Das Centre Pompidou wächst

7. September 2009 | Ein Kommentar

Ich habe in den letzten Jahren viele Museumseröffnungen miterlebt – von ganz klein bis ganz groß. Aber nur selten hat mich ein Museumsneubau so fasziniert wie die Filiale des Centre Pompidou in Metz. Für die Region SaarLorLux, also den Großraum Saarland – Lothringen – Luxemburg ist dieses Museum ein gewaltiges Geschenk, das die Region museal weit nach vorne bringt. Die Region ist trotz einigermaßen gut verlaufendem Strukturwandel nicht reich und verfügt nur über wenige Kunstmuseen. Vielleicht bin ich deshalb so aufgeregt, als gebürtiger Saarländer macht mich dieses Museum auch persönlich froh. Rund 70 Kilometer von Saarbrücken entfernt entsteht hier ein Museum von Weltrang – auch wenn es nur eine kleinere Filiale ist, kann das Museum in Metz auf die gewaltige Sammlung in Paris und die ausgezeichneten Kontakte in der ganzen Welt zurückgreifen. Das verspricht interessante Ausstellungen und einen Schub für den Tourismus.

Außenansicht des Centre Pompidou im August 2009

Außenansicht des Centre Pompidou in Metz
Foto: © Bülent Gündüz

Seit November 2006 baut man nun an dem Großprojekt. Im Mai 2010 ist es endlich so weit, das Museum öffnet seine Pforten mit der Ausstellung “Chef d’ ouevre?” – Meisterwerke? Ausgestellt werden moderne und zeitgenössische Werke aus der Sammlung des Centre Pompidou.

Ich war in der letzten Woche in Metz und habe nach guten Essen und den ausgezeichneten Mirabellentartes auch mal auf der Baustelle vorbeigeschaut. Das Museum entsteht auf einer Industriebrache. Einiges ist hier am Rande der Innenstadt schon geschehen, ein Park und Les Arènes, eine Multifunktionshalle, sind schon fertig ist. weitere Gebäude sollen in den nächsten Jahren entstehen. Deutlich ist schon die endgültige Form des Museums erkennbar. Es erinnert an ein Zeltdach unter dem Rechtecke aufeinander gestapelt wurden und dann in verschiedenen Richtungen geschoben wurden und unter dem Dach hervorschauen. Für viel natürliches Tageslicht sorgen die großen Fensterfronten. Der Bau von Architekt Shigeru Ban scheint zu halten, was er verspricht: ein luftig-leichtes Äußeres und helle und reduzierte Räumlichkeiten, die die Kunst in den Mittelpunkt stellen. Ich bin gespannt…

Mehr unter: centrepompidou-metz.fr.

Hans Bellmer im Centre Pompidou

20. März 2006 | Kein Kommentar

Das Centre Pompidou zeigt eine außergewöhnlich schöne Ausstellung zu Hans Bellmer (1902-1975). “Anatomie des Begehrens” zeigt das zentrale Konzept der schöpferischen Arbeit Bellmers. Die Ausstellung versammelt Leihgaben aus privaten Sammlungen und großen Institutionen wie dem Museum of Modern Art, New York, das die mobile Objekt-Skulptur “Maschinengewehr im Gnadenstand” (1937) zur Verfügung stellt.
Im Mittelpunktder Ausstellung steht die La Poupée (Die Puppe). Der Surrealist Bellmer arrangierte lebensgroße Puppen und fotografierte sie dann. Wenn sie auch anfangs eine vergegenständlichte Geste der Rebellion gegen jede Form von Autorität darstellte, so wurde die provozierende Poupée das Instrument eines ganz anderen Vorhabens und einer ganz anderen Forschung: einer völlig neuartigen Reflexion über den Körper, welche aus Bellmers Fetischobjekt den paradigmatischen Bezugspunkt zeitgenössischer künstlerischer Ausdrucksformen des Erotischen machte.

Anatomie des Begehrens, bis 22. Mai 2006, Centre Pompidou

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