Siebzig Jahre lang gab es keine umfassende Retrospektive zum Werk des venezianischen Malers Jacopo Robusti, genannt Tintoretto (1518/19-1594). Das hat seinen Grund. Seine Werke sind so groß und fragil, dass sie schlicht nicht mehr guten Gewissenes transportiert werden können oder aufgrund konservatorischer Bedenken nicht mehr transportiert werden dürfen. Doch das Prado Museum in Madrid hat es geschafft. Zum ersten Mal seit 1937 – damals in Venedig- findet wieder eine große Schau zum Werk des Venezianers statt.

Das Museum besitzt immerhin 32 Arbeiten, die Tintoretto und seiner Werkstatt zugeschrieben werden. Das macht es natürlich leichter, eine große Ausstellung zusammenzustellen, weil man nicht mehr viele Leihgaben benötigt. Den Schwerpunkt setzten die Ausstellungskuratoren auf religiöse, erzählerische Arbeiten und Portraits. Unter den 49 versammelten Gemälden, 13 Zeichnungen und drei Skulpturen sind herausragende Meisterwerke wie “Die Fußwaschung” (1548/49), “Susanna im Bade”, “Susanna und die Alten” (1555) oder “Venus, Vulkan und Mars” (1545).