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	<title>360° &#187; zeitgenössische Kunst</title>
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	<description>DER KUNSTBLOG</description>
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		<title>Kunst bis in die Unendlichkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 08:58:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Fondation beyeler]]></category>
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		<description><![CDATA[Louise Bourgeois ist eine Jahrhundertk&#252;nstlerin und das im doppelten Wortsinne. Sie ist nicht nur eine Ausnahmek&#252;nstlerin, sie hat nahezu das ganze 20. Jahrhundert erlebt, ist bedeutenden K&#252;nstlern begegnet, hat sich von ihnen inspirieren lassen und wurde so zum Bindeglied zwischen Moderne und zeitgen&#246;ssischer Kunst. Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren, ging dort zur Schule, studierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Louise Bourgeois ist eine Jahrhundertk&#252;nstlerin und das im doppelten Wortsinne. Sie ist nicht nur eine Ausnahmek&#252;nstlerin, sie hat nahezu das ganze 20. Jahrhundert erlebt, ist bedeutenden K&#252;nstlern begegnet, hat sich von ihnen inspirieren lassen und wurde so zum Bindeglied zwischen Moderne und zeitgen&#246;ssischer Kunst. </p>
<p>Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren, ging dort zur Schule, studierte Philosophie an der Sorbonne und Kunst bei Fernand Léger. Als sie den Kunsthistoriker Robert Goldwater traf, verliebte sie sich, heiratete und ging mit ihm nach New York. Dort tauchte sie in die entstehende Kunstszene ein, begegnete den vor dem Krieg geflohenen Surrealisten, traf die Abstrakten Expressionisten um De Kooning und Pollock und lernte die Minimal Art- und die Pop Art-K&#252;nstler kennen. Ein spannendes und aufregendes Leben.</p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/10/maman_fb_download2.jpg" rel="lightbox" title="Louise Bourgeois Fondation, Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999 Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927, 1 x 891,5 x 1023,6 cm Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser &amp; Wirth und Cheim &amp; Read Foto: Serge Hasenb&#246;hler, © Louise Bourgeois Trust"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/10/maman_fb_download2-500x375.jpg" alt="Louise Bourgeois Fondation Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999 Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927,1 x 891,5 x 1023,6 cm Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser &amp; Wirth und Cheim &amp; Read Foto: Serge Hasenb&#246;hler © Louise Bourgeois Trust" title="Louise Bourgeois Fondation, Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999 Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927, 1 x 891,5 x 1023,6 cm Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser &amp; Wirth und Cheim &amp; Read Foto: Serge Hasenb&#246;hler, © Louise Bourgeois Trust" width="500" height="375" class="size-medium wp-image-1379" /></a>
<p class="bu">Louise Bourgeois, Fondation Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999<br />
Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927,1 x 891,5 x 1023,6 cm<br />
Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser &#038; Wirth und Cheim &#038; Read<br />
Foto: Serge Hasenb&#246;hler, © Louise Bourgeois Trust</p>
<p>Lange war der Name Bourgeois nur Kunstkennern ein Begriff. Das &#228;nderte sich erst, als ihr das MoMA 1982 in New York eine Retrospektive ausrichtete und sie so einem gr&#246;&#223;eren Publikum bekannt machte. Da war sie 71 Jahre alt. Die letzte Retrospektive kurz vor ihrem Tod im Jahr 2010 wurde zu einem Triumphzug. Sie wurde in der Londoner Tate Modern, im Centre Pompidou in Paris und im Guggenheim Museum gezeigt.</p>
<p>Zum hundertsten Geburtstag der K&#252;nstlerin richtet nun die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel eine Retrospektive aus &#8211; die letzte, die die K&#252;nstlerin noch mitkonzipierte. Die Ausstellung À l’infini versammelt zwanzig beispielhafte Exponate aus allen Schaffensperioden, darunter auch Sp&#228;twerke, die noch nie &#246;ffentlich zu sehen waren.</p>
<p>K&#252;nstlerisch zu arbeiten bedeutete f&#252;r Bourgeois immer die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie, die Umsetzung von bewussten Emotionen und unbewussten Gef&#252;hlen. Kunst war f&#252;r Bourgois immer auch Psychotherapie, die sie davor bewahren sollte, verr&#252;ckt zu werden, wie sie in einem Interview gestand. Ihre Kindheit liegt wie ein Trauma &#252;ber ihren Arbeiten. Die geliebte Mutter starb fr&#252;h nach schwerer Krankheit, der Vater k&#252;mmerte sich kaum um sie und dem&#252;tigte sie oft so sehr, dass sie noch Jahrzehnte sp&#228;ter in Interviews die Tr&#228;nen nur m&#252;hsam unterdr&#252;cken konnte.</p>
<p>Im Park des Museums empf&#228;ngt den Besucher Maman, die ein Schl&#252;sselwerk in Bourgeois’ Schaffen ist. Die zehn Meter hohe Bronzespinne mit ihren Marmoreiern im Hinterteil wirkt bedrohlich und be&#228;ngstigend. Umso erstaunlicher, dass Bourgeois sie als Metapher f&#252;r die geliebte Mutter sieht. Die Mutter war Weberin und restaurierte historische Stoffe. Wie eine Spinne erneuerte sie Gewebe und weil ihre Mutter f&#252;r sie ein Monument gewesen sei, sei die Spinne eben monumental gro&#223;. Die Spinne hat aber auch etwas Besch&#252;tzendes, sie tr&#228;gt ihre Eier hinten im K&#246;rper, den sie sch&#252;tzend unter sich streckt und die Beine wie einen Baldachin ausbreitet. So strahlt die Spinne auch etwas F&#252;rsorgliches aus.</p>
<p>Immer wieder stehen bei der oft nur als Bildhauerin wahrgenommenen K&#252;nstlerin bildhafte Erz&#228;hlungen im Mittelpunkt, mal als Zeichnung, oft aber auch als Installation.<br />
Angst und Schmerz waren dabei oft die Themen der K&#252;nstlerin. In der Ausstellung sind die legend&#228;ren Cells zu sehen, in K&#228;figen eingefangene Momentaufnahmen eines Lebens. Durch Fenster, T&#252;ren, Gitter oder Glas kann man einen blick darauf werfen. Am Ende der Ausstellung begegnet man der Passage dangereux von 1997, einer Art Super-Cell, irgendetwas zwischen Folterkammer und Kinderzimmer. In einem begehbaren K&#228;fig finden sich Knochen, Spiegel, St&#252;hle und ein kleines Lik&#246;rflakon, das Bourgeois von Le Corbusier geschenkt bekam. In ihm schwimmt eine tote Fliege, sie ist an ihrer Lust zu naschen zu Grunde gegangen.</p>
<p>Bourgeois litt an Schlafst&#246;rungen. Sie stand dann nachts oft auf und begann zu zeichnen. Mitte der neunziger Jahre entstanden so die Insomnia-Drawings, die einen unverstellten, tiefen Blick in das Seelenleben der K&#252;nstlerin erm&#246;glichen. Das Konvolut aus &#252;ber 200 Bl&#228;ttern ist die Quintessenz ihres k&#252;nstlerischen Schaffens. Skizzen und Zeichnungen wechseln ab mit Texten und Notizen, die sich auf ihr allt&#228;gliches Leben beziehen. Bemerkenswert sind auch die vierzehn Zeichnungen der Serie À l’infini, die der Ausstellung den Namen gaben. Ihren Ursprung hat die Serie in einer Radierung, in der sich zwei F&#228;den begegnen und ein Gewebe bilden. Daraus erschuf Bourgeois eine Serie, die den ewigen Zyklus des Lebens darstellt, das Werden und Vergehen des Menschen.</p>
<p>Etwas ungeschickt ist die Gegen&#252;berstellung  von Bourgeois Arbeiten mit K&#252;nstlern, die sie nachhaltig beeinflussten. Viele der zarten und anmutigen Arbeiten von Bourgeois gehen in der Bildgewalt ihrer Gegen&#252;ber einfach unter oder der Betrachter fragt sich, was die Ausstellungsmacher damit sagen wollten. Gelungen scheint nur die Konfrontation von Bourgeois’ Red Fragmented Figure (1953), einer Stele aus grob behauenen roten Holzkl&#246;tzen, mit Légers Contrastes de formes. Die Skulptur scheint die roten geometrischen Formen des Bildes geradezu in den Raum zu spiegeln.</p>
<p>Die Gegen&#252;berstellung von Bourgeois’ Werken mit denen der gro&#223;en M&#228;nner des 20. Jahrhunderts zeigt vor allem eines: Ihr Werk ist unvergleichlich zart und feminin und so ganz anders als das Ihrer Kollegen. Bourgeois nimmt mit ihren lyrischen und nachdenklichen Arbeiten eine Ausnahmestellung in der Kunst des 20. Jahrhunderts ein. Sie war eine der ersten, die den lange schwelenden Kampf zwischen Abstrakten und Figurativen beendete und die Kunst um eine eigenst&#228;ndige Deutungsebene bereicherte.</p>
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		<title>Eine Frage des Geschmacks</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 09:55:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Museen und Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[Johan Holten]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthalle Baden-Baden]]></category>

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		<description><![CDATA[Anselm Reyle pr&#228;sentiert uns in seinem Gem&#228;lde Weidegl&#252;ck ein quietschbuntes Landschaftsidyll: Ein zufriedenes Pferd liegt entspannt auf einer Wiese vor einem strahlend blauen Himmel. Mit allerlei Schraffuren, Texturen und silbern gl&#228;nzenden Lacken wurden Hell und Dunkel und Farbspiele angedeutet. Doch etwas irritiert. &#220;berall auf dem Bild sind kleine Felder mit Zahlen sichtbar. Reyle spielt auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anselm Reyle pr&#228;sentiert uns in seinem Gem&#228;lde Weidegl&#252;ck ein quietschbuntes Landschaftsidyll: Ein zufriedenes Pferd liegt entspannt auf einer Wiese vor einem strahlend blauen Himmel. Mit allerlei Schraffuren, Texturen und silbern gl&#228;nzenden Lacken wurden Hell und Dunkel und Farbspiele angedeutet. Doch etwas irritiert. &#220;berall auf dem Bild sind kleine Felder mit Zahlen sichtbar. Reyle spielt auf das bei Hobbyk&#252;nstlern beliebte „Malen nach Zahlen“ an. Der Maler spielt mit der Grenze zwischen Kunst und Kitsch. Was ist Kunst und was Kitsch, wie viel Kommerz steckt in einem Bild und was  macht dessen Wert aus? Was macht Kunst &#252;berhaupt aus? Z&#228;hlt einzig der Wille ein Kunstwerk schaffen zu wollen, ist es handwerkliches K&#246;nnen oder ist es der Name des K&#252;nstlers? Sind es die Farben und die gekratzten Schraffuren im Bild, die den Willen des Erschaffers zur Kunst dokumentieren und sich &#252;ber das industrielle Produkt hinwegsetzen?</p>
<p style="text-align:center"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/09/GESCHMACK_Reyle_Weideglueck.jpg" ref=lightbox" title="Anselm Reyle, Weidegl&#252;ck, 2010, Mischtechnik auf Leinwand, 225 x 275 x 6,5 cm, Courtesy der K&#252;nstler, Fotograf: Matthias Kolb"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/09/GESCHMACK_Reyle_Weideglueck-480x400.jpg" alt="Anselm Reyle Weidegl&#252;ck 2010, Mischtechnik auf Leinwand,  225 x 275 x 6,5 cm, Courtesy der K&#252;nstler, Fotograf: Matthias Kolb" title="Anselm Reyle Weidegl&#252;ck 2010 Mischtechnik auf Leinwand  225 x 275 x 6,5 cm  lackierter Stahlrahmen, 247 x 297 x 11 cm Courtesy der K&#252;nstler Fotograf: Matthias Kolb" width="480" height="400" class="size-medium wp-image-1365" /></a></p>
<p class="bu">Anselm Reyle, Weidegl&#252;ck, 2010<br />
Mischtechnik auf Leinwand, 225 x 275 x 6,5 cm<br />
Courtesy der K&#252;nstler, Fotograf: Matthias Kolb
</p>
<p>Die erste Ausstellung des neuen Baden-Badener Kunsthallendirektors Johan Holten will untersuchen, ob g&#228;ngige Kategorien des Geschmacks heute noch brauchbar sind und welche Bedeutung sie innerhalb der zeitgen&#246;ssischen Kunst haben. Holten selbst kommt zu dem Schluss, dass sich visuelle Einordnungen zur Beurteilung von Kunst so stark ver&#228;ndert haben, dass sie „heute vollkommen untauglich sind, Kunst zu beurteilen.“ Kunst ist heute schon lange nicht mehr sch&#246;n und meist auch nicht geschmackvoll. Was bedeutet guter Geschmack in einer Welt die sehr schnelllebig geworden ist und in der fast alles erlaubt ist? Was heute noch in ist, kann morgen l&#228;ngst out sein. F&#252;r Museen wird es immer schwerer zu entscheiden, was sie ausstellen, sammeln und f&#252;r die Nachwelt konservieren sollen. Objektive Kriterien zu definieren, f&#228;llt vielen Kuratoren und Kritikern immer schwerer.</p>
<p>Vieles was einst als geschmackvoll galt, ist heute &#252;berholt. So zeigt die Kunsthalle Landschaftsbilder aus dem 19. Jahrhundert. Doch was damals Genuss und Sch&#246;nheit suggerieren sollte, ist heute nicht mehr zeitgem&#228;&#223;, wirkt angestaubt und w&#252;rde in hippen Berliner Wohnungen mit Sichtbetonw&#228;nden skurril wirken. Dabei waren die arkadischen Landschaften mit ihren Ruinen, B&#228;chen und W&#228;ldern einst gesellschaftliches Sch&#246;nheitsideal und Museen wollten ihre Besucher zum Wahren, Sch&#246;nen und Guten erziehen. Erst gegen Ende des Jahrhunderts begannen K&#252;nstler dagegen aufzubegehren. Die Impressionisten wollten nicht mehr nach akademischen Idealen malen, sie wollen Farbe und Licht auf die Leinwand bannen und sp&#228;testens mit den Expressionisten und den Kubisten gewann die eigene Sichtweise des K&#252;nstlers im fr&#252;hen 20. Jahrhundert die Oberhand.</p>
<p>W&#228;hrend sich die Palette k&#252;nstlerischer M&#246;glichkeiten extrem erweitert hat und neben Bildhauerei und Malerei auch Videokunst, Performance und Installation hinzukamen, scheinen handwerkliche F&#228;higkeiten immer mehr an Gewicht zu verlieren.<br />
Welche zeitgen&#246;ssische Kunst aber soll ein Museum heute ausstellen? Noch immer kommen die Besucher in die H&#228;user in der Erwartung, das Gute und Sch&#246;ne pr&#228;sentiert zu bekommen. Aber kann das eine Kunsthalle heute noch leisten?<br />
Nicht ohne Ironie ist die Lage der Kunsthalle in Baden-Baden, die direkt neben dem Privatmuseum von Frieder Burda residiert. Burda zeigt, was ihm pers&#246;nlich gef&#228;llt, einen Bildungsauftrag muss er nicht erf&#252;llen. Nicht ohne Ironie ist auch die gleichzeitig dort laufende Schau mit Werken von Neo Rauch, einem der angesagten K&#252;nstler der Leipziger Schule, deren Preise gerade schwindelerregende H&#246;hen erreichen.</p>
<p>Heute scheint der Kunstgeschmack eher vom Preis dominiert, die Sammler hecheln dem hinterher, was der Markt als „sammelnswert“ erachtet. Das &#228;rgert auch viele K&#252;nstler, die in dem Dilemma zwischen Anerkennung und Kommerzialisierung ihrer Arbeit feststecken. Viele von ihnen w&#252;rden sich dem Streben nach Konsum und Kommerz gerne entziehen. Es gilt inzwischen als schick gegen die Macht des Marktes zu rebellieren und so werden schon mal Alltagsgegenst&#228;nde in langweiliger Wiederkehr von Duchamps Ready-Mades aufgestellt um gegen die zunehmende Kommerzialisierung zu protestieren, wie etwa in Josefine Mecksepers Arbeiten, die in der Baden-Badener Kunsthalle billige Klob&#252;rsten und Slips wie Luxusaccessoires in die Vitrine stellt. Ist das jetzt Kunst oder Kitsch? Oder Kitsch, der durch eine inhaltliche Aussage zu Kunst wird? </p>
<p>Die Frage ob Kunst oder Kitsch ist nicht immer einfach zu beantworten, die Grenzen flie&#223;end und oft liegt die Entscheidung im Auge des Betrachters. Jeff Koons ist ein Meister dieser Spielerei. Seine Kitschskulpturen haben Kultstatus. Er &#252;berh&#246;ht kitschigen Nippes zu Ikonen des Kommerzes. Allein der Preis und der arrivierte Name des K&#252;nstlers bestimmt hier, ob etwas Kunst ist oder eben nicht. Je teurer, desto Kunst. F&#252;r die einen sind Koons Werke gesellschaftskritische Kunst, weil er damit das Wesen des Kunstmarkts blo&#223; legt, f&#252;r die anderen ist es nichts als billiger Kitsch, der zum Statussymbol erhoben wird – nur in einem sind sich beide Seiten einig: Die Signatur des K&#252;nstlers macht es wirklich teuer.</p>
<p>Kitsch? Das war f&#252;r den Kunstkritiker Clement Greenberg, der den Abstrakten Expressionisten um Pollock und De Kooning den Weg ebnete, vor allem das, was dem Massengeschmack entsprach und zum Massengeschmack kann Kunst sehr schnell werden. So fotografierte Martin Paar einen Besucher auf einer Messe in Dubai. Der Kunstkenner schaut sich ein gekleckstes und getr&#246;pfeltes Gem&#228;lde an. Sein Muster setzt sich zuf&#228;llig fast haargenau auf dem Hemd des Betrachters fort. Die Kunst verkommt zum massentauglichen Modeartikel.</p>
<p>Und so lehrt uns die Ausstellung vor allem eines: Geschmack scheint beliebig zu sein und ganz im Auge des Betrachters zu liegen. Was bleibt dem Besucher? Er muss in diesem Zeiten vor allem auf den eigenen Geschmack vertrauen. Kunstinstitutionen oder Kritiker k&#246;nnen nur Anleitungen bieten und der Kunstmarkt ist kein guter Ratgeber, weil das was heute noch teuer verkauft wird, morgen schon wie Blei an den W&#228;nden der Galerien h&#228;ngt. Dass der „teure Geschmack“ ein schlechter Ratgeber ist, zeigen Martin Parrs in der Ausstellung h&#228;ngende Fotos von Kunst- und Million&#228;rsmessen. Kunst verkommt zum protzigen Statussymbol und inhaltleeren Dekorationsartikel der Sch&#246;nen und Reichen.</p>
<p>„Geschmack –der gute, der schlechte und der wirklich teure“ ist eine wunderbare Ausstellung zum Nachdenken dar&#252;ber, was wir gut finden und warum wir das tun. Zur Ausstellung erschien ein lesenswerter Katalog mit Essays. </p>
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		<title>Ai Weiwei mal anders!</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 09:40:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Ai Weiwei]]></category>
		<category><![CDATA[KUB]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthaus Bregenz]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Monaten machte der chinesische K&#252;nstler Ai Weiwei vor allem als Regimekritiker Schlagzeilen, weil ihn die chinesische Regierung mal eben verschwinden lie&#223;. Einem gr&#246;&#223;eren Publikum wurde Ai Weiwei durch die documenta 12 bekannt, wo sein Kunstwerk Template ausgestellt wurde, dessen Holz von chinesischen Tempeln stammte, die zur Schaffung von Bauraum abgerissen wurden. Template [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Monaten machte der chinesische K&#252;nstler Ai Weiwei vor allem als Regimekritiker Schlagzeilen, weil ihn die chinesische Regierung mal eben verschwinden lie&#223;. Einem gr&#246;&#223;eren Publikum wurde Ai Weiwei durch die <em>documenta 12</em> bekannt, wo sein Kunstwerk <em>Template</em> ausgestellt wurde, dessen Holz von chinesischen Tempeln stammte, die zur Schaffung von Bauraum abgerissen wurden. <em>Template</em> stand im Freien und wurde von einem Sturm umgest&#252;rzt. Der K&#252;nstler war begeistert und lie&#223; das Werk so stehen.</p>
<p>Das Kunsthaus Bregenz zeigt nun einen bisher kaum beachteten Aspekt von Ai Weiweis Repertoire: seine Architekturprojekte. Sein bekanntestes Projekt ist sicher das Olympiastadion in Beijing, das die Schweizer Architekten Herzog &#038; de Meuron planten, die von Ai Weiwei k&#252;nstlerisch beraten worden waren. Doch schon w&#228;hrend des Baus distanzierte sich Ai Weiwei und bezeichnete das Projekt als gr&#246;&#223;enwahnsinnig.</p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/08/MG_1497.jpg" rel="lightbox"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/08/MG_1497-1024x682.jpg" alt="Ai Weiwei Ordos 100, 2011 Ausstellungsansicht 2. OG, Kunsthaus Bregenz Foto: Markus Tretter © Ai Weiwei, Kunsthaus Bregenz" title="Ai Weiwei Ordos 100, 2011 Ausstellungsansicht 2. OG, Kunsthaus Bregenz Foto: Markus Tretter © Ai Weiwei, Kunsthaus Bregenz" width="470" height="313" class="size-large wp-image-1353" /></a></p>
<p class="bu">Ai Weiwei, Ordos 100, 2011<br />
Ausstellungsansicht 2. OG, Kunsthaus Bregenz<br />
Foto: Markus Tretter<br />
© Ai Weiwei, Kunsthaus Bregenz</p>
<p>Ebenfalls mit Herzog &#038; de Meuron kuratierte Ai Weiwei das Architekturprojekt <em>ORDOS 100</em>, eine Wohnsiedlung in der monglosichen Steppe. Nach einem von ihm entworfenen Masterplan lud er 100 Architekturb&#252;ros aus aller Welt ein, Einfamilienh&#228;user zu entwerfen. Das h&#246;lzerne Architekturmodell ist im zweiten Stockwerk des KUB nahezu fl&#228;chendeckend auf 500 Quadratmetern zu bewundern und ist schon fast ein Kunstwerk f&#252;r sich. Gezeigt wird auch Ais Arbeit <em>Moon Chest</em>, das mit seinen Minimal Art-Skulpturen an Hochh&#228;user erinnert. Zu sehen sind au&#223;erdem Fotos, Videos und Modelle von Projekten, die Ai Weiwei mit dem grandiosen Schweizer Architekturb&#252;ro HHF geschaffen hat, wie <em>Artfarm</em> oder die <em>Tsai Resicence</em>.</p>
<p>Das ist sicher keine Ausstellung f&#252;r die breite Masse des Kunstpublikums, aber man freut sich, dass ein Museum ein solches Projekt wagt und nich darauf schielt, gro&#223;e Besucherzahlen zu erreichen. Dass diese dann doch ganz gut sein werden, liegt wohl vor allem am Namen des K&#252;nstlers und seiner Inhaftierung, die allerdings war wohl kaum eingeplant, denn bei seiner Festnahme war die Ausstellung nat&#252;rlich schon l&#228;ngst konzipiert.</p>
<p>Leider ist in der Ausstellung nur vage erkennbar, welchen Beitrag Ai zu den jeweiligen Projekten beigesteuert hat. Was bedeutet &#8220;k&#252;nstlerischer Berater&#8221; in den gezeigten F&#228;llen? Hat er in einem intensiven Diskurs mit den Architekten und eigenen Zeichnungen den Bauten eine eigene k&#252;nstlerische Formsprache mitgegeben oder war er mehr schm&#252;ckendes Bauwerk und Vermittler zwischen westlichen Architekturpl&#228;nen und chinesischen Vorstellungen? Die Frage beleibt ungekl&#228;rt.</p>
<p>Mehr Informationen: <a href="http://www.kunsthaus-bregenz.at">Kunsthaus Bregenz</a>, <a href="http://hhf.ch">HHF Architekten</a>, <a href="http://www.herzogdemeuron.com">Herzog &#038; de Meuron</a></p>
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		<title>Blickachsen durch Bad Homburg</title>
		<link>http://www.360-grad-blog.de/2011/06/23/blickachsen-durch-bad-homburg/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 16:03:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[bad Homburg]]></category>
		<category><![CDATA[Blickachsen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bad Homburg ist ein beschauliches kleines St&#228;dtchen vor den (n&#246;rdlichen) Toren von Frankfurt. Hier geht es geruhsam zu, die Stadt gilt als bessere Wohngegend und der Kurcharakter tut ein &#220;briges. Mittelpunkt der Stadt ist der Kurpark, ein wundersch&#246;ner Park mit altem Baumstand und gro&#223;en Rasen- und Wiesenfl&#228;chen und diese werden alle zwei Jahre zum Freilichtmuseum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bad Homburg ist ein beschauliches kleines St&#228;dtchen vor den (n&#246;rdlichen) Toren von Frankfurt. Hier geht es geruhsam zu, die Stadt gilt als bessere Wohngegend und der Kurcharakter tut ein &#220;briges. Mittelpunkt der Stadt ist der Kurpark, ein wundersch&#246;ner Park mit altem Baumstand und gro&#223;en Rasen- und Wiesenfl&#228;chen und diese werden alle zwei Jahre zum Freilichtmuseum f&#252;r zeitgen&#246;ssische Bildhauerei.<br />
<a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/06/ba8_cragg_earlyforms_s-2085.jpg"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2011/06/ba8_cragg_earlyforms_s-2085-1024x682.jpg" alt="Tony Cragg, Early Forms, 2001 130 x 410 x 160 cm, Bad Homburg, Kurpark" title="ba8_cragg_earlyforms_s-2085" width="470" height="313" class="aligncenter size-large wp-image-1321" /></a>
<p class="bu">Tony Cragg, Early Forms, 2001 130 x 410 x 160 cm, Bad Homburg, Kurpark<br />(Courtesy Galerie Scheffel, Bad Homburg, und Tony Cragg)</p>
<p>Zu verdanken hat die Stadt das Projekt dem umtriebigen Galeristen Christian Scheffel, der in der Stadt seine Galerie betreibt. Er hat das Projekt 1997 im Kleinen begonnen, inzwischen findet die achte Ausstellung statt, die Stadt ist inzwischen Mitveranstalter und der Hessische Ministerpr&#228;sident Volker Bouffier hat die Schirmherrschaft &#252;bernommen. Inzwischen ist l&#228;ngst nicht mehr nur der Kurpark Ausstellungsort, sondern auch der romantische Schlossgarten und erstmals &#252;berwindet die Ausstellung die Stadtgrenzen und ist auch in der Darmst&#228;dter Stadtkirche und der Kunsthalle vertreten, im Camp-Ph&#246;nix-Park in Eschborn, dem Skulpturenpark in Niederh&#246;chstadt und an der Goethe-Universit&#228;t in Frankfurt auf dem Campus Westend und dem Campus Riedberg.</p>
<p>64 Skulpturen haben die Veranstalter zusammengetragen, darunter namhafte Bildhauer wie Joep van Lieshout, Magdalena Abakanowicz, Nigel Hall, David Nash, Tony Cragg und Bernar Venet. Wem da snicht genug ist, der kann ja die <a href="http://www.altana-kulturstiftung.de/">aktuelle Ausstellung der Altana-Kunststiftung</a> im Sinclair-Haus besuchen. Der Ausflug nach Bad Homburg lohnt sich &#8211; versprochen!</p>
<p>Mehr: <a href="http://www.blickachsen.de">Blickachsen 8</a> (bis 3. Oktober 2011).</p>
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		<title>Gerhard Richter ./. Christoph Schlingensief</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 17:44:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Schlingensief]]></category>
		<category><![CDATA[Gerhard Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Venedig]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerhard Richter ist sauer. Der Maler &#228;rgert sich &#252;ber die Einladung von Susanne Gaensheimer an Christoph Schlingensief, den deutschen Pavillon bei der n&#228;chsten Biennale in Venedig im Jahr 2011 zu bespielen. „Das ist ein Skandal. Die nehmen einen Performer, dabei haben wir tausende K&#252;nstler“ und er sieht darin einen &#8220;Niedergang der Malerei&#8221;. Das h&#246;rt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerhard Richter ist sauer. Der Maler &#228;rgert sich &#252;ber die Einladung von Susanne Gaensheimer an Christoph Schlingensief, den deutschen Pavillon bei der n&#228;chsten Biennale in Venedig im Jahr 2011 zu bespielen. „Das ist ein Skandal. Die nehmen einen Performer, dabei haben wir tausende K&#252;nstler“ und er sieht darin einen &#8220;Niedergang der Malerei&#8221;. Das h&#246;rt sich ein bisschen so an, als seien Performance-K&#252;nslter keine K&#252;nstler und zeugt von einer gewissen Ignoranz oder Arroganz. Aber gut. </p>
<p>Dass sich die f&#252;r mich &#252;ber jeden Zweifel erhabene Direktorin des Museums f&#252;r Moderne Kunst in Frankfurt f&#252;r einen Performancek&#252;nstler entschieden hat, kann man ihr kaum vorwerfen, schon gar nicht, wenn man sich die Architektur des Pavillons anschaut, in dem es kaum m&#246;glich ist, Malerei wirklich angemessen zu pr&#228;sentieren. Aber musste es Schlingensief sein? Mich nervt dieses Krawallige bei Schlingensief, das Spektakel, das er veranstaltet und ich glaube, das sind auch die Bedenken von Richter. K&#246;nnte es die Sorge sein, dass der Deutsche Pavillon zum &#8220;Event&#8221; verkommt?  Auch wenn Schlingensief neben seiner Theater-, Opern- und Filmarbeit als Aktionsk&#252;nstler agiert, so w&#252;rde ich ihn doch nicht als Bildenden K&#252;nstler verorten und deshalb auch nicht zur Biennale schicken.</p>
<p>Die Kuratorin hat sich zur Kritik von Richter in einem offenen Brief ge&#228;u&#223;ert und weist diese zur&#252;ck: „Ich sch&#228;tze Gerhard Richter als einen der bedeutendsten lebenden K&#252;nstler des 20. Jahrhunderts. Er hat in der Malerei neue Ma&#223;st&#228;be gesetzt und Perspektiven grundlegend erweitert. Mit Christoph Schlingensief habe ich mich f&#252;r den Deutschen Pavillon ganz bewusst f&#252;r einen K&#252;nstler entschieden, der nicht nur inhaltlich sondern auch formal Eindeutigkeiten hinterfragt und Grenzen &#252;berschreitet. Im Zusammenhang mit dem Deutschen Pavillon verstehe ich seine Arbeit durchaus auch als einen Beitrag zur Diskussion &#252;ber die Entgrenzung der K&#252;nste und nat&#252;rlich auch zur Frage der gesellschaftlichen Relevanz von Kunst. In diesem Sinne freue ich mich auf eine konstruktive und auch kritische Diskussion.“</p>
<p>Gut, schlimmer als <a href="http://www.360-grad-blog.de/2009/06/20/deutscher-biennale-pavillon-wird-zum-moebelhaus/" target="_blank">Liam Gillicks IKEA-K&#252;che</a> kann es auch nicht mehr werden. </p>
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		<title>Louise Bourgeois gestorben</title>
		<link>http://www.360-grad-blog.de/2010/06/01/luise-bourgeois-gestorben/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 10:01:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Louise Bourgeois]]></category>

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		<description><![CDATA[Die franz&#246;sische K&#252;nstlerin Louise Bourgeois ist gestern im Alter von 98 Jahren in New York an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Mehr dazu bei ZEIT und FAZ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die franz&#246;sische K&#252;nstlerin Louise Bourgeois ist gestern im Alter von 98 Jahren in New York an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.</p>
<p>Mehr dazu bei <a href="http://www.zeit.de/kultur/kunst/2010-06/louise-bourgeois-tot" target="_blank">ZEIT</a> und <a href="http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~E2D7112F3E841439C9CAAA65C68BA0625~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">FAZ</a></p>
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		<title>Kunst f&#252;r ein warmes Pl&#228;tzchen</title>
		<link>http://www.360-grad-blog.de/2010/02/25/kunst-fuer-ein-warmes-plaetzchen/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 19:08:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Performance Hotel]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Stuttgart hat eine neue Kunstattraktion. Der s&#252;dkoreanische K&#252;nstler Byung Chul Kim hat im Rahmen des Stuttgarter Stadtteilprojekts Diskret_Ost im Juli 2009 das Performance-Hotel er&#246;ffnet. Die Besonderheit: G&#228;ste d&#252;rfen kostenlos &#252;bernachten, wenn sie eine Performance darbieten. Was die G&#228;ste machen m&#246;chten, bleibt ihnen selbst &#252;berlassen. Malerei, Skulptur, Tanzperformance, Gesang, Theater oder Lesung &#8211; alles ist erlaubt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stuttgart hat eine neue Kunstattraktion. Der s&#252;dkoreanische K&#252;nstler Byung Chul Kim hat im Rahmen des Stuttgarter Stadtteilprojekts Diskret_Ost im Juli 2009 das Performance-Hotel er&#246;ffnet. Die Besonderheit: G&#228;ste d&#252;rfen kostenlos &#252;bernachten, wenn sie eine Performance darbieten. Was die G&#228;ste machen m&#246;chten, bleibt ihnen selbst &#252;berlassen. Malerei, Skulptur, Tanzperformance, Gesang, Theater oder Lesung &#8211; alles ist erlaubt. Etliche K&#252;nstler und K&#252;nstlerinnen haben sich schon am, im und um das Haus ausgetobt. Auch Kochen, Grillen oder die Vorbereitung des Fr&#252;hst&#252;cks gehen bei dem Hotelbesitzer als Performance durch &#8211; wenn es denn gut gemacht ist.</p>
<p><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2010/02/performancehotel.jpg" alt="" title="Au&#223;enansicht Performance-Hotel Stuttgart" width="470" height="352" class="alignnone size-full wp-image-1094" />
<p class="bu">Au&#223;enansicht des Hotels<br />Foto: Performance Hotel</p>
<p>Wer nicht k&#252;nstlerisch t&#228;tig werden will, darf nat&#252;rlich auch bezahlen. Die Preise halten sich im Rahmen. Wer Isomatte und Schlafsack mitbringt, zahlt lediglich drei Euro, auf einem Feldbett kann man f&#252;r zehn Euro n&#228;chtigen und f&#252;r 13 Euro schl&#228;ft man auf einer richtigen Matratze. Nat&#252;rlich sieht es Kim aber am liebsten, wenn die Hotelg&#228;ste mit k&#252;nstlerischen  Darbietungen zahlen.</p>
<p>Das Hotel liegt im &#246;stlichen Teil Stuttgarts in der Gablerstra&#223;e und ist einem ehemaligen Winzerhaus aus dem 19. Jahrhundert untergebracht. Eine Villa Kunterbunt, zwei Stockwerke hoch, die Fassade tapeziert bis unters Dach mit Kunst und Plakaten. Vor dem Haus ein Pappschild im Barockrahmen mit den Preisen. Besonderen F&#252;nf-Sterne-Luxus bietet das Bad in Altrosa mit dem Fernseher. Au&#223;erdem gibt es eine WG-K&#252;che mit Esstisch, zwei Schlafr&#228;ume und zwei Performance-R&#228;ume. Den Wellnessbereich finden die G&#228;ste im Garten hinter dem Haus. Hier steht eine Badewanne unter freiem (Sternen-)Himmel.</p>
<p>Auch wenn er nichts einnimmt, Angst vor dem Monatsende muss &#8220;Hoteldirektor&#8221; Kim nicht haben. Sein Hotel ist ein Projekt der <a href="http://www.abk-stuttgart.de" target="_blank">Staatlichen Akademie der Bildenden K&#252;nste</a>, die f&#252;r alle Kosten aufkommt. Die Stadt hatte den Studenten das Haus im vergangenen Juli f&#252;r zun&#228;chst ein Jahr &#252;bergeben. Diese renovierten das Haus und statteten es mit M&#246;beln aus. Eigentlich sollten hier Ateliers entstehen, doch dann kam Kim auf die Idee mit dem Performance-Hotel. Er selbst musste hier ein paar N&#228;chte verbringen, weil er keine Wohnung hatte und dachte sich, dass hier eigentlich jeder K&#252;nstler umsonst &#252;bernachten sollte. Nun wird jeder Gast zum K&#252;nstler, wenn er denn m&#246;chte.</p>
<p>Eine wirklich sch&#246;ne Idee als Protest gegen die Kommerzialisierung des &#246;ffentlichen Raumes und so herrlich kreativ. Mehr davon!</p>
<p>Weitere Informationen unter: <a href="http://performancehotel.wordpress.com">performancehotel.wordpress.com</a> und <a href="http://distriktost.wordpress.com" target="_blank">distriktost.wordpress.com</a>.</p>
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		<title>Zwei Mal chinesische Kunst in Deutschland</title>
		<link>http://www.360-grad-blog.de/2009/10/02/zwei-mal-chinesische-kunst-in-deutschland/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 17:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Ai Weiwei]]></category>
		<category><![CDATA[Der Hof für die Pachteinnahme]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Haus der Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Schirn]]></category>

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		<description><![CDATA[China feiert dieser Tage das 60. Jubil&#228;um der Gr&#252;ndung der Volksrepublik &#8211; und das mit allerlei Pomp und Get&#246;se. In Deutschland sind derweil zwei Ausstellungen zu sehen, die unterschiedlicher nicht sein k&#246;nnten und doch so &#228;hnlich sind. Ai Weiwei, zeitgen&#246;ssischer chinesischer K&#252;nstler und Publikumsliebling bei der letzten documenta zeigt im Haus der Kunst in M&#252;nchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>China feiert dieser Tage das 60. Jubil&#228;um der Gr&#252;ndung der Volksrepublik &#8211; und das mit allerlei Pomp und Get&#246;se. In Deutschland sind derweil zwei Ausstellungen zu sehen, die unterschiedlicher nicht sein k&#246;nnten und doch so &#228;hnlich sind. Ai Weiwei, zeitgen&#246;ssischer chinesischer  K&#252;nstler und Publikumsliebling bei der letzten documenta zeigt im <a href="http://www.hausderkunst.de" target="_blank">Haus der Kunst in M&#252;nchen</a> seine neusten Arbeiten. Seine Arbeiten prangern die gesellschaftlichen und politischen Missst&#228;nde in China an, sein Engagement bringt ihm des &#246;fteren &#196;rger in seiner Heimat ein.</p>
<p>Am 12. Mai 2008 hatte die Erde in der Provinz Sichuan gebebt. Ai Weiwei wollte in der Region recherchieren, doch die Staatsmacht versuchte, das mit allen Mitteln zu verhindern. Ai Weiwei schaffte es trotzdem, die Namen von 4000 Kindern zu recherchieren, die umgekommen waren und ver&#246;ffentlichte sie. Wie er, wollte auch Tan Zuoren recherchieren, warum in der Region so viele Schulen einst&#252;rzten. Er vermutete Schlampereien bei den Bauarbeiten. Doch er wurde verhaftet und wegen &#8220;Unterrgabung der Staatsgewalt&#8221; angeklagt. Ai Weiwei reiste extra zum Prozess an, um dem Mitstreiter mit seiner Zeugenaussage zu helfen. In der nacht vor der Zeugenaussage wurde er jedoch verhaftet und misshandelt. Folge dieser &#8220;Polizeiaktion&#8221; war ein H&#228;matom im Gehirn, welches in M&#252;nchen operiert wurde.</p>
<p>Die Ausstellung &#8220;So Sorry&#8221; stellt zwei gro&#223;formatige, eigens f&#252;r das Haus der Kunst entworfene Arbeiten vor. Au&#223;erdem vereint sie fr&#252;he Fotografien mit den seit 2003 entstandenen Filmen, der Dokumentation von dem documenta-Projekt &#8220;Fairytale&#8221; sowie einer Auswahl der seit 1997 entstandenen Werke. Der Titel &#8220;So Sorry&#8221; zielt auf die neue Entschuldigungskultur ab, mit der Politik und Wirtschaft auf Fehlentwicklungen am Finanzmarkt und andere globale Krisen reagieren.</p>
<p>Die Arbeit &#8220;Remembering&#8221; wird f&#252;r die Fassade des Haus der Kunst entworfen und besteht aus 9.000 eigens angefertigten Rucks&#228;cken. Ai Weiwei ruft hiermit das Erdbeben in Sichuan ins Ged&#228;chtnis, denn bei den eingest&#252;rzten Schulen fanden sich viele Rucks&#228;cke der versch&#252;tteten Kinder. Jeder Rucksack hat eine von insgesamt f&#252;nf verschiedenen Farben. Ihre Anordnung ergibt in chinesischen Schriftzeichen den Satz &#8220;Sieben Jahre lang lebte sie gl&#252;cklich in dieser Welt&#8221;, mit dem die Mutter eines Erdbebenopfers ihrer Tochter gedachte. Das pixelhaft wirkende Gro&#223;bild erstreckt sich &#252;ber eine L&#228;nge von 100 Metern und eine H&#246;he von zehn Meter &#252;ber die gesamte Fassade und ist mit einer<br />
Stahlkonstruktion an den S&#228;ulen vorm Haus befestigt.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/HDK_AI_Weiwei_Remembering.jpg" rel="lightbox" title="Ai Weiwei, Remembering, 2009, Rucks&#228;cke und Metallgest&#228;nge, 925 x 10605 x 10 cm, © Ai Weiwei"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/HDK_AI_Weiwei_Remembering-500x66.jpg" alt="Ai Weiwei, Remembering, 2009, Rucks&#228;cke und Metallgest&#228;nge, 925 x 10605 x 10 cm, © Ai Weiwei" title="Ai Weiwei, Remembering, 2009, Rucks&#228;cke und Metallgest&#228;nge, 925 x 10605 x 10 cm, © Ai Weiwei" width="500" height="66" class="alignnone size-medium wp-image-1017" /></a></p>
<p class="bu">Ai Weiwei, Remembering, 2009<br />
Rucks&#228;cke und Metallgest&#228;nge, 925 x 10605 x 10 cm<br />
© Ai Weiwei
</p>
<p>Ebenfalls f&#252;r die Ausstellung gefertigt ist der Wollteppich &#8220;Soft Ground&#8221;, der im gr&#246;lten Ausstellungsraum eine Fl&#228;che von 380 Quadratmetern bedeckt. Das Muster von &#8220;Soft<br />
Ground&#8221; ist eine getreue Reproduktion der 969 steinernen Bodenfliesen &#252;ber die der Teppich gebreitet wird. Um die Bodenfliesen und die Spuren, die 70 Jahre<br />
Ausstellungsbetrieb hinterlassen haben, pr&#228;zise zu rekonstruieren, wurde jede Fliese im Vorfeld einzeln fotografiert und ihre Position verzeichnet. In einer Wollweberei in der<br />
Provinz Hebei handgefertigt, fungiert &#8220;Soft Ground&#8221; nun als D&#228;mpfer, der den Boden schont und auch eine akustische Wirkung hat.</p>
<p>Zu Ai Weiweis j&#252;ngsten und in der Ausstellung pr&#228;sentierten Werken geh&#246;ren au&#223;erdem: &#8220;Rooted upon&#8221;, eine 100-teilige Gro&#223;installation von Baumst&#228;mmen und -wurzeln aus ganz China, die auf &#8220;Soft Ground&#8221; installiert wird, sowie &#8220;Cube in Ebony&#8221;, ein Kubus aus massivem Rosenholz und &#8220;Bamboo and Porcelain&#8221;, eine in Zusammenarbeit mit Herzog &#038; de Meuron entstandene Installation f&#252;r die Fassade an der R&#252;ckseite des Haus der Kunst.</p>
<p>Zeitgleich zeigt in Frankfurt die <a href="http://www.schirn.de" target="_blank">Schirn Kunsthalle</a> die Werkgruppe &#8220;Der Hof f&#252;r die Pachteinnahme&#8221;, die die Situation der Bauern vor der kommunistischen Staatsgr&#252;ndung anschaulich darstellen und die Vorteile des Kommunismus preisen soll. Geschaffen wurde die 97 (!) Meter lange Skulptur aus Lehm 1965 von einem namenlosen chinesischen K&#252;nstlerkollektiv. In sieben aufeinander folgenden Szenen sind die Schrecken des Kapitalismus unter dem Kaiser dargestellt. Dargestellt wurde in der Figurengruppe aus Aufsehern, Ganoven, Bauern und Arbeitern die Ablieferung der Pachteinnahmen an den Feudalherren.</p>
<p style="text-align:center"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/1253638018_hof_d_pacht_schirn_gruppe_1_mail.jpg" rel="lightbox" title="Hof f&#252;r die Pachteinnahme, 1974–1978 (Original 1965),  Szene 1 - Den Pachtzins abliefern Ausstellungsansicht, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2009"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/1253638018_hof_d_pacht_schirn_gruppe_1_mail-500x174.jpg" alt="Hof f&#252;r die Pachteinnahme, 1974–1978 (Original 1965),  Szene 1 - Den Pachtzins abliefern Ausstellungsansicht, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2009" title="Hof f&#252;r die Pachteinnahme, 1974–1978 (Original 1965),  Szene 1 - Den Pachtzins abliefern Ausstellungsansicht, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2009" width="500" height="174" class="alignnone size-medium wp-image-1022" /></a></p>
<p class="bu">Hof f&#252;r die Pachteinnahme, 1974–1978 (Original 1965)<br />
Szene 1 &#8211; Den Pachtzins abliefern Ausstellungsansicht<br />
Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2009</p>
<p>Man k&#246;nnte das Werk schnell als Propagandakunst des sozialistischen Realismus abtun, doch das w&#228;re zu einfach. Das Diorama ber&#252;hrt den Betrachter durchaus. Physiognomie und Gestik der Figuren sind realistisch und ausdrucksvoll, die lebensgro&#223;en Gestalten verst&#228;rken den realistischen Eindruck. Leid und M&#252;hsal der Landbev&#246;lkerung sind eindrucksvoll dargestellt. Urspr&#252;nglicher Aufstellungsort ist eine Gedenkst&#228;tte auf dem ehemaligen Anwesen des ber&#252;chtigten Feudalherren Liu Wencai, dessen Gr&#228;ueltaten in dem Werk verewigt wurden und der auch selbst in einer Szene erscheint, in der er sich gelangweilt in seinem Thron r&#228;kelt und auf die um Gnade flehenden Bauern herabblickt.</p>
<p> Seit seiner Entstehung erfreut sich das Kunstwerk gro&#223;er Beliebtheit. Gerne wird die Geschichte kolportiert, dass manche Betrachter so erbost sind, dass sie versuchten, Aufseher und den Feudalherren zu verpr&#252;geln. Zahlreiche Leihanfragen aus dem In- und Ausland f&#252;hrten 1973 zu einer transportablen Kopie aus verkupfertem Fiberglas, die nun bis 04. Januar 2010 in der Schirn ausgestellt wird.</p>
<p>Unter <a href="http://blog.aiweieei.com" target="_blank">blog.aiweieei.com</a> bloggt Ai Weiwei. Auf <a href="aiweiwei.blog.hausderkunst.de" target="_blank">aiweiwei.blog.hausderkunst.de</a> bloggt er auch aktuell zu den Geschehnissen rund um die Ausstellung in M&#252;nchen. </p>
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		<item>
		<title>St&#228;dtische Aff&#228;ren der anderen Art</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 09:18:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Banksy]]></category>
		<category><![CDATA[El Bucho]]></category>
		<category><![CDATA[Stencil Art]]></category>
		<category><![CDATA[Street Art]]></category>
		<category><![CDATA[Tape Art]]></category>
		<category><![CDATA[urban Affairs]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Stadtbad Wedding war einst ein lebendiger Ort. Hier plantschten die Menschen des Stadteils bis das Schwimmbad 2001 dem Sparzwang der Stadt zum Opfer fiel. Nun ist das Stadtbad zum Stattbad geworden und soll lebendiger Kulturort werden. Im Haus sollen Ateliers und Studios entstehen, Kreativ-Arbeitspl&#228;tze und reichlich Platz f&#252;r Ausstellungen, Konzerte, Theater und Lesungen. Organisiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Stadtbad Wedding war einst ein lebendiger Ort. Hier plantschten die Menschen des Stadteils bis das Schwimmbad 2001 dem Sparzwang der Stadt zum Opfer fiel. Nun ist das Stadtbad zum Stattbad geworden und soll lebendiger Kulturort werden. Im Haus sollen Ateliers und Studios entstehen, Kreativ-Arbeitspl&#228;tze und reichlich Platz f&#252;r Ausstellungen, Konzerte, Theater und Lesungen. Organisiert wird die Neubelebung unter anderem durch die Berliner Agentur RIOTarts. Die Kunstagentur hat sich ganz der Street Art verschrieben und das Projekt Urban Affairs ins Leben gerufen, ein &#8220;Event&#8221;, das nun schon zum zweiten Mal Street Art in Berlin pr&#228;sentiert. Veranstaltungsort ist, wie sollte es anders sein, eben jenes Stattbad.</p>
<p>Die Agentur hat einiges zusammengetragen und erm&#246;glicht einen kleinen repr&#228;sentativen &#220;berblick. Streetart, das ist l&#228;ngst nicht mehr nur einfaches Graffiti. Stencil Art, mit Schablonen gespr&#252;hte Kunstwerke sind einer der neueren Trends. Die Verkaufserl&#246;se f&#252;r Werke eines der Hauptprotagonisten, des fast schon legend&#228;ren <a href="http://www.banksy.co.uk/" target="_blank">Banksy</a>, erreichen inzwischen fast schon schwindelerregende H&#246;hen. Zu den neueren Gattungen geh&#246;rt auch das &#8220;Ad Busting&#8221;, bei dem Werbung im &#246;ffentlichen Raum &#8220;neu gestaltet&#8221; wird, um so die Aussage zu konterkarieren, zu verdrehen oder ins L&#228;cherliche zu ziehen. Relativ neu ist auch &#8220;Tape Art&#8221;, bei der die Kunstwerke aus Plastikklebeb&#228;ndern gefertigt werden. In Berlin ist <a href="http://www.elbocho.net/" target="_blank">El Bocho</a> vertreten, der mit seinen Klebeb&#228;ndern fast schon lyrische Werke schafft, die ein wenig an Pop-Art erinnern.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/07/el_bocho_2009.jpg"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/07/el_bocho_2009.jpg" alt="Wand des Stattbades Wedding, El Bocho, 2009" title="Wand des Stattbades Wedding, El Bocho, 2009" width="500" height="350" class="alignnone size-full wp-image-960" /></a></p>
<p class="bu">Wand des Stadtbades Wedding, Werk von El Bocho, 2009, Foto: El Bocho</p>
<p>Doch die Bandbreite ist noch viel gr&#246;&#223;er. Der K&#252;nstler 1010 mischt Cutouts aus Papier mit Malerei. Der K&#252;nstler <a href="http://www.momagic.de/" target="_blank">Mo Magic</a> ist mit Videos von bunten Spielzeugautos vertreten, die an Marshmallows erinnern. Spannend und hintergr&#252;ndig sind die Arbeiten von <a href="http://www.atmberlin.de/de/artists/emess.php" target="_blank">Emess</a>, der mit Graffitis, Schablonen, Plastiken und Skulpturen auf politische und gesellschaftliche Ver&#228;nderungen aufmerksam machen will &#8211; nicht selten auf irritierende, provokante und ironische Art. Da prangt dann schon mal an der Baugrube des ehemaligen Palastes der Republik in gro&#223;en Lettern: &#8220;DIE DDR HAT&#8217;S NIE GEGEBEN.&#8221; Spannend sind auch die Arbeiten von <a href="http://www.circleculture-gallery.com/artists/anton_unai/" target="_blank">Anton Unai</a> der auf &#228;hnliche Weise wie Emess Kunst in den &#246;ffentlichen Raum integriert. Besonders die starken bildhauerischen Arbeiten begeistern. Sie sind meist zusammengesetzt aus Abfall der urbanen Gesellschaft, Fragmente des Massenkonsums und der Massenmedien werden zu neu zusammengesetzt. Aber auch die Bilder sind von besonderer Qualit&#228;t, erz&#228;hlen ganze Geschichten, nehmen literarische Referenzen auf und bedienen sich einer Ikonographie, die an Religion und Werbung erinnert.</p>
<p>L&#228;ngst ist Street Art mehr als nur Subkultur und das Beschmieren von H&#228;userw&#228;nden und Z&#252;gen. Street Art ist gesellschaftskritisch, prangert soziale Missst&#228;nde an oder macht auf Ver&#228;nderungen des urbanen Raumes aufmerksam &#8211; oder anders ausgedr&#252;ckt: Es ist Kunst. Noch immer sind die meisten K&#252;nstler anonym, doch inzwischen ist ihre Kunst l&#228;ngst kommerzialisiert und wird in Galerien gezeigt und verkauft. Geschadet hat das dem noch jungen Kunstzweig nicht, im Gegenteil, &#252;berall etabliert sich eine vitale Street Art-Szene und einige K&#252;nstler k&#246;nnen davon inzwischen sogar recht gut leben.</p>
<p>Wer sich f&#252;r Street Art interessiert, sollte auf jeden Fall bei Urban Affairs extended vorbeischauen. Es lohnt sich! Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm und l&#228;uft noch bis zum 31. Juli 2009.</p>
<p>Mehr unter: <a href="http://www.urbanaffairs.de" target="_blank">urbanaffairs.de</a></p>
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		<title>documenta digital</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 20:33:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[documenta]]></category>
		<category><![CDATA[Kassel]]></category>

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		<description><![CDATA[Im November 2006 hatte das documenta Archiv mit dem breitgef&#228;cherten Projekt &#8220;Mediencluster documenta und Gegenwartskunst&#8221; begonnen, s&#228;mtliche Fotos und Dias sowie die gesamten Presseartikel der documenta 1 bis 5 zu digitalisieren, da der Bestand des Archivs (insbesondere die Dias) akut bedroht war. Durch die F&#246;rderung mit 500.000 Euro durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) war es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im November 2006 hatte das documenta Archiv mit dem breitgef&#228;cherten Projekt &#8220;Mediencluster documenta und Gegenwartskunst&#8221; begonnen, s&#228;mtliche Fotos und Dias sowie die gesamten Presseartikel der documenta 1 bis 5 zu digitalisieren, da der Bestand des Archivs (insbesondere die Dias) akut bedroht war. Durch die F&#246;rderung mit 500.000 Euro durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) war es m&#246;glich, die einzigartigen Materialien der fr&#252;hen documenta-Geschichte zu sichern. &#220;ber 10.000 Bilder und &#252;ber 12.000 Zeitungsausschnitte wurden digitalisiert.</p>
<p>Mit dem Abschluss dieses aufw&#228;ndigen Digitalisierungsprojekts ist nun nicht nur ein Online-Zugang in den Bibliotheksbestand des documenta Archivs, sondern auch in die Bild-, Video- und Pressesammlung m&#246;glich. Ein Folgeantrag f&#252;r die vollst&#228;ndige Medien-Bearbeitung der sp&#228;teren documenta-Ausstellungen 6 bis 12 wurde an die DFG gestellt und wird hoffentlich bewilligt, damit der gesamte Schatz &#8220;gehoben&#8221; werden kann. Die Datenbank ist im Internet zug&#228;nglich unter <a href="http://documentaarchiv.stadt-kassel.de" target="_blank">http://documentaarchiv.stadt-kassel.de</a>. Es lohnt sich, rein zu schauen!</p>
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