4. Februar 2010 |
Durch sämtliche Medien zieht sich heute die Meldung von dem spektakulären Auktionsergebnis des gestrigen Tages: Die Skulptur “L’Homme qui marche I” des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti wurde am Mittwochabend bei Sotheby’s in London für 65 Millionen Pfund (rund 74 Millionen Euro) versteigert. Taxiert war das Werk auf 18 Millionen Euro. Ds Ergebnis lag knapp über dem Rekord, den ein Picasso im Jahr 2004 erreicht hatte. Die Plastik aus dem Jahr 1961 ging nach einem nur acht Minuten langen Wettbewerb an einen anonymen Telefonbieter.
Der “Schreitende Mann” war seit 1980 im Besitz der Dresdner Bank. Nach deren Übernahme durch die Commerzbank ging das Werk an den neuen Eigentümer über. Doch der wusste wohl nicht wirklich viel damit anzufangen. Die Sammlung der Dresdner Bank ist nicht unbedeutend, rund 3000 Werke hatte man zusammengesammelt, zunächst konstruktivistische und konzeptionelle Kunst, dann aber auch jüngere Künstler wie Julian Opie oder Karin Kneffel. Eines der zentralen Objekte war die versteigerte Skulptur, die in den letzten Jahren einen prominenten Platz im Vorstandsgebäude der Dresdner Bank hatte. Die Commerzbank weiß diesen Schatz allerdings anscheinend nicht zu würdigen – die Bank gilt ohnehin als nicht sehr kunstsinnig.
Den Erlös aus der Auflösung der Sammlung will man den Commerzbank-eigenen Stiftungen und einigen Museen zur Verfügung stellen. Wäre man nicht besser bedient gewesen, den Giacometti einem Frankfurter Museum zur Verfügung zu stellen? Davon hätten Museen und Publikum mehr gehabt. Grund für das gewählte Vorgehen der Bank sei nach Aussage einer Sprecherin der Bank gewesen, dass man sich nicht entscheiden konnte, welchem Museum man die Arbeit zukommen lassen solle. Dumm nur, dass man jetzt entscheiden muss, welchen Museen man das Geld zukommen lassen soll. Abgesehen davon hat die Commerzbank andere Arbeiten auch als Dauerleihgabe an Museen gegeben.
Schade, so verschwinden wieder Kunstwerke in den Tresoren von Privatleuten.
26. Februar 2009 |
Das Auktionshaus Christie’s hat in den letzten drei Tagen die Kunst- und Antiquitätensammlung des verstorbenen Modeschöpfers Yves Saint-Laurent und seines Lebensgefährten Pierre Bergé versteigert. Als Auktionsort wählte man den Grand Palais, jenes wunderschöne Belle-Époque-Gebäude mit Glas-Stahl-Dach aus der Zeit der Jahrhundertwende. Die Halle wurde in samtenes Schwarz gehüllt und blau beleuchtet. Ein perfekter Ort für das riesige Konvolut aus Gemälden Alter Meister, der Impressionisten und der klassischen Moderne, Möbeln, Antiquitäten, Designerstücken, antiken Skulpturen aus allen Teilen der Erde, Silber und Lampen. Dass die Sammlung nur wenige Monate nach dem Tod Saint-Laurents unter den Hammer kommt, dürfte an den horrenden Erbschaftssteuern liegen, die der französische Staat von Bergé eintreiben möchte.
Die Auktion brachte sagenhafte 373,5 Millionen Euro ein. Zu den teuersten Möbelstücken gehören Eileen Grays Sessel Dragons, der auf zwei bis drei Millionen Euro taxiert war und fast 22 Millionen Euro einbrachte. Wesentlich höher als geschätzt gingen auch zwei monumentale Vasen von Jean Dunand weg, die auf eine bis anderthalb Millionen geschätzt wurden und über drei Millionen Euro einbrachten. Besonders schick war auch François-Xavier Lalannes YSL Bar ein Kunstwerk, das Lalanne speziell für den Modeschöpfer entworfen hatte und das eher an einen Labortisch als eine Bar erinnert. Geschätzt wurde das Werk auf 200.000 bis 300.000 Euro, es erbrachte 2,7 Millionen Euro. » Read the rest of this entry «
14. März 2008 |
26. Februar 2008 |
Es geht ein merkwürdiger Virus um, der zu einem Massensterben führt. Einige deutsche Kunstmessen sind massiv unter Druck geraten und geben auf oder setzen in diesem Jahr aus. Plötzlich scheinen alle zu merken, dass Kunstmessen kein Selbstläufer sind und auch an einem überhitzen Kunstmarkt noch ein Minimum an Qualität gefragt ist. Zuerst war es die Fine Art Fair Frankfurt, die verkündete, man werde die Messe vorerst einstellen und sich neue Konzepte überlegen. Dann entschloss man sich auch in Düsseldorf (dc – düsseldorf contemporary), die Messe in diesem Jahr abzusagen und gemeinsam mit anderen Messeveranstaltern zu überlegen, wie es weitergehen soll. und selbst den Balearen-Ableger der Art Cologne in Palma de Mallorca wird es in diesem Jahr nicht mehr geben.
Die ART FORUM Berlin findet zwar statt, wird aber auf Anfang November 2008 verschoben, einen Tag gekürzt und “vom Event zum Diskurs”. Es fällt nicht schwer vorauszusagen, dass auch diese Messe auf Dauer Probleme bekommen wird. Lag man mit dem Termin Anfang Oktober vor den großen Herbstmessen, hat man die Messe jetzt mitten rein ins Messegetümmel verlegt. Das kann eigentlich nur schief gehen.
28. Januar 2008 |
Der Spiegel stellt unter dem Titel “Zum Ersten, zum Zweiten, am billigsten” eine Studie vor, die den Kunstmarkt unter die Lupe nimmt. Fazit des Artikels:
Deutsche Wissenschaftler haben den Kunstmarkt analysiert und sind zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen: Auktionshäuser sind billiger als Galerien.
Den ganzen Artikel gibt es bei Spiegel Online.
25. Januar 2008 |
Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York war auf Einkaufstour und hat bei den deutschen Künstlern zugriffen. Mit den Beuys-Werken “Untitled II” und “Untitled V” will das Museum sicherstellen, dass Beuys “auch in den USA angemessen gewürdigt” wird. erworben. Mit Neo Rauch, Andreas Gursky und Martin Kippenberger hat das MoMA weitere Werke wichtiger deutscher Künstler erworben. Mehr beim Tagesspiegel.
16. Mai 2007 |
Man höre und staune. Tchibo verkaufte in den vergangenen Tagen drei “Original-Lithografien” von Picasso zum Einzelpreis von je 400 Euro und einer Auflage von je 1000 Blättern. Das Dumme an der Geschichte: Es handelte sich nicht um Original-Lithografien (wie bereits hier angesprochen), dann hätten nämlich die Druckplatten vom Künstler hergestellt sein müssen oder der Druck zumindest vom Künstler autorisiert werden müssen. Das war nicht der Fall. Somit handelt es sich nicht um Original-Lithografien, sondern höchstens um “echte Lithografien nach Picasso” und der Preis ist vollkommen überzogen.
Tchibo gesteht ein “Mißverständnis” ein und bietet den Käufern eine Rückgabe gegen Erstattung des Kaufpreises an. Brav!
Quelle: DIE WELT
6. Mai 2007 |
Nach ALDI verscherbelt mit Tchibo ein weiterer Discounter Kunst. Der Kaffeeladen verkauft drei Motive von Pablo Picasso zu je 400 Euro. Wer möchte, kann die drei Motive zusammen für 1000 Euro erwerben. Die Auflage beträgt pro Druck 1000 Exemplare auf Büttenpapier mit Passpartout und Eichenholzrahmen. Es handelt sich um “Original-Lithografien”, so jedenfalls Tchibos Eigenwerbung.
Drei Picasso-Motive zur Auswahl
Der Begriff ist allerdings dehnbar. Eine Originallithografie ist eigentlich nur ein Druck von einer Platte, die der Künstler selbst hergestellt hat bzw. autorisiert hat. Das ist hier aber nicht der Fall, denn die betreffenden Bilder wurden erst nach dem Tod des Künstlers gedruckt. Insofern handelt es sich nicht um Originale sondern um “echte Lithografien nach Picasso” und damit sind die 400 Euro völlig überzogen. Da lohnt es sich mal bei ebay zu stöbern, da bekommt man Original-Lithos des Spaniers tatsächlich schon für 200 Euro. Oder man investiert die 400 Euro bei einer Kunstmesse in neue Kunst, da hat man dann auf jeden Fall ein Original.
Wer trotzdem zuschlagen möchte, kann das hier tun.
2. November 2006 |
Zugegeben, auch ich war vor zwei Jahren bei ALDI und wollte ein Schnäppchen machen. Damals wurde limitierte Kunstdrucke zu besonders günstigen Preisen bei dem Lebensmitteldiscounter verkauft. Ich hab dann tatsächlich ein Bild erstanden (ich weiß nicht mal mehr von welchem Künstler), allerdings nicht des Bildes wegen, sondern weil der Rahmen so günstig war.
Das Möbelhaus IKEA zieht jetz nach. Für 169 Euro bekommt man dort die 1000 Stücke limitierten Werke von Jan Hafström, der Fotografin Denise Grünstein und Ernest Billgren. Außerdem mit dabei:Martina Müntzing, Maya Eizin Öijer und Mari Rantanen. Mein Tipp: Auch wenn die Qualität der ausgewählten Werke nicht schlecht zu sein scheint, lasst es bleiben und investiert ein bisschen mehr Geld auf einer Kunstmesse wie der parallel zur ART COLOGNE stattfindenden ART FAIR oder der im Frühjahr stattfindenden ART FRANKFURT. Dort gibt es immer auch etwas für den kleinen Geldbeutel.
Mehr im Tagesspiegel
1. November 2006 |
Heute öffnet die 40. ART COLOGNE ihre Pforten. Bis zum Sonntag, 05. November 2006 präsentieren 396 Aussteller (Galerie, Verlage, Institutionen) Kunst von der Klassischen Moderne bis in die Gegenwart. Erwartet werden auf den 57.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in den Hallen 4 und 5 über 70.000 Besucher.Die ART COLOGNE findet zum letzten Mal im Herbst statt. Ab 2007 ist ein Frühjahrstermin vorgesehen.