Schafft die Museen nicht ab!

8. Januar 2008 | 6 Kommentare

Historiker haben es nicht leicht. Den ganzen Tag sitzen sie beim Quellenstudium im kleinen Kämmerlein und arbeiten still und unbemerkt vor sich hin. Aber wehe wenn sie losgelassen! Da er klärt uns doch der Historiker und Schriftsteller Philipp Blom in der Zeit, dass wir Museen eigentlich nicht bräuchten und wir sie abschaffen sollten und das alles, weil die eh nur Altes verehren, statt Neues zu zeigen. Uns fehle einfach der Mut zur Vergänglichkeit, viel zu viel Ballast würden wir mit uns herumschleppen.

Seine Argumentation folgt der These, dass wir in unserem Kultur Altes nur verehren, weil es alt ist. Blom versteigt sich zu dieser These, weil er bei einem Besuch in Fontainbleau bemerkt, dass die Vorhänge in Napoleons Appartement verschlissen und ausgeblichen sind. Herr Blom, wir schauen uns die verschlissenen Vorhänge von Napoleon an, weil sie uns den Menschen und den Herrscher näher bringen. Sie vergessen, dass nicht nur Historiker durch die Hallen von Fontainbleau wandeln, sondern auch Normalsterbliche, die Geschichtsbücher normalerweise seit der Schulzeit nicht mehr in die Hand genommen haben. Für diese Menschen ist Fontainbleau eine kleine Begegnung mit der Geschichte und eine anschauliche noch dazu.

Und verehren wir Tintoretto, Tizian oder Rembrandt weil sie „alte“ Meister sind? Nicht wirklich, jedenfalls nicht diejenigen unter uns, die noch zum Sehen fähig sind und dem Reiz immenser Farb- und Lichtspiele auf der Leinwand erliegen können. Und Picasso? Dürfen wir den noch verehren oder sollten wir den auch als Ballast über Bord werfen?

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So geht es nicht weiter

9. November 2007 | Kein Kommentar

In der FAZ philosophieren Julia Voss und Niklas Maak über den Zustand der Gegenwartskunst. Wirklich lesenswert!

Cattelan über den Kunstmarkt

14. September 2007 | Kein Kommentar

Der Künstler Maurizio Cattelan schreibt im SPIEGEL über Kunst, Künstler und Kunstmarkt. Wirklich lesenswert!

Relaunch von art

29. Juli 2007 | 4 Kommentare

Das Kunstmagazin art hat seiner Webseite ein neues Design spendiert. Der große Wurf ist es zwar nicht, aber eine Besserung allemal.

Hot und top

25. Juli 2007 | Ein Kommentar

Dass Künstlerrankings unsinnig sind, ist nichts Neues und dass jede Zeitschrift, die solche Rankings veröffentlicht, sich selbst diskreditiert, auch nicht. MONOPOL hat auch in diesem Jahr die “Top & Hot 100″ der Kunstwelt veröffentlicht, also all jene, die MONOPOL für gut und wichtig hält. Die Top 100 sind die wichtigsten Künstler, die Hot 100 sind die besten Nachswuchskünstler.

Platz eins bei den Top-Künstlern belegt Isa Genzken. Nicht, das Genzken schlecht wäre, aber Platz eins? Dann folgen Richard Prince, Jeff Koons, John Baldessari, Gerhard Richter, Damien Hirst, Bruce Nauman, Peter Doig, Louise Bourgeois und Wolfgang Tillmans. Unsinniger hätte man die Liste nicht gestalten können.

Mehr: MONOPOL Magazin

Architektur kann so spannend sein

4. Juli 2007 | Kein Kommentar

Eigentlich hat Sydney Pollack keine Ahnung von Dokumentarfilmen, das jedenfalls behauptet er selbst. Er, der den Oscar als bester Regisseur gewonnen hat und drei Mal nominiert war, hat so schöne Schmachtfetzen wie “Jenseits von Afrika” gedreht, Komödien wie “Tootsie” und Thriller wie “Die Firma”. Jetzt kommt sein neuester Film mit zwei Jahren Verspätung in die deutschen Kinos. Für Sketches of Frank Gehry hat Pollack seinen Freund, den Stararchitekten Frank O. Gehry, fünf Jahre lang begleitet, lässt Freunde, Widersacher, Konkurrenten, Bauherren und Weggefährten zu Wort kommen und setzt Gerhys Bauten in Szene.

Gehry hat nicht nur das Guggenheim-Museum in Bilbao und die Walt Disnney Concert Hall in Los Angeles gebaut. Auch in Deutschland hat sich Gerhy verewigt: das MARTa in Herford, die DZ-Bank in Berlin, den Neuen Zollhof im Düsseldorfer Medienhafen und den Gehry Tower in Hannover hat der Architekt erbaut. Ach ja, und eine Bushaltestelle in Hannover hat er auch erdacht.

Der Film bietet einen tollen Einblick in die kreative Welt eines genialen Architekten und begleitet ihn bei der Entwicklung neuer Ideen und deren Realisierung ohne allzu sehr auf einen theoretischen Diskurs aus zu sein. Wirklich sehenswert und ein wohltuender Film zwischen all dem Hype um “Stirb langsam 4.0″ und “Harry Potter”!

Franzosen aus dem Met erhalten eigenen Blog

11. Juni 2007 | Kein Kommentar

Die altehrwürdigen öffentlich-rechtlichen Sender galten bisher ja nicht eben als Pioniere im Web und haben nicht eben mit innovativen Ideen geglänzt. Wozu…. Geht nicht… Zu teuer… Inzwischen hat sich das Onlineangebot allerdings fest etabliert. Eine schöne Idee hatte jetzt der RBB: “Monsieur Claude” schreibt einen multimedialen Blog zur Ausstellung “Französische Malerei des 19. Jahrhunderts aus dem Metropolitan Museum in New York”. Für alle, die nicht warten wollen oder denen auch “intelligentes Warten” zu öde ist: http://blog.rbb-online.de/roller/franzosenblog/. Klasse Idee, es lohnt sich wirklich reinzuschauen!

Mehr als nur Impressionismus

1. Juni 2007 | Kein Kommentar

Irgendwie scheint einigen KollegInnen in der letzten Zeit der Kunstführer durch das 19. Jahrhundert verloren gegangen zu sein. So titeln nicht wenige Medien immer wieder mit “Impressionismus in Berlin” wenn sie über die Ausstellung des Metropolitan Museum of Art in der Berliner Nationalgalerie berichten. Die heißt “Französische Meisterwerke des. 19. Jahrhunderts”. Einigen KritikerInnen scheint entfallen zu sein, dass die Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts aus weit mehr als nur dem Impressionismus besteht, auch wenn ein großer Teil der Werke in der Ausstellung dem Impressionismus zuzuordnen ist. Romantik, Klassizismus und Historismus, Naturalismus, Realismus, Pointillismus, Symbolismus, dazu viele Künstler, die sich in keine Gruppe oder Epoche einordnen lassen (wollen), wie Gauguin, Cézanne und Van Gogh. Ein bisschen mehr Differenzierung wäre schön.

Fernsehen kann Spaß machen

31. Mai 2007 | Kein Kommentar

Es soll ja Zeitgenossen geben, die ganz ohne Fernseher auskommen. Ich gehöre leider nicht dazu. Und manchmal bin ich richtig froh, einen Fernseher zu haben. Zum Beispiel montags bis freitags von 19.20 Uhr bis 20.00 Uhr. Dann läuft auf 3sat “Kulturzeit”, eine der wirklich empfehlenswerten Sendungen im Einerlei zwischen Soaps, Gerichtssendungen und Auswanderern.

Momentan geht Kulturzeit der Frage nach, was Kunst ist und das durchaus gut gemacht, vielleicht ein bisschen zu kurz und an der Oberfläche gekratzt, aber für den interessierten Druchschnittszuschauer in einem durchaus anregenden Häppchen. In fünf Teilen (das Werk, der Künstler, der Betrachter, das Museum, die Sammlung) und anhand von Da Vincis “Mona Lisa”, Munchs “Der Schrei”, Duchamps Ready-made “Fountain” und Naumans “Anthro-Socio” spürt das Kulturmagazin der Frage nach, was Kunst ist. Mehr davon!

Gero von Boehm begegnet Jörg Immendorf

30. Mai 2007 | Kein Kommentar

Aus Anlaß des Todes von Jörg Immendorff wiederholt 3sat am heute ab 23.55 Uhr ein Gespräch, das Gero von Boehm im April 2006 mit dem Künstler in seinem Düsseldorfer Atelier geführt hat. Wiederholt wird die Sendung auch am Sonntag den 25. Juni 2007 um 11 Uhr.

Quelle: 3sat

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