Alle Artikel mit dem Schlagwort: Düsseldorf

Die BILD erklärt, was Kunst ist

Sicherlich kann man bei dem ein oder anderen Künstler darüber streiten, ob das, was er produziert, Kunst ist oder Kitsch und manchmal sogar, ob die Grenze zur Pornographie überschritten wird. Doch dazu müsste man erst einmal klären, ob Pornographie grundsätzlich keine Kunst sein kann, also ob ein Werk entweder Kunst ODER Pornographie ist. So einfach ist das sicher nicht, denn ein pornographischer Inhalt kann künstlerische Aussagen transportieren, wenn das so gewollt ist. Für die BILD-Zeitung gilt das nicht. Heute bespricht Dr. Dorothee Achenbach die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“ im Museum Kunst Palast in Düsseldorf. Dabei wird im Teaser gefragt: Ab wann ist Porno Kunst? Da sie die Frage nicht beantworten kann oder will, echauffiert sie sich kurz über den schrecklichen Tabubruch und meint zum Abschluss: „Mit Kunst hat das nichts zu tun.“ Danke, dass wir das erfahren durften. Nur: Was hat die nackte Dame auf „Seite 1″ mit Journalismus zu tun, liebe Frau Achenbach? Eine ernsthafte Ausstellungsrezension gibt es in ein paar Tagen hier!

Sabine Wild in Düsseldorf

Höchst selten tue ich etwas, was ich sonst eben nicht tue: Ich komme der Bitte nach, eine Ausstellung zu empfehlen. Ich tue das nur dann, wenn ich auf die Ausstellung auch ohne die Bitte hingewiesen hätte und seit es diesen Blog gibt, ist das erst ein Mal passiert. Jetzt muss ich das aber wieder tun. Ich habe bereits im April auf Sabine Wilds tolle Fotografien von urbaner Architektur hingewiesen (Aufrisse). Nun ist Wild durch NRW gestreift und hat sich des Themas Architektur und Freizeit angenommen. Fotografiert hat sie Architekturobjekte, die im weitesten Sinne mit Freizeitgestaltung zu tun haben, darunter der Movie Park in Bottrop, die Zeche Zollverein in Essen, die Museuminsel Hombroich bei Neuss oder der Landschaftspark Nord in Duisburg, ein ehemaliges Hüttenwerk. Wieder hat Sabine Wild die Bilder in der ihr typischen Art nachbearbeitet. Die Architekturlandschaften sind entvölkert, Menschen sucht man vergebens. Senkrechte und waagerechte Strukturen treten hervor, Farbflächen vibrieren vor dem Auge des Betrachters, surren und flirren. Manche Bilder wirken, als ob die vertikalen und senkrechten Linien aufgemalt worden wären und die Farben …

Werbung radikal im NRW-Forum

Seit den späten achtziger Jahren wandelt sich die Werbung – radikal. Wem ist die Auseinandersetzung um die Benetton-Werbung nicht mehr im Gedächtnis. Fotograf Oliviero Toscani schockte mit Einschusslöchern in einem blutverschmierten Kleidern eines bosnischen Soldaten. Aber auch ein überfülltes Flüchtlingsschiff, eine schwarze Mutter, die ein weißes Baby säugt, oder eine weiße Stute, die von einem dunklen Hengst gedeckt wird, sorgten für Empörung. Benetton hatte erreicht, was man wollte: Aufmerksamkeit, die Marke war in aller Munde. Magazine weigerten sich, die Anzeigen zu drucken, Ladenbesitzer verbannten Benneton aus den Regalen. Geschadet hat es dem Unternehmen trotzdem nicht. Benetton Werbung aus dem Jahr 1994 von Oliviero Toscani (c) Benetton Überhaupt waren Modemarken Vorreiter der radikalen Werbung. Sisley warb in den letzten Jahren ebenfalls mit zweideutigen Werbepostern. Auf einem sitzt eine Frau im roten Nichts mit gespreitzten Beinen vor einem Stier. Oder eine Frau legt einen nackten Mann über’s Knie und versohlt ihm den Hintern mit einem Schuh. Calvin Klein hingegen schrammte häufiger mal scharf an der Grenze zur Pornografie entlang.

Bonjour Russland!

Für viele von uns liegt New York immer noch näher als Moskau. Die meisten Urlaubswilligen können sich durchaus vorstellen, bei einer Shoppingtour durch New York auch mal im MoMA vorbeizuschauen, aber nach Moskau oder St. Petersburg? Urlaub „beim Russen“ oder gar Studien- und Kulturreise nach Russland? Das kommt für viele nicht in Frage oder aber sie denken gar nicht darüber nach. Vielen ist auch gar nicht bekannt, welche ausgezeichneten Museen Russland sein Eigen nennt. Man ist deshalb auch sehr dankbar, wenn die russischen Museen zu uns kommen. Das ist allerdings nicht immer leicht, russische Museen pflegen eine restriktive Entleihungspolitik und aufgrund vieler ungeklärter Eigentumsfragen wegen des Beutekunstvorwurfs zieren sich die Museen bei Entleihungen nach Deutschland gerne. Umso erfreulicher ist die bis zum 06. Januar 2008 laufende Ausstellung „Bonjour Russland“ im Düsseldorfer „museum kunst palast“. Zum ersten Mal sind in Deutschland nebeneinander französische und russische Meisterwerke aus vier russischen Museen zu sehen. Den Fokus legt die Ausstellung auf die Jahre von 1865 bis 1925, jene Zeit also, in denen die Franzosen die Avantgarde waren und die …

Unveröffentlichtes von Sieff

Das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf zeigt bis 26.08.2007 „Jeanloup Sieff – Inédits/ Unveröffentlichtes“. Sieff wurde 1933 als Kind polnischer Eltern geboren. Eigentlich wolte er als Kind ja Filmregisseur werden. Als er mit 14 Jahren aber einen Fotoapparat geschenkt bekam, muss er es sich wohl anders überlegt haben. Ab 1954 arbeitete der Franzose als freier Fotograf und das so gut, dass er bald für große Modemagazine fotografieren durfte. Elle, Vogue, Harper’s Bazaar – die Liste der Kunden liest sich wie ein Who’s who der Modezeitschriften. Dabei war stand die Mode nie im Zentrum der Fotografie. Für Sieff zählt immer auch das, was in dem Stoff steckte und drum herum geschah. Viele Bilder sind viel mehr künstlerische Arbeiten als Abbilder modischer Erscheinungen (oder Entgleisungen). „Jardin des Modes“ in Paris, 1961, © Jeanloup Sieff Auch als Akt- und Porträtfotograf war Sieff tätig. Eines seiner Stilmittel war der Weitwinkel, der seinen Akten eine Art von Traumverlorenheit gibt und eine gewisse Distanz der nackten Modelle suggeriert, obwohl sie oftmals den Blick direkt auf den Betrachter richten. Sieff war …

Kunst im Untergrund

  Andreas Plum, Elektrische Ente (Himbeere), 2006, Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm Elektrische Ente, 2006, Öl auf Leinwand, 170 x 200 cm Electric Mist, 2007, Öl auf Leinwand, 200 x 170 cm Foto: KIT/Yun Lee Düsseldorf hat eine neuen Ausstellungsraum und einen ungewöhnlichen dazu. Rund sieben Meter unter der Erde liegt „KIT“ – „Kunst im Tunnel“. Der beim Bau des Rheinufer-Tunnels in den 90er Jahren übrig gebliebene Raum zwischen den Tunnelröhren und dem Fluss erstreckt sich über 140 Meter Länge und 900 Quadratmeter. Seine Breite verringert sich in einem elliptischen Schwung von rund zehn Metern auf nur knapp einen Meter. Ein architektonisch reizvoller Ort! Die Einrichtung hat sich die Stadt Düsseldorf immerhin 3,4 Millionen Euro kosten lassen. In die Tiefe gelangt der Besucher durch einen Pavillon aus Glas und Stahl, der auch ein kleines Café beherbergt. Pro Jahr sollen hier vier Ausstellungen gezeigt werden, den Auftakt macht die Ausstellung „Hotel Kerberos“ (bis 22. April), bei der Werke von 14 jungen Künstlern zu sehen sind. Ziel des KIT-Raumes soll die Vorstellung junger Kunst sein, …

Lauter Nackte in Düsseldorf

Spencer Tunick, Hofgarten DüsseldorfCopyright: museum kunst palast, Foto: Stefan Arendt Heute Morgen war es so weit, Spencer Tunick gab sich die Ehre und hielt seine erste Fotosession auf deutschem Boden ab. In und um das museum kunst palast fotografierte der Meister nackte, wogende und rankende Menschenmassen. Ausgestellt werden die Bilder (und Fotos von weiteren Projekten) ab 30. September 2006 im museum kunst palast. Absolut sehenswert!

Spencer Tunick in Düsseldorf

Während Vanessa Beecroft mit ihren immer gleichen Performances mit den nackten, still stehenden Modells (bei mir) nur noch für Langeweile sorgt, schafft es einen anderen Künstler mit seinen „nackten Installationen“ immer noch, ein wiederkehrendes Gefühl von Aufregung und Freude zu erzeugen. Nicht weil Spencer Tunicks Objekte ebenfalls nackt sind (was kein Nachteil ist), sondern weil die Masse nackter Menschen, die er durch Innenstädte wogen und ranken lässt, einfach immer wieder neu, anders und erfrischend sind. Kaum ein anderer Künslter schafft es so perfekt, das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit, von Inidviduum und Masse darzustellen. Tunick baut aus hunderten bis tausenden Menschen lebende Skulpturen. Seine Arbeiten vereinen Elemente aus den Bereichen Fotografie, Skulptur und Performance. Die nach Tunicks Vorgaben arrangierten Körper formieren sich zu einer Kurzzeitskulptur, die dann fotografisch festgehalten wird. Am 09. September 2006 wird er in Düsseldorf zu Gast sein und anschließend sind seine Bilder vom 30. September bis zum 07. Januar 2006 im museum kunst palast zu sehen. Wer als Volunteer teilnehmen möchte, kann sich unter www.spencertunickinduesseldorf.de bewerben. Die Teilnehmer erhalten als Belohnung …

Auch die Verpackung zählt!

Gehry Partners LLP, Corcoran Gallery of Art, Washington DC, 1999-2003, Engültiges Entwurfsmodell 2005, © Frank O. Gehry Partnes LLP, K20 Kunstsammlung NRW Die wenigsten Menschen schauen sich bei einem Ausstellungsbesuch auch das Museum und seine Architektur selbst an. Da muss es schon ein ganz besonderes Museum wie zum Beispiel das K20 in Düsseldorf mit seiner geschwungenen schwarzen Fassade sein, damit man genauer hinschaut. Ein guter Platz also für eien Ausstellung über Museumsarchitektur. Das K20 zeigt mit 26 Projekten einen Querschnitt der interessantesten und zukunftsträchtigsten Museumsbauten und -projekte, die entstanden, gegenwärtig entstehen oder geplant sind. Vorgestellt werden Vorhaben unter anderem von Mario Botta, Coop Himmelb(l)au, Frank O. Gehry, Daniel Libeskind, Jean Nouvel. Alle Projekte werden anhand von Modellen, Photographien, Computer-Simulationen, Plänen, Skizzen sowie Animationen und DVDs veranschaulicht. Das Art Centre Basel hat die Präsentation jedes einzelnen Projekts in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Architekten gestaltet. Spektakuläre Museumsbauten steigern die Attraktivität der Städte, rücken abseits liegende Orte durch ihre augenfällige Präsenz ins öffentliche Bewusstsein oder verleihen Industriebrachen eine neue Funktion. Museen scheinen die Aufgabe von Wahrzeichen übernommen …

Quadriennale Düsseldorf

Mit einem spannenden Konzept beginnt am 09. April die Quadriennale Düsseldorf. Bis zum Oktober 2006 bieten zahlreiche Museen und Galerien der Stadt Ausstellungen zum Oberbegriff „Körper“. Es wird Ausstellungen zur Künstlergruppe ZERO geben, zu Carravaggio, Bruce Nauman, Teresa Margolles und weiteren Künstlern, die sich mit dem Kernthema „Körper“ auseinandergesetzt haben. Außerdem wird es eine Veranstaltungsreihe und ein Symposium geben. Bereits am 25. März wurde der neugeschaffene Kunstpreis der Stadt Düsseldorf an Bruce Nauman verliehen. Der Preis, der künfitg jährlich vergeben werden soll, ist mit 55.000 Euro dotiert. Mit der Quadriennale und dem Kunstpreis will Düsseldorf seine Bedeutung als Kultur- und Kunststadt unterstreichen und festigen. Die Quadriennale soll Düsseldorf alle vier Jahre ins Zentrum des Kunstgeschehens rücken und die Stadt für das reiselustige Kunstpublikum interessant machen. Das lässt sich Düsseldorf immerhin 5 Milionen Euro extra kosten. Man höre und staune – und das in Zeiten schrumpfender Kulturetats. Mehr unter: www.quadriennale-duesseldorf.de