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	<title>360° &#187; Liam Gillick</title>
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		<title>Deutscher Biennale-Pavillon wird zum M&#246;belhaus</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 16:51:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Biennale]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Pavillon]]></category>
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		<description><![CDATA[Alle zwei Jahre wird Venedig zum Nabel der Kunstwelt, die Biennale di Venezia zeigt aktuelle Positionen zeitgen&#246;ssischer Kunst aus der ganzen Welt. In diesem Jahr ist es wieder so weit und seit 07. Juni 2009 l&#228;uft nun die 53. Ausgabe. Neben allerlei Ausstellungen geh&#246;ren die nationalen Pavillons zum Kern der Biennale und nat&#252;rlich hat auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alle zwei Jahre wird Venedig zum Nabel der Kunstwelt, die <a href="http://www.labiennale.org/en/art/" target="_blank">Biennale di Venezia</a> zeigt aktuelle Positionen zeitgen&#246;ssischer Kunst aus der ganzen Welt. In diesem Jahr ist es wieder so weit und seit 07. Juni 2009 l&#228;uft nun die 53. Ausgabe. Neben allerlei Ausstellungen geh&#246;ren die nationalen Pavillons zum Kern der Biennale und nat&#252;rlich hat auch Deutschland einen <a href="http://www.deutscher-pavillon.org/" target="_blank">Pavillon</a>. Der Pavillon wurde 1909 erbaut und w&#228;hrend der nationalsozialistischen Diktatur umgestaltet. leider sieht man das dem Geb&#228;ude bis heute an. Es ist ein h&#228;ssliches Monstrum. So weit so gut. Immerhin kann man ihn ja im Inneren mit Kunst gestalten und ihm ein bisschen Erhabenheit und W&#252;rde verleihen.</p>
<p>In diesem Jahr ist aber etwas anders. Im Allgemeinen werden in den L&#228;nderpavillons zeitgen&#246;ssische K&#252;nstler aus den jeweiligen L&#228;ndern pr&#228;sentiert. Das ist nat&#252;rlich kein Muss, aber f&#252;r Besucher gerade interessant, weil man so Kunst aus unterschiedlichen L&#228;ndern sieht, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Verbindendes und Trennendes kennenlernt und Neues sieht. Die Kreativen m&#252;ssen nat&#252;rlich nicht die deutsche Staatsb&#252;rgerschaft haben, es k&#246;nnen auch K&#252;nstler sein, die hier dauerhaft leben. Kurator Nicolas Schafhausen hat sich allerdings in diesem Jahr entschieden, den in New York und London lebenden Briten Liam Gillick auszustellen.</p>
<p>Gillick geh&#246;rt zu den Young Britisch Artists, jenen in den Neunzigern kometenhaft aufgestiegenen jungen britischen K&#252;nsltern um Damien Hirst, Tracy Emin, Jenny Saville, Sarah Lucas und Chris Ofili. Warum Schafhausen keinen deutschen K&#252;nstler w&#228;hlte, erschlie&#223;t sich mir nicht, es g&#228;be so viele wunderbare K&#252;nstler in diesem Land, dass man eigentlich die Qual der Wahl hat. Schade drum, aber nun gut. Man k&#246;nnte diese Auswahl ja auch als Hinweis darauf verstehen, dass Kunst keine Grenzen kennt und die Probleme, mit der sich K&#252;nstler auseinandersetzen (m&#252;ssen), &#252;berall auf der Welt &#228;hnlich sind. Und Deutschland ist ja mit Wolfgang Tillmans, Ulla von Brandenburg, Tobias Rehberger und Hans-Peter Feldmann eigentlich auch gut vertreten.</p>
<p>W&#228;re Gillick ein Gl&#252;cksgriff, h&#228;tte ich vielleicht nur gegrummelt, aber das was uns Gillick zeigt, ist an Banalit&#228;t kaum zu &#252;berbieten. Man betritt den Pavillon durch einen Vorhang aus bunten Plastikstreifen. Gillick hat in den R&#228;umen eine selbst gebaute K&#252;che aufgestellt, eine die an IKEA in den achtziger Jahren erinnert &#8211; k&#246;nnen sie sich erinnern? Kiefernholz, eckig, praktisch und sterbenslangweilig.  Vorbild war allerdings die &#8220;Frankfurter K&#252;che&#8221;, ein Entwurf der Wiener Architektin Margarete Sch&#252;tte-Lihotzky, die diese einfache und pragmatische K&#252;che 1926 f&#252;r Arbeiterwohnungen entworfen hatte. Die K&#252;che ist komplett leer, nur auf einem der Schr&#228;nke sitzt eine Katze. Die beeidruckt wenigstens damit, dass sie spricht. Sie erz&#228;hlt eine im Kreis drehende Geschichte von Fehldarstellungen, Missverst&#228;ndnissen und W&#252;nschen. Das war es.</p>
<p style="text-align:center"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/06/LiamGillickB_72dpi.jpg" alt="Blick in den deutschen Pavillon, Foto: Liam Gillick" title="Blick in den deutschen Pavillon, Foto: Liam Gillick" width="267" height="400" class="alignnone size-full wp-image-942" /></p>
<p class="bu">Blick in den deutschen Pavillon, Foto: &copy; Liam Gillick</p>
<p>Garniert wird das Kunstwerk mit einem hochtrabenden Wortkonvolut  Die K&#252;che sei &#8220;eine Art Diagramm aus Modernit&#228;tsbestreben und Funktionalit&#228;t&#8221;  und fungiere zudem als &#8220;Echo des angewandten Modernismus&#8221;. Und weiter: </p>
<blockquote><p>
&#8220;Dieser steht im Gegensatz zu der Erhabenheit des Pavillons, der ohne sanit&#228;re Anlagen, K&#252;che oder Ruhezone gebaut wurde. Die K&#252;chenkabinette besetzen die &#220;berg&#228;nge vom zentralen in die seitlichen R&#228;ume. Die K&#252;che steht in Spannung zur Logik des Geb&#228;udes. Man k&#246;nnte vielleicht sogar sagen, dass sie ein Verm&#228;chtnis des funktionalen Modernismus ist, und die Aufgabe &#252;bernimmt, gegen die Ideologie der Pavillon- Architektur zu arbeiten.</p>
<p>Liam Gillick hat sein t&#228;gliches Arbeitsumfeld – seine K&#252;che, die er als improvisiertes Studio nutzt – in den Deutschen Pavillon &#252;bertragen. Nach monatelangem Arbeiten in seiner eigenen K&#252;che, umschlichen von der Katze seines Sohnes, besch&#228;ftigte er sich mit den Fragen „Wer spricht? Wer spricht mit wem und mit welcher Berechtigung?”, w&#228;hrend die Katze stets versuchte, seine Arbeit zu unterbrechen.</p></blockquote>
<p>Nein, das war nichts, das h&#228;tte jeder Kunststudent besser gemacht. Einen weiteren Bericht von der Biennale gibt es in den n&#228;chsten Tagen&#8230;</p>
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