Die Befreiung der Kunst

14. Februar 2008 | Kein Kommentar

Obwohl Mark Rothko (1903-1970) Zeit seines Lebens bestritt, abstrakter Künstler zu sein, wird er als einer der wichtigsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus verehrt. Umso erstaunlicher ist es, dass es zwanzig Jahre dauerte, bis ihm in Deutschland wieder eine Retrospektive gewidmet wurde. Die Hypo-Kunsthalle in München hat in einer großartigen Ausstellung die wichtigsten Arbeiten des Malers zusammengetragen und beleuchtet seinen Werdegang.

Mark Rothko, No. 12, 1951

Mark Rothko, No. 12, 1951
Mischtechnik auf Leinwand, 145,4 x 134 cm
Privatleihgabe
© 1998 Kate Rothko Prizel & Christopher Rothko/ VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Abgesang der Klassischen Moderne, obwohl sie gerade in voller Blüte stand. Paris war zwar noch Welthauptstadt der Kunst, aber die russischen Avangardisten drangen mit aller Macht an die Öffentlichkeit und im Westen begann der unaufhaltsame Aufstieg einer neuen Weltmacht. Diese Entwicklung wurde durch den zweiten Weltkrieg noch verschärft. Nach 1945, als die Europäer mit dem Wiederaufbau beschäftigt waren, schwang sich New York dann endgültig zur neuen Kunstmetropole auf.

Angeführt von amerikanischen Künstlern wie Jackson Pollock, Barnett Newman und Clyfford Still begann eine neue Kunstbewegung ihren Siegeszug. Auch Immigranten wie der Niederländer Willem de Kooning und der Armenier Arshile Gorky verhalfen der neuen Kunst zum Durchbruch. Mit von der Partie war auch der als Kind aus Russland eingewanderte Marcus Rothkowitz, dessen Eltern, russische Juden, vor den Judenprogromen geflüchtet waren.

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