Wie das Licht auf die Leinwand kam

8. März 2008 | Kein Kommentar

Neben der schon besprochenen Ausstellung in der Frankfurter Schirn Kunsthalle hat sich auch das Wallraf-Richartz-Museum in Köln dem Thema Impressionismus angenommen. Seit 2002 erforscht ein Team von Restauratoren, Naturwissenschaftlern und Kunsthistorikern unter dem Titel “Maltechnik des Impressionismus und Postimpressionismus” 75 Gemälde aus dem Bestand des Wallraf-Richartz-Museums und der Fondation Corboud. Zur Ausstellung hat man 55 zusätzliche Werke in das Museum geholt.

Unterhalb der sichtbaren Oberfläche befinden sich in jedem Gemälde zahlreiche Informationen. Nur aufwändige, technologische Untersuchungen legen sie frei. Mit Hilfe modernster Techniken (Stereomikroskopie, naturwissen-schaftliche Materialanalyse sowie Röntgen-, Ultraviolett und Infrarotstrahlung) und detektivischem Spürsinn werden die kostbaren Werke untersucht. Das Forscherteam analysiert die unterschiedlichen Entstehungsprozesse, prüft die natürlichen Alterungserscheinungen oder fahndet nach gezielten Manipulationen. Damit eröffnet sich ein neuer Blick auf die Geschichte und Rezeption jedes einzelnen Bildes. Die Restaurierungsabteilung im Wallraf ist die Zentrale dieses Forschungsprojektes und für die Ausstellung verantwortlich. » Weiterlesen «

Die Kunst ist weiblich!

6. März 2008 | Ein Kommentar

Kann man eine hochkarätige Ausstellung über die Impressionisten zusammenstellen ohne Renoir, ohne Monet, ohne Manet, Pissarro oder Degas? Man kann, das beweist die Schirne Kunsthalle in Frankfurt. In der Ausstellung “Impressionistinnen” stellt die Schirn die wichtigsten impressionistischen Malerinnen vor. Gab es nicht? Gab es doch: Berthe Morisot, Mary Cassatt, Eva Gonzalès und Marie Bracquemond.

Der Impressionismus war die erste Stilrichtung, in der Frauen eine gewichtige Rolle spielten. Obwohl die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts von gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt war, hatten es Frauen nicht leicht. Nicht wenige Maler gaben sich zwar gerne unkonventionell, doch wenn es um Frauen in der Kunst ging, hörte der Spaß auf. Ganz zu schweigen von der Gesellschaft, die der Frau den Platz am Herd zuwies. Der Zugang zu Kunstakademien war ihnen verwehrt, sie konnten also den üblichen akademischen Weg in die Kunst nicht gehen. Die Abneigung gegen die Akademien war bei ihnen also nicht nur künslterisch bedingt. Viele von ihnen waren Autodidakten, die ihr Geld damit verdienten, Modell zu stehen und so Eingang in Künstlerkreise fanden. » Weiterlesen «

Mehr als nur Impressionismus

1. Juni 2007 | Kein Kommentar

Irgendwie scheint einigen KollegInnen in der letzten Zeit der Kunstführer durch das 19. Jahrhundert verloren gegangen zu sein. So titeln nicht wenige Medien immer wieder mit “Impressionismus in Berlin” wenn sie über die Ausstellung des Metropolitan Museum of Art in der Berliner Nationalgalerie berichten. Die heißt “Französische Meisterwerke des. 19. Jahrhunderts”. Einigen KritikerInnen scheint entfallen zu sein, dass die Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts aus weit mehr als nur dem Impressionismus besteht, auch wenn ein großer Teil der Werke in der Ausstellung dem Impressionismus zuzuordnen ist. Romantik, Klassizismus und Historismus, Naturalismus, Realismus, Pointillismus, Symbolismus, dazu viele Künstler, die sich in keine Gruppe oder Epoche einordnen lassen (wollen), wie Gauguin, Cézanne und Van Gogh. Ein bisschen mehr Differenzierung wäre schön.

Die schönsten Franzosen aus New York

14. Mai 2007 | Kein Kommentar

2004 war das MoMA zu Gast in Berlin, 2006 dann das Guggenheim in Bonn, beide Ausstellungen hatten großen Erfolg. Das konnte das dritte große New Yorker Museum wohl nicht auf sich sitzen lassen. Das Metropolitan Museum baut um und muss deshalb Platz schaffen. Deshalb werden nun vom 1. Juni bis 7. Oktober rund 150 Meisterwerke französischer Maler in die Neuen Nationalgalerie in Berlin “ausgelagert”. Die Liste der ausgestellten Kunstwerke ist beeindruckend: Monets “Seerosenteich”, Van Goghs “Schwerlilien”, Rodins “Bürger von Calais”, Manets “Im Boot” und Cezannes “Stillleben mit Äpfeln und Primeln” – kaum ein Museum hat eine solch gute Sammlung französischer Maler und Bildhauer des 19. und 20. Jahrhunderts.

Vincent van Gogh, Schwertlilien/ Les iris, 1890
Vincent Van Gogh, Schwertlilien/ Les iris, 1890
Öl auf Leinwand, 73,7 x 92,1 cm
Gift of Adele R. Levy, 1958, © The Metropolitan Museum of Art, New York

Übrigens gehören die langen Schlangen der MoMA-Ausstellung der Vergangenheit an. Wer eine Eintrittskarte gekauft hat, bekommt nun eine halbe Stunde bevor er dran ist ,eine SMS auf das Handy. In der Zwischenzeit werden andere Museen in der Umgebung als Zeitvertreib empfohlen. “Intelligentes Warten” nennt das die Neue Nationalgalerie. Das intelligentere Warten dürfte für viele aber das kleine französische Dorf hinter dem Ausstellungshaus sein. Dort wird in kleinen Häuschen alles verkauft, was in Frankreich gut und gerne gegessen wird.

Mehr unter: www.metinberlin.org.

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