Alle Artikel mit dem Schlagwort: München

Neue Online-Datenbank zu den Großen Deutschen Kunstausstellungen

München war zur Zeit des Nationalsozialismus deutsche Hauptstadt der Kunst. Während in der Galerie am Hofgarten „entartete Kunst“ gezeigt wurde, war das Haus der Kunst von 1937 bis 1944 Ausstellungsort der Großen Deutschen Kunstausstellung, der jährlichen Leistungsschau deutscher Künstlerinnen und Künstler von Hitlers Gnaden. Seit Ende Oktober ist nun die Website GDK-research.de online, eine Datenbank mit umfangreichem Material zu den Kunstausstellungen. Man kann dort Bilder und Informationen zu den Ausstellungen und Werken abrufen. Das Projekt, das mit 500.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeisnchaft gefördert wurde, wurde vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, dem Haus der Kunst und dem Deutschen Historischen Museum in Berlin initiiert. Eine wahre Fundgrube für wWissenschaftler und Initeressierte. Website: www.gdk-research.de

Jean Dubuffet in München

Beim Namen Jean Dubuffet (1901-1985) fallen den meisten Menschen die schraffierten Bilder in Rot, Blau, Weiß und Schwarz ein, doch der Künstler war viel mehr. Eine Übersicht über seine Arbeit zeigen die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung und das Literaturhaus in München. Das Literaturhaus? Ja, denn der Künstler war ein Multitalent: Maler, Bildhauer, Dichter, Schriftsteller, Musiker, Bühnenbildner und Grafiker. Im Literaturhaus sind Künstlerbücher ausgestellt, handgeschriebene Texte, Lithografien und Zeichnungen. Besonders schön ist die erstmalige Übersetzung der Texte in das Deutsche. Dubuffet nutzte einen Mischmasch aus gehobenem Französisch und Argot, die Sprache der Bettler und Gauner im Frankreich des Mittelalters. In der Kunsthalle erwartet die Besucher ein spannender Rundgang durch Dubuffets Oeuvre. Die Hypo-Kunsthalle hat 150 Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier zusammengetragen. In dem dezentem Grau der Wände wirken die farbenfrohen Arbeiten des Franzosen noch strahlender und leuchtender, die erdigen Materialbilder hingegen noch düsterer. Viele der Werke sehen aus wie von Kinderhand gezeichnet, naive Kunst sagt man dazu, allerdings ist Dubuffet alles andere als naiv und seine Kunst zutiefst intellektuell. Dubuffet selbst nannte diese Kunstgattung Art Brut, …

Auf der Suche

Das Haus der Kunst in München bietet hervorragende Ausstellungen. Die gerade erst zu Ende gegangene Robert Rauschenberg-Ausstellung war so eine oder die Ausstellung zu Luc Tuymans im Frühjahr. Ach ja, und natürlich die „Gilbert & George“-Retrospektive im vergangenen Jahr. Man darf das Haus der Kunst also ruhigen Gewissens empfehlen. Wenn dann noch eine Ausstellung gastiert, die das Label „Centre Pompidou“ trägt, gerät man erst recht in Verzückung und Erregung. Die nun gezeigte Schau „Spuren des Geistigen“ (bis 11. Januar 2009) will sich auf die Suche nach dem Spirituellen in der Kunst machen. „Spuren des Spirituellen“ oder „Spuren des Heiligen“ wäre wohl eine bessere Übersetzung von „Traces du Sacré“ gewesen. Mit der Säkularisierung der Gesellschaft im 19. Jahrhundert hat sich die Kunst von den klassischen Bildsujets der Heiligen und der Bibelszenen abgekehrt. Eine neue Bildsprache hielt Einzug. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende der Metaphysik. Aber die KünstlerInnen begeben sich auf die Suche, hinterfragen und versuchen Offenbarungen des Göttlichen im Alltag zu finden. In 16 Kapiteln fächert die groß angelegte Ausstellung zentrale Themen verschiedener Epochen seit …

Rauschenberg auf Reisen

Der Name Robert Rauschenberg ist untrennbar verbunden mit der Pop-Art. Neben Andy Warhol, Roy Liechtenstein und Jasper Jones hat keiner diesen Stil so sehr geprägt wie er. Doch während die anderen Vertreter der Pop-Art vor allem als Maler arbeiteten, ging Rauschenberg schon früh einen Schritt weiter. Schon in den fünfziger Jahren begann Rauschenberg, Fundstücke und Alltagsgegenstände in seine Arbeiten einfliessen zu lassen. Seine Gemälde wuchsen in den Raum. Inspirieren liess er sich dabei von Dadaisten und abstrakten Expressionisten. Die „Combine Paintings“ genannten Assemblagen verbinden Malerei mit alltäglichen Gegenständen wie Tapetenresten, Postkarten, Glühbrinen, Elektrogeräten und allerlei weiteren Fundstücken. So bezieht der Künstler seine Lebenswelt in die Werke ein. Rauschenbergs Antrieb war es, die Lücke zwischen realer Welt und Bildwelt zu schließen bzw. zu überbrücken. Im Zentrum seiner Werke steht die Frage, wie wir die Welt wahrnehmen. In den sechziger Jahren arbeitete Rauschenberg vor allem mit bunten Collagen, die er aus amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften ausschnitt. Intensiv beschäftigt er sich mit der Ikonografie der amerikanischen Kultur, mit Kommerz, Politik und dem neuen Medium „Fernsehen“. Den Schnipseln gab …

Die Befreiung der Kunst

Obwohl Mark Rothko (1903-1970) Zeit seines Lebens bestritt, abstrakter Künstler zu sein, wird er als einer der wichtigsten Vertreter des Abstrakten Expressionismus verehrt. Umso erstaunlicher ist es, dass es zwanzig Jahre dauerte, bis ihm in Deutschland wieder eine Retrospektive gewidmet wurde. Die Hypo-Kunsthalle in München hat in einer großartigen Ausstellung die wichtigsten Arbeiten des Malers zusammengetragen und beleuchtet seinen Werdegang. Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Abgesang der Klassischen Moderne, obwohl sie gerade in voller Blüte stand. Paris war zwar noch Welthauptstadt der Kunst, aber die russischen Avangardisten drangen mit aller Macht an die Öffentlichkeit und im Westen begann der unaufhaltsame Aufstieg einer neuen Weltmacht. Diese Entwicklung wurde durch den zweiten Weltkrieg noch verschärft. Nach 1945, als die Europäer mit dem Wiederaufbau beschäftigt waren, schwang sich New York dann endgültig zur neuen Kunstmetropole auf. Angeführt von amerikanischen Künstlern wie Jackson Pollock, Barnett Newman und Clyfford Still begann eine neue Kunstbewegung ihren Siegeszug. Auch Immigranten wie der Niederländer Willem de Kooning und der Armenier Arshile Gorky verhalfen der neuen Kunst zum Durchbruch. …