Bei arte Edition ist eine wirklich sehenswerte DVD erschienen. Der Name ist Programm: Art Safari – Kunst als Abenteuer. Regisseur und Autor Ben Lewis hat sich mit der Filmkamera auf die Suche durch den Kunstdschungel begeben. Unglaublich witzig und lehrreich wandert Lewis durch die zeitgenössische Kunst und beleuchtet den italienischen Bildhauer Maurizio Cattelan, die französische Foto- und Aktionskünstlerin Sophie Calle, “Cremaster”-Erschaffer Matthew Barney, den spanischen Polit-Art-Provokateur Santiago Sierra, den deutschen Biennale-Star Gregor Schneider den Belgier Wim Delvoye mit seinen tätowierten Schweinen. Lewis trifft sich mit Künstlern, Kennern und Kritikern, wandert durch die Wohnungen von Sammlern und trifft so auf Werke, die der Öffentlichkeit sonst verborgen bleiben. Das Doppel-DVD-Set ist mit 35 Euro zwar relativ teuer, aber das Geld ist gut angelegt. Ich würde mir wirklich wünschen, das Lewis weitere Folgen dreht. Kaufen kann man die DVDs bei amazon.de oder bei arte. Ein kleiner Ausschnitt (und weitere) findet sich bei youtube.de:
Auf Safari im Kunstdschungel
12. März 2008 | Kein Kommentar
Maurizio Cattelan in Bregenz
20. Februar 2008 | Kein Kommentar
Maurizio Cattelan gehört neben Ron Mueck und Patricia Piccinini zum Triumvirat des Hyperrealismus. Aus Latex, Silikon und Fiberglas formen die drei ihre täuschend realistisch scheinenden Werke. Während bei Mueck der atemberaubende Realismus der Arbeiten zentrale Bestandteile seiner Kunst sind, ist bei Piccinini der ins surrealistische kippende Stil ihr Markenzeichen. Cattelan ist der Spaßmacher, dessen Werke immer auch ein Augenzwinkern des Künstlers transportieren.

Maurizio Cattelan, All, 2007
Marmor
Ausstellungsansicht Kunsthaus Bregenz, 2. OG
Foto: Markus Tretter
© Maurizio Cattelan, Kunsthaus Bregenz
Seine Themen sind die Konventionen von Gesellschaft und Kunstbetrieb. Cattelans Installationen erzählen immer eine Geschichte und sind von subversiver Theatralik geprägt. Dabei treiben seine bildnerischen Formulierungen den Realismus aber derart auf die Spitze, dass der realistische Schein ins Absurde und Lächerliche kippt. Die Objekte sind immer auch räumliche Inszenierungen, gewürzt mit Prise Ironie. Cattelan provoziert, seine Arbeiten kennen nicht nur eine Wahrheit, unerwartete Brechungen bieten allerlei Widersprüche.