Als ich die Überschrift “3000 Kunstwerke aus niederländischem Staatsbesitz vermisst” gelesen habe, dachte ich zuerst: “Wow, da hatten die Diebe aber ganz schön zu schleppen!” Doch weit gefehlt, denn wie der Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed (Reichsdienst für das Kulturerbe, RCE) bekannt gab, wurden die rund 3000 Kunstwerke nicht gestohlen, sondern an Museen, Ministerien und Behörden verliehen und nicht wieder zurückgegeben. Der RCE verwaltet die 400.000 Kunstwerke in niederländischem Staatsbesitz.
Man vermutet, dass die meisten Werke bei Fusionen und Umzügen verloren gegangen sind. Der Gesamtwert dürften mehrere Millionen Euro betragen. Unter den vermissten Leihgaben befinden sich Gemälde der COBRA-Maler, Arbeiten aus dem Goldenen Zeitalter der niederländischen Malerei, aber auch chinesische Ming-Vasen, Möbel und Porzellan. Nach intensiver Suche hat man rund 200 Werke wiedergefunden. Inzwischen hat der RCE seine Ausleihkriterien verschärft und jährliche Kontrollen eingeführt.
Der von mir sehr geschätzte Galerist, Kunsthändler und Kurator Michael Werner erhält den diesjährigen Art-Cologne-Preis für seine herausragenden Verdienste in der Kunstvermittlung. Dem art-Magazin hat er ein lesenswertes Interview gegeben!
Wer einen Banksy sein Eigen nennt, darf sich glücklich schätzen. Der Graffitikünstler nimmt keine Auftragsarbeiten an und sprüht seine Kunstwerke mit Schablonen in Nacht- und Nebelaktionen in Londons Straßen und gelegentlich auch mal im Ausland. Nachdem der anonyme Künstler inzwischen zu Weltruhm gelangte und seine sozialkritischen Arbeiten teuer verkauft werden, fragt sich mancher Besitzer eines Banksy, wie er die Spuren der Guerillakunst am besten von der wand bekommt. Das Video zeigt, wie man einen Banksy “konserviert” und zu Geld machen kann…
Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, das Centre Pompidou Paris und das Solomon R. Guggenheim Museum New York präsentieren gemeinsam eine bislang einzigartige Schau zu Wassily Kandinsky, dem herausragenden Vertreter der modernen Kunst und Begründer der abstrakten Malerei. “Kandinsky – Absolut. Abstrakt” wird in allen drei Häusern der beteiligten Partner gezeigt und ist derzeit in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München zu sehen (bis 22. Februar 2009).
Blick in die Ausstellung Foto: Städtische Galerie im Lenbachhaus, München”
Die Retrospektive umfasst 95 Gemälde aus alle wichtigen Perioden des Gesamtwerks, wobei sich die Sammlungsschwerpunkte der drei Partnermuseen in idealer Weise ergänzen: Das Lenbachhaus
kann aus seiner herausragenden Kollektion von Werken aus der Zeit des “Blauen Reiter” von 1908 bis 1914 schöpfen, die mit der Schenkung Gabriele Münters ins Haus kamen. Im Centre Pompidou liegt der Schwerpunkt auf Kandinskys Schaffen während der Russischen Revolution und seiner Zeit am Bauhaus von 1917 bis 1933. Zusätzlich befinden sich dort außergewöhnliche Werke der Pariser Periode, die von Nina Kandinsky gestiftet wurden. Schließlich ist dank der Ankäufe von Solomon R. Guggenheim und Hilla Rebay Kandinskys Spätwerk aus den Pariser Jahren von 1933 bis 1944 zusammen mit einigen frühen Schätzen aus der expressionistischen Phase im Guggenheim Museum in New York großartig vertreten.
Eine bis jetzt noch nie gezeigte Auswahl und Anzahl von Gemälden aus jedem der drei Museen bildet den Kern der Werkschau. Um die Rolle Wassily Kandinskys (1866-1944) als Pionier und auch Theoretiker der Abstraktion in vollem Umfang darstellen zu können, werden wir ausschließlich Hauptwerke größeren Formats, die für den Verlauf seiner Entwicklung entscheidend waren, zusammenführen, und damit zentrale Beispiele auf dem Höhepunkt seines Schaffens präsentieren.
Die konzentrierte Auswahl aus den besten Werken dieser Sammlungen wird noch ergänzt durch kapitale Leihgaben, um – nach der besonderen Vision der Ausstellungsmacher – Kandinskys Reihen der großformatigen “Impressionen”, “Improvisationen” und auch “Kompositionen” möglichst repräsentativ zusammenzustellen, die für den Künstler selbst als seine wichtigsten Werke gegolten haben.
Die Sammlungen der drei Museen wurde bisher in diesem Umfang noch nie ausgeliehen, eine einmalige Gelegenheit also, das Werk des Künstlers eindrücklich und intensiv zu erleben und dabei gleichsam seinen Lebensstationen in Moskau, München, Paris nachzugehen.
Zeitgleich zeigt das Lenbachhaus das druckgrafische Werk Kandinskys. Zu sehen sind rund 230 Holz- und Linolschnitte, Radierungen, Lithografien und Plakate Kandinskys aus den Jahren 1902 bis 1942. In seinen frühen Jahren in München und Paris bis zur Zeit des “Blauen Reiter2 1911 schuf Kandinsky den größten Teil seines druckgrafischen Oeuvres, überwiegend Farbholzschnitte, wobei er mit bis zu sechs Farbzuständen pro Blatt experimentierte. Zwei Drittel der Ausstellung zeigen deshalb Blätter dieser Periode, daran schließen sich die Werke aus der Bauhaus-Zeit und den Pariser Jahren an.
Für Kandinsky gab es keinen Wesensunterschied zwischen Malerei und Grafik, er widmete sich in allen künstlerischen Medien mit gleicher Intensität seinem Ziel, das “Geistige in der Kunst” zum Ausdruck zu bringen.
Fast alle in der Ausstellung gezeigten Druckgrafiken stammen aus dem Besitz der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, die mit der großzügigen Schenkung Gabriele Münters 1957 auch das beinahe vollständige druckgrafische Werk Kandinskys erhielt. Da dieser großartige Bestand, der weltweit in keiner anderen Sammlung in dieser kompletten Form vorliegt, die gesamte Schaffenszeit Kandinskys abdeckt, ist die Ausstellung des “Druckgrafischen Werkes” im Lenbachhaus eine ideale Ergänzung zu der großen internationalen Retrospektive im Kunstbau.
Anders als die Gemäldeausstellung, wandert die Druckgrafikausstellung nicht nach Frankreich und in die USA, so dass ein großer Teil des Schaffens in seiner Gesamtheit nur in München zu sehen sein wird. Die Ausstellung wird im Anschluss im Kunstmuseum Bonn (02. April bis 12. Juli 2009) gezeigt.
Die Ausstellung ist für eines der Highlights des zu Ende gehenden Jahres. Besonders gelungen ist die Präsentation der Bilder, auch wenn die Beschriftung der Bilder etwas zu hoch angebracht ist. Das sieht zwar schick aus, dürfte aber einigen Besuchern Probleme bereiten. Herausragend auch die schiere Anzahl der gezeigten Ausstellungsstücke von Gemälden und Druckgrafiken, die einen wunderbaren Überblick über Kandinskys Schaffen ermöglicht. Die Ausstellung sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen und auch eine weitere Anreise lohnt sich!
Wer derart exzessiv arbeitet wie Alfred Hrdlicka, der arbeitet stets auch an einer Grenze. Hrdlicka hat diese Grenze mehrfach überschritten. Ein Schlaganfall, Rückenbeschwerden, der Tod der ersten Frau, das Trauma als sich die Geliebte umbringt – all das führte immer wieder zu Brüchen in seinem Leben und in seinem Arbeiten.
Hrldicka wird 1928 in Wien geboren. Seine Kindheit ist geprägt von der politschen Arbeit des Vaters, der als Kommunist und Gewerksschaftsfunktionär für bessere Bedingungen der Arbeiter kämpfte. Der kleine Alfred verteilt zusammen mit seinem Vater Flugblätter. Alfred erlebt Hausdruchsuchungen, Prügel durch die Polizei bis sein Vater von den Nationalsozialisten verhaftet wird und Zwangsarbeit leisten muss. Auch der Krieg ist für den Jungen furchtbar, sein älterer Bruder fällt. Er selbst entzieht sich dem Kriegsdienst und lebt mit dem Vater bis zum Ende des Krieges in der Illegalität. » Weiterlesen «
Die Kestnergesellschaft in Hannover zeigt in zwei Ausstellungen einen Querschnitt aus der japanischen Kunst, die uns oft immer noch fremd erscheint. Die Kestnergesellschaft hat drei Künstler vereint, die gegensätzlicher nicht sein könnten und die doch vieles eint.
Nobuyoshi Araki (*1940), den viele besser als “den Fotografen mit den nackten und gefesselten Modellen” kennen werden, trifft in “araki meets hokusai” auf die traditionellen japanischen Holzschnitte von Katsushika Hokusai (1760-1849). » Weiterlesen «