Alle Artikel mit dem Schlagwort: Duisburg

Drei Mal Gerhard Hoehme

Gleich drei Museen in Nordrhein-Westfalen ehren derzeit den Künstler Gerhard Hoehme zu seinem 20. Todestag. Das museum kunst palast (Düsseldorf) präsentiert Arbeiten auf Papier aus der Gerhard und Margarete Hoehme-Stiftung, ergänzt um Zeichnungen und Druckgraphik aus der eigenen Sammlung. Das Museum Küppersmühle (Duisburg) gibt in einer großen, retrospektiv angelegten Werkschau Einblick in die wesentlichen Schaffensprozesse zwischen 1955 und 1989 und die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum (Duisburg) zeigt bildplastische Werke aus eigenem Besitz. Hoehme gehörte zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Informel und der Lyrischen Abstraktion. Seine „Shaped Canvases“ sind in der gestischen Malerei der fünfziger udn sechziger Jahre zu verorten, jener Zeit, als der abstrakte Expressionismus New York in die erste Liga der Kunst katapultierte und die Europäer in den Hintergrund drängte. Ähnlich wie für die Amerikaner war für Hoehme das Bild ein offenes, energetisches Feld, das es zu erforschen und zu gestalten galt. Intensiv suchte Hoehme nach den Grenzen des Bildes und seines Raumes. „Den Gesetzen der Fläche“, sagte Gerhard Hoehme 1957, „bin ich immer nur widerwillig gefolgt. Weit mehr hat mich die Gesetzmäßigkeit …

Gerhard Richter in Wien und Duisburg

Wer die Ausstellung „Gerhard Richter – Bilder aus privaten Sammlungen“ im Museum Sammlung Frieder Burder nicht sehen konnte, hat jetzt in der Wiener Albertina bis zum 03. Mai 2009 die Möglichkeit, dies nachzuholen. Anschließend ist die Ausstellung im Duisburger Museum Küppersmühle zu sehen. In Wien heißt die Ausstellung allerdings „Gerard Richter. Retrospektive“ und in der Tat darf man das so sehen. Die bildgewaltige Ausstellung, ohnehin schon reichlich und retrospektiv bestückt, wurde in Österreich durch weitere Leihgaben einer österreichischen Privatsammlung ergänzt, so dass ein Überblick über das Gesamtwerk des bedeutenden Künstlers möglich ist. Die Albertina zeigt neben 70 Gemälden auch bedeutende Werkblöcke seiner Aquarelle und Zeichnungen. Die Ausstellung wandert dann wieder in reduziertem, aber immer noch sehenswerten Umfang nach Duisburg (22. Mai bis 23. August 2009).

Stiftung DKM – Duisburgs neues Schmuckstück

Duisburg hat seit gestern ein neues Schmuckstück. Neben dem Museum Küppersmühle und dem Wilhelm-Lehmbruck-Museum gibt es nun mit dem Museum Stiftung DKM ein weiteres Museum in der Stadt an der Ruhr. Ab Samstag den 24. Januar werden auf über 2.600 Quadratmetern erstmals Teile der Sammlung DKM der Öffentlichkeit zugänglich sein. In vierunddreißig Künstlerräumen, fünfzehn Themenensembles, fünf Dialogsituationen und drei Skulpturenhöfen wird unter dem Titel „Linien stiller Schönheit“ der Sammlungshorizont, „Stille in der Schönheit und Schönheit in der Stille zu suchen“, präsentiert. Museum Stiftung DKM, Fotos (c): SDKM & Werner J. Hannappel Erstmals wird damit ein Teil der Sammlung DKM der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 40 Jahren sammelt Bauunternehmer Maas nun, sein Partner seit rund 20 Jahren. Da kam einiges zusammen, ein wildes Sammelsurium: Internationale Kunst der Gegenwart – Skulpturen, Malerei, Zeichnungen, druckgrafische Folgen und installierte Räume – Reisefotografien aus dem 19. Jahrhundert, Paravents aus der japanischen Edo-Periode, buddhistische Skulpturen aus Gandhara und epochenübergreifendes Kunstgewerbe umfasst die Sammlung von Dirk Krämer und Klaus Maas. Bisher waren die Stifter mit einer „FensterGalerie“ im Innenhafen vertreten. Diesen Raum …

Balkenhol-Werkschau in Duisburg

Das Museum Küppersmühle (MKM) präsentiert bis zum 28. Januar 2007 die bislang umfassendste Werkschau des Bildhauers Stephan Balkenhol in Deutschland. Zur Sammlung des Hauses gehören so bedeutende Werke von Stephan Balkenhol wie die Arbeiten „Hexagon“ und „Fries“ von 1988, die anlässlich der Ausstellung erstmalig seit dem Entstehungsjahr wieder vollständig gezeigt werden. Stephan Balkenhol (*1957), der an der Karlsruher Kunstakademie Bildhauerei lehrt, lotet in immer neuen Facetten die ästhetischen und inhaltlichen Möglichkeiten zeitgenössischer darstellender Skulptur aus. Was kann Skulptur heute leisten, ohne eindimensionale Deutungen vorzugeben? Hauptanliegen ist die Darstellung des Menschen, wenngleich auch immer wieder Tiere und Architekturen als Vorbilder dienen. Der Künstler schafft bestimmte Grundtypen – Männer und Frauen in neutraler Kleidung –, die in vielfältigen, immer neuen Variationen auftreten. Seine Skulpturen scheinen unserer Realität zu entstammen, wir können ihre Kleidung oder ihre Haltung eindeutig benennen. Und doch bleiben diese Figuren, die keine Emotionen zur Schau stellen, seltsam verrätselt, anonym und fiktiv. Sie bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Wiedererkennen und Zweifel, zwischen Nähe und Ferne – und gerade das macht sie so faszinierend …