Liebesgeschichten in Hannover

18. Juli 2010 | Kein Kommentar

Die Liebe gehört zu den zentralen Themen der Kunst – kein Wunder, ist sie doch zentrales Thema des Lebens. Dreht sich nicht alles um Liebe, Sehnsucht und Verlangen? Das Sprengel Museum in Hannover zeigt noch bis zum 15. August 2010 die Ausstellung “Liebesgeschichten – Sehnsucht, Hingabe und Erfüllung in Werken von Munch und Nolde bis Picasso.” Die Ausstellung ist ein Streifzug durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und es fällt sofort auf: Die Liebe war eines der bestimmenden Themen dieser Zeit und doch haben sich die Künstler der Liebe sehr unterschiedlich genähert. Tatsächlich stehen oftmals Liebesgeschichten hinter den Bildern.

In Munchs Werk ist die Liebe meist eng verknüpft mit Tod, Krankheit, Trauer. Liebe schien für Munch keine große Erfüllung zu sein, sein Leben war geprägt von eher problematischen Beziehungen zu Frauen. Munch hatte sich 1899 in Tula Larssen verliebt, eine junge Dame aus besserem Hause. Trotz seiner Aversion gegen die Ehe willigte Munch sogar ein, Tulla zu heiraten, doch für ihn war dies nur Fassade, um die Ehre des Fräuleins zu wahren. Die Beziehung war für beide aufreibend und endete im Streit. Larrsen schoss dem Maler bei einem Streit 1902 in die Hand. Es verwundert also nicht, wenn er einen im gleichen Jahr entstandenen weiblichen Halbakt mit dem Zusatz “Das Biest” verknüpfte.

Pablo Picasso, Homme et femme (Mann und Frau), Vallauris, 1962
Weiße und farbige Kreiden, Bleistift und Wachsstifte, farbige Lavierungen (Grundierung)
Foto: © Sprengel Museum Hannover/ Michael Herling/ Aline Gwose”

Ganz anders ist Pablo Picassos Umgang mit dem Thema. Sein Werk ist durchzogen von Liebe, Erotik und Sexualität. Kein anderer Künstler hat sich so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, bei keinem anderen ist das künstlerische Werk so sehr Spiegel der eigenen Liebesangelegenheiten. Picasso erzählt Geschichten von Verlangen und Begierde, von Liebe und Lust. Seine Bilder sind immer auch Spiegel der persönlichen Liebesgeschichten: Abgesang auf eine endende Liebe, Vorbote für eine neue Liebe, Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität, Verlangen nach dem anderen Geschlecht.

Während für die Brücke-Künstler Liebe Teil eines utopischen Lebensentwurfes frei von bürgerlichen Zwängen war, war für Künstler wie Otto Dix, Christian Schad oder George Grosz Liebe und Sexualität vor allem Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse der 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die Künstler aus dem Kreis der Surrealisten konfrontieren uns mit Träumen von der Liebe, begierigen Fantasien aber auch Albträumen. Die Künstler der Nachkriegsgenerationen führen dem Betrachter dann existenzielle Fragen der Liebe vor Augen.

Die Ausstellung mit 190 Werken macht deutlich, wie sehr sich die Künstler mit der Liebe beschäftigt haben und in welcher Bandbreite es behandelt wurde. Meist sind Kunst, Liebe und Biografie der Künstler eng verwoben, die Sicht der Künstler sehr persönlich. Anders als die Maler vor ihnen malen die Künstler zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr idealisierte Schönheiten oder porträtierten Damen des Hofes, sie malen ihre Geliebten, ihre Frauen, ihre Angebeteten oder Mätressen.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen. Weitere Informationen unter: www.sprengel-museum.de.

Urlaubstipp: Pilgertour zu Picassos Grab

10. August 2009 | Kein Kommentar

Die Provence und die nahe gelegene Côte d’Azur sind ein schönes und empfehlenswertes Urlaubsziel. Für jeden ist es etwas dabei, die wildromantische Landschaft der Provence, mondäne Städte an der Côte d’Azur, schöne Strände, gutes Wetter, tolle Weine und noch besseres Essen… Auch Künstler wussten die Region zu schätzen. Licht und Farben sind hier ganz anders als im manchmal tristen Paris. Van Gogh lebte einige Monate hier und auch Gauguin kam in die Provence. Am innigsten verbunden war jedoch Cézanne mit der Region, besonders angetan hatte es ihm der Blick von seinem Atelier in Aix-en-Provence auf die Montagne Sainte-Victoire, deren Massiv er in zahlreichen Bildern und in vielen Variationen verewigte.

Am Fuße des Bergmassivs liegt das kleine Örtchen Vauvenargues, das von einem romantischen Schloss überragt wird. Dieses Anwesen erwarb Picasso 1958, lebte dort bis 1960 und nutze das Schloss als Atelier bis zu seinem Tod im Jahre 1973. Geerbt hat Chateaux de Vauvenargues Catherine Hutin, die Tochter von Picassos Frau Jacqueline aus erster Ehe. Seitdem ist das Haus verschlossen und nur den Mitgliedern der Familie Picasso zugänglich.

Chateau de Vaunenargues

Der malerische Ort Vauvenargues, im Vordergrund das gleichnamige Chateau
Foto: Marie de Vauvenargues

Hutin wollte das Schloss langfristig für den Tourismus öffnen, doch die Einwohner des Ortes wehrten sich. Sie wollten keien Massentourismus in ihrem Ort und protestierten – nicht ganz unverständlich. Also entschloss man sich, dass Chateau wenigstens einen Sommer lang unter Auflagen für Besucher zugänglich zu machen. Nur in Gruppen und höchstens 75 Personen pro Tag dürfen noch bis zum 27. September 2009 das Schloss besichtigen. Danach ist Schluss.

Die wichtigsten Räume dürfen besichtigt werden: Schlafzimmer, Esszimmer, Badezimmer und Atelier, die Räume, in denen sich auch Picasso hauptsächlich aufhielt. Die Räume sind spartanisch eingerichtet. Picasso hing Werke von Künstlerkollegen auf, seine eigenen Bilder und Skulpturen bereicherten das Haus ebenfalls. Im Badezimmer prangt eine Wandmalerei, ein musizierender Faun, und das Kopfteil des Bettes sowie der Teppich im Schlafzimmer sind ebenfalls von Picasso entworfen worden. Im weitläufigen Park liegen die Gräber von Picasso und Jacqueline, die ebenfalls besichtigt werden können.

Wer nicht nach Südfrankreich pilgern kann oder will, dem sei das bei Feymedia erschienene Buch “Picassos Häuser” empfohlen. Der opulente Bildband beleuchtet Picassos Villen und Anwesen in Cannes, Vallauris, Mougins und das Chateau in Vauvenargues.

Weitere Informationen und Buchungen im Musée Grant, in dem zeitgleich die Ausstellung “Picasso Cézanne” zu sehen ist.

Zwei Mal Picasso in Basel

11. Februar 2009 | Kein Kommentar

Derzeit finden in Basel zwei Ausstellungen zu Picassos Werk statt. Die erste im Kunstmuseum Basel widmet sich dem druckgrafischen Werk. Die zweite, in der Galerie Beyeler widmet sich den Keramiken des Künstlers. Beide Medien nutzte Picasso intensiv. Vom Holzschnitt und Kupferstich bis hin zur Lithographie und dem Linolschnitt wandte er sämtliche Druckverfahren mit Leichtigkeit und Leidenschaft an, entwickelte komplexe Mischtechniken und experimentierte mit mehrfarbigen Drucken.Auch keramische Arbeiten finden sich immer wieder im Werk des “Jahrhundertgenies.”

1904 schuf er mit Le Repas frugal seine erste Radierung. Das ambitionierte Blatt ist Auftakt eines immensen druckgraphischen Œuvre von mehr als 2000 Werken. Immer wieder schuf er ganze Serien wie die Radierungen der Suite Vollard oder die Suite 347. 1930 entstehen Radierungen zu den Metamorphosen des Ovid. 1935 entsteht als graphisches Hauptwerk der 30er Jahre die Radierung Minotauromachie, in der Picasso allegorisch seine von Spannungen geprägte persönliche Situation verarbeitet. 1970 erarbeitet Picasso eine Folge von 156 Blättern, die erst nach seinem Tod veröffentlich werden. » Read the rest of this entry «

Auf der Suche

10. Oktober 2008 | Kein Kommentar

Das Haus der Kunst in München bietet hervorragende Ausstellungen. Die gerade erst zu Ende gegangene Robert Rauschenberg-Ausstellung war so eine oder die Ausstellung zu Luc Tuymans im Frühjahr. Ach ja, und natürlich die “Gilbert & George”-Retrospektive im vergangenen Jahr.

Man darf das Haus der Kunst also ruhigen Gewissens empfehlen. Wenn dann noch eine Ausstellung gastiert, die das Label “Centre Pompidou” trägt, gerät man erst recht in Verzückung und Erregung. Die nun gezeigte Schau “Spuren des Geistigen” (bis 11. Januar 2009) will sich auf die Suche nach dem Spirituellen in der Kunst machen. “Spuren des Spirituellen” oder “Spuren des Heiligen” wäre wohl eine bessere Übersetzung von “Traces du Sacré” gewesen.

Mit der Säkularisierung der Gesellschaft im 19. Jahrhundert hat sich die Kunst von den klassischen Bildsujets der Heiligen und der Bibelszenen abgekehrt. Eine neue Bildsprache hielt Einzug. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende der Metaphysik. Aber die KünstlerInnen begeben sich auf die Suche, hinterfragen und versuchen Offenbarungen des Göttlichen im Alltag zu finden.

Andreas Gursky, Kathedrale I, 2007,
Copyright: Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Courtesy: Monika Sprüth / Philomene Magers, Köln München London

In 16 Kapiteln fächert die groß angelegte Ausstellung zentrale Themen verschiedener Epochen seit der Romantik auf: von Götterdämmerung über Ritual, Kosmos, Trance und Profanierung bis hin zur psychedelischen kunst der Beatgeneration, Zen oder zeitgenössischen Sakralkunst. Werke der Gegenwart treten dabei mit jenen des 19. und 20. Jahrhunderts in einen Dialog.

So weit so gut. Einen Besuch ist die Ausstellung auch deshalb wert, weil sie großartige Werke vereint. Aber wozu? Die Ausstellung erscheint wie ein Sammelsurium aus Depotstücken des Centre Pompidou, die das Pariser Museum einfach mal wieder ans Licht der Öffentlichkeit zerren wollte.

Allein das Ausstellungsthema ist so schwmmig gewählt, dass nahezu jedes Kunstwerk der letzen 150 Jahre darin Platz finden könnte. Kaum ein Werk, in dem sich mit ein bisschen gutem Willen nicht Spuren des Geistigen finden lassen. Nahezu überall lässt sich die Suche des Künsters nach Gott, nach dem Spirituellen, ausfindig machen.

Los geht es mit Goyas “Los Desastres de la Guerra”, eine fast schon erschrockene Erkenntnis über das Böse in der Welt. Dann folgen Caspar David Friedrichs romantische “Ruinen in der Abenddämmerung” von 1831, eine Verklärung der Natur. Natürlich dürfen auch De Chririocos Metafiscia-Bilder nicht fehlen. In der Ausstellung sind “Die Sehnsucht nach dem Unendlichen (1912/13) und “Der große Metaphysiker” von 1917 zu sehen.

Und dann? Es geht quer Beet. Kandinsky? Klar, der hat sich intensiv mit dem Spirituellen in der Kunst auseinandergesetzt und sogar ein Manifest zum Thema verfasst. Malewitsch? Die Suche nach dem Absoluten, nach dem Nullpunkt in der Kunst ist auch Suche nach dem Ursprung der Welt. Kann man aufhängen. Man Ray? Der ist mit “Das Gebet” vertreten. Eine junge Frau, kniet nieder und bückt sich nach vorne. Ihre Scham bedeckt sich mit den Händen von hinten. Eine Anspielung auf den Ursprung der Welt, das göttlich Weibliche? Na ja, gut, rein damit. Aber Picassos Frauenbüste (1907)? Massons Dionysos? Duchamps “Gebüsch”? Pollocks “The Moon-Woman cuts the circle”? Es beginnt die Beliebigkeit.

Erst in der zeitgenössischen Kunst wird es wieder klarer, versteht man wieder, worum es gehen soll. Viele Künstler beschäftigen sich mit der Suche nach dem Heiligen. Manche versuchen dem Betrachter zu erklären, dass Gott längst tot ist, andere sind auf der Suche und spüren dem Göttlichen nach und wieder andere wollen dem Betrachter förmlich das Göttliche im Menschen und seiner Welt offenbaren.

Andreas Gursky hält mit der Kamera Spuren des Göttlichen in Kathedrale I (2007) fest, als transzendentale Atmosphäre. Allerdings ist die Kirche leer und Gott durch ein überdimensionales Loch im Boden abgehauen. Bruce Nauman erklärt uns mit “The True Artist Helps the World by Revealing Mystic Truths” (1967) die Aufgaben eines Künstlers und Martin Kippenberger sorgt mit dem zweideutigen “Was ist der Unterschied zwischen Casanova und Jesus? Der Gesichtausdruck beim Nageln” (1990) für Provokationen. Ein Frosch mit leidendem Gesichtsausdruck und heraushängender Zunge ist an ein Kreuz genagelt.

Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich, weil einfach viel Kunst auf hohem Niveau vertreten ist, aber das Thema der Ausstellung ist einfach nicht treffend genug dargelegt, zu weitschweifig, der Katalog nicht wirklich erhellend. Schade darum, hätte man sich etwas mehr auf das Wesentliche konzentriert, hätte das durchaus schön werden können.

Malerei in der dritten Dimension

1. August 2008 | Kein Kommentar

Das Museum Sammlung Frieder Burda zeigt bis 26. Oktober in Baden-Baden die Ausstellung “Die Skulpturen der Maler. Malerei und Skulptur im Dialog”. Die Ausstellung beleuchtet den Umgang der Maler mit der Skulptur und den Stellenwert, den sie ihr einräumten.

Plakat zur Ausstellung

Eigentlich ist eine solche Ausstellung ja keine Neuigkeit mehr. Grafik, Zeichnung und Bildhauerei waren auch bei Picasso, Matisse und Kirchner beliebte Medien, die gerne und oft genutzt wurden. Und doch ist die Ausstellung sensationell und das liegt vor allem an zwei Umständen.

Zum Einen ist es der Dialog, den die Werke miteinander eingehen. Da steht Edgar Degas’ “Probe im Foyer de la danse” der wunderbar filigranen Skulptur “Kleine vierzehnjährige Tänzerin” gegenüber. Neben Picassos Ölgemälde “Jacqueline” steht der überdimensionierte bemalte Blechkopf der Angebeteten. Überhaupt sind Skulpturen und Bilder von Picasso überragend, vielleicht, weil Picasso nie einem Medium dem anderen den Vorzug gab. Insofern ist es vielleicht auch falsch, Picasso als Maler hinzustellen, der auch bildhauerisch tätig war. Auch Matisse wundervolle Gemälde werden den ebenso schönen Skulpturen gegenübergestellt und zeigen, wie wichtig auch Matisse das Arbeiten im Raum war. Ähnliches gilt für Kirchner, dessen Skulpturen den Bildern entsprungen zu sein scheinen, so ähnlich sind sie sich in ihren äußeren Formen.

Spannend ist die Ausstellung aber auch da, wo sie Künstler, die in der öffentlichen Wahrnehmung als Maler gesehen werden, als Bildhauer zeigt. Da sind zum Beispiel die skulpturalen Arbeiten von Joan Míro, der seine ganz eigene malerische Formensprache auf die Skulptur überträgt. Auch Dubuffets “Tour ballerine” von 1964 sieht ein wenig so aus, als ob sie einem Dubuffet-Bild entsprungen ist. Auf der unregelmäßigen udn zerklüfteten oberfläche eiens Monolithen prangen die üblichen Schraffuren in Schwarz, Rot und Blau, unterbrochen von Weiß. Und auch der Marc Chagall ist mit Skulpturen vertreten. Auch seine Skulpturen haben große Ähnlichkeit mit seiner Bildsprache.

140 Werke hat Kurator Jean-Louis Prat aus 40 Museen und Sammlungen zusammengetragen. Neben den bereits genannten sind auch Georg Baselitz, Max Beckmann, Georges Braque, Honor&eacute, Daumier, Edgar Degas, Max Ernst, Paul Gauguin, Alberto Giacometti, Yves Klein, Willem de Kooning, Markus Lüpertz, Amedeo Modigliani, A.R. Penck, Antoni Tàpies und Cy Twombly vertreten.

Eine tolle Ausstellung, die manche Überraschung birgt. Unbedingt ansehen! Mehr unter: Museum Sammlung Frieder Burda. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Hatje Cantz Verlag erschienen.

Mondrian in Köln

16. Januar 2008 | Kein Kommentar

Das nennt man dann wohl gegenseitige Befruchtung. Da haben zwei Museen hervorragende Sammlungen und sie tauschen einfach mal fleissig für eine Austellung. Das Gemeentemuseum in Den Haag besitzt eine ausgezeichnete Mondrian-Sammlung und schickt sie nach Köln ins Museum Ludwig und das Kölner Museum verleiht seine Picasso-Sammlung dafür nach Den Haag.

Bis zum 30. März 2008 präsentiert das Museum Ludwig eine der weltweit größten und bedeutendsten Mondrian- Sammlungen. Mit rund 70 Gemälden und Papierarbeiten wird die Werkentwicklung Mondrians nachgezeichnet von seinen frühen impressionistischen Werken in der Manier der Haager Schule, über seine Begegnung mit dem analytischen Kubismus von Braque und Picasso, die seinen Weg in die Abstraktion lenkte, über die Gründung von De Stijl 1917 bis zum Neoplastizismus.

Mondrian, Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921

Komposition mit großer roter Fläche, Gelb, Schwarz, Grau und Blau, 1921
© Mondrian/Holtzman Trust, c/o HCR International, Warrenton VA USA

Selbstverständlich werden auch die zu den Ikonen der klassischen Moderne zählenden Kompositionen aus roten, gelben und blauen Rechtecken in einem System aus schwarz-weißen rechtwinkligen Konstruktionen gezeigt. Diese haben sich zu einem regelrechten Markenzeichen des Künstlers entwickelt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der künstlerische Prozess den Mondrian auf dem Weg zur Abstraktion durchlief. Mondrian selbst schrieb bereits 1914: „Die Leute halten meine Werke grundsätzlich für ziemlich unbestimmt. Ich entwerfe Felder aus Linien und Farben auf einer Oberfläche, um eine universale Schönheit plastisch zum Ausdruck zu bringen. … Die Natur (oder das Sichtbare) regen mich an …, aber ich will mich der Wahrheit so weit wie möglich nähern; dafür abstrahiere ich soweit bis ich zum Wesen der Dinge vordringe … Ich bin sicher, indem man vermeidet, alles eindeutig auszudrücken, gelangt man zum Ausdruck des Endgültigen schlechthin: der (allumfassenden) Wahrheit.“

Mondrian, Blühender Apfelbaum / Flowering Apple Tree, 1912

Blühender Apfelbaum / Flowering Apple Tree, 1912
© Mondrian/Holtzman Trust, c/o HCR International, Warrenton VA USA

Besonders schön ist die Ausstellung da, wo die Abwendung vom Abbild hin zur Abstraktion sichtbar wird. Das ist vor allem in dem Raum sichtbar, wo aus dem einsamen Baum auf dem Feld ein Gewirr aus Linien wird und schließlich eine geometrische Komposition. An einer Wand sind die Akte und Porträts versammelt, die über Anklänge von Kubismus zu abstrakten Flächen werden. Die Ausstellung beginnt mit den frühen expressionistisch anmutenden Arbeiten und führt über flächige Abstrahierungen in knalligen Farben hin zu den abstrakten Kompositionen bis zu den bekannten geometrischen Arbieten, die Piet Mondrian so bekannt machten. Die Ausstellung, klein aber fein, zeigt perfekt auf, warum Mondrian dort anlangte und wie stringend die Entwicklung des Niederländers war. Eine wirklich sehenswerte Ausstellung, die gut ausgeleuchtet ist, allerdings spärlich erklärt – um nich tzu sagen ga rnicht. Wer Erklärungen haben will, sollte sich den Ausstellungsführer für einen Euro leisten oder gleich zum Audioguide greifen. Allerdings sprechen die Bilder auch für sich.

Parallel zur Präsentation der Mondrian Ausstellung in Köln schickt das Museum Ludwig seine Picasso-Sammlung nach Den Haag. Es handelt sich hierbei um die weltweit drittgrößte Kollektion des Künstlers Pablo Picassos, die einen Überblick über alle Schaffensphasen und Techniken gibt. Bis zum 30. März 2008 wird sie im Gemeentemuseum in Den Haag dem niederländischen Publikum offen stehen.

Picasso – Die 50er Jahre

11. Dezember 2007 | Kein Kommentar

Jedes Jahr gibt es große und kleine Ausstellungen zu Picasso: Picasso, Picasso und Matisse, Picasso und die Frauen, Picassos Spätwerk, Picassos Keramik, Picasso und das Porträt, Picasso in den 30er Jahren, Picasso in den 20er Jahren – kein Aspekt des Genies entgeht musealer Aufmerksamkeit. Hinzu kommen unzählige Ausstellungen zu Künstler übergreifenden Themen, in denen Werke von Picasso hängen.

» Read the rest of this entry «

Bonjour Russland!

25. Oktober 2007 | Kein Kommentar

Für viele von uns liegt New York immer noch näher als Moskau. Die meisten Urlaubswilligen können sich durchaus vorstellen, bei einer Shoppingtour durch New York auch mal im MoMA vorbeizuschauen, aber nach Moskau oder St. Petersburg? Urlaub “beim Russen” oder gar Studien- und Kulturreise nach Russland? Das kommt für viele nicht in Frage oder aber sie denken gar nicht darüber nach. Vielen ist auch gar nicht bekannt, welche ausgezeichneten Museen Russland sein Eigen nennt. Man ist deshalb auch sehr dankbar, wenn die russischen Museen zu uns kommen. Das ist allerdings nicht immer leicht, russische Museen pflegen eine restriktive Entleihungspolitik und aufgrund vieler ungeklärter Eigentumsfragen wegen des Beutekunstvorwurfs zieren sich die Museen bei Entleihungen nach Deutschland gerne.

Umso erfreulicher ist die bis zum 06. Januar 2008 laufende Ausstellung “Bonjour Russland” im Düsseldorfer “museum kunst palast”. Zum ersten Mal sind in Deutschland nebeneinander französische und russische Meisterwerke aus vier russischen Museen zu sehen. Den Fokus legt die Ausstellung auf die Jahre von 1865 bis 1925, jene Zeit also, in denen die Franzosen die Avantgarde waren und die Russen die Avantgarde wurden, für einen kurzen, genialen Moment lang. Schön wird in der Ausstellung sichtbar, wie sehr doch die russsischen Künstler von den Franzosen lernten, um daraus dann einen eigenen Form- und Malstil zu enwickeln. Sie fanden ihre eigene Sprache und liessen diese dann in der totalen Abstraktion kummulieren, die so wichtig für die Kunst des 20. Jahrhunderts war.

» Read the rest of this entry «

Tchibo entschuldigt sich für Picasso-Lithos

16. Mai 2007 | Ein Kommentar

Man höre und staune. Tchibo verkaufte in den vergangenen Tagen drei “Original-Lithografien” von Picasso zum Einzelpreis von je 400 Euro und einer Auflage von je 1000 Blättern. Das Dumme an der Geschichte: Es handelte sich nicht um Original-Lithografien (wie bereits hier angesprochen), dann hätten nämlich die Druckplatten vom Künstler hergestellt sein müssen oder der Druck zumindest vom Künstler autorisiert werden müssen. Das war nicht der Fall. Somit handelt es sich nicht um Original-Lithografien, sondern höchstens um “echte Lithografien nach Picasso” und der Preis ist vollkommen überzogen.

Tchibo gesteht ein “Mißverständnis” ein und bietet den Käufern eine Rückgabe gegen Erstattung des Kaufpreises an. Brav!

Quelle: DIE WELT

Diebe klauen Picassos

28. Februar 2007 | Kein Kommentar

Unter mysteriösen Umständen sind in Paris zwei Picasso-Meisterwerke im Wert von 50 Millionen Euro gestohlen worden. Die Diebe entwendeten sie aus der Wohnung von Diana Widmeier-Picasso, einer Enkelin des Meisters. Spuren haben sie dabei nicht hinterlassen. Bei den geraubten Werken handelt es sich um das Gemälde “Maya à la poupée” (Maya mit Puppe), das Picassos ältere Tochter zeigt. Außerdem wurde ein Porträt von Picassos zweiter und letzter Frau Jacqueline gestohlen.

Mehr: Spiegel Online

Wo bin ich?

Sie lesen gerade die Artikel, die mit den Schlagwörtern Picasso versehen sind.