Was macht eigentlich der Untersuchungsausschuss Arp-Museum des rheinland-pfälzischen Parlaments? Erinnern Sie sich? Der sollte untersuchen, ob sich die Landesregierung Versäumnisse und Verfehlungen in Zusammenhang mit dem Arp-Museum in Remagen-Rolandseck vorwerfen lassen muss.
Da ist die Rede von verschwendeten Steuergeldern, von Kopien, die als Originale gekauft wurden, von entgegen den Absprachen verkauften Exponanten und posthumen Nachgüssen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Zusammenarbeit zwischen aktueller Landesregierung und Arp-Verein, die nach endlosen Streitereien Ende 2007 beendet worden war.
Der Untersuchungsausschuss wurde von der CDU-Opposition beantragt und im Februar 2008 eingesetzt, obwohl sich die SPD/ FDP-Landesregierung keiner Schuld bewusst ist und darin nur ein Manöver der CDU sieht, den SPD-Bundesvorsitzenden und Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, in Misskredit zu bringen.
Der Ausschuss kommt nur langsam in Fahrt, was vor allem daran liegt, dass solche Ausschüsse gerne für Scharmützel genutzt werden. So mancher Schachzug würde wohl jedem Winkeladvokaten Freudentränen in die Augen treiben.
In seiner konstituierenden Sitzung beschloss der Ausschuss auch gleich, sämtliche Akten der letzten vierzig Jahre zu untersuchen und als Beweise zu nutzen. Die SPD wollte gleich in die Offensive gehen und stellte Beweisanträge, die darauf abzielen, auch und insbesondere die Jahre der CDU-Regierung in Rheinland-Pfalz bis zum Regierungswechsel 1991 unter die Lupe zu nehmen. Die SPD-Fraktion will untersuchen, ob es schon damals zu einer Weichenstellung kam, die zur entstandenen Situation führen musste oder anders formuliert: Die SPD-geführte Landesregierung konnte gar nicht anders handeln, als sie es tat. Verträge gibt es da viele: mit Herrn Wasmuth, dem Spiritus rector des Künstlerbahnhofs Rolandseck, mit Vereinen und GmbHs, die den Bahnhof nutzten und finanzielle Förderung von der Landesregierung erhielten.
Inzwischen wurde der ehemalige Ministerpräsident Bernhard Vogel vernommen, der von 1967 bis 1976 Kultusminister war und anschließend das Land als Ministerpräsident führte. Wie das bei solchen Zeugenbefragungen ist, tun sich bei den Befragten große Erinnerungslücken auf. So will sich Herr Vogel nicht dran erinnern, dass Wasmuth als künstlerischer Leiter mit großzügigem Gehalt Kunstgegenstände erwarb, die das Land bezahlte. Gewusst haben will Vogel auch nicht, dass Wasmuth künstlerischer Leiter war und von der Stiftung ein großzügiges Monatsgehalt von knapp 10.000 Mark erhalten hat. Vogel bestritt in der Vernehmung, dass die Landesregierung damals schon an ein Museum gedacht habe und das Museum nur gekauft habe, um eine Begegnungstätte und ein Kulturobjekt zu schaffen. Der ehemalige Kulturminister Dr. Gölter bestätigte dies.
Während SPD-Obmann Pörksen frohlockt und sich darin bestätigt sieht, dass die SPD einfach nur da weitergemacht hat, wo die CDU aufgehört hat, sieht der Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Ausschuss den Beweisantrag der SPD als “zerbröselt” an. Die Wahrheit dürfte in der Mitte liegen und die CDU hat sich hier sicher nicht mir Ruhm bekleckert.
Allerdings ist der Versuch unsinnig, der CDU die Schuld in die Schuhe zu schieben und so zu tun, als habe die SPD geführte Landesregierung die Verträge einfach erfüllen müssen und gar nicht anders handeln können, denn es wurden in den 90er Jahren und sogar noch 2005 neue Verträge geschlossen und an diesen auch festgehalten, als längst offensichtlich war, dass es im Bahnhof Rolandseck zumindest Unregelmäßigkeiten gab. Auch als Arp-Experten und Journalisten Zweifel hegten an den Machenschaften des Arp-Vereins und den posthumen Güssen, verteidigte die Landesregierung den Verein und das Projekt. Damals bestand aber auch noch Hoffnung, sich mit dem Projekt schmücken zu können. Inzwischen sieht es eher so aus, als würden alle Beteiligten so tun, als habe dieses Museum nie jemand gewollt und keiner sei dafür verantwortlich.
Richtig interessant wird es in den nächsten Sitzungen des Untersuchungsausschusses, in denen die letzten 17 Jahre beleuchtet werden sollen. Als Zeugen sollen Ministerpräsident a.D. Rudolf Scharping, Staatsministerin a.D. Dr. Rose Götte, Staatssekretär a.D. Ernst Eggers, Senator Dr. Thilo Sarrazin, Staatssekretär Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig und Ministerpräsident Kurt Beck vernommen werden. Es wird spannend…
Inzwischen räumte Kultur-Staatssekretär Hofmann-Göttig ein, dass es sehr schwer sei, Sponsoren für das Museum zu gewinnen. Trotz intensiver Bemühungen sei es problematisch, Sponsoren für das Museum zu begeistern.
Für das Museum wurde inzwischen eine neue Landesstiftung gegründet, die Träger des Museums sein soll. Außerdem bekommt das Museum einen neuen Direktor: Dr. Oliver Kornhoff, Stellvertretender Leiter der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen, wird neuer Leiter des Museums.