252;r Munch keine gro&#223;e Erf&#252;llung zu sein, sein Leben war gepr&#228;gt von eher problematischen Beziehungen zu Frauen.  Munch hatte sich 1899 in Tula Larssen verliebt, eine junge Dame aus besserem Hause. Trotz seiner Aversion gegen die Ehe willigte Munch sogar ein, Tulla zu heiraten, doch f&#252;r ihn war dies nur Fassade, um die Ehre des Fr&#228;uleins zu wahren. Die Beziehung war f&#252;r beide aufreibend und endete im Streit. Larrsen schoss dem Maler bei einem Streit 1902 in die Hand. Es verwundert also nicht, wenn er einen im gleichen Jahr entstandenen weiblichen Halbakt mit dem Zusatz &#8220;Das Biest&#8221; verkn&#252;pfte.</p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2010/07/lg_2010.01.21.003.jpg" rel="lightbox" title="Pablo Picasso Homme et femme (Mann und Frau) Vallauris, 1962 Wei&#223;e und farbige Kreiden, Bleistift und Wachsstifte, farbige Lavierungen (Grundierung) Sprengel Museum Hannover/ Michael Herling/ Aline Gwose"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2010/07/lg_2010.01.21.003-1024x770.jpg" alt="" title="Pablo Picasso Homme et femme (Mann und Frau) Vallauris, 1962 Wei&#223;e und farbige Kreiden, Bleistift und Wachsstifte, farbige Lavierungen (Grundierung) Sprengel Museum Hannover/ Michael Herling/ Aline Gwose" width="470" height="353" class="alignnone size-large wp-image-1163" /></a>
<p class="bu">Pablo Picasso, Homme et femme (Mann und Frau), Vallauris, 1962<br />
Wei&#223;e und farbige Kreiden, Bleistift und Wachsstifte, farbige Lavierungen (Grundierung)<br />
Foto: &copy; Sprengel Museum Hannover/ Michael Herling/ Aline Gwose&#8221;</p>
<p>Ganz anders ist Pablo Picassos Umgang mit dem Thema. Sein Werk ist durchzogen von Liebe, Erotik und Sexualit&#228;t. Kein anderer K&#252;nstler hat sich so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, bei keinem anderen ist das k&#252;nstlerische Werk so sehr Spiegel der eigenen Liebesangelegenheiten. Picasso erz&#228;hlt Geschichten von Verlangen und Begierde, von Liebe und Lust. Seine Bilder sind immer auch Spiegel der pers&#246;nlichen Liebesgeschichten: Abgesang auf eine endende Liebe, Vorbote f&#252;r eine neue Liebe, Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualit&#228;t, Verlangen nach dem anderen Geschlecht.</p>
<p>W&#228;hrend f&#252;r die Br&#252;cke-K&#252;nstler Liebe Teil eines utopischen Lebensentwurfes frei von b&#252;rgerlichen Zw&#228;ngen war, war f&#252;r K&#252;nstler wie Otto Dix, Christian Schad oder George Grosz Liebe und Sexualit&#228;t vor allem Spiegel der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse der 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die K&#252;nstler aus dem Kreis der Surrealisten konfrontieren uns mit Tr&#228;umen von der Liebe, begierigen Fantasien aber auch Albtr&#228;umen. Die K&#252;nstler der Nachkriegsgenerationen f&#252;hren dem Betrachter dann existenzielle Fragen der Liebe vor Augen.</p>
<p>Die Ausstellung mit 190 Werken macht deutlich, wie sehr sich die K&#252;nstler mit der Liebe besch&#228;ftigt haben und in welcher Bandbreite es behandelt wurde. Meist sind Kunst, Liebe und Biografie der K&#252;nstler eng verwoben, die Sicht der K&#252;nstler sehr pers&#246;nlich. Anders als die Maler vor ihnen malen die K&#252;nstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr idealisierte Sch&#246;nheiten oder portr&#228;tierten Damen des Hofes, sie malen ihre Geliebten, ihre Frauen, ihre Angebeteten oder M&#228;tressen.</p>
<p>Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Weitere Informationen unter: <a href="http://www.sprengel-museum.de" target="_blank">www.sprengel-museum.de</a>.</p>
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		<title>Picasso im Metropolitan Museum</title>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 08:09:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Metropolitan museum]]></category>
		<category><![CDATA[MoMA]]></category>
		<category><![CDATA[New York]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sammlerin Gertrude Stein hat einmal in Bezug auf das fortschrittliche Museum of Modern Art gesagt, ein Museum k&#246;nne nur modern oder ein Museum sein. Das war f&#252;r sie auch der Anlass ihre beiden Picasso-Werke an das eher konservative Metropolitan Museum zu geben. Das hat in den letzten 60 Jahren aus diesen beiden Werken eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Sammlerin Gertrude Stein hat einmal in Bezug auf das fortschrittliche Museum of Modern Art gesagt, ein Museum k&#246;nne nur modern oder ein Museum sein. Das war f&#252;r sie auch der Anlass ihre beiden Picasso-Werke an das eher konservative Metropolitan Museum zu geben. Das hat in den letzten 60 Jahren aus diesen beiden Werken eine Picasso-Sammlung von &#252;ber 500 Werken zusammengehortet. Nur 36 Werke hat man gekauft, die anderen erhielt das Museum geschenkt oder als Dauerleihgabe. Zwar hat das MoMA die bedeutendere Picasso-Sammlung, doch das Metropolitan Museum muss sich nicht verstecken. Insbesondere das Fr&#252;hwerk und die Druckgrafiken des spanischen Malers sind hier gut vertreten.</p>
<p>Nun hat das <a href="http://www.metmuseum.org/special/se_event.asp?OccurrenceId={CD70B3F0-D1B8-4501-9B63-085D213E0E9B}&#038;HomePageLink=special_c2a">Museum in New York</a> sein Depot ge&#246;ffnet und aus den Sch&#228;tzen eine Retrospektive mit 300 Gem&#228;lden, Skulpturen, Zeichnungen, Keramiken und Grafiken zusammengestellt. Bei so viel geballter Werkschau hat man sich gar nicht erst die M&#252;he gemacht, nach einer Themenstellung f&#252;r kunsthistorische Erg&#252;sse zu suchen, sondern l&#228;sst die Werke chronologisch geh&#228;ngt f&#252;r sich sprechen. Das beginnt mit einem Selbstportr&#228;t des 20-j&#228;hrigen Malers und geht bis zu &#8220;Stehender Akt und sitzender Musketier&#8221; des 87-j&#228;hrigen Picasso. Leider merkt man der Sammlung an, dass sie &#252;berwiegend aus Schenkungen besteht und somit keine klare Sammlungspolitik erkennen l&#228;sst. Die Ausstellung wirkt wie eine Retrospektive, der man die besten St&#252;cke genommen hat. Das ist angesichts der immensen Vorbereitungen mit acht Kuratoren, mehreren Restauratoren und Picasso-Forschern eigentlich ein bisschen wenig. Sehenswert ist die Schau aber trotzdem, denn viele Arbeiten waren bisher nur selten zu sehen. Auch die neuen Erkenntnisse bei einigen Bildern, die durchleuchtet wurden, sind spannend, weil sie zeigen, welche Geheimnisse in und unter den sichtbaren Bildern liegen und Picassos Malweise offenbaren.</p>
<p><object width="500" height="300"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/0YNYl1aErUQ&#038;rel=0&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/0YNYl1aErUQ&#038;rel=0&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="500" height="300"></embed></object></p>
<p>Richtig spannend wird die Ausstellung erst, wenn man r&#252;ber in das MoMA wandert, wo zeitgleich die Ausstellung <a href="http://www.moma.org/interactives/exhibitions/2010/picassoprints/" target="_blank">&#8220;Picasso &#8211; Themen und Variationen&#8221;</a> stattfindet. Deren Erkentnisse sind zwar auch nicht neu, doch es macht Spa&#223;, durch die Ausstellung zu laufen und Picassos Formenvielfalt zu bewundern. Besucht man auch noch die Dauerausstellung mit den Picasso-Highlights, hat man eine einmalige Chance, einen wirklich vollst&#228;ndigen &#220;berblick &#252;ber Picassos Schaffen zu gewinnen. Diese M&#246;glichkeit hat man nicht jeden Tag.</p>
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