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	<title>360° &#187; München</title>
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	<description>DER KUNSTBLOG</description>
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		<title>Zwei Mal chinesische Kunst in Deutschland</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 17:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Ai Weiwei]]></category>
		<category><![CDATA[Der Hof für die Pachteinnahme]]></category>
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		<description><![CDATA[China feiert dieser Tage das 60. Jubil&#228;um der Gr&#252;ndung der Volksrepublik &#8211; und das mit allerlei Pomp und Get&#246;se. In Deutschland sind derweil zwei Ausstellungen zu sehen, die unterschiedlicher nicht sein k&#246;nnten und doch so &#228;hnlich sind. Ai Weiwei, zeitgen&#246;ssischer chinesischer K&#252;nstler und Publikumsliebling bei der letzten documenta zeigt im Haus der Kunst in M&#252;nchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>China feiert dieser Tage das 60. Jubil&#228;um der Gr&#252;ndung der Volksrepublik &#8211; und das mit allerlei Pomp und Get&#246;se. In Deutschland sind derweil zwei Ausstellungen zu sehen, die unterschiedlicher nicht sein k&#246;nnten und doch so &#228;hnlich sind. Ai Weiwei, zeitgen&#246;ssischer chinesischer  K&#252;nstler und Publikumsliebling bei der letzten documenta zeigt im <a href="http://www.hausderkunst.de" target="_blank">Haus der Kunst in M&#252;nchen</a> seine neusten Arbeiten. Seine Arbeiten prangern die gesellschaftlichen und politischen Missst&#228;nde in China an, sein Engagement bringt ihm des &#246;fteren &#196;rger in seiner Heimat ein.</p>
<p>Am 12. Mai 2008 hatte die Erde in der Provinz Sichuan gebebt. Ai Weiwei wollte in der Region recherchieren, doch die Staatsmacht versuchte, das mit allen Mitteln zu verhindern. Ai Weiwei schaffte es trotzdem, die Namen von 4000 Kindern zu recherchieren, die umgekommen waren und ver&#246;ffentlichte sie. Wie er, wollte auch Tan Zuoren recherchieren, warum in der Region so viele Schulen einst&#252;rzten. Er vermutete Schlampereien bei den Bauarbeiten. Doch er wurde verhaftet und wegen &#8220;Unterrgabung der Staatsgewalt&#8221; angeklagt. Ai Weiwei reiste extra zum Prozess an, um dem Mitstreiter mit seiner Zeugenaussage zu helfen. In der nacht vor der Zeugenaussage wurde er jedoch verhaftet und misshandelt. Folge dieser &#8220;Polizeiaktion&#8221; war ein H&#228;matom im Gehirn, welches in M&#252;nchen operiert wurde.</p>
<p>Die Ausstellung &#8220;So Sorry&#8221; stellt zwei gro&#223;formatige, eigens f&#252;r das Haus der Kunst entworfene Arbeiten vor. Au&#223;erdem vereint sie fr&#252;he Fotografien mit den seit 2003 entstandenen Filmen, der Dokumentation von dem documenta-Projekt &#8220;Fairytale&#8221; sowie einer Auswahl der seit 1997 entstandenen Werke. Der Titel &#8220;So Sorry&#8221; zielt auf die neue Entschuldigungskultur ab, mit der Politik und Wirtschaft auf Fehlentwicklungen am Finanzmarkt und andere globale Krisen reagieren.</p>
<p>Die Arbeit &#8220;Remembering&#8221; wird f&#252;r die Fassade des Haus der Kunst entworfen und besteht aus 9.000 eigens angefertigten Rucks&#228;cken. Ai Weiwei ruft hiermit das Erdbeben in Sichuan ins Ged&#228;chtnis, denn bei den eingest&#252;rzten Schulen fanden sich viele Rucks&#228;cke der versch&#252;tteten Kinder. Jeder Rucksack hat eine von insgesamt f&#252;nf verschiedenen Farben. Ihre Anordnung ergibt in chinesischen Schriftzeichen den Satz &#8220;Sieben Jahre lang lebte sie gl&#252;cklich in dieser Welt&#8221;, mit dem die Mutter eines Erdbebenopfers ihrer Tochter gedachte. Das pixelhaft wirkende Gro&#223;bild erstreckt sich &#252;ber eine L&#228;nge von 100 Metern und eine H&#246;he von zehn Meter &#252;ber die gesamte Fassade und ist mit einer<br />
Stahlkonstruktion an den S&#228;ulen vorm Haus befestigt.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/HDK_AI_Weiwei_Remembering.jpg" rel="lightbox" title="Ai Weiwei, Remembering, 2009, Rucks&#228;cke und Metallgest&#228;nge, 925 x 10605 x 10 cm, © Ai Weiwei"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/HDK_AI_Weiwei_Remembering-500x66.jpg" alt="Ai Weiwei, Remembering, 2009, Rucks&#228;cke und Metallgest&#228;nge, 925 x 10605 x 10 cm, © Ai Weiwei" title="Ai Weiwei, Remembering, 2009, Rucks&#228;cke und Metallgest&#228;nge, 925 x 10605 x 10 cm, © Ai Weiwei" width="500" height="66" class="alignnone size-medium wp-image-1017" /></a></p>
<p class="bu">Ai Weiwei, Remembering, 2009<br />
Rucks&#228;cke und Metallgest&#228;nge, 925 x 10605 x 10 cm<br />
© Ai Weiwei
</p>
<p>Ebenfalls f&#252;r die Ausstellung gefertigt ist der Wollteppich &#8220;Soft Ground&#8221;, der im gr&#246;lten Ausstellungsraum eine Fl&#228;che von 380 Quadratmetern bedeckt. Das Muster von &#8220;Soft<br />
Ground&#8221; ist eine getreue Reproduktion der 969 steinernen Bodenfliesen &#252;ber die der Teppich gebreitet wird. Um die Bodenfliesen und die Spuren, die 70 Jahre<br />
Ausstellungsbetrieb hinterlassen haben, pr&#228;zise zu rekonstruieren, wurde jede Fliese im Vorfeld einzeln fotografiert und ihre Position verzeichnet. In einer Wollweberei in der<br />
Provinz Hebei handgefertigt, fungiert &#8220;Soft Ground&#8221; nun als D&#228;mpfer, der den Boden schont und auch eine akustische Wirkung hat.</p>
<p>Zu Ai Weiweis j&#252;ngsten und in der Ausstellung pr&#228;sentierten Werken geh&#246;ren au&#223;erdem: &#8220;Rooted upon&#8221;, eine 100-teilige Gro&#223;installation von Baumst&#228;mmen und -wurzeln aus ganz China, die auf &#8220;Soft Ground&#8221; installiert wird, sowie &#8220;Cube in Ebony&#8221;, ein Kubus aus massivem Rosenholz und &#8220;Bamboo and Porcelain&#8221;, eine in Zusammenarbeit mit Herzog &#038; de Meuron entstandene Installation f&#252;r die Fassade an der R&#252;ckseite des Haus der Kunst.</p>
<p>Zeitgleich zeigt in Frankfurt die <a href="http://www.schirn.de" target="_blank">Schirn Kunsthalle</a> die Werkgruppe &#8220;Der Hof f&#252;r die Pachteinnahme&#8221;, die die Situation der Bauern vor der kommunistischen Staatsgr&#252;ndung anschaulich darstellen und die Vorteile des Kommunismus preisen soll. Geschaffen wurde die 97 (!) Meter lange Skulptur aus Lehm 1965 von einem namenlosen chinesischen K&#252;nstlerkollektiv. In sieben aufeinander folgenden Szenen sind die Schrecken des Kapitalismus unter dem Kaiser dargestellt. Dargestellt wurde in der Figurengruppe aus Aufsehern, Ganoven, Bauern und Arbeitern die Ablieferung der Pachteinnahmen an den Feudalherren.</p>
<p style="text-align:center"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/1253638018_hof_d_pacht_schirn_gruppe_1_mail.jpg" rel="lightbox" title="Hof f&#252;r die Pachteinnahme, 1974–1978 (Original 1965),  Szene 1 - Den Pachtzins abliefern Ausstellungsansicht, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2009"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/10/1253638018_hof_d_pacht_schirn_gruppe_1_mail-500x174.jpg" alt="Hof f&#252;r die Pachteinnahme, 1974–1978 (Original 1965),  Szene 1 - Den Pachtzins abliefern Ausstellungsansicht, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2009" title="Hof f&#252;r die Pachteinnahme, 1974–1978 (Original 1965),  Szene 1 - Den Pachtzins abliefern Ausstellungsansicht, Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2009" width="500" height="174" class="alignnone size-medium wp-image-1022" /></a></p>
<p class="bu">Hof f&#252;r die Pachteinnahme, 1974–1978 (Original 1965)<br />
Szene 1 &#8211; Den Pachtzins abliefern Ausstellungsansicht<br />
Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2009</p>
<p>Man k&#246;nnte das Werk schnell als Propagandakunst des sozialistischen Realismus abtun, doch das w&#228;re zu einfach. Das Diorama ber&#252;hrt den Betrachter durchaus. Physiognomie und Gestik der Figuren sind realistisch und ausdrucksvoll, die lebensgro&#223;en Gestalten verst&#228;rken den realistischen Eindruck. Leid und M&#252;hsal der Landbev&#246;lkerung sind eindrucksvoll dargestellt. Urspr&#252;nglicher Aufstellungsort ist eine Gedenkst&#228;tte auf dem ehemaligen Anwesen des ber&#252;chtigten Feudalherren Liu Wencai, dessen Gr&#228;ueltaten in dem Werk verewigt wurden und der auch selbst in einer Szene erscheint, in der er sich gelangweilt in seinem Thron r&#228;kelt und auf die um Gnade flehenden Bauern herabblickt.</p>
<p> Seit seiner Entstehung erfreut sich das Kunstwerk gro&#223;er Beliebtheit. Gerne wird die Geschichte kolportiert, dass manche Betrachter so erbost sind, dass sie versuchten, Aufseher und den Feudalherren zu verpr&#252;geln. Zahlreiche Leihanfragen aus dem In- und Ausland f&#252;hrten 1973 zu einer transportablen Kopie aus verkupfertem Fiberglas, die nun bis 04. Januar 2010 in der Schirn ausgestellt wird.</p>
<p>Unter <a href="http://blog.aiweieei.com" target="_blank">blog.aiweieei.com</a> bloggt Ai Weiwei. Auf <a href="aiweiwei.blog.hausderkunst.de" target="_blank">aiweiwei.blog.hausderkunst.de</a> bloggt er auch aktuell zu den Geschehnissen rund um die Ausstellung in M&#252;nchen. </p>
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		<title>Jean Dubuffet in M&#252;nchen</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 07:15:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[Hypo-Kunsthalle]]></category>
		<category><![CDATA[Jean Dubuffet]]></category>
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		<description><![CDATA[Beim Namen Jean Dubuffet (1901-1985) fallen den meisten Menschen die schraffierten Bilder in Rot, Blau, Wei&#223; und Schwarz ein, doch der K&#252;nstler war viel mehr. Eine &#220;bersicht &#252;ber seine Arbeit zeigen die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung und das Literaturhaus in M&#252;nchen. Das Literaturhaus? Ja, denn der K&#252;nstler war ein Multitalent: Maler, Bildhauer, Dichter, Schriftsteller, Musiker, B&#252;hnenbildner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Namen Jean Dubuffet (1901-1985) fallen den meisten Menschen die schraffierten Bilder in Rot, Blau, Wei&#223; und Schwarz ein, doch der K&#252;nstler war viel mehr. Eine &#220;bersicht &#252;ber seine Arbeit zeigen die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung und das Literaturhaus in M&#252;nchen. Das Literaturhaus? Ja, denn der K&#252;nstler war ein Multitalent: Maler, Bildhauer, Dichter, Schriftsteller, Musiker, B&#252;hnenbildner und Grafiker. Im Literaturhaus sind K&#252;nstlerb&#252;cher ausgestellt, handgeschriebene Texte, Lithografien und Zeichnungen. Besonders sch&#246;n ist die erstmalige &#220;bersetzung der Texte in das Deutsche. Dubuffet nutzte einen Mischmasch aus gehobenem Franz&#246;sisch und Argot, die Sprache der Bettler und Gauner im Frankreich des Mittelalters.</p>
<p>In der Kunsthalle erwartet die Besucher ein spannender Rundgang durch Dubuffets Oeuvre. Die Hypo-Kunsthalle hat 150 Gem&#228;lde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier zusammengetragen. In dem dezentem Grau der W&#228;nde wirken die farbenfrohen Arbeiten des Franzosen noch strahlender und leuchtender, die erdigen Materialbilder hingegen noch d&#252;sterer.</p>
<p>Viele der Werke sehen aus wie von Kinderhand gezeichnet, naive Kunst sagt man dazu, allerdings ist Dubuffet alles andere als naiv und seine Kunst zutiefst intellektuell. Dubuffet selbst nannte diese Kunstgattung Art Brut, wollte sie jedoch nicht auf seine Arbeit angewendet wissen, sammelte jedoch solche Arbeiten begeistert. Inzwischen wird dieser Begriff auch f&#252;r naive Kunst und f&#252;r die Kunst geistig Behinderter angewandt. Dies d&#252;rfte auch Dubuffets gr&#246;&#223;ter Verdienst sein. Die Kunst von Menschen, die nicht der Norm entsprechen, r&#252;ckte er ins Licht der &#214;ffentlichkeit. Sammlungen wie die des Psychiaters Hans Prinzenhorn in Heidelberg w&#228;ren nie so bekannt geworden ohne die Vorarbeit Dubuffets. </p>
<p>Dubuffet, der erst 1944 seine erste Einzelausstellung hatte, nahm die Bildwelt von Kindern und Geisteskranken auf, von Stra&#223;enk&#252;nstlern und  die Schmierereien an &#246;ffentlichen Orten. Er propagierte sie als roh und unverf&#228;lscht. Er begann mit den figurativen &#8220;Marionettes de la ville et de la campagne&#8221;. Dubuffet l&#246;ste sich schnell von der Fl&#228;che und mischte Sand, Kitt, Leim und Gips unter die Farben, die so eine taktile Oberfl&#228;che erhielten. Es entstanden die oft d&#252;ster wirkenden, erdigen Materialbilder mit Portr&#228;ts von Menschen aus Paris, nach Sahara-Reisen auch aus der W&#252;ste. In einem anderen Raum sieht man sinnliche &#8220;Corps de dames&#8221;, Frauenk&#246;rper. Diese sind allerdings alles andere als naiv oder unschuldig. &#220;ppige Br&#252;ste und Vaginas in grellen Farben konterkarieren den naiven Stil der Bilder.</p>
<p style="text-align:center"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2009/07/dubuffet.jpg" alt="Jean Dubuffet, Frau probiert einen Hut, 1943" title="Jean Dubuffet, Frau probiert einen Hut, 1943" width="500" height="409" class="alignnone size-full wp-image-973" /></p>
<p class="bu">Jean Dubuffet, Frau probiert einen Hut, 1943<br />
© VG Bild-Kunst, Bonn 2009 &#8211; Foto: Fondation Dubuffet, Paris</p>
<p>Seine ber&#252;hmtesten Werke, die Bilder des &#8220;Hourloupe&#8221;-Zyklus, entstand zu Beginn der 60er Jahre. Dubuffet schuf zellenartige Strukturen, die er mit Schraffuren f&#252;llte. Er beschr&#228;nkte sich dabei auf die Farben Rot, Schwarz, Blau und Wei&#223;. Oft sind die Zellen Fragmente von gegenst&#228;ndlichen Bildinhalten, wie kleine Puzzle. Ende der 60er Jahre setzte er diese Arbeiten in gro&#223;formatigen Skulpturen aus Styropor, Polyester und Kunstharz um. Man f&#252;hlt sich gelegentlich an knautschige Comicfiguren erinnert, wenn man vor den eigent&#252;mlichen Arbeiten steht. Dubuffet schuf B&#252;hnenszenen und Kost&#252;me f&#252;r sein surrealistisches Theaterst&#252;ck &#8220;Coucou Bazar&#8221;, sogar ganze Gartenlabyrinthe wie den &#8220;Jardin d&#8217; Émail&#8221; im niederl&#228;ndischen Kr&#246;ller-M&#252;ller-Museum. Mit zunehmendem Alter r&#252;ckten seine Leinw&#228;nde dann wieder in den Vordergrund, es entstanden gro&#223;e, leuchtende, farbige Werke, von den &#8220;Sites&#8221; (Gegenden) &#252;ber die &#8220;Mires&#8221; (Blickpunkte) bis zu den &#8220;Non-lieux&#8221; (Nicht-Orte).</p>
<p>Dubuffet war f&#252;r viele K&#252;nstler Vorbild und sowohl die Abstrakten Expressionisten als auch die europ&#228;ischen K&#252;nstler des Informel beriefen sich auf ihn und waren begeistert von seinen Arbeiten. W&#228;hrend das Publikum in Europa anfangs zur&#252;ckhaltend reagierte und sich fragte, ob das denn &#252;berhaupt Kunst sei, feierte Dubuffet in Amerika schnell gro&#223;e Erfolge. Schon 1947 hatte er in der renommierten Galerie von Pierre Matisse in New York seine erste Einzelausstellung. Dabei fing seine Karriere alles andere als viel versprechend an. Er wurde in eine wohlhabende Weinh&#228;ndlerfamilie in Le Havre geboren. Nach dem Abitur studierte der Kunst in Le Havre, ging dann nach Paris um dort Musik und Philosophie zu studieren und lernte die Surrealisten kennen. Doch er gab auf und ging zur&#252;ck nach Le Havre, um im elterlichen Betrieb als Weinh&#228;ndler zu arbeiten. Doch der Schaffensdrang war zu gro&#223; und er kehrte der b&#252;rgerlichen Welt erneut den R&#252;cken. In der Nachkriegszeit errang er dann schnell weltweiten Ruhm.</p>
<p>Die tolle Retrospektive &#8220;Ein Leben im Laufschritt&#8221; und die Ausstellung &#8220;&#8230;das Papier beleben&#8221; im Literaturhaus bieten einen umfassenden &#220;berblick &#252;ber das Schaffen des Tausendsassas. Die Ausstellung l&#228;uft noch bis 13. September 2009. Zur Ausstellung erschien ein Katalog bei Schirmer zum Preis von 24 Euro.</p>
<p>Mehr: <a href="http://www.hypo-kunsthalle.de" target="_blank">Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung</a> und <a href="http://www.literaturhaus-muenchen.de" target="_blank">Literaturhaus M&#252;nchen</a>.</p>
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		<title>Auf der Suche</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 11:26:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Auf der Suche nach dem Geistigen]]></category>
		<category><![CDATA[Cente Pompidou]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Haus der Kunst in M&#252;nchen bietet hervorragende Ausstellungen. Die gerade erst zu Ende gegangene Robert Rauschenberg-Ausstellung war so eine oder die Ausstellung zu Luc Tuymans im Fr&#252;hjahr. Ach ja, und nat&#252;rlich die &#8220;Gilbert &#038; George&#8221;-Retrospektive im vergangenen Jahr. Man darf das Haus der Kunst also ruhigen Gewissens empfehlen. Wenn dann noch eine Ausstellung gastiert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.hausderkunst.de/" target="_blank">Haus der Kunst in M&#252;nchen</a> bietet hervorragende Ausstellungen. Die gerade erst zu Ende gegangene Robert Rauschenberg-Ausstellung war so eine oder die Ausstellung zu Luc Tuymans im Fr&#252;hjahr. Ach ja, und nat&#252;rlich die &#8220;Gilbert &#038; George&#8221;-Retrospektive im vergangenen Jahr.</p>
<p>Man darf das Haus der Kunst also ruhigen Gewissens empfehlen. Wenn dann noch eine Ausstellung gastiert, die das Label &#8220;Centre Pompidou&#8221; tr&#228;gt, ger&#228;t man erst recht in Verz&#252;ckung und Erregung. Die nun gezeigte Schau &#8220;Spuren des Geistigen&#8221; (bis 11. Januar 2009) will sich auf die Suche nach dem Spirituellen in der Kunst machen. &#8220;Spuren des Spirituellen&#8221; oder &#8220;Spuren des Heiligen&#8221; w&#228;re wohl eine bessere &#220;bersetzung von &#8220;Traces du Sacré&#8221; gewesen.</p>
<p>Mit der S&#228;kularisierung der Gesellschaft im 19. Jahrhundert hat sich die Kunst von den klassischen Bildsujets der Heiligen und der Bibelszenen abgekehrt. Eine neue Bildsprache hielt Einzug. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende der Metaphysik. Aber die K&#252;nstlerInnen begeben sich auf die Suche, hinterfragen und versuchen Offenbarungen des G&#246;ttlichen im Alltag zu finden.</p>
<p style="text-align:center"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/10/gursky-kathedrale.jpg" rel="lightbox" title="Andreas Gursky, Kathedrale I, 2007, Copyright: Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2008, Courtesy: Monika Spr&#252;th / Philomene Magers, K&#246;ln M&#252;nchen London"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/10/gursky-kathedrale-300x207.jpg" alt="" title="Andreas Gursky, Kathedrale I, 2007, Copyright: Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2008, Courtesy: Monika Spr&#252;th / Philomene Magers, K&#246;ln M&#252;nchen London" width="300" height="207" class="alignnone size-medium wp-image-582" /></a></p>
<p class="bu">Andreas Gursky, Kathedrale I, 2007,<br />
Copyright: Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2008<br />Courtesy: Monika Spr&#252;th / Philomene Magers, K&#246;ln M&#252;nchen London</p>
<p>In 16 Kapiteln f&#228;chert die gro&#223; angelegte Ausstellung zentrale Themen verschiedener Epochen seit der Romantik auf: von G&#246;tterd&#228;mmerung &#252;ber Ritual, Kosmos, Trance und Profanierung bis hin zur psychedelischen kunst der Beatgeneration, Zen oder zeitgen&#246;ssischen Sakralkunst. Werke der Gegenwart treten dabei mit jenen des 19. und 20. Jahrhunderts in einen Dialog.</p>
<p>So weit so gut. Einen Besuch ist die Ausstellung auch deshalb wert, weil sie gro&#223;artige Werke vereint. Aber wozu? Die Ausstellung erscheint wie ein Sammelsurium aus Depotst&#252;cken des Centre Pompidou, die das Pariser Museum einfach mal wieder ans Licht der &#214;ffentlichkeit zerren wollte.</p>
<p>Allein das Ausstellungsthema ist so schwmmig gew&#228;hlt, dass nahezu jedes Kunstwerk der letzen 150 Jahre darin Platz finden k&#246;nnte. Kaum ein Werk, in dem sich mit ein bisschen gutem Willen nicht Spuren des Geistigen finden lassen. Nahezu &#252;berall l&#228;sst sich die Suche des K&#252;nsters nach Gott, nach dem Spirituellen, ausfindig machen.</p>
<p>Los geht es mit Goyas &#8220;Los Desastres de la Guerra&#8221;, eine fast schon erschrockene Erkenntnis &#252;ber das B&#246;se in der Welt. Dann folgen Caspar David Friedrichs romantische &#8220;Ruinen in der Abendd&#228;mmerung&#8221; von 1831, eine Verkl&#228;rung der Natur. Nat&#252;rlich d&#252;rfen auch De Chririocos Metafiscia-Bilder nicht fehlen. In der Ausstellung sind &#8220;Die Sehnsucht nach dem Unendlichen (1912/13) und &#8220;Der gro&#223;e Metaphysiker&#8221; von 1917 zu sehen.</p>
<p>Und dann? Es geht quer Beet. Kandinsky? Klar, der hat sich intensiv mit dem Spirituellen in der Kunst auseinandergesetzt und sogar ein Manifest zum Thema verfasst. Malewitsch? Die Suche nach dem Absoluten, nach dem Nullpunkt in der Kunst ist auch Suche nach dem Ursprung der Welt. Kann man aufh&#228;ngen. Man Ray? Der ist mit &#8220;Das Gebet&#8221; vertreten. Eine junge Frau, kniet nieder und b&#252;ckt sich nach vorne. Ihre Scham bedeckt sich mit den H&#228;nden von hinten. Eine Anspielung auf den Ursprung der Welt, das g&#246;ttlich Weibliche? Na ja, gut, rein damit. Aber Picassos Frauenb&#252;ste (1907)? Massons Dionysos? Duchamps &#8220;Geb&#252;sch&#8221;? Pollocks &#8220;The Moon-Woman cuts the circle&#8221;? Es beginnt die Beliebigkeit. </p>
<p>Erst in der zeitgen&#246;ssischen Kunst wird es wieder klarer, versteht man wieder, worum es gehen soll. Viele K&#252;nstler besch&#228;ftigen sich mit der Suche nach dem Heiligen. Manche versuchen dem Betrachter zu erkl&#228;ren, dass Gott l&#228;ngst tot ist, andere sind auf der Suche und sp&#252;ren dem G&#246;ttlichen nach und wieder andere wollen dem Betrachter f&#246;rmlich das G&#246;ttliche im Menschen und seiner Welt offenbaren.</p>
<p>Andreas Gursky h&#228;lt mit der Kamera Spuren des G&#246;ttlichen in Kathedrale I (2007) fest, als transzendentale Atmosph&#228;re. Allerdings ist die Kirche leer und Gott durch ein &#252;berdimensionales Loch im Boden abgehauen. Bruce Nauman erkl&#228;rt uns mit &#8220;The True Artist Helps the World by Revealing Mystic Truths&#8221; (1967) die Aufgaben eines K&#252;nstlers und Martin Kippenberger sorgt mit dem zweideutigen &#8220;Was ist der Unterschied zwischen Casanova und Jesus? Der Gesichtausdruck beim Nageln&#8221; (1990) f&#252;r Provokationen. Ein Frosch mit leidendem Gesichtsausdruck und heraush&#228;ngender Zunge ist an ein Kreuz genagelt.</p>
<p>Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich, weil einfach viel Kunst auf hohem Niveau vertreten ist, aber das Thema der Ausstellung ist einfach nicht treffend genug dargelegt, zu weitschweifig, der Katalog nicht wirklich erhellend. Schade darum, h&#228;tte man sich etwas mehr auf das Wesentliche konzentriert, h&#228;tte das durchaus sch&#246;n werden k&#246;nnen.</p>
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		<title>Rauschenberg auf Reisen</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Aug 2008 11:40:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Haus der Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Rauschenberg]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Name Robert Rauschenberg ist untrennbar verbunden mit der Pop-Art. Neben Andy Warhol, Roy Liechtenstein und Jasper Jones hat keiner diesen Stil so sehr gepr&#228;gt wie er. Doch w&#228;hrend die anderen Vertreter der Pop-Art vor allem als Maler arbeiteten, ging Rauschenberg schon fr&#252;h einen Schritt weiter. Robert Rauschenberg, Volon (Cardboard), 1971 Karton, 141 x 373 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Name Robert Rauschenberg ist untrennbar verbunden mit der Pop-Art. Neben Andy Warhol, Roy Liechtenstein und Jasper Jones hat keiner diesen Stil so sehr gepr&#228;gt wie er. Doch w&#228;hrend die anderen Vertreter der Pop-Art vor allem als Maler arbeiteten, ging Rauschenberg schon fr&#252;h einen Schritt weiter.</p>
<p style="text-align:center"><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/rr_volon.jpg" rel="lightbox[rauschenberg]" title="Robert Rauschenberg, Volon (Cardboard), 1971  Karton, 141 x 373 x 27,3 cm, © Robert Rauschenberg / VG Bild-Kunst, Bonn 2008, Foto:  Ellen Labenski"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/rr_volon_klein.jpg" alt="" title="Robert Rauschenberg, Volon (Cardboard), 1971" /></a></p>
<p class="bu">Robert Rauschenberg, Volon (Cardboard), 1971  Karton, 141 x 373 x 27,3 cm<br />
© Robert Rauschenberg / VG Bild-Kunst, Bonn 2008<br />
Foto:  Ellen Labenski</p>
<p>Schon in den f&#252;nfziger Jahren begann Rauschenberg, Fundst&#252;cke und Alltagsgegenst&#228;nde in seine Arbeiten einfliessen zu lassen. Seine Gem&#228;lde wuchsen in den Raum. Inspirieren liess er sich dabei von Dadaisten und abstrakten Expressionisten. Die &#8220;Combine Paintings&#8221; genannten Assemblagen verbinden Malerei mit allt&#228;glichen Gegenst&#228;nden wie Tapetenresten, Postkarten, Gl&#252;hbrinen, Elektroger&#228;ten und allerlei weiteren Fundst&#252;cken. So bezieht der K&#252;nstler seine Lebenswelt in die Werke ein. Rauschenbergs Antrieb war es, die L&#252;cke zwischen realer Welt und Bildwelt zu schlie&#223;en bzw. zu &#252;berbr&#252;cken. Im Zentrum seiner Werke steht die Frage, wie wir die Welt wahrnehmen.</p>
<p>In den sechziger Jahren arbeitete Rauschenberg vor allem mit bunten Collagen, die er aus amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften ausschnitt. Intensiv besch&#228;ftigt er sich mit der Ikonografie der amerikanischen Kultur, mit Kommerz, Politik und dem neuen Medium &#8220;Fernsehen&#8221;. Den Schnipseln gab er mit Farben neue Betonungen.</p>
<p>Immer wieder ging Rauschenberg auf die Suche nach neuen M&#246;glichkeiten des Ausdrucks. Als er Anfang der siebziger Jahre nach Captiva Island in Kalifornien zog, begann er, intensiv zu reisen. Zwischen 1970 und 1976 besuchte er zahlreiche europ&#228;ische L&#228;nder, aber auch Indien und Israel. Die in dieser Zeit entstandenen Werkgruppen werden nun in der Ausstellung &#8220;Robert Rauschenberg. Travelling 1970 &#8211; &#8216;76&#8243; im <a href="http://www.hausderkunst.de" target="_blank">M&#252;nchner Haus der Kunst</a> gezeigt.</p>
<p><a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/rr_untitled_hoarfrost_1974.jpg" rel="lightbox[rauschenberg]" title="Robert Rauschenberg, Untitled (Hoarfrost), 1974, Druck auf Stoff mit Papiert&#252;ten und Stoffcollage, 213 x 124 cm, Sammlung des K&#252;nstlers, © Robert Rauschenberg / VG Bild-Kunst, Bonn 2008, Foto: Glenn Steigelman"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/rr_untitled_hoarfrost_1974-150x150.jpg" alt="" title="Robert Rauschenberg, Untitled (hoarfrost), 1974" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-570" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.dee/wp-content/uploads/2008/08/rr_mirage_jammer2.jpg" rel="lightbox[rauschenberg]" title="Robert Rauschenberg, Mirage (Jammer), 1975, Stoff, 203 x 175 cm, Sammlung des K&#252;nstlers, © Robert Rauschenberg / VG Bild-Kunst, Bonn 2008"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/rr_mirage_jammer2-150x150.jpg" alt="" title="Robert Rauschenberg, Mirage (Jammer), 1975" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-569" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/rr_gals.jpg" rel="lightbox[rauschenberg]" title="Robert Rauschenberg, 1/2 Gals. / AAPCO (Cardboard), 1971, Karton und Seil, 285  x 198 x 26,7 cm, MAC, Marseilles, © Robert Rauschenberg / VG Bild-Kunst, Bonn 2008"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/rr_gals-150x150.jpg" alt="" title="Robert Rauschenberg, 1/2 Gals. / AAPCO (Cardboard), 1971" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-568" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/0837-051.jpg" rel="lightbox[rauschenberg]" title="Haus der Kunst, Ausstellungsansicht mit Sor Aqua (Venetians), 1973 and Baton Blanche (Cardboards), 1971, © Robert Rauschenberg / VG Bild-Kunst, Bonn 2008, Foto: Jens Weber, M&#252;nchen"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/0837-051-150x150.jpg" alt="" title="Haus der Kunst, Ausstellungsansicht mit Sor Aqua (Venetians), 1973 und Baton Blanche (Cardboards), 1971" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-567" /></a> <a href="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/0837-017.jpg" rel="lightbox[rauschenberg]" title="Haus der Kunst, Ausstellungsansicht mit Untitled (Early Egyptians), 1973 and Untitled (Early Egyptians), 1974, © Robert Rauschenberg / VG Bild-Kunst, Bonn 2008, Foto: Jens Weber, M&#252;nchen"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/08/0837-017-150x150.jpg" alt="" title="Haus der Kunst, Ausstellungsansicht mit Untitled (Early venetians) 1973 und untitled (Early Venetians) 1974" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-566" /></a></p>
<p>Die bisher selten pr&#228;sentierten Werkgruppen &#8220;Cardboards&#8221; (1971), &#8220;Venetians&#8221; (1972–1973), &#8220;Early Egyptians&#8221; (1973–1974), &#8220;Made in Israel&#8221; (1974), &#8220;Hoarfrosts&#8221; (1974–1975) und &#8220;Jammers&#8221; (1975–1976) sind von au&#223;ergew&#246;hnlicher Schlichtheit und Pr&#228;zision und wurden mit neuen Materialien und Techniken geschaffen, die Kunst bis heute inspirieren.</p>
<p>In den &#8220;Cardboards&#8221; zeigt sich Rauschenbergs Neigung zum Monochromen und Abstrakten. Der K&#252;nstler verwendete f&#252;r die gro&#223;formatigen Assemblagen gefundene Pappkartons und Pappen. Gebrauchsspuren, Aufkleber und Stempel blieben erhalten. Auf der Suche nach einem Material, das es einfach &#252;berall auf der Welt gibt, muss er wohl beim Umzug nach Captiva Island &#252;ber die Umzugskartons gestolpert sein. Anders als die Dadaisten, die Pappe als &#228;sthetisches Beiwerk in ihren Assemblagen verwendeten, verwendete Rauschenberg die Pappe als prim&#228;res Ausdrucksmittel.</p>
<p>Die &#8220;Venetians&#8221; entstanden nach einer Reise nach Venedig. Hier nutzte Rauschenberg vor allem Materialien aus der Massenproduktion und Fundst&#252;cke aus dem Haushalt. Stoffe, Stricke, Holz, Leder, Stein, Kabel und Dr&#228;hte, St&#252;hle Vasen, Kissen eine alte Badewanne und Altmetall kommen zum Einsatz. Charakteristisch sind die Bez&#252;ge zur venezianischen Bildwelt. Die Objekte sind aber nie rein gegenst&#228;ndlich und behalten ihre Selbstst&#228;ndigkeit und Identit&#228;t. Das Allt&#228;gliche, Gew&#246;hnliche, Banale wird zum Kunstgegenstand erhoben und in einen kulturellen Kontext gesetzt oder wie Rauschenberg in einem Interview sagte:&#8221;Die St&#228;rke meiner Arbeit [&#8230;] ist die Tatsache, dass ich mich entschlossen habe, das Gew&#246;hnliche zu adeln.&#8221;</p>
<p>Bei den  &#8220;Early Egyptians&#8221; fielt Rauschenberg wieder auf die Kartons zur&#252;ck, sein Umgang mit dem Material &#228;nderte sich aber grundlegend. Die Pappschachteln wurden nicht mehr plattgedr&#252;ckt und zerschnitten, sondern blieben heil. Stattdessen beklebte er sie mit Sand oder umwickelte sie mit Mullbinden, als ob es Mumien w&#228;ren. Aus Papiert&#252;ten und Stoff bastelte er einen Sarkophag, aus dem die Mumie gerade entstiegen zu sein scheint. In den &#8220;Hoarfrosts&#8221; (Reif, Raureif) &#252;berlappen sich bedruckte Stoffe in zum Teil leuchtenden Farben und erz&#228;hlen von Aufl&#246;sung und Schwebezustand, von Verh&#252;llen und Transparenz, Leichtigkeit und Schwere. In &#196;gypten war Rauschenberg &#252;brigens nie, Inspiration f&#252;r die Werke fand er im Louvre.</p>
<p>1975 besuchte Rauschenberg Indien. Als er zur&#252;ckkam, entstand die Werkgruppe &#8220;Jammers&#8221;, ein wahrer Ausbruch an Farbenfreude. So zart die Hoarfrosts sind, so stark und klar sind die Jammers-Werke. Der Begriff &#8220;Jammer&#8221; erinnert an die Segel der gro&#223;en Windjammer und soll einen Bezug zum Reisen setzen. Die Stoffe sind in leuchtenden Farben gehalten und aus Rechtecken, Quadraten, Streifen und Dreiecken zusammengesetzt.</p>
<p>Das Haus der Kunst hat in Zusammenarbeit mit dem <a href="http://www.serralves.pt/" target="_blank">Museo de Arte Contemporanea in Porto</a> eine wirklich interessante Ausstellung konzipiert, die den k&#252;rzlich verstobenen Rauschenberg in interessanten Facetten zeigt, die bisher weitgehend unbekannt blieben. Die Ausstellung ist noch bis 14. September 2008 in M&#252;nchen zu sehen.</p>
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		<title>Unbedingt besuchen: Galerie Lichtpunkt</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2008 15:05:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Museen und Galerien]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie]]></category>
		<category><![CDATA[Galerie Lichtpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Santin]]></category>
		<category><![CDATA[Schüßler]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe vor einigen Wochen eine neue Galerie entdeckt, die ich bisher noch nicht auf meinem Radarschirm hatte. Vielleicht liegt es daran, dass mir Galerien suspekt sind, die nicht den Namen der Inhaber tragen sondern so wahnsinnig fantasievolle Namen wie Kunstraum, raum 08/15, schicke englische Termini oder irgendwelche kryptischen Zahlenk&#252;rzel. Ich muss vorurteilsfreier werden, denn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe vor einigen Wochen eine neue Galerie entdeckt, die ich bisher noch nicht auf meinem Radarschirm hatte. Vielleicht liegt es daran, dass mir Galerien suspekt sind, die nicht den Namen der Inhaber tragen sondern so wahnsinnig fantasievolle Namen wie Kunstraum, raum 08/15, schicke englische Termini oder irgendwelche kryptischen Zahlenk&#252;rzel. Ich muss vorurteilsfreier werden, denn die <a href="http://www.galerie-lichtpunkt.de/" target="_blank">Galerie Lichtpunkt</a> ist ein kleines Schmankerl und ein wahrer Lichtpunkt in der bayrischen Hauptstadt.</p>
<p>F&#252;r mich war die Galerie eine Entdeckung in den letzten Wochen und ich kann nur jedem nahelegen, die Galerie bei einem M&#252;nchenbesuch unbedingt zu besuchen. Das Portfolio der Galerie ist ausgezeichnet und die Ausstellungen der letzten Jahre fast alle wirklich hochkar&#228;tig.  Galerist Horst Ambacher pr&#228;sentiert vor allem zeitgen&#246;ssische Kunst im Bereich der figurativen Malerei, aber auch Fotografie und Installationen sind in der Galerie zu finden. Besonders interessant waren die letzten beiden Ausstellungen.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/02/schussler.jpg" alt="Daniel Sch&#252;&#223;ler, »Dynastie Discordia«, 2007, Collage/Acryl auf Leinwand, 120 x 150 cm." /></p>
<p style="text-align: center; font-size: 0.8em; color: #999999">Daniel Sch&#252;&#223;ler, &#8220;Dynastie Discordia&#8221;, 2007<br />
Collage/Acryl auf Leinwand, 120 x 150 cm<br />
© Galerie</p>
<p>Gerade vorbei ist die Ausstellung des K&#252;nstlers <a href="http://www.danielschuessler.blogspot.com/" target="_blank">Daniel Sch&#252;&#223;ler</a>, der in seinen Gem&#228;lden der Frage nach geht, wie wir zuk&#252;nftig leben wollen &#8211; oder k&#246;nnen &#8211; oder m&#252;ssen. Spannend ist vor allem die Verkn&#252;pfung aus gemaltem Bildraum und fotografischen und digitalen Elementen, die Reales und Fiktion verschwimmen l&#228;sst. Er malt meist menschenleere Landschaften in denen Behausungen stehen. Au&#223;erdem arbeitet Sch&#252;&#223;ler auch mit Installationen. Zu fast jeder Leinwandarbeit fertigt er ein Modell, das sich als Collagebestandteil in der Leinwandarbeit wiederfindet.Vom Pappkarton &#252;ber amerikanische Holzh&#228;user bis zum &#8220;Hubhaus&#8221; ist alles dabei. Diese urbanen Landschaften wirken kalt, abweisend und unfertig, als sei alles im Wiederaufbau nach einem nuklearen Katastrophe. Manchmal wirken die H&#228;user, als seien sie aus Ruinen entstanden und mit gefundenem Baumaterial erg&#228;nzt. Sch&#252;&#223;ler nennt das postdestruktive Kreativit&#228;t.</p>
<p><span id="more-333"></span>Bis zum 07. M&#228;rz 2008 pr&#228;sentiert die Galerie in der Lothstra&#223;e die Ausstellung &#8220;Rebelion&#8221; mit Gem&#228;lden und Zeichnungen des spanischen Malers <a href="http://www.antoniosantin.com/" target="_blank">Antonio Santin</a>. Auch Santin malt gegenst&#228;ndlich. Zu seinen Hauptwerkgruppen z&#228;hlen die Portr&#228;ts von jungen M&#228;nnern und Frauen. W&#228;hrend die m&#228;nnlichen Port&#228;ts vor Selbstbewu&#223;tsein und M&#228;nnlichkeit strotzen, wirken die Frauen, seltsam entr&#252;ckt und vergeistigt. Die M&#228;nner sind meist mit kr&#228;ftigem Pinselstrich in kr&#228;ftigen wuchtig auf der Leinwand verewigt, oftmals mit einem Farbnetz &#252;berzogen. Die zarten Frauengesichter hingegen hat Santin mit feinem Pinselstrich in fast fotorealistischem Duktus gemalt. Mit leeren Augen blicken sie dem Betrachter entgegen.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/02/santin1.jpg" alt="Antonio Santin, Atelier in Barcelona mit dem Bild, Titel: »Naturaleza muerta V«, 2007," /></p>
<p style="text-align: center; font-size: 0.8em; color: #999999">Antonio Santin, Atelier in Barcelona mit dem Bild, Titel: &#8220;Naturaleza muerta V&#8221;, 2007,<br />
© courtesy GALERIE LICHTPUNKT</p>
<p>F&#252;r die Serie &#8220;Naturaleza muerta&#8221; hat sich Santin im Schlachthaus umgeschaut. Er arrangiert h&#228;ngende Tierh&#228;lften, Stilleben von Fleischst&#252;cken und zeigt uns Schweinek&#246;pfe im Portrait. Der Titel dieser Serie verweist ebenso treffend wie doppelsinnig auf den Inhalt der Bilder.</p>
<p>Was macht die Bilder so interessant? Santin malt realistisch, er bildet ab, wertet aber nicht und trotzdem wird dem Betrachter sofort klar, worauf Santin hinaus will. Eben noch haben die Tiere gelebt, jetzt sind sie tot und von nun an sind sie Verg&#228;nglichkeit und Verwesung  ausgesetzt. Das ist auch Malen gegen die Zeit. Dieser Verg&#228;nglichkeit entkommen Santins Objekte durch Spiritualisierung, sie werden zu verehrten Objekten stilisiert und schlagen dem Tod ein Schnippchen. Die Bilder offenbaren, wie verg&#228;nglich und endg&#252;ltig das Leben doch ist. Santins Bilder sind ein Erlebnis!</p>
<p>Weitere hochklassige K&#252;nstlerInnen der Galerie sind <a href="http://www.raykland.de/" target="_blank">Rayk Goetze</a>, <a href="http://www.georg-hornung.com/" target="_blank">Goerg Hornung</a>, Mathias Perlet, <a href="http://fortina.mint.de/" target="_blank">Tina Winkhaus</a> und Bertram Kober.</p>
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		<title>Die Befreiung der Kunst</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 10:43:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Abstrakter Expressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Hypo-Kunsthalle]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Rothko]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

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		<description><![CDATA[Obwohl Mark Rothko (1903-1970) Zeit seines Lebens bestritt, abstrakter K&#252;nstler zu sein, wird er als einer der wichtigsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus verehrt. Umso erstaunlicher ist es, dass es zwanzig Jahre dauerte, bis ihm in Deutschland wieder eine Retrospektive gewidmet wurde. Die Hypo-Kunsthalle in M&#252;nchen hat in einer gro&#223;artigen Ausstellung die wichtigsten Arbeiten des Malers [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl Mark Rothko (1903-1970) Zeit seines Lebens bestritt, abstrakter K&#252;nstler zu sein, wird er als einer der wichtigsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus verehrt. Umso erstaunlicher ist es, dass es zwanzig Jahre dauerte, bis ihm in Deutschland wieder eine Retrospektive gewidmet wurde. Die Hypo-Kunsthalle in M&#252;nchen hat in einer gro&#223;artigen Ausstellung die wichtigsten Arbeiten des Malers zusammengetragen und beleuchtet seinen Werdegang.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/02/rothko_no12.jpg" alt="Mark Rothko, No. 12, 1951" /></p>
<p style="text-align: center; font-size: 0.8em; color: #999999">Mark Rothko, No. 12, 1951<br />
Mischtechnik auf Leinwand, 145,4 x 134 cm<br />
Privatleihgabe<br />
© 1998 Kate Rothko Prizel &amp; Christopher Rothko/ VG Bild-Kunst, Bonn 2008</p>
<p>Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Abgesang der Klassischen Moderne, obwohl sie gerade in voller Bl&#252;te stand. Paris war zwar noch Welthauptstadt der Kunst, aber die russischen Avangardisten drangen mit aller Macht an die &#214;ffentlichkeit und im Westen begann der unaufhaltsame Aufstieg einer neuen Weltmacht. Diese Entwicklung wurde durch den zweiten Weltkrieg noch versch&#228;rft. Nach 1945, als die Europ&#228;er mit dem Wiederaufbau besch&#228;ftigt waren, schwang sich New York dann endg&#252;ltig zur neuen Kunstmetropole auf.</p>
<p>Angef&#252;hrt von amerikanischen K&#252;nstlern wie Jackson Pollock, Barnett Newman und Clyfford Still begann eine neue Kunstbewegung ihren Siegeszug. Auch Immigranten wie der Niederl&#228;nder Willem de Kooning und der Armenier Arshile Gorky verhalfen der neuen Kunst zum Durchbruch. Mit von der Partie war auch der als Kind aus Russland eingewanderte Marcus Rothkowitz, dessen Eltern, russische Juden, vor den Judenprogromen gefl&#252;chtet waren.</p>
<p><span id="more-332"></span>Der Maler, der sich sp&#228;ter Mark Rothko nannte, hatte in den 20er Jahren Kunst in Yale und New York studiert. In den 20er und 30er Jahren arbeitete Rothko stark figurativ, seine Arbeiten erinneren an die italienische Pittura metafisica. Vor allem urbane Motive entstanden in jenen Jahren, die die Isoliertheit des Individuums in der Gro&#223;stadt reflektieren. Menschen in den Stra&#223;en oder U-Bahn-Systemen einer Gro&#223;stadt. Immer wieder experimentiert er mit formalen Reduktionen.</p>
<p>Nach einem Ausflug in den Surrealismus mit &#252;berwiegend mythischen Motiven wurden seine Arbeiten zunehmend abstrakt. Von der gegent&#228;ndlichen Malerei ging Rothko zu den &#8220;multiforms&#8221; &#252;ber, Farbfeldlandschaften deren gl&#252;hende Farbnebel sich &#252;ber die Leinwand verteilen.  Die sich &#252;berlagernden Farbschleier werden durch das Durchscheinen der Schichten zu r&#228;umlicher Tiefe gebracht.</p>
<p style="text-align: center;"><img src='http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/02/untitled_1969.jpg' alt='Mark Rothko, Untitled, 1969' />
<p style="text-align: center; font-size: 0.8em; color: #999999">Mark Rothko, Untitled, 1969<br />
Acryl auf Leinwand, 233,7 x 200,3 cm<br />
Collection Christopher Rothko<br />
© 1998 Kate Rothko Prizel &#038; Christopher<br />
Rothko / VG Bild-Kunst, Bonn 2008</p>
<p>Seine ber&#252;hmteste Schaffensphase setzte um 1950 ein. Er begann, farbige Rechtecke  mit oftmals verlaufenden R&#228;ndern horizontal &#252;bereinanderzustellen. Und immer weiter vereinfacht er die Form, fast so als w&#252;rden die multiforms in ihre Bestandteile aufgel&#246;st. Wie kein anderer K&#252;nstler zuvor stellte er damit die Farbe in den Mittelpunkt des Bildraumes &#8211; nichts als Farbe, frei von erz&#228;hlenden oder figurativen Elementen. Es war die Befreiung der Kunst von jeglichem schm&#252;ckenden Beiwerk.</p>
<p>Die Arbeiten sind gepr&#228;gt von ungeheurer Intensit&#228;t und spiritueller Anmut, ein Effekt, den Rothko kalkuliert hatte. Seine Werke waren gepr&#228;gt von einem tiefen Glauben an Gott, die Werke sollten dem Betrachter einen neuen Blick gew&#228;hren, jenseits der realen Welt. In immer wieder neuen Variationen erschuf Rothko seine Farbr&#228;ume. Am Rand der Bilder leuchtet der Farbgrund, oft in Rot- oder Braunt&#246;nen, aber auch Gelb und Blau sind anzutreffen. Dar&#252;ber leuchten die Balken, versinken fast im Hintergrund und wabbern wie ein Nebel wieder daraus hervor. Es scheint so, als w&#252;rden einzelnen Fl&#228;chen dampfen.</p>
<p>Die R&#228;nder sind meist verschwommen, mal laufen sie in die anderen Balken, ein anderes Mal klafft eine L&#252;cke dazwischen. Die Farben steigern sich zu einer Epiphanie und es wird klar, dass Rothko in seinen Bildern zwischen Philosophie und Religion, Kunst und Spiritualit&#228;t wandelt. Wer sich Zeit nimmt, kann sp&#252;ren, welche Kraft die Bilder haben und sie haben in allen den Jahren nichts eingeb&#252;&#223;t &#8211; trotz oder gerade wegen der Auferstehung des Figurativen.</p>
<p>F&#252;r den Betrachter ergibt sich der individuelle Bildeindruck durch die Porportionen der Formen zueinander und die Zusammenstellung der Farben. F&#252;r Rothko war dies der Bedeutungsgehalt seiner Bilder. Auch vollkommen ungegenst&#228;ndliche Motive wollte Rothko immer als etwas Konkretes verstanden wissen. &#8220;Ich bin kein Abstraktionist. Mich interessiert nicht das Verh&#228;ltnis von Farbe oder Form oder irgend so etwas. Mich interessieren nur die grundlegenden menschlichen Emotionen: Trag&#246;die, Ekstase, Schicksal&#8230;&#8221;, so Rothko in einem Interview.</p>
<p>Rothko war als K&#252;nstler schwierig. Wo immer es ging, bestimmte er die H&#228;ngung seiner Werke mit und sorgte bei Kuratoren und Sammlern f&#252;r Sorgenfalten. Das ging so weit, dass er sich von Museumsr&#228;umen Modelle anfertigen liess, um die H&#228;ngung zu erproben.</p>
<p>Rothko bevorzugte f&#252;r seine Bilder eine eher d&#252;stere Atmosph&#228;re und empfahl, sich die Bilder aus nur einem halben Meter Entfernung anzuschauen. Philip Guston erz&#228;hlte einmal, Rothko sei mit ihm durch eine Ausstellung von Rothkos Bildern in einer Galerie in New York spaziert und habe die H&#228;lfte der Lampen ausgeschaltet, um eine ged&#228;mpfte Lichtsituation herzustellen.</p>
<p>Dass Rothko schwierig war, erfuhr auch der Architekt Philip Johnson. F&#252;r das Four-Seasons-Restaurant im Seagram-Building sollte Rothko einen Gem&#228;ldezyklus fertigen. Doch als Rothko erkannte, dass seine Werke nicht viel mehr als Dekoration in dem Restaraunt sein sollten, gab er das Geld zur&#252;ck und behielt die Bilder.</p>
<p>Auch an den Betrachter stellte er Anforderungen: &#8220;Ein Bild lebt durch die Gesellschaft eines sensiblen Betrachters, in dessen Bewusstsein es sich entfaltet und w&#228;chst. Die Reaktion des Betrachters kann aber auch t&#246;dlich sein.&#8221; Aber er ging wohl auch mit sich selbst hart ins Gericht.  Seine Bilder wurden in den sp&#228;ten sechziger Jahren immer dunkler und d&#252;sterer. Die &#8220;Blackform&#8221;- und &#8220;Black-on-Grey&#8221;-Bilder leben von ikonischer Strenge weitab jeder offensichtlichen Sch&#246;nheit fr&#252;herer Bilder. Eine Verweigerung des K&#252;nstlers.</p>
<p>Die Avantgarde war gescheitert, die Pop Art begann ihren Siegeszug und verdr&#228;ngte die Abstrakten. Auch privat lief es schlecht, er trennt sich 1969 von seiner Frau. Wenige Monate danach, am 25. Februar 1970 bringt er sich in seinem Atelier um.</p>
<p>Man kann Kurator Oliver Wick nur gratulieren, er hat eine aufregende Ausstellung organisiert. Rund 100 Werke hat er aus aller Welt zusammengetragen. Ein dickes Lob auch daf&#252;r, dass sich die Ausstellung nicht nur auf den H&#246;hepunkt des Schaffens konzentriert, sondern einen weitschweifigen Blick erlaubt, der aufzeigt, wie Rothko wurde, was er war.</p>
<p>Die Ausstellung ist noch bis 27. April in M&#252;nchen zu sehen, dann wandert sie weiter in die Kunsthalle nach Hamburg (16. Mai bis 24. August 2008). Zur Ausstellung ist ein umfangreicher <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3777439355?ie=UTF8&amp;tag=avantgarde0c-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3777439355">Katalog</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=avantgarde0c-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3777439355" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important" border="0" height="1" width="1" /> erschienen. <script src="http://www.assoc-amazon.de/s/link-enhancer?tag=avantgarde0c-21&amp;o=3" type="text/javascript"> </script><br />
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		<title>Ausstellung zu &#8220;Die Scholle&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Jan 2008 19:24:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Die Scholle]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlervereinigung]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Museum Georg Schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinfurt]]></category>
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		<description><![CDATA[Die K&#252;nstlergruppe &#8220;Die Scholle&#8221; war lange aus dem kollektiven Ged&#228;chtnis der Kunstwelt verschwunden. Jetzt zeigt das Museum Georg Sch&#228;ger in Schweinfurt bis 01. Juni 2008 &#8220;DIE SCHOLLE. Eine K&#252;nstlergruppe zwischen Sezession und Blauer Reiter&#8221; mit Werken aus der Sammlung Unterberger. Leo Putz, Sommertr&#228;ume (Morgensonne), 1907 &#214;l auf Leinwand, Sammlung Siegfried Unterberger © VG Bild-Kunst, Bonn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die K&#252;nstlergruppe &#8220;Die Scholle&#8221; war lange aus dem kollektiven Ged&#228;chtnis der Kunstwelt verschwunden. Jetzt zeigt das Museum Georg Sch&#228;ger in Schweinfurt bis 01. Juni 2008 &#8220;DIE SCHOLLE. Eine K&#252;nstlergruppe zwischen Sezession und Blauer Reiter&#8221; mit Werken aus der Sammlung Unterberger.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.360-grad-blog.de/wp-content/uploads/2008/01/putz_sommertraeume.jpg" alt="Leo Putz, Sommertr&#228;ume (Morgensonne), 1907," /></p>
<p style="text-align: center; color: #999999; font-size: 0.8em">Leo Putz, Sommertr&#228;ume (Morgensonne), 1907<br />
&#214;l auf Leinwand, Sammlung Siegfried Unterberger<br />
© VG Bild-Kunst, Bonn 2007</p>
<p>Der Name der M&#252;ncher K&#252;nstlervereinigung ist eher mi&#223;verst&#228;ndlich, denn es ging den K&#252;nstlern nicht so sehr um die heimatliche Scholle. Um das klarzustellen, liess man verlautbaren: Die Scholle habe &#8220;kein anderes gemeinsames Ziel, keine andere Marschroute, als dass jeder seine eigene „Scholle“ bebaue, die freilich auf keiner Landkarte zu finden ist.&#8221; Den  12 K&#252;nstlern gemeinsam war wohl nur ein ungezwungener und farbenfroher Stil mit einem Hang zur subjektiven Naturdarstellung, der am ehesten dem Impressionismus nahe stand. Thematisch voneinander unabh&#228;ngig, verfolgten die „Scholle“-Maler die Vorstellung, Kunst, Natur und Leben im Sinne der reformbewegten Atmosph&#228;re und des Naturlyrismus miteinander zu vereinen.</p>
<p>Die Scholle entstand im November 1899 im wesentlich aus Mitgliedern der M&#252;nchner Sezession, welche &#252;berwiegend an der Akademie der bildenden K&#252;nste M&#252;nchen in der Malklasse von Professor Paul Hoecker zusammenkamen. Viele Mitglieder waren zuvor in der <em>Gruppe G</em> zusammengeschlossen. Die Mitglieder der <em>Scholle</em> wollten ihre Werke vor allem ohne das Kunstdiktat des M&#252;nchner Malerf&#252;rsten Franz von Lenbach ausstellen.</p>
<p>Die Bedeutung der <em>Scholle</em>-K&#252;nstler darf nicht untersch&#228;tzt werden. In ihrer Forderung nach einer jungen und individuellen Kunst leitete die <em>Scholle</em> eine Entwicklung ein, welche in den erw&#228;hnten K&#252;nstlergruppen Br&#252;cke und Blauer Reiter seine Fortsetzung fand. Au&#223;erdem arbeiteten alle Mitglieder der Gruppe an der Zeitschrift die &#8220;Jugend&#8221; mit, welche dem Jugendstil seinen Namen gab. Nachdem sich die meisten Mitglieder im Kunstbetrieb etabliert hatten, l&#246;ste sich die <em>Scholle</em> im Jahre 1911 auf. Zu den wichtigsten Mitgliedern geh&#246;rten Gustav Bechler, Reinhold Max Eichler, Fritz Erler, Adolf H&#246;fer, Adolf M&#252;nzer, Leo Putz und Franz Wilhelm Voigt und Robert Weise.</p>
<p>Mehr Informationen auf den <a href="http://www.museumgeorgschaefer.de" target="_blank">Webseiten des Museums Goerg Sch&#228;fer</a>. Wer sich f&#252;r die K&#252;nstlergruppe interessiert, sollte auf jeden Fall zu dem opulenten <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3791337408?ie=UTF8&amp;tag=avantgarde0c-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3791337408" target="_blank">Katalog</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=avantgarde0c-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3791337408" style="border: medium none  ! important; margin: 0px ! important" border="0" height="1" width="1" /> greifen, der sich als Standardwerk etablieren d&#252;rfte.</p>
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		<title>Back to the future</title>
		<link>http://www.360-grad-blog.de/2006/07/13/back-to-the-future/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Jul 2006 09:59:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bülent Gündüz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst im 20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[2006]]></category>
		<category><![CDATA[Hypo-Kunsthalle]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei der Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie oft haben wir schon geh&#246;rt, dass die Malerei tot ist. Mal war es die gegenst&#228;ndliche Malerei, dann die Malerei &#252;berhaupt. Doch die neuen Medien konnten die Malerei nur ins Dunkel dr&#228;ngen, gestorben ist sie nicht. Eigentlich gab es das ganze 20. Jahrhundert hindurch immer zwei Str&#228;nge in der Malerei. Zwar war die Abstraktion die gefeierte, aber die figurative Malerei war immer da. Inzwischen ist sie auch wieder ins Licht zur&#252;ckgetreten, figurative Malerei ist in. Der Kunstmarkt zahlt H&#246;chstpreise, man denke nur an die &#8220;Neue Leipziger Schule&#8221;.</p>
<p>Die Hypo-Kunsthalle in M&#252;nchen zeigt bis Mitte August die Ausstellung &#8220;Zur&#252;ck zur Figur. Malerei der Gegenwart&#8221;. Gleichzeitig nehmen sich auch mehrere Galerien der Stadt des Themas an. Eine sch&#246;ne Idee, wird doch so ein breites Spektrum zeitgen&#246;ssischer Malerei pr&#228;sentiert und erm&#246;glicht einen guten &#220;berblick.</p>
<p>Durch ihre Zusammenstellung machen die Bilder deutlich, welche Genres und Traditionslinien f&#252;r die aktuelle Malerei wichtig sind. Ein besonderer Reiz liegt im Dialog der verschiedenen Generationen, denn &#8220;Altmeister&#8221; wie Lucian Freud, Eric Fischl, Mel Ramos, Alex Katz oder Maria Lassnig sind ebenso zu sehen wie Jungstars der Szene, Neo Rauch, Jenny Saville, John Currin oder Glenn Brown, um einige wenige zu nennen. Aber auch weitgehend unbekannte K&#252;nstler k&#246;nnen und sollen in dieser Ausstellung entdeckt werden. Klasse!</p>
<p>Mehr: <a href="http://www.hypo-kunsthalle.de">www.hypo-kunsthalle.de</a></p>
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