Kunsthalle Tübingen: Auf zu neuen Ufern

4. Januar 2010 | Kein Kommentar

Als Götz Adriani 2005 in Pension ging, verlor die Kunsthalle Tübingen einen Kurator mit ausgezeichnetem Ruf. Dass es nicht einfach werden würde, Adriani zu ersetzen, sollte bald allen Verantwortlichen klar werden. Während die Kunsthalle in den 90er Jahren bis zu 500.000 Besucher pro Jahr hatte, waren es im vergangenen Jahr nur noch 15.000. Nun sollte man sich davor hüten, alleine die Besucherzahlen als Gradmesser für den Erfolg eines Museums zu sehen, doch der Besucherschwund ist so auffällig, dass man schon analysieren sollte, warum das Publikum wegbleibt. Nur knapp 2700 Besucher wollten 2009 die Ausstellung “Der innere Blick” sehen. Kein Wunder – Der Untertitel: “Das Interieur in der zeitgenössischen Kunst” erinnert eher an das Thema einer Dissertation eines Kunsthistorikers und weckt weder die Neugier noch macht es Lust auf einen Museumsbesuch. Warum sollte sich das der kunstinteressierte Laie ansehen?

Nun soll alles besser werden. Seit März 2009 ist Daniel Schreiber (44) leitender Kurator und der will einiges ändern. Die Ausstellungen sollen wieder interessanter werden. Schreiber will Brücken zum Publikum schlagen. Wie er das schaffen will, verriet er der dpa: ” Das geht durch Werke, die man gerne sieht, die Spaß machen, die aber auch provokativ sind und Sprengkraft besitzen.” Die letzten Ausstellungen des Jahres 2009 ließen sich kaum noch ändern, denn Ausstellungen haben eine gewisse Vorlaufzeit und einmal in der endgültigen Planung sind sie ungefähr so schwerfällig wie ein gestrandeter Wal, also nur noch schwer zu korrigieren. Ab Ende Januar läuft nun die erste von Schreiber alleine verantwortete Schau. Die Kunsthalle zeigt die quietschbunten Gemälde des Pop-Art-Künstlers Mel Ramos in einer Retrospektive. Der repräsentative Querschnitt durch sein Lebenswerk umfasst hauptsächlich Gemälde, aber auch Entwurfsskizzen und Skulpturen von den 1960ern bis heute. Danach werden Karin Kneffel (01. Mai bis 11. Juli 2010) und Thomas Florschuetz (17. Juli bis 26. September 2010) zu sehen sein

Klingt spannend, bleibt abzuwarten, wie die Ausstellungen konzipiert sind. Weitere Informationen: Webseite der Kunsthalle Tübingen.

Ein Neuer Leipziger will keiner mehr sein

17. April 2008 | Kein Kommentar

Die Maler der Neuen Leipziger Schule haben einiges gemeinsam. Sie studierten in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Ihre Lehrer und deren Lehrer waren Mitglieder der Leipziger Schule, klangvolle Namen wie Heisig, Tübke, Rink und Gille. Sie sind alle Maler, malen gegenständlich; Stil, Ausdrucksmittel und Themen sind ähnlich.

Aber sie haben nie selbst versucht, sich als Gruppe zu definieren und sich in den letzten Jahren sogar bewusst voneinander abgesetzt. Sie haben sogar das Ende der Leipziger Schule verkündet. Sie wollten sich verändern, nicht stagnieren und nicht als Gruppe identifiziert werden. Geholfen hat es Ihnen wenig. Die “Neue Leipziger Schule” ist in aller Munde und keiner der Künstler wird genannt, ohne das nicht auch der Name der Kunstströmung fällt, wie auch dieser Artikle zeigt. Das hat aber auch Vorteile. Die Preise stiegen ins Astronomische und einige von Ihnen gehören inzwischen zu den wichtigsten Malern der Gegenwart. » Weiterlesen «

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