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	<title>360° &#187; Fotomuseum</title>
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	<description>DER KUNSTBLOG</description>
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		<title>Die dunklen Seiten der sch&#246;nsten Sache</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Sep 2008 13:22:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
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		<description><![CDATA[Nobuyoshi Araki ist ein Star der Aktfotografie. In unendlich vielen Variationen sp&#252;rt er der Sexualit&#228;t in allen Facetten nach. Lust, Sex, Gewalt, Begierde, in seinen Arbeiten findet sich jede Facette der menschlichen Sexualit&#228;t. Seine Bilder h&#228;ngen in vielen Museen der Welt und doch wird immer wieder bezweifelt, dass Araki Kunst macht. Seine Bilder seien einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nobuyoshi Araki ist ein Star der Aktfotografie. In unendlich vielen Variationen sp&#252;rt er der Sexualit&#228;t in allen Facetten nach. Lust, Sex, Gewalt, Begierde, in seinen Arbeiten findet sich jede Facette der menschlichen Sexualit&#228;t. Seine Bilder h&#228;ngen in vielen Museen der Welt und doch wird immer wieder bezweifelt, dass Araki Kunst macht. Seine Bilder seien einfach zu nah an der Pornografie. Ganz widersprechen kann man dem nicht, aber die Grenze ist wohl flie&#223;end.</p>
<p>In der Ausstellung &#8220;Darkside&#8221; im Fotomuseum Winterthur ist Araki unter anderem mit eine Bild einer liegenden Frau vertreten. Man sieht von ihr aber nur die Lippen und beim ersten Hinschauen ist man verdutzt. Hat der Fotograf hier etwa tats&#228;chlich das Intimste fotografiert? Erst beim zweiten Blick stellt man fest: nein, es ist der Mund einer Frau in Nahaufnahme. Araki spielt hier mit unseren Fantasien, er fotografiert Unverf&#228;ngliches, dies jedoch so geschickt, dass wir sogleich eine Assoziation zur Sexualit&#228;t entwickeln. </p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/07_stroemholm_300dpi.jpg" rel="lightbox[darkside]" title="Christer Str&#246;mholm, Place Blanche, 1960er, Sammlung Fotomuseum Winterthur, © Christer Str&#246;mholm Estate"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/07_stroemholm_300dpi.jpg" alt="" title="Christer Str&#246;mholm, Place Blanche, 1960er, Sammlung Fotomuseum Winterthur, © Christer Str&#246;mholm Estate" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-519" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/07woodman_300dpi.jpg" rel="lightbox[darkside]" title="Francesca Woodman, Untitled, Boulder, Colorado, 1972-1975, Courtesy of George und Betty Woodman und Marian Goodman Gallery, New York, © George Woodman"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/07woodman_300dpi.jpg" width="150" height="150" alt="" title="Francesca Woodman, Untitled, Boulder, Colorado, 1972-1975, Courtesy of George und Betty Woodman und Marian Goodman Gallery, New York, © George Woodman" class="alignnone size-thumbnail wp-image-518" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/17gelpke_300dpi.jpg" rel="lightbox[darkside]" title="André Gelpke, Wilbert, Salambo, St. Pauli, Hamburg, 1976, © André Gelpke"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/17gelpke_300dpi-150x150.jpg" alt="" title="André Gelpke, Wilbert, Salambo, St. Pauli, Hamburg, 1976, © André Gelpke" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-517" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/01coutts_300dpi.jpg" rel="lightbox[darkside]" title="John A.S. Coutts, Standing Female in Fetish Boots, 1936, Sammlung The Kinsey Institute, © Bizarre Publishing Company, New York"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/01coutts_300dpi-150x150.jpg" alt="" title="John A.S. Coutts, Standing Female in Fetish Boots, 1936, Sammlung The Kinsey Institute, © Bizarre Publishing Company, New York" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-516" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/10araki_300dpi.jpg" rel="lightbox[darkside]" title="Nobuyoshi Araki, Untitled, 1993 (Ohne Titel), Sammlung Thomas Koerfer, © Nobuyoshi Araki"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/10araki_300dpi.jpg" alt="" title="Nobuyoshi Araki, Untitled, 1993 (Ohne Titel), Sammlung Thomas Koerfer, © Nobuyoshi Araki" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-515" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/14_levinthal_300dpi.jpg" rel="lightbox[darkside]" title="David Levinthal, #120, 2000, Courtesy Galerie Xippas, Paris, © David Levinthal"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/09/14_levinthal_300dpi-150x150.jpg" alt="" title="David Levinthal, #120, 2000, Courtesy Galerie Xippas, Paris, © David Levinthal" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-529" /></a></p>
<p>Ganz anders Sylvia Plachy, die mit &#8220;Memories O&#8217; Love, Malibu&#8221; (1996), hinter den Kulissen eines Sexfilm fotografiert hat. Sexualit&#228;t wird so zu einem kommerziellen und wenig lustvollen Akt. &#220;berhaupt geht es in einigen Bildern kr&#228;ftig zur Sache. Kopulierende Paare, heterosexuelle und homosexuelle Szenen, Sado-Maso-Bilder, Geschlechtsteile in allen Variationen und erotische Meisterwerke aus der Anfangszeit der Aktfotografie, als selbst eine entbl&#246;&#223;te Brust noch Skandale ausl&#246;sen konnten. Heute schockt kaum noch eines der Bilder. Nur Anna Mendietas &#8220;Rape/ Murder Iowa&#8221; (1973) l&#228;sst den Betrachter fr&#246;steln. Eine Frau liegt entbl&#246;&#223;t &#252;ber einem Tisch, nur ihre Bluse tr&#228;gt sie noch. Den nackten Po hat sie dem Betrachter zugewandt, &#252;berall ist verschmiertes Blut, auf dem Tisch, auf dem K&#246;rper der Frau, am Tischbein.</p>
<p>Seit der Erfindung der Fotografie spielt sie in allen Bereichen unseres Lebens eine gro&#223;e Rolle, sowohl in der &#214;ffentlichkeit. die Werbung nutzt Fotografie, Medien nutzen das Foto als Dokumentationsmittel, die Boulevardpresse befriedigt unsere voyeuristischen Neigungen. Immer dann wenn es &#8220;dunkel&#8221; (engl. dark) wird, wo wir uns von der Gesellschaft zur&#252;ckziehen oder wo die Gesellschaft ein Tun ausgrenzt, wird die Fotografie f&#252;r Erotik und Sexualit&#228;t ein zentrales visuelles Instrument: als Dokument, als Stimulation, als Machtmittel und als k&#252;nstlerische Gestaltungsform.</p>
<p>Fotografie zeigt und stilisiert Lust und Leidenschaft, Fantasie und Begierde, Macht und Gewalt, Voyeurismus und Selbstdarstellung in der Sexualit&#228;t. Fantasieren und Begehren gehen mit der Fotografie einen aufregenden Pakt ein: Sexuelle Fantasien dr&#228;ngen nach Darstellung, suchen aktiv die<br />
Blossstellung – und die Fotografie nutzt mit ihrem eigenen voyeuristischen Zug die Kraft der<br />
(Bild-)Erotik f&#252;r ihre Zwecke, um stark und verf&#252;hrerisch zu sein. Dabei geht es immer auch um die Bilder, die wir uns von &#8220;Sexualit&#228;t&#8221; machen, um das endlose Verschwimmen von Fantasie und Realit&#228;t in den Fotografien. </p>
<p>Das Ausstellungs- und Buchprojekt Darkside des Fotomuseums Winterthur diskutiert wird die Fotografie als Darstellungsinstrument und als wichtigen visuellen Katalysator von Sexualit&#228;t und dokumentiert dessen Entwicklung. Ausgestellt sind Werke von mehr 150 Fotografen und Fotografinnen der vergangenen hundert Jahre. Mit dabei sind Stars wie Brassaï, Hans Bellmer, Man Ray, Pierre Molinier, von Germaine Krull, Ed van der Elsken, Walter Chappell, Robert Mapplethorpe, Andy Warhol, Nan Goldin, Nobuyoshi Araki, Daido Moriyama, Noritoshi Hirakawa, Arno Nollen, Paul Armand Gette. </p>
<p>Die Ausstellung &#8220;Darkside. Fotografische Begierde und fotografierte Sexualit&#228;t&#8221; ist noch bis zum 16. November 2008 im <a href="http://www.fotomuseum.ch" target="_blank">Fotomuseum Winterthur</a> zu sehen.</p>
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		<title>Fotos des alten Paris</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 17:13:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Eugene Atget]]></category>
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		<description><![CDATA[F&#252;r Liebhaber des alten Paris und Fotografie-Enthusiasten bietet das Fotomuseum Winterthur in der Schweiz einen besonderen Leckerbissen. Das Museum widmet Eugène Atget (1857-1927) mit &#8220;Paris um 1900&#8243; eine Retrospektive (bis 25. Mai 2008). 350 Fotografien aus aller Welt sind im Fotomuseum versammelt. Atget hat wie kein anderer Fotograf zwischen 1897 und 1927 das Alte Paris [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r Liebhaber des alten Paris und Fotografie-Enthusiasten bietet das <a href="http://www.fotomuseum.ch" target="_blank">Fotomuseum Winterthur</a> in der Schweiz einen besonderen Leckerbissen. Das Museum widmet Eugène Atget (1857-1927) mit &#8220;Paris um 1900&#8243; eine Retrospektive (bis 25. Mai 2008). 350 Fotografien aus aller Welt sind im Fotomuseum versammelt.</p>
<p>Atget hat wie kein anderer Fotograf zwischen 1897 und 1927 das Alte Paris in seinen Bildern festgehalten. Es ist  das Paris, das zu jener ZeitKunsthauptstadt der Welt war und das Toulouse-Lautec, Degas, Picasso und viel andere in ihren Gem&#228;lden malten. Doch Atgets Aufnahmen gehen weiter. W&#228;hrend die K&#252;nstler vor allem die Interieurs der Jahrhundertwende festhielten, zeigte Atget die Stadt in ihren unterschiedlichen Facetten: enge Gassen und H&#246;fe im historischen Zentrum mit alten Geb&#228;uden, die teilweise kurz vor dem Abriss stehen, pr&#228;chtige Pal&#228;ste aus der Zeit vor der Franz&#246;sischen Revolution, Br&#252;cken und Kais am Ufer der Seine, aber auch Gesch&#228;fte mit ihren Auslagen in den Schaufenstern. Er fotografierte Treppenh&#228;user und architektonische Details an den Fassaden und nahm Interieurs von Wohnungen auf.<span id="more-347"></span></p>
<p><a title="Eugène Atget, Innenhof, Rue de Valence 7, Juni 1922" rel="lightbox" href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/11atget_gross.jpg"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/11atget_coursruevalence_300dpi.jpg" alt="Eugène Atget, Innenhof, Rue de Valence 7, Juni 1922" /></a></p>
<p class="bu">Eugène Atget, Innenhof, Rue de Valence 7, Juni 1922<br />
Serie: Art dans le vieux Paris<br />
Albumin-Abzug, 18 x 24 cm<br />
© Musée Carnavalet, Paris</p>
<p>Aber auch die Menschen geh&#246;ren zu Eugène Atgets Sujets. Er fotografiert Strassenh&#228;ndler, kleine Gewerbetreibende, Lumpensammler und Prostituierte sowie Jahrm&#228;rkte und Kirchweihfeste in den verschiedenen Stadtteilen. Auch die st&#228;dtischen Aussenbezirke und Randzonen, in denen oft Arme und Obdachlose hausten, waren seine Bildmotive.</p>
<p>Atget, der seine Laufbahn als Schauspieler begonnen hatte und sich dann vergeblich als Maler versucht hatte, begann erst 1888 als Fotograf zu arbeiten. Er bot zun&#228;chst seine Aufnahmen, die er „Documents pour Artistes“ nannte, als Vorlagen f&#252;r K&#252;nstler und Kunsthandwerker an. Ab 1898 widmete er sich zunehmend der systematischen Erfassung der baulichen Zeugnisse aus der Zeit vor 1789. Die Abnehmer dieser Fotografien wurden nun Institutionen wie die Bibliothèque historique de la Ville de Paris, die Bibliothèque nationale, aber auch Museen. Seine T&#228;tigkeit fiel mit dem Bewusstsein zusammen, an einer Zeitenwende zur Moderne zu stehen. Daraus resultierten die Bem&#252;hungen von verschiedenen Institutionen, das alte Paris im Zustand vor den baulichen Ver&#228;nderungen festhalten zu lassen.</p>
<p>Atgets Aufnahmen unterscheiden sich von denen seiner Kollegen, die &#252;ber die streng bauliche Dokumentation nicht hinausgehen, durch ihren Motivreichtum und durch eigenst&#228;ndige gestalterische L&#246;sungen. Er w&#228;hlte seine Sujets selbst. Oft verwendete er starke Lichtgegens&#228;tze, Schatten und Form&#252;berschneidungen, die dem Bild Plastizit&#228;t verleihen. Dabei benutzte er eine schwere Plattenkamera, ein Stativ und Glasnegative.</p>
<p style="text-align: center"><a title="Eugène Atget, Porte d’Italie, 1912 (Stadtrandbewohner)" rel="lightbox" href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/05atget_gross.jpg"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/03/05atget_lavillette_300dpi.jpg" alt="Eugène Atget, Porte d’Italie, 1912 (Stadtrandbewohner)" /></a></p>
<p class="bu">Eugène Atget, Porte d’Italie, 1912 (Stadtrandbewohner)<br />
Serie: Paris pittoresque, 2. Serie<br />
Albumin-Abzug, 24 x 18 cm<br />
© BnF, Estampes et Photographie</p>
<p>Mitte der zwanziger Jahre wurde Atget von jungen Avantgardek&#252;nstlern entdeckt. Man Ray, der wie er am Montparnasse wohnte, erwarb etwa vierzig Aufnahmen und ver&#246;ffentlichte 1926 vier von ihnen in La Révolution surréaliste. Man Rays junge Assistentin, die Fotografin Berenice Abbott, besuchte den Fotografen mehrfach und kaufte von ihm Abz&#252;ge. Nach seinem Tod 1927 erwarb sie ca. 1.500 Negative und 10.000 der im Atelier verbliebenen Abz&#252;ge und brachte sie in die USA. 1968 verkaufte Abbott ihren Schatz an das Museum of Modern Art in New York.</p>
<p>Die Ausstellung, die zu Eugène Atgets 150. Geburtstag im letzten Jahr zusammengestellt wurde und bereits in Berlin zu sehen war, umfasst sieben Kapitel. Ein besonderer H&#246;hepunkt sind die von Atget selbst zusammengestellten Alben zu verschiedenen Themen wie Pariser Wohnungen, Schaufenster und Befestigungsanlagen. Die Aufnahmen stammen im wesentlichen aus den Best&#228;nden der Bibliothèque nationale de France und aus weiteren &#246;ffentlichen und privaten Sammlungen in Frankreich und im Ausland. Die Aufnahmen sind auch deshalb so interessant, weil sie das Bild, das man durch die Gem&#228;lde der Jahrhundertwende hat, vervollst&#228;ndigen. Wirklich sehenswert.</p>
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