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Gerhard Richter in Wien und Duisburg

Wer die Ausstellung „Gerhard Richter – Bilder aus privaten Sammlungen“ im Museum Sammlung Frieder Burder nicht sehen konnte, hat jetzt in der Wiener Albertina bis zum 03. Mai 2009 die Möglichkeit, dies nachzuholen. Anschließend ist die Ausstellung im Duisburger Museum Küppersmühle zu sehen. In Wien heißt die Ausstellung allerdings „Gerard Richter. Retrospektive“ und in der Tat darf man das so sehen. Die bildgewaltige Ausstellung, ohnehin schon reichlich und retrospektiv bestückt, wurde in Österreich durch weitere Leihgaben einer österreichischen Privatsammlung ergänzt, so dass ein Überblick über das Gesamtwerk des bedeutenden Künstlers möglich ist. Die Albertina zeigt neben 70 Gemälden auch bedeutende Werkblöcke seiner Aquarelle und Zeichnungen. Die Ausstellung wandert dann wieder in reduziertem, aber immer noch sehenswerten Umfang nach Duisburg (22. Mai bis 23. August 2009).

Ein Star in Wien

Es gibt Namen in der Kunst, die kennt wirklich jeder und bei den meisten Menschen sorgen sie für ehrfurchtsvolles Raunen und ein freudiges Glitzern in den Augen. Ausstellungen solcher Künstler wie Picasso, Van Gogh, Matisse oder Rembrandt sind Garant für hohe Besucherzahlen. Die braucht die Wiener Albertina mit ihrer Ausstellung „Van Gogh. Gezeichnete Bilder“ auch, um die immensen Kosten wieder einzuspielen. Alleine die Versicherungssumme beträgt drei Milliarden Euro, die Prämien dürften entsprechend hoch ausfallen. Jeden Tag müssen deshalb rund 4000 Besucher die Ausstellung sehen, damit sich das Unterfangen lohnt. Ich bin kein Freund solcher gigantomanischen Ausstellungen, als zu oft bleibt die Erkenntnis auf der Strecke, der reine visuelle Reiz zählt, man schiebt sich mit den Besuchermassen durch die Räume und ein ruhiges Verweilen vor den Bildern ist unmöglich, weil ständig jemand den Blick versperrt. Es lebe die Presse-Vorbesichtigung. Vicent van Gogh, Straße in Saint-Rémy, 1889© Kasama Nichido Museum of Art, Japan Auch ich kann bei dem Namen „Van Gogh“ nicht ganz objektiv bleiben, auch ich bekomme weiche Knie, wenn ich durch solch eine Ausstellung gehe …

Kokoschkas späte Jahre

Mit der östereichischen Kunst verbindet man vor allem drei Namen: Klimt, Schiele und Kokoschka. Oskar Kokoschka widmet die altehrwürdige Albertina nun eine Ausstellung: „Oskar Kokoschka. Exil und neue Heimat 1934-1980″. Kokoschka (1886-1980) wächst in Wien auf. Er studiert an der Kunstgewerbeschule Wien. Einer seiner Lehrer ist Gustav Klimt. Doch früh lehnt Kokoschka den Wiener Secessionsstil ab und malt eigene, gefühlsbetonte Bilder in expressionistischer Manier. 1910 siedelt er nach Berlin über. 1911 kommt er nach Wien zurück, doch Zeit seines Lebens wird er fortan auf Reisen sein, ein Kosmopolit, der sich überall und nirgendwo zu Hause fühlt. 1919 wird er Professor in Dresden, reist in die Schweiz, nach Italien, Frankreich, Spanien, in die Niederlande und nach England, nach Afrika und Vorderasien. Erst 1931 kommt er nach Wien zurück. Doch die alte Heimat ist nicht mehr, wie sie war. Es ziehen dunkle Wolken auf. Unter dem Druck der Nationalsozialisten emigriert Kokoschka nach Prag und nimmt 1935 auch die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft an. Doch auch hier machen sich die Nationalsozialisten breit und er muss 1938 nach London fliehen.

Picassos Alterswerk in der Albertina

Pablo Picasso vor dem Gemälde „Paar“ (1970)Notre-Dame-de-Vie, 25. Oktober 1970, 29,4 x 20,9 cm © Museo Picasso, Málaga, Foto: Roberto Otero Während die einen im Alter an Kreativität verlieren oder sich ihr frühes Werk einfach noch mal vorknöpfen (Baselitz), gibt es andere, die auch im hohen Alter vor Kreativität und Energie nur so strotzen. Die Albertina zeigt jetzt eine Ausstellung zum Alterswerk von Pablo Picasso. „Malen gegen die Zeit“ ist der Titel der Ausstellung (bis 07. Januar 2007) und ist die wichtigste These des Kurators Werner Spies. Spies konstatiert einen auffälligen Gegensatz zwischen einer furiosen, oft skizzenhaftexpressiven Malerei und einer erzählfreudigen, akribisch ausgeführten Grafik. Hinter dieser Trennung in einen wilden Stil des Malers und in einen reflektierenden Stil des Grafikers steht die panische Angst Picassos vor der immer knapper werdenden Lebenszeit. Picasso segmentiert seine Arbeitszeit in gleiche Abschnitte, in denen je ein Werk entsteht: ungeachtet der unterschiedlichen Größe. Nicht die Arbeitszeit, sondern die Geschwindigkeit ist dabei variabel, in der im immergleichen Zeitraum unterschiedlichste Formate und Aufgaben bewältigt werden, von der kleinformatigen Radierung bis zum monumentalen …