Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bonn

Wilder Ritt durch die aktuelle Kunst

Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt Werke der Bundeskunstsammlung Wer sich über das aktuelle Kunstschaffen in Deutschland ein umfassendes Bild machen möchte, für den ist die Bundeskunsthalle in Bonn ein lohnendes Ziel. Zum vierten Mal seit 1995 zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn unter dem Titel „Nur hier“ 100 Werke jüngerer Künstler von Malerei, über Skulptur, Fotografie und Video bis zu Installationen. Wie immer gibt es vieles zu sehen und einiges zu entdecken, wie etwa Jörg Herolds Fotografien, die er mit Wasserfarben und Beize bearbeitet hat, Thomas Kilppers Linolschnitte oder die raumfüllende Installation von Diego Hernandez. Es ist ein wilder Ritt durch die deutsche Kunstszene der letzten Jahre. Die Arbeiten stammen aus der „Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland“ oder kurz: aus der Bundeskunstsammlung. Der damalige Präsident des deutschen Künstlerbundes Georg Meistermann hatte Bundeskanzler Willi Brandt 1970 davon überzeugt, deutsche Kunst anzukaufen und damit das deutsche Kunstgeschehen zu dokumentieren und zu archivieren. Heute umfasst die Sammlung etwa 1500 Werke von 1949 bis in die Gegenwart. Den Begriff „deutsche Kunst“ fasst man bis heute weit. Die Angekauften müssen …

Englands Schätze zu Gast in Bonn

Die ersten Besucher des neuen Kunstgewerbemuseums im Londoner Stadtteil South Kensington staunten 1857 nicht schlecht. Es gab Garderoben, Restaurants und sogar Toiletten, Gasleuchten ermöglichten Öffnungszeiten bis in den späten Abend. Erstmals durfte die Unterschicht jederzeit ein britisches Museum betreten – ein Designmuseum für alle sollte es sein. Auch in den Ausstellungssälen hatte das neue Haus einiges zu bieten: Tapeten aus Frankreich, Mode aus Italien, Möbel aus Deutschland und Maschinen aus dem eigenen Land. Initiator des neuen Museums war der kunstbesessene Ehemann von Queen Victoria, Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Er hatte 1851 die Idee, eine Weltausstellung in London zu organisieren, um den Einfluss von Wissenschaft und Kunst auf die Industrie zu steigern. Außerdem erhoffte sich das Königshaus einen positiven Effekt für den Freihandel. Der Ausstellungsort im Londoner Hyde Park war ein Beweis der architektonischen und industriellen Fähigkeiten des britischen Königreichs. Der Kristallpalast war ein überdimensionales Gewächshaus aus Stahl- und Glas-Fertigteilen. In der 560 Meter langen und 137 Meter breiten Halle wurden über 100.000 technische Erfindungen und kunsthandwerkliche Erzeugnisse gezeigt. Ausstellungsansicht, Foto: David Ertl © …

Alles auf Anfang!

So, nun ist es offiziell: Der österreichische Kurator Robert Fleck wird ab Januar neuer Indendant der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn. Der 1957 in Wien geborene Kurator ist seit 2004 Direktor der Hamburger Deichtorhallen. Sein Amt in der Bundeskunsthalle tritt er bereits im Januar an und löst damit den Interimsintendanten Christoph Vitali ab. Der konnte in den zwei Jahren seiner Amtszeit kaum eigene Akzente setzen, dafür war seine Amtsperiode einfach zu kurz. Dr. Robert Fleck, Direktor der Deichtorhallen Hamburg, Foto: Cameraphoto Arte, Venice Fleck war Kommissar des österreichischen Pavillons bei der Biennale in Venedig, wo er den Maler Herbert Brandl präsentierte und 1988 zählte er zum Kuratorenteam der Manifesta 2 in Luxemburg. In den Jahren 2000 bis 2003 hatte er die Kunsthochschule im französischen Nantes geleitet. Fleck arbeitete auch als Autor und Kritiker. Was für eine tolle Wahl, ich bin begeistert. Wenn Fleck so arbeitet, wie in Hamburg, kann das richtig gut werden. Schade nur für die Deichtorhallen, die sind jetzt auf der Suche nach Ersatz.

Du bist Sammler

Betritt man den Ausstellungssaal im ersten Stock der Bundeskunsthalle in Bonn grüßt aus der zentralen Rotunde eine strahlende Skulptur. Bis auf zwei Meter Höhe hat der Künstler Rirkrit Tiravanija Siegerkränze des Rennfahrers Heinz-Harald Frentzen gestapelt und lässt die schwarz-rot-goldenen Schleifen locker fallen. Die Kränze bilden ein spannende Gratwanderung zwischen Siegestrophäe und Symbol für den Tod. Unweigerlich denkt man an nationalistisch-agressive Töne, aber auch an den Tod und an Erinnerungen eines siegreichen Rennfahrers. Wie die Skulptur „Untitled (Siegerkränze)“ (2001) sind in der Ausstellung viele Deutschland bezogenen Werke zu sehen, wie etwa „Pass (Deutsche Farben)“ von Jörg Immendorf, ein horizontaler Farbverlauf aus den Farben Schwarz, Rot und Gelb. Oder „Deutschland in den Grenzen von 1937“ von Georg Herold aus dem Jahre 1985, eine an der Wand hängende Skulptur, die aus Dachlatten die Umrisse des einstigen deutschen Reiches nachbildet. Aber es sind auch viele Fotos zu sehen, die Architektur, Interieurs, Menschen und Landschaften Deutschlands aus den letzten 60 Jahren dokumentieren.

Besuch im Arp-Museum

So, ich habe mir extra Zeit genommen, um das neue Arp-Museum in Remagen-Rolandseck ausführlich zu erkunden. Bewusst bin ich nicht schon vorher dort gewesen. Das Museum wurde im September eröffnet und war schon lange vorher in den Schlagzeilen. Darauf möchte ich hier jetzt allerdings nicht eingehen. Also zum Museum. Der Eingang des Museums liegt im alten Bahnhof von Rolandseck, einem klassizistischen Bau, der mit viel Liebe zum Detail und schönen Materialien modernisiert wurde, ohne dass er seinen Charakter verloren hat. Der Eingang liegt ebenerdig quasi im Keller. Der Bahnhof bietet Ausstellungsräume, Veranstaltungssäle, einen Kunstladen, ein Bistro und die Garderobe. Schon links und rechts der wuchtigen Eingangsglastür wird klar, wem das Museum gewidmet ist. Dort stehen Skulpturen von Arp. Durch einen Tunnel geht es unter den Gleisen hindurch in eine große, zweigeteilte Halle, in dem ein großer Ausstellungsraum zur Verfügung steht, der sich für zeitgenössische Kunst gut nutzenlässt. Duch einen langen Gang mit Glasfront geht es zum Aufzug. Ein erster Höhepunkt. Mit dem Lift geht es durch eine konisch zulaufende Röhre aus dem Dunkel der Erde …

Geschäftsführer der Bundeskunsthalle wurde gegangen!

So, nun ist es soweit. Nach dem kaufmännischen Geschäftsführer der Bundeskunsthalle Wilfried G. muss jetzt auch der künstlerische Leiter Dr. Wenzel J. seinen Sessel räumen. Nach Vorwürfen des Bundesrechnungshofes aufgrund von Mißwirtschaft kündigte die Gesellschafterversammlung (Bund und Länder) den Vertrag des Intendanten zum 31. Dezember 2007. Christoph Vitali, Foto: Fondation Beyeler, J. Isler Interimsnachfolger ist Christoph Vitali, eine ausgezeichnete Wahl. Der Kurator war bereits Direktor der Frankfurter Schirn-Kunsthalle, des Münchner Hauses der Kunst und zuletzt Chef der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Vitali hat sich auch schon zu seinen Plänen geäußert. Er werde anderthalb bis zwei Jahre bleiben, wolle sich wieder stärker dem Ausstellungsbetrieb zuwenden und die Open-Air-Konzerte einen Partner organisieren lassen. Er bemängelte außerdem, dass zuletzt vor allem Ausstellungen eingekauft wurden und nicht mehr selbst organisiert worden seien. Das solle sich ändern. Bravo! Bleibt zu hoffen, dass Vitali länger bleibt. Den Posten des kaufmännischen Leiters übernimmt kommissarisch der stellvertretende Verwaltungsleiter der Deutschen Welle, Otto Lindner. Mehr: Meldung der Tagesschau zum Rauswurf des Intendanten, Der Generalanzeiger Bonn zum Rauswurf, Der Generalanzeiger Bonn berichtet über …

Ägyptens versunkene Schätze

In der Kunst- und Ausstellungshalle Bonn läuft seit wenigen Tagen eine tolle Ausstellung: „Ägyptens versunkene Schätze“. Es werden einzigartige Funde gezeigt, die der Unterwasserarchäologe Franck Goddio in den letzten 10 Jahren vor der ägyptischen Mittelmeerküste, vor Alexandria und Abukir geborgen hat. Etwa 500 Artefakte, die, bis auf einige wenige Ausnahmen, noch nie der Öffentlichkeit gezeigt wurden, werden nun erstmals ausgestellt. Sie liefern Erkenntnisse über 1.500 Jahre ägyptischer Geschichte (700 v. bis 800 n. Chr.). Sphinx aus schwarzem Granit, dessen Gesicht vermutlich Ptolemaios XII., den Vater der berühmten Kleopatra, zeigt. Der Sphinx wurde bei Ausgrabungsarbeiten im Großen Hafen von Alexandria entdeckt. Copyright: Franck Goddio / Hilti Foundation, Foto: Christ Goddio und sein Team haben seit Mitte der 1990er Jahre in Kooperation mit dem Supreme Council of Antiquities in Ägypten so sagenumwobene Orte wie den antiken Hafen von Alexandria mit Teilen des Königsviertels erforscht. Die berühmte antike Stadt Herakleion und Teile der Stadt Kanopus gelegen im Meer vor Abukir, wurden von Franck Goddio wiederentdeckt. Dabei stieß das Taucherteam unter anderem auf bedeutende Tempelanlagen mit Kultgegenständen.

Angkor – Göttliches Erbe Kambodschas

  Vishnu auf der Weltenschlange, Westlicher Mebon, Angkor Angkor-Periode, Baphuon-Stil, Mitte 11. Jh., Bronze, H. 122 cm Nationalmuseum Kambodscha, Phnom Penh Foto: © J. Gollings, St. Kilda, Australien Die Ausstellung „Angkor – Göttliches Erbe Kambodschas“ in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn bietet zum ersten Mal in Deutschland die Gelegenheit in großem Umfang Kunst zu sehen, die seit ihrem Bekanntwerden in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Kunst interessierte Publikum Europas faszinierte. Der Name Angkor steht seither für geheimnisvolle, unüberschaubar ausgedehnte Tempelanlagen im Dschungel Kambodschas, die auch heute noch eine Vorstellung von ihrer einstigen Pracht geben können. Angkor war der Höhepunkt einer Zivilisation, die sich in den ersten Jahrhunderten n. Chr. zu entwickeln begann. Aus dem 6. Jahrhundert sind die ersten buddhistischen und hinduistischen Kunstwerke überliefert. Der Aufstieg des Khmer- Reiches in Angkor, am Nordrand des Tonle Sap, begann im 9. Jahrhundert. Auf der Höhe ihrer Macht beherrschten die Khmer das gesamte Gebiet des heutigen Kambodscha, Süd-Vietnam, Laos und die zentrale Ebene des Chao Phraya in Thailand. Sie waren eines der größten und mächtigsten Völker …

Bundeskunsthalle möbliert neu

Eigentlich wäre es keine wahnsinnig interessante Neuigkeit, dass die Bundeskunsthalle in Bonn ihr Foyer neu möbliert, das soll ja vorkommen. Diese innenarchitektonische Umgestaltung diktiert allerdings nicht der Zeitgeist, sondern das Kölner Oberlandesgericht. Die Bundeskunsthalle muss die billigen Kopien von Designklassikern, die man im Foyer zum „Relaxen“ für Besucher aufgestellt hatte, entfernen. Das Gericht sah im Aufstellen der Duplikate einen klaren Rechtsbruch. Mehr unter: Netzeitung