Schafft die Museen nicht ab!

8. Januar 2008 | 6 Kommentare

Historiker haben es nicht leicht. Den ganzen Tag sitzen sie beim Quellenstudium im kleinen Kämmerlein und arbeiten still und unbemerkt vor sich hin. Aber wehe wenn sie losgelassen! Da er klärt uns doch der Historiker und Schriftsteller Philipp Blom in der Zeit, dass wir Museen eigentlich nicht bräuchten und wir sie abschaffen sollten und das alles, weil die eh nur Altes verehren, statt Neues zu zeigen. Uns fehle einfach der Mut zur Vergänglichkeit, viel zu viel Ballast würden wir mit uns herumschleppen.

Seine Argumentation folgt der These, dass wir in unserem Kultur Altes nur verehren, weil es alt ist. Blom versteigt sich zu dieser These, weil er bei einem Besuch in Fontainbleau bemerkt, dass die Vorhänge in Napoleons Appartement verschlissen und ausgeblichen sind. Herr Blom, wir schauen uns die verschlissenen Vorhänge von Napoleon an, weil sie uns den Menschen und den Herrscher näher bringen. Sie vergessen, dass nicht nur Historiker durch die Hallen von Fontainbleau wandeln, sondern auch Normalsterbliche, die Geschichtsbücher normalerweise seit der Schulzeit nicht mehr in die Hand genommen haben. Für diese Menschen ist Fontainbleau eine kleine Begegnung mit der Geschichte und eine anschauliche noch dazu.

Und verehren wir Tintoretto, Tizian oder Rembrandt weil sie „alte“ Meister sind? Nicht wirklich, jedenfalls nicht diejenigen unter uns, die noch zum Sehen fähig sind und dem Reiz immenser Farb- und Lichtspiele auf der Leinwand erliegen können. Und Picasso? Dürfen wir den noch verehren oder sollten wir den auch als Ballast über Bord werfen?

» Read the rest of this entry «

Wo bin ich?

Sie lesen gerade die Artikel, die mit den Schlagwörtern Blom versehen sind.