7. April 2009
Anlässlich des 60. Geburtstages der Bundesrepubik Deutschland stellt die BILD-Zeitung momentan für jedes Jahr ein Bild vor. So viel Schöngeistigkeit hätte ich der Zeitung mit den vier Buchstaben gar nicht zugetraut. Ich bin begeistert…
Auf die Idee sind sie allerdings nicht wirklich selbst gekommen, sie präsentieren die Werke der Ausstellung “Sechzig Jahre – Sechzig Künstler”, die am 30. April 2009 von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Martin-Gropius-Bau in Berlin eröffnet wird. Gezeigt werden sechzig kunstgeschichtlich herausragende Arbeiten der Malerei, Skulptur, Fotografie und Installationskunst, die seit 1949 entstanden sind. Die Arbeiten stammen von sechzig Künstlern, darunter klangvolle Namen wie Georg Baselitz, Willi Baumeister, Joseph Beuys, Andreas Gursky, Rebecca Horn, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Martin Kippenberger, Ernst Wilhelm Nay, Albert Oehlen, Sigmar Polke, Neo Rauch, Gerhard Richter und Günther Uecker.
Die BILD-Zeitung ist Medienpartner, so werden vielleicht auch einige Menschen in die Ausstellung gelockt, die sonst nicht kämen. Vorgestellt werden die Bilder und die Künstler in der BILD von renommierten Experten, außerdem kann man einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung unternehmen.
28. Oktober 2008
Sicherlich kann man bei dem ein oder anderen Künstler darüber streiten, ob das, was er produziert, Kunst ist oder Kitsch und manchmal sogar, ob die Grenze zur Pornographie überschritten wird. Doch dazu müsste man erst einmal klären, ob Pornographie grundsätzlich keine Kunst sein kann, also ob ein Werk entweder Kunst ODER Pornographie ist. So einfach ist das sicher nicht, denn ein pornographischer Inhalt kann künstlerische Aussagen transportieren, wenn das so gewollt ist.
Für die BILD-Zeitung gilt das nicht. Heute bespricht Dr. Dorothee Achenbach die Ausstellung “Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit” im Museum Kunst Palast in Düsseldorf. Dabei wird im Teaser gefragt: Ab wann ist Porno Kunst? Da sie die Frage nicht beantworten kann oder will, echauffiert sie sich kurz über den schrecklichen Tabubruch und meint zum Abschluss: “Mit Kunst hat das nichts zu tun.” Danke, dass wir das erfahren durften. Nur: Was hat die nackte Dame auf “Seite 1″ mit Journalismus zu tun, liebe Frau Achenbach?
Eine ernsthafte Ausstellungsrezension gibt es in ein paar Tagen hier!
22. Juni 2006
Da erfreut uns doch gestern die BILD-Zeitung mit einer wunderschönen feuilletonistischen Kritik und dann stellt sich heraus, dass uns die BILD nicht ganz die Wahrheit gesagt hat. Online und mit hübschen Bildern berichtet die Zeitung von einem 500-Personen-haben-gleichzeitig-Sex-Happening und fragt, ob das noch Kunst sei und Kunst käme doch von Können. 250 japanische Pärchen hatten in einer Lagerhalle Sex miteinander, übten in Reih und Glied diverse Praktiken synchron aus.
Leider verschweigt man uns, dass es sich nicht wirklich um eine Kunstaktion handelte, sondern um eine Pornoproduktion, die man gegen Bezahlung aus dem Internet runterladen kann. Schade eigentlich, da hätte der Begriff “kinetische Kunst” ganz neue Dimensionen bekommen. Aber für manche ist wohl auch ein Porno ein filmisches Kunst-/Meisterwerk. Wie gut, dass das Wort “Journalismus” nichts mit Können zu tun hat.
Gefunden bei www.bildblog.de