Neo Rauch in Brühl

9. Januar 2008 | Kein Kommentar

Ich wollte schon seit Wochen darauf hinwiesen und hab es ständig vergessen, darum jetzt: Wer sich für die Leipziger Schule interessiert, sollte unbedingt die Gelegenheit wahrnehmen und bis 30. März 2008 nach Brühl ins Max-Ernst-Museum pilgern. Dort begegnet man neuen Arbeiten von Neo Rauch, dem neuen Helden der deutschen Malerei. Die Ausstellung “para” war immerhin schon im New Yorker Metropolitan Museum zu sehen, für die sie auch konzipiert wurde.

Für mich ist Rauch einer der besten Maler der Neuen Leipziger Schule und auch einen der vielversprechendesten, wenn er sich denn weiterentwickelt. Und er ist einer der “ostdeutschesten” Maler, einer der seine Wurzeln nicht verleugnet und doch sich vom alten so weit löst, dass er Neues (er-)schafft.

Gerade seine neuen Arbeiten sind vielversprechend, weil sie im interessanten Kontrast zu den früheren Arbeiten stehen. Rauch ist ein Geschichtenerzähler, seine eigentümlichen Bilder sind zusammengesetzt aus Bildfetzen, Erinnerungen an die Kindheit im Sozialismus gemischt mit den Plakativem des sozialistischen Realismus und massenmedialen Fragmenten, aber auch Elementen der Pop-Art und des Comic.

Neu sind die historischen Figuren, die Rauch in merkwürdig-zweideutige Landschaften und Zusammenhänge setzt. Plötzlich scheint Rauch einen Paradigmenwechsel vollzogen zuhaben. Nicht mehr die Figuren, die dem Werbeplakat eines VEB entsprungen zu sein scheinen, sind dominieren, sondern Personen des 19. Jahrhunderts, in dandyhafter Kleidung mit einem Hauch von Spitzweg.

Spannend sind seine Bilder vor allem deshalb, weil man so schön in ihnen versinken kann. Auf den ersten Blick ist alles klar, doch bei näherem Hinsehen werden die Szenen des Bildes immer fremder und befremdlicher, obwohl wir alle die Szenen erkennen und erklären können – fast scheinen sie wie wilde Träume. Dabei wirken sie aber nicht surreal, vielleicht sind die Bilder deshlab so rätselhaft. Besonders anziehend finde ich auch, dass man, wenn man es denn nicht wüsste, kaum sagen könnte, wann genau Rauch seine Bilder gemalt hat. Im letzten Jahrhundert? In diesem? Vor dem Fall des eisernen Vorhangs oder danach?

Neo Rauchs Bilder sind voller PARAdoxer Geschichten aus einer PARAllelwelt – der Ausstellungstitel “para” ist also klug gewählt. Mehr auf den Seiten des Max-Ernst-Museums.

Neo Rauch im Met

22. Mai 2007 | Kein Kommentar

Dem bedeutendsten Vertreter der neuen Leipziger Schule, Neo Rauch, wird eine besondere Ehre zuteil. Er darf nach Tony Oursler und Kara Walker im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellen – und das obwohl er lebt und erst 47 Jahre alt ist. Extra für die Ausstellung hat Rauch 14 neue Bilder gemalt. Die Ausstellung kommt auch nach Deutschland. Sie ist ab 29. Oktober 2007 im Max-Ernst-Museum in Brühl zu sehen.

Eine lesenswerte Rezension findet sich in der FAZ

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